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5.0 von 5 Sternen Immer noch aktuell, 13. April 2004
Rezension bezieht sich auf: Die Schule der Diktatoren: Eine Komödie in neun Bildern (Sondereinband)
Kästner, der während des Dritten Reichs einige Male verhaftet wurde und seine Werke nicht veröffentlichen durfte, setzt sich in diesem Stück mit dem Scheitern des Widerstandes in einem totalitären Staat auseinander. Er zeigt, wie dort Individualität und Menschlichkeit systematisch zerstört werden. Ein alter Hut? Nein, wirklich nicht. Das gute und schreckliche an diesem Stück ist, dass es nicht an Aktualität verliert.
In der Zeit des Nationalsozialismus, während seines Schreibverbots, hatte Kästner bereits die Idee zu dem Theaterstück. Natürlich konnte es zu dieser Zeit nicht veröffentlicht werden. Erst am 25. Februar 1957 wurde es in den Münchner Kammerspielen uraufgeführt.
Thema ist die Austauschbarkeit des Diktators. Denn die Drahtzieher des Terrors (Kriegsminister, Premier, Stadtkommandant) treten gar nicht selbst als Herrschende in Erscheinung. Sie haben die Macht, der Diktator die Öffentlichkeit. So verheimlichen sie ihrem Volk, dass der Diktator bereits einem Attentat zum Opfer gefallen ist und setzen einen Doppelgänger an dessen Stelle. Und da man mit mehr Attentaten und Unfällen rechnen muss und die Herren ihre Macht nicht verlieren möchten, richten sie eine "Präsidentenfabrik", nämlich eine Schule der Diktatoren ein, in der 14 Doppelgänger dressiert werden und die richtigen Bewegungen und die richtigen Worte lernen. Der Diktator ist somit austauschbar, auch im Falle einer eigenen Meinungsbildung. Den politisch entmündigten Bürgern werden immer neue Imitationen vorgesetzt, willenlose Marionetten, die bei offiziellen Anlässen und Staatsakten auftreten.
Doch einer der Diktatorenschüler, Doppelgänger Nummer 7, versucht gegen den Zustand zu rebellieren. Er beseitigt zwar die alte Diktatur, aber nur um eine neue zu etablieren. Als er über alle Rundfunkanstalten die neue Freiheit proklamiert, spricht er in tote Leitungen. Ein Handgriff reicht aus, um seine revolutionären Worte vom Tonband zu löschen. Nummer 7 wird ermordet.
Das von Kästner als "Komödie" bezeichnete Stück ist alles andere als komödiantisch. Es ist eine Groteske, die die obszönen Tiefgründe der Macht deutlich kennzeichnet.
"Die Schule der Diktatoren" wurde mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet.
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