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Kundenrezension

14 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Licht und Schatten, 10. April 2007
Rezension bezieht sich auf: Die letzten Rätsel der Wissenschaft (Gebundene Ausgabe)
Das Buch deckt eine große Zahl von Themen ab, die nach meiner Meinung durchweg interessant sind und locker und allgemeinverständlich dargestellt werden. Das ist dem journalistischen Stil zu verdanken, den der Autor gewählt hat. Damit ist auch eine leicht sensationslüsterne Darstellungsweise verbunden – wie ja schon aus dem Titel erkennbar – und leider auch der Verzicht auf eine kritische Diskussion der referierten Arbeiten, obwohl diese in einigen Fällen von mehr als zweifelhafter Qualität sind.

Beispiele:

Paturi zitiert einen Herrn Fauble, der von einem geheimen Werkstoff aus magnetischen Monopolen fabuliert – etwas später erfahren wir dann, dass solche Monopole, falls es sie überhaupt gibt, nach Vermutungen von Astrophysikern so selten sind, dass auf der Erde im Jahr nur ein solches Elementarteilchen auf die Fläche eines Fußballplatzes trifft. Zudem treten diese postulierten Monopole kaum in Wechselwirkung mit anderer Materie, sondern durchdringen sie ungehindert. Da fragt man sich, wie die Amerikaner aus solch seltenen Elementarteilchen (nicht etwa aus Atomen oder Molekülen!) wohl kleine Plättchen mit wundersamen Eigenschaften (sie sind z.B. teilweise unsichtbar) basteln können.

Wir lernen, dass Wasser fühlen kann. Beweis: Wenn unterschiedliche Leute Wassertropfen per Pipette auf eine Fläche aufbringen und das Wasser verdunstet, sehen die Rückstände bei den verschiedenen Leuten („Auftropfern“) unterschiedlich aus. Allerdings sehen sie auch bei einem einzelnen Auftropfer unterschiedlich aus – je nach Gefühlslage und von Tag zu Tag verschieden. Zu einem solchen offensichtlichen Nonsense hätte ich schon eine kritischere Stellungnahme des Autors erwartet.

Homöopathische Mittel wirken - auch solche, in denen durch extreme Verdünnung („Potenzierung“) kein Molekül der wirksamen Substanz mehr vorhanden ist. Das wird dadurch „erklärt“, dass das verbleibende Wasser durch die Potenzierung immaterielle Informationen aufgenommen hat. Dass solche Mittel bei Doppelblindversuchen nicht wirksamer sind als Placebos, wundert nicht, aber das erklärt der Autor damit, dass solche Behandlungen immer individuell auf den Patienten abgestimmt sein müssen. Bei der Gelegenheit lernen wir dann auch, dass die Schulmedizin keine Patienten behandelt, sondern Symptome und dass Placebos wirksamer sind als Medikamente (Placebos wirken in 70% der untersuchten Fälle, Medikamente sind deutlich weniger erfolgreich). Soviel Unsinn auf einem Haufen ist wirklich nur schwer zu ertragen.

Zur Evolutionstheorie findet sich auch ein Abschnitt, u. a. versehen mit einer recht amüsanten mathematischen „Widerlegung“ der Theorie (die bekannten Rechnereien des Programmierers Klaus Wittlich) und verziert mit weiteren starken Aussagen, dass sie nicht haltbar sei. Das sieht der Autor aber ganz locker: Zwei Kapitel später erfahren wir, dass es doch eine Evolutionsgeschichte gab. Aber was scheren den engagierten Forscher Widersprüche?

Die Klimakatastrophe darf natürlich nicht fehlen. Eigentlich eine gute Darstellung – abgesehen von der abenteuerlichen Theorie, dass die Länge der Sonnenzyklen die Temperaturänderungen auf der Erdoberfläche beeinflusst. Beleg: Zwei Zeitreihen, die sich über 140 Jahre erstrecken, einen positiven Trend aufweisen und einen ähnlichen Verlauf nehmen. Der Trend wird natürlich nicht herausgerechnet – das würde ja die schöne Korrelation kaputtmachen. Aus dem Korrelationskoeffizienten von 0,95 folgert der Autor dann: „Ein Zufall ist also ausgeschlossen“. Wer so argumentiert, hat nie in seinem Leben ernsthaft wissenschaftlich gearbeitet.

Für Zahlenmystiker gedacht ist das Kapitel über Zahlenwunder des Korans; auch die Fans von geraden Linien, die man durch einige von mehreren hundert Objekten auf der Erdoberfläche zwangsläufig immer ziehen kann, kommen im Abschnitt „Leys of the Land – Wege der Geister“ zu ihrem Recht – anders als bei den südfranzösischen Kirchen werden hier allerdings keine Pentagramme auf die englische Landkarte gezeichnet. Man begnügt sich mit Geraden.

Andere Abschnitte des Buches referieren hingegen durchaus ernstzunehmende Theorien und Forschungsergebnisse, die zum größten Teil bereits zur Allgemeinbildung gehören und hier sehr vereinfacht dargestellt werden. Da wirkt der Titel „Die letzten Rätsel der Wissenschaft“ doch unpassend und reißerisch gewählt. Insgesamt wundert mich, dass ein für hohe Qualität bekannter Verlag wie Piper dieses Buch in dieser Form veröffentlicht hat.
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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 11.11.2008 12:23:03 GMT+01:00
Vielen Dank, Herr Schnell, ich werde es also nicht kaufen. Als Wissenschaftlerin ärgere ich mich über solche Bücher meistens und das muss ja nicht sein...
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