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Kundenrezension

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen La Traviata - (nur) ein Fernsehstar?, 20. Februar 2013
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Rezension bezieht sich auf: Verdi - La Traviata (Taschenbuch)
Wenn die Autorin eingangs schreibt, Giuseppe Verdi sei ein „Kind aus ärmlichsten Verhältnissen“ gewesen, muss hierzu angemerkt werden, dass die jüngere Verdi-Forschung da wohl doch weiter ist.
Gibt es im Verdi-Jubiläumsjahr noch Neues über La Traviata zu erzählen? Räumten nicht schon längst viele Verdi-Biografen mit der Spekulation auf, der Komponist habe mit der Pariser Halbweltdame Violetta Valéry ein Kapitel seiner eigenen Lebensgeschichte auf der Opernbühne abbilden wollen? Auch Silke Leopold hält sich damit zu Recht nicht lange auf: „Niemals hätte Verdi, der in seinem Brief (an seinen Schwiegervater Antonio Barezzi) ja gerade auf Giuseppinas Ehrbarkeit bestand, zugelassen, sie mit einer Kurtisane zu vergleichen, die ihren Körper für Geld verkaufte.“ „La Traviata“ ist keine autobiografische Oper und sie war von Verdi wohl nicht als Sozialkritik angelegt, auch wenn uns das so manche neuere Interpretation vermitteln will.
Spannend wird das Buch, wenn die Autorin die Inszenierungsgeschichte erzählt und daran erinnert, dass es bei der Verkörperung der Violetta schon immer um die Frage „Stimme oder Figur?“ ging. Und hier räumt sie mit einem zweiten Vorurteil auf, dass nämlich allein die stämmige Fanny Salvini-Donatelli für den Reinfall bei der Premiere in Venedig verantwortlich gewesen sei.
Eingehend setzt sich Silke Leopold mit den Aufführungen der letzten Jahre auseinander: „Die Zeiten ändern sich. Bestand ein Teil der Faszination, die Maria Callas auf die Opern-Enthusiasten ihrer Zeit ausübte, in der Rarität und der Exklusivität ihrer Auftritte, so ist eine Generation später die Allgegenwart in den Medien eher ein Garant für Ruhm und Bedeutung.“ Mit ihrer Interpretation der Violetta in Salzburg 2005 habe sich Anna Netrebko endgültig als Traviata-Ikone des neuen Jahrtausends etabliert. Dem ist zuzustimmen, auch wenn man die Schlussfolgerung der Autorin nicht teilen muss: „Wenn diese Inszenierung dennoch weniger zu Herzen ging als die Gesangskunst der Interpreten es erlaubt hätte, so vor allem deshalb, weil die Symbolik der Regie allzu bald allzu vorhersehbar war.“ Folgen kann man der Autorin bei ihrem Resümee: „Verdis Vorstellung, die ideale Traviata müsse Bühnenpräsenz, darstellerische Fähigkeiten und ein der Rolle adäquates Aussehen besitzen, wird heute von deutlich mehr Sängerinnen eingelöst als in früheren Generationen.“
Bei der Auflistung der jüngeren Aufführungen vermisst man die von Robert Carsen 2004 in Venedig, bei den CD-Einspielungen die von Georges Prêtre von 1967 mit Caballé, Bergonzi und Milnes. Spätestens seit Salzburg und dem Spektakel im Züricher Hauptbahnhof ist La Traviata zum Fernsehstar geworden. Aber grundsätzlich muss Anselm Gerhard beigepflichtet werden, „dass in einer, auch unvollkommenen, realen Aufführung einer Oper dieses Uomo di teatro, dieses Theatermanns, weit mehr von der Substanz seiner Dramaturgie erfahrbar wird als durch jede audio- oder videotechnische Reproduktion.“ Ein Buch, das auch zum Nachdenken darüber anregt, wo die Grenzen der „Fernsehbühne Oper“ sind.
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