Kundenrezension

28 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Zu lange mit den Hosen getourt..., 8. Februar 2014
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Noir (Audio CD)
... oder wie kann dieses Album erklärt werden?

Meine größtes Problem ist eure Vorabkündigung/Werbung als härtestes Album der Broilers Geschichte. Tatsache: die Platte ist hart, aber nur weil sie hart zu ertragen ist. Ich finde es etwas unverschämt die Leute mit so einer Werbung in die Irre zu führen. Ich hätte mir die Platte auch so gekauft, wäre aber mit völlig anderen Erwartungen an Noir rangegangen. Damit schädigt ihr euch doch selbst! Es kommt mir fast so vor als ob man die "alten" Fans bewusst prellen und los werden will. Diesbezüglich kann ich den Unmut vieler Käufer verstehen. Die Broilers sind eine Herzensangelegenheit und dann tut es einfach doppelt so weh, wenn so viel (mutwillig) falsch gemacht wird.

Die Songs in meiner persönlichen Einzelkritik ("Spoiler" - bitte erst hören und dann gerne hier lesen, bitte lasst euch nicht vorprägen, würde mich gerne mit euch in den Kommentaren austauschen):

- "Ist da Jemand?" Ähnlich wie bei "Santa Muerte" war die erste Auskoppelung in Ordnung aber doch schwach gegenüber allen Lieder von Vanitas. Schade wenn es sich für mich fast als der Beste Track der Scheibe heraus stellt

- "Zurück in schwarz" Könnte mich LIVE von den Socken hauen, aber auf der Platte kommte sie nicht aus den Puschen. Eine der wenigen Songs mit dem "alten" Sound. Leider leider mit haarsträubenden "Aaaah" Chorus im Hintergrund.

- "Wo es hingeht" oder Broilers meets Modern Tlaking/Eletropop/Bläser/HaHaHa... Hilfe! Eine grauenhafte Mischung mit einem Piano/Keyboard im Hintergrund und dazu ein Echo unter die Stimme. Das Lied kann einem nicht gefallen

- "Nur nach vorne gehen" ist für mich "An Tagen wie diese 2.0". U2 ähnliche Gitarren (insbesondere im Intro) und dann Streicher (?!) im Hintergrund. Eine nette Hymne ohne den großen Kick.

- "Ich hold dich da raus" beginnt 1:1 wie "Maneater" von Nelly Furtado und behält diesen Grundrythmus bei! Der Track trifftet dann ab in Richtung Kettcar, ohne den Charme der Stimme. Im Hintergrund abermals abartig nervige Klatsch-/Schnippeinlagen. Für mich das typische Beispiel für den Sound dieses Album - aufgesetzte Möchtegern-Komplexität im eigentlichen Popgewandt. Weniger ist mehr.

- "Die Hoffnung stirbt nie" Auch hier wieder nerviges Hintergrundpiano und Glamrockelemente. Künstliche verweichung eines fetten Grundbeats. Diesen beibehalten und die rotzigen Gitarren die mittendrin kurz zu hören sind den ganzen Song durch. Und der Song wäre ein abartiges Brett. Meine Hoffnung für das Live Konzert! Von Platte nicht zu ertragen.

- "Wo bist du (Du fehlst)" Eine Ballade ohne Höhepunkte, da wieder diese Popechos in dem Moment einsetzen wo es in alter Broilers-Manier scheppern könnte. Wieso?

- "Ich brenn" Ein guter Rocksong benötigt nur einen guten Rythmus und einen eingängigen Refrain der in der letzten Strophe bis zum Ende des Songs durchgegröllt wird. Machbar mit diesem Song, aber für mich wieder einmal, die typischen Noir-Fehler: Elektropop-Elemente, Stimmen-Echos, zu wenig Sammy Rotz. Schade!!!

- "NaNaNa" Beginnt wie viele gute Broilers Songs, verliert dann aber direkt seinen Drive und auch der Gesang ist einfach zu "gut", schreit doch mal eure frühere Wut raus! Verdammt wo ist die nur hin?

- "Ich will hier nicht sein" Der Titel ist Programm - "ohohohuhuhuh" und der zu softe Sound macht den Song wieder kaputt. Ich hab nix gegen den poppigen Grundrythmus, die gabs auch früher und sind genial, aber mit diesem Style wird es unerträglich. Früher haben die Broilers genau diesen schmalen Grat hinbekommen.

- "Die letzten an der Bar" hören genau diesen Song, wenn der Wirt die Leute los werden will. Wieder ohohohoohohoh... Schöne U2 typische Gitarrren Sounds, leider alles unter einem alles dominierenden Elektropop Pianosound verloren. Etwas zu lahm, gewinnt zum Ende hin aber.

- "Grau, Grau, Grau" JAAAAA, da sind meine Jungs und mein Mädel wieder. Schnell, einfach, macht Dampf. Und dann wird wieder unter Sammys viel zu hoher und weicher Stimme noch eine viel zu laute Frauenstimme (Ines?!) drunter gelegt. Einer der besseren Songs, der mit etwas weniger Piano noch besser wäre. Übrigens: Bei diesem Song Minute 2:00 -2:20 sehe ich extrem deutlich mein Problem mit diesem neuen Broilers Sound. Sammys Stimme, die insbesondere LIVE und auf den alten Alben, ihre Kanten und auch angenehmen "Mängel" hat ist hier abartig glatt. Ich mag das einfach nicht! Ich glaube vielen Zuhörern, die mit den Alben groß geworden sind, geht es genauso. Für mich macht genau DASS den Unterschied. Ein Alleinstellungsmerkmal der Broilers ist damit einfach glatt gebügelt worden.

- "Der Rest und ich" Poppig, gut. Lyrics topp. Es fehlt wieder etwas und die "ich,ich,ich,ich" und "das geht raus an mich, geht raus an mich" nehmen einfach den Lyrics die Power. Schön vergleichbar mit "Ruby Light and Dark" und zieht da echt in allen Belangen den kürzeren. Könnte mit x-maligem hören gut rein gehen, aber dafür nervt leider viel zu sehr das oben genannte "ichichich"

- "Irgendwo dazwischen" Broilerssound! Viele Blässer, gute aber zu laute Orgel, geniale Gitarre. Aber wieder zu soft und wieder ein zu glatter Sammy. Könnte ein geiler Live-Ska, ja fast Reaggae Track werden! Große Hoffnungen!

- "Das da oben (Nur in Dir)" Anständig aber etwas zu träge, einfach nix besonderes. Lyrics naja, worauf bezieht sich der Text? Würde mich interessieren...

- "Gutes Leben" Hymnecharakter, viele Chorus parallel zu Sammy. Ein paar mal hören und er könnte ankommen, wenn da nicht die zu softe Stimme wäre... besonders im Refrain zu merken. Ach ich werd nicht warm mit dem Track!

Im FAZIT: Mir fehlt der eine oder andere Knaller auf dem Album, den Santa Muerte noch hatte! Vanitas war ihr Meisterwerk und von vorne bis hinten gut. Aber zurück zu Noir: Live könnten manche der neuen Songs zünden, ich freue mich also trotzdem auf das Konzert. Die Platte hat und wird es mir aber nicht antun. Meine persönlichen Hörprobleme mit Sammys glatter Stimme haben mir bei Santa Muerte schon den langanhaltenden Spaß genommen. Bei Noir ist es noch einen Tick schlimmer und in einem musikalischen Rahmen der mich einfach nicht mehr anspricht. Die Elektropop Sounds, die aahhhahahah ohohoh uuhuhuhs, die Stimmen-Echos und die zu langsamen Lieder lassen sehr wenig Freude aufkommen. Wie gesagt, alles halb so schlimm, kann live bzw. beim absehbaren Live-Album noch was werden. Aber meine Vorfreude auf ein wirklich HARTES Album habt ihr geprellt, wie selten eine Band zuvor und da lasse ich auch nicht die übliche Ausrede der musikalischen Weiterentwicklung zählen. Die akzeptiere ich bedingungslos auch wenn sie mir überhaupt nicht gefällt! Jedoch von einer Herzensangelegenheit so falsch informiert zu werden tut noch mehr weh, als die eigentliche Enttäuschung über ein, für mich, überwiegend mieses Album ohne wirkliches Highlight. Schade!

ZWEI Sterne!

Danke und bis zum Konzert. Dort macht ihr es einfach wieder gut!

*** UPDATE ***
Und wie sie es wieder gut gemacht haben! Intro von Vanitas und ab gehts mit Zurück zum Beton! BÄM!

Gestern durfte ich die Noir live in Saarbrücken erleben und meine Vermutungen haben sich absolut bewahrheitet. Live konnten die Lieder deutlich mehr überzeugen, weil Piano,ahahah ohohoho uhuhuhs, die Echos und die Geschwindigkeit angepasst wurden. Sie kommen nicht an die alten Kracher ran, aber so macht Noir einfach mehr Spaß. Keine Spur mehr vom Album-Pop. Nur das Publikum... 2007 war ich noch derjenige mit den längsten Haaren, gestern eher die kürzesten und wenigsten (Jaja, das Alter...). Aber: Ich bin gespannt auf das Livealbum!

Sammy hat auch zu den Fankritiken Stellung bezogen und für die Band das richtige Fazit getroffen: Die Broilers sind eine Herzensangelegenheit und können demnach auch mehr enttäuschen als irgendeine Band XY. Versöhnliche, ehrliche Worte und Eingeständnisse, wie hart die Meinung der (alten?) Fans sie getroffen hat, trotz ihres bis dato größten (kommerziellen) Erfolges. Es macht eins sympathisch deutlich: die Musik ist ihnen wichtig und was sie bei den Leuten bewirkt. Also keine Angst, sie sind trotz Noir und vor allem live immer noch die Alten! Noir-Lieder waren eh nur etwa 1/5 des Konzerts ;-)

Für das nächste Album: Mehr Mut zur Hässlichkeit, meine Kinder!

Danke für einen großartigen Abend
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Von 1 Kunden verfolgt

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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 08.02.2014 23:22:21 GMT+01:00
DM meint:
Treffendes Review....leider nur allzu wahr...

Veröffentlicht am 10.02.2014 17:58:46 GMT+01:00
M. Hoffmann meint:
Wirkliche eine sehr gelungene Rezession, die es auf den Punkt bringt. Mir persönlich gehen in den Liedern wo das Piano/Keyboard zum Einsatz kommt auch sehr auf den Nerv. Während bei "Meine Sache" das Klavier quasi mit ein sehr wichtiger Bestandteil für das super Lied war, fühle ich mich bei den Liedern auf dem Noir Album regelrecht erdrückt. Es erinnert mich immer stark an das Musical "Starlight Express" gerade bei dem Lied "Die Hoffnung stirbt nie" macht das Piano das Lied komplett kaputt.
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