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Guter Film, aber weit weg vom Roman,
16. Oktober 2006
Rezension bezieht sich auf: Elementarteilchen (DVD)
Houellebecqs Roman erzählt die Geschichte zweier Halbbrüder Bruno und Michel, die beide von ihrer egoistischen Mutter im Hippie-Wahn vernachlässigt und abgeschoben wurden. Aus Bruno ist nach mehreren Schicksalschlägen ein sexistischer, aber sexuell frustrierter Lehrer geworden, der sein Heil in ausschweifenden Orgien sucht.
Michel ist ein in sich gekehrter Molekularbiologe, verklemmt und sexuell eher desinteressiert. Er verliebt sich, aber hat am Ende des Buches deutlich wenig Interesse an sexueller Nähe. Schließlich entdeckt er die Möglichkeit der Erschaffung neuen Lebens ohne sexuellen Kontakt. Das Buch endet mit der Ausbreitung der neuen "Superrasse", menschenähnliche Wesen mit Vermehrung ohne sexuellen Begehren und Kontakte, die die bisherige Menschheit zurück und ins Abseits drängt.
In drastischen sexuellen Bildern beschreibt Houellebecq die Handlungen.
Der Film wartet mit weit weniger drastischen Bildern auf, allerdings bleiben diese dennoch ziemlich heftig und sind sicherlich nicht jedermans Sache.
Unumstritten die Leistungen von Moritz Bleibtreu und Christian Ulmen, besonders letzterer, der den gehemmten und zurückgezogenen Michel, der lediglich ein seiner Arbeit lebendig scheint, grandios verkörpert. Auch Bleibtreu mimt den eher unsympathisch wirkenden Bruno hervorragend.
Franka Potente, die die spätere Freundin Michels darstellt ist eher hölzern, Martina Gedeck hingegen spielt ihre Rolle als Brunos Freundin, mit ebenso sexuellen Frust und hilfloser Suche nach Erfüllung und Liebe
überzeugend.
Der große Unterschied zum Buch ist die eher versöhnliche Wendung der Geschichte. Die Schaffung der neuen "Rasse" wird gerade in einer Randnotiz im Abspann erwähnt, Bleibtreu hat sich ( nach Selbstmord von Gedeck und sein dadurch herbeigeführtem seelischen Zusammenbruch ) zwar in eine innere Scheinwelt zurückgezogen, in der er jedoch für sich sehr glücklich lebt.
Manche surrealistisch wirkende Komikszenen wirken teilweise fehl am Platz ( Vogel fällt auf einmal Mal tot von seiner Stange im Käfig - mit einem Rumms, selbstredend -, Ulmen wirft ihn stoisch wirkend in den Küchenabfalleimer )!!
Dennoch ist der Film ein "typisch deutscher", aber ein sehr guter und zum Ansehen wert. Rasant die Erzählweise und auch der Soundtrack.
Als getreue Romanverfilmung nicht sonderlich gelungen, als Film für sich eine deutsche Perle des Jahres 2006!
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