Kundenrezension

18 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein TV Ereignis geht zu Ende und lässt Raum für eigene Interpretationen. Großartig!, 15. November 2010
Rezension bezieht sich auf: Lost - Die komplette sechste Staffel (5 Blu-rays) [Blu-ray] (Blu-ray)
Das größte TV Ereignis aller Zeiten geht zu Ende. "LOST" schaffte den Durchbruch im Jahre 2004. Plötzlich war jeder angesteckt vom Mysterium. "LOST" war nicht nur eine Geschichte über einen Flugzeugabsturz, sondern eine Geschichte über das Leben und wie man es sehen kann. Keine Serie versteht oder verstand es Science Fiction, Horror, Action und Drama so nah beieinander zu kreieren, ohne das es irgendwie unecht wirkte, wie das Serienhighlight von J.J. Abrahams. Jeder, der von der ersten Staffel an von "LOST" begeistert war, der hat sicher auch alle Staffeln mitverfolgt, so auch die sechste und letzte Staffel!
Natürlich war das Warten nach dem gnadenlosen Cliffhanger vom 5. Staffelfinale unerträglich! Und weil es ja schließlich die letzte Staffel einer Serie mit Unmengen an Mysterien war, verlangten die Fans auch nach Lösungen und Erklärungen. Was hat es mit den Zahlen auf sich? Wer ist Jacob? Was ist das große Geheimnis der Insel? Sind alle eigentlich tot oder noch am Leben? Mit diesen Ansätzen gingen wir LOST- fans nun in den finalen Auftakt der definitiv spannendsten und fesselndsten Serie aller Zeiten!

!VORSICHT WEGEN EVENTUELLER SPOILER!

"LOST" geht genau da weiter, wo es in Staffel 5 aufgehört hat: Nachdem die Wasserstoffbombe hoch ging fiel wachen alle im Dschungel auf und befinden sich wieder in der Gegenwart. Jedoch scheint etwas anders zu sein. In einer anscheinenden Parallelzeit sehen wir einen Oceanicflug, der nicht abstürzt und ohne Probleme in Los Angeles ankommt. In dieser Welt scheinen die üblichen Charaktere wie immer zu sein, aber nur auf den ersten Blick...
In der Gegenwart geht die Geschichte dramatische Wege: Locke entpuppt sich als der schwarze Rauch und verfolgt nun ein Ziel. Jedoch hat dies nicht nur Folgen für die Insel...

Mehr möchte ich nicht schreiben, weil ich wahrscheinlich zu viel verraten würde. Fakt ist jedoch, dass die eigentliche Geschichte erst dann beginnt. Schon ab den ersten beiden Episoden ("LAX I" und "LAX II") merkt man, dass "LOST" langsam auf ein Ende hinausläuft.
Dabei achtet die Serie wieder Mal auf jeden einzelnen Charakter, der in jeder neuen Folge analysiert wird. Diesmal gehen die Produzenten aber in eine ganz andere Richtung:
Mit den sogenannten "Flash Sideways" sehen wir immer das Leben eines Losties in der "Parallelwelt". Das mag zunächst eigenartig klingen und aussehen, aber nach mehreren Folgen entdeckt man, dass viel mehr dahinter steckt, als nur eine simple "Was wäre wenn?" Alternative!
Dennoch gibt es zwei Ausnahmen: In "Seit Anbeginn der Zeit" ("Ab Aeterno" klingt viel besser!) und "Übers Meer" werden die guten alten Flashbacks wieder benutzt und zeigen die wohl besten Rückblenden überhaupt in "LOST"! Aber später mehr dazu...

Die wichtigsten und neusten Elemente in der letzten Staffel sind neben den Flash Sideways zum Beispiel der Tempel und die Fokussierung auf Jacob und den Mann in Schwarz und deren "Spiel". Darauf baut ein Großteil der Staffel auf, während die Darma Initiative und das Thema des Zeitreisen so gut wie gar nicht mehr angestoßen werden. Aber warum auch, für mich haben sich diese Themen erledigt und sind in sich abgeschlossen. Jetzt geht es um das letzte große Mysterium, dass "LOST" so interessant gemacht hat: Zufall und Schicksal, Wissenschaft und Glaube.
Endlich erfahren wir wer Jacob ist, warum er auf der Insel ist, was es mit dem Mann in Schwarz auf sich hat und was das Geheimnis der Insel ist. Viele werden jetzt fragen: Wo sind denn die Antworten?

Die letzte Staffel hat nicht umsonst jede Menge Kritiken bekommen und wird von vielen Fans als grauenvoller Abschluss angesehen. Denn die so dringenden Antworten, auf die alle gewartet haben werden nicht alle so überraschend geliefert, wie man das sich vielleicht gewünscht hat. Einige Sachen scheinen nicht gelöst worden zu sein und besonders die zweite Hälfte der Staffel geht sehr ins Spirituelle und Abergläubische. Da viele auf eine große und logische Antwort gehofft haben, die wirklich jedes Problem in "LOST" klärt, wurden die Meisten enttäuscht. Ist die Serie deshalb eine große Vera*sche? Nein!
Carlton Cuse und Damon Lindeloff geben im letzten Akt viel Raum für eigene Interpretationen und Ansichtsweisen. Das merkt man vor Allem in "Das Ende"... Fast jeder hat eine andere Ansicht vom Ende und interpretiert es anders. Aber darauf will ich gar nicht weiter eingehen um mich nachher den unzähligen Kritikern auszuliefern. Ich sage nur, dass man nicht mit der Erwartung ran gehen darf, in der man sich eine 100 %ige Lösung erhofft, man muss sich auf etwas einstellen, das zwar einfach aber auch effektiv sein kann!

Doch bevor wir uns dem Ende nähern gibt es da noch Einiges zu erwähnen:
Es gibt wieder ein paar neue Figuren, aber im Zentrum stehen hauptsächlich die altbekannten Charaktere, die von Anfang an dabei sind. Erwähnenswert ist, dass (fast) alle Figuren, die wir im Laufe der sechs Jahre ins Herz geschlossen haben, nochmal auftauchen werden. Und alle werden eine Rolle spielen im großen "LOST"- universum. Und endlich werden die Charaktere zentriert, die alle am meisten beschäftigt haben. Zunächst Richard Alpert, der nicht altert und mittlerweile ein allgemeiner Liebling der Fans ist. In "Ab Aeterno" erfahren wir seine Geschichte und warum er so ist, wie er ist. Und wir sehen hier die wahrscheinlich beste Episode von "LOST" (für die, die "Das Ende" schrecklich fanden...) Nestor Carbonells Leistung hier ist unglaublich!
Und Jacob und der Mann in Schwarz erhalten eine große Rückblende in "Übers Meer", in der nicht nur das Geheimnis der Insel gelüftet wird, sondern auch eine Frage beantwortet, die seit der ersten Staffel besteht... Für Einige werden diese beiden Folgen die Interessantesten in dieser Staffel sein.
Doch es gibt noch viele andere Höhepunkte: Gegen Ende nimmt die Serie ein unglaubliches Tempo auf und die eine oder andere überraschende Wendung wird den Zuschauer vom Hocker reißen und ihn mitleiden lassen ("Der Kandidat").

Nun zum Dreh- und Angelpunkt der gesamten Serie: "Das Ende". Die Doppelfolge von "LOST" ist insgesamt 100 Minuten lang und bietet ein Filmformat der Serie. Alles wirkt in diesen letzten Minuten, wie ein Hollywoodblockbuster, aber da steckt mehr dahinter! Das Finale ist groß, laut, bombastisch, mitreißend und voller Gefühl und liefert uns ein sehr seltsames aber dennoch logisches Ende. All das wirkt anfangs sehr großartig, aber nach dem Anschauen werden viele ein Gefühl von "Das solls jetzt gewesen sein?" haben. Ich selbst hatte dieses Gefühl, aber nach einer Weile und vielen Überlegungen und eigenen Gedanken gewinnt dieser Abschluss von "LOST" einen gewissen Charme. Für mich ist das Finale einfach umwerfend, nicht nur weil es ein Ende für die Charaktere von "LOST" ist, sondern weil man sich selbst eine Antwort zusammenbasteln muss. Die Puzzleteile sind die sechs Staffeln und all die ergeben ein großes Bild. Ein Bild mit Lücken, die man selbst füllen kann. So sehe ich "LOST"!
Und ganz unter uns: Die letzte halbe Stunde liefen bei mir ununterbrochen Tränen!

Die Schauspieler leisten wie immer atemberaubende Arbeit, vor Allem die Hauptcharaktere, wie Matthew Fox (Jack), Terry O Quinn (Locke) oder auch Nestor Carbonell (Richard). Und von der Optik und der Atmosphäre lehnt sich die letzte Staffel sehr an die erste an, bleibt aber wie immer. Aber dazu muss man, finde ich nichts mehr sagen.
Außer der Score von Michael Giacchino: Jedes mal hat sich Giacchino übertroffen, so auch in seiner letzten Arbeit. "The Final Season" ist mit Abstand seine beste Arbeit, in der jede Menge neue Themen aufgeführt werden und die alten wundervoll zusammengeführt werden und sich besonders in den letzten Minuten zu einem unvergesslichen Hörvergnügen steigern!

Letztendlich ist meine Meinung diese: "LOST" ist die beste Serie, die ich jemals gesehen habe und das hauptsächlich, weil sie etwas hat, das andere Serien nie haben werden: Eine mitreißende Spannung und das in jeder Folge! Dazu ein Universum an Mysterien, Lebensphilosophien- und ansätzen, wundervollen und echten Charakteren und eine faszinierende Geschichte. Ich werde diese Serie vermissen und damit bin ich sicherlich nicht allein, denn "LOST" hat wahrscheinlich eine der größten Fangemeinden, neben "Star Wars", "Herr Der Ringe" oder "Harry Potter"! Niemals gab es so was und das wird es auch nie mehr geben, davon bin ich überzeugt. Wer seine Erwartungen nicht unendlich hoch schraubt und sich einfach auf diese Staffel einlässt, der wird einen grandiosen Abschluss von "LOST" erleben!

Danke für sechs unvergessliche Jahre!
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Kommentare


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1-3 von 3 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 17.12.2010 14:51:48 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 02.02.2011 17:44:04 GMT+01:00
J. Wiedemann meint:
Was mich am Ende noch mehr stört als die ganzen unaufgeklärten Rätsel ist seine UNGLAUBLICHE Verkitschheit. Sein so ALL-AMERICAN-BIBLE-BELT ROUND-ANGLO-WAIST religiöser gut christlicher Ausgang.

Da kann nicht einmal der böse Smokey triumphieren, nein er hat plötzlich keine Kraft mehr und lässt sich von dem Waschlappen-Jack abwatschen wie ein Weichei. Er hätte alle bereits vorher vernichten können, aber nein er ist zu blöd dazu...wie genial wäre das Ende: Alle haben den Crash überlebt, träumen nur teilweise die Sideways während sie in der Realität (die sie selbst als Traum ansehen) alle von Smokey gejagt und vernichtet werden. Am Schluss existiert nur noch schwarzer Rauch auf der Insel, der sich immer weiter ausbreitet, schließlich übers Meer kriecht und die Küsten der Zivilisation erreicht, eine Art vorgezogenes 2012 (Ein raucherfüllter Reiter der Apokalypse) Ein Ende, das die Fernsehzuschauer verstört und voller Angst ohne Hoffnung zurücklässt, ein an die aktuelle Lage der Welt angelehntes REALISTISCHES Ende.

Nein, natürlich der gute christliche Hirten-Korken-Plopp-Verschließer gewinnt immer und am Ende latschen wir alle happy-verblödet-Händchen-haltend ins Licht, jaja die Liebe ist eh das Wichtigste und die Charaktere sind alles worauf es seit Beginn der Staffel ankommt, und sogar Ben gehört am Ende fast zu den guten, der Massenmörder Michael tanzt auch fröhlich in der Kirche mit Libby rum - so verdammt scheinheilig-lächerlich, wie die gesamte Weltanschauung der Amis eben. Schwarz-Weiss und Weiss wird immer siegen, denn dann kann der Durchschnitts-Ami auch nicht am Ende rumnörgeln, denn er muss ja jeden Sonntag wieder in die Kirche gehen und sich umkrempeln lassen und da glauben wir doch alle brav an den Himmel, was soll da am LOST Ende schlecht sein.

Carlton Lindelof and Abrams Ich bin sehr enttäuscht von eurer christian-bullshit-believer-attitude. Andererseits wieder sehr beeindruckt von eurer money-maker-capitalist-I-dont-give-a-shit-attitude. You did the Long-Con on us. Now drink your champaign in your luxury cars and leave us alone.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 07.03.2011 15:38:10 GMT+01:00
Oh Mann, J. Wiedemann du hast doch überhaupt keine Ahnung von "LOST", sehen sie sich lieber "Vampire Diaries" oder "GZSZ" an, das dürfte eher ihrem Niveau entsprechen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 08.03.2011 12:36:49 GMT+01:00
Schon wieder ihren niveaulosen Text kopiert Herr Wiedemann, mein Gott ist das peinlich...
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