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1.0 von 5 Sternen Langatmigkeit + Unglaubwürdigkeit = Lektüre zum Einschlafen/Ärgern, 17. August 2013
Von 
Rezension bezieht sich auf: Survive - Wenn der Schnee mein Herz berührt (Gebundene Ausgabe)
" >>Meinst du, sie halten uns für tot?<<

>>Keine Ahnung. Aber ich glaube, meine Mutter würde sich darüber freuen, dass ich endlich einen Jungen kennengelernt habe.<<

Paul lacht laut auf. >>Du hast einen Jungen für dich gefunden, Solis? Schön zu wissen.<<"

("Survive"|Alex Morel|Seite 150)
*****************************

Nichts. Das ist es, woran ich denke, während ich verzweifelt versuche, nach den passenden Worten und Beschreibungen für dieses Buch zu suchen - Einfach nichts. Mir möchte nichts einfallen, was ich zu dieser Geschichte zu sagen hätte, denn fest steht: Mir fehlen die Worte für eine Geschichte, die an Langatmigkeit, Unglaubwürdigkeit und lächerlichen Handlungsbeschreibungen kaum zu überbieten ist.

Mit abgehackten Sätzen beginnt die Ich-Erzählerin Jane, welche - wie bereits im Klappentext angepriesen - ihren Suizid geplant hat, ihre nichtssagende Geschichte zu erzählen. Während ich anfangs noch relativ unvoreingenommen und neugierig ihren Worten "lauschte", begann sie mich nach wenigen Seiten bereits zu nerven: Mit scheinbarer Coolness plant sie ihren baldigen Selbstmord und wirft dem Leser dabei immer wieder Bröckchen ihrer Vergangenheit vor die Füße, welche eine Rechtfertigung für ihre Pläne darstellen sollen. Eben diese Coolness, die Jane dabei an den Tag zu legen scheint, trifft es im Wortursprung bereits auf den exakten Punkt: Kalt. Janes Geschichte und Emotionen (Wobei: Welche Emotionen?) ließen mich von Anfang bis Ende kalt. Nichts von dem, was durch ihre Familiengeschichte und Vergangenheit in ihr anscheinend angerichtet wurde, konnte mich berühren oder geschweige denn überzeugen. Stattdessen folgten immer wieder lahme Aussagen über ihren Vater, der sich bereits ebenfalls das Leben genommen habe, und dem sie nun nachfolgen müsste.

Doch ich schien nicht die Einzige zu sein, die das Ganze kein bisschen mitnahm - Auch Jane legte die genannte Coolness an den Tag, welche fern von Emotionen, Verzweiflung und Hilflosigkeit war. Selbst ohne diese Gefühle, die ich bei einer solchen Art von Protagonistin erwartet hätte, kam diese Coolness auch nicht einer logischen inneren Leere gleich - Einer Leere, die davon zeugen würde, dass sie innerlich bereits mit sich und ihrem Leben abgeschlossen hatte, quasi innerlich bereits einen Tod hinter sich gehabt hätte. Nein, vielmehr schien sie mir die ganze Zeit über nichts anderes als emotionslos, konstruiert und schlicht und einfach unecht.

Nicht nur ihre Beweggründe und gesamte Person konnte ich ihr abkaufen - Auch ihre Therapiestunden erschienen einfach nur unglaubwürdig, die Therapeuten und Betreuer geradezu dümmlich und Paul, dessen Bekanntschaft sie nach ihrem gescheiterten Selbstmordversuch macht, einfach nur flach. Ebenso wie Jane konnte ich diesem Typen nichts abgewinnen. Gemeinsame Dialoge wirkten auf mich stets gezwungen amüsant oder einfach nur nichtssagend. In dieses Muster reihte sich auch die vorhersehbare heranwachsende Beziehung zwischen Jane und Paul ein, die bei mir überhaupt keine Emotionen auslöste oder gar nachvollziehbar war.

Zugegeben: der bereits zu Anfang erwähnte abgehackte, emotionslose Schreibstil im Berichterstattungs-Stil passte recht gut zur eigentlichen Handlung... Denn die gab es meiner Meinung nach überhaupt nicht. Stattdessen bekam ich eine bloße Abfolge von langatmigen Tätigkeiten vorgesetzt. Beschreibungen wie die, wann, wo und wie viel eines Schokoriegels die beiden unter sich aufteilten, welchen Fußmarsch sie sich vornahmen, welche Gegenstände sie im Schnee an der Stelle des abgestürzten Flugzeuges fanden usw. machten die gesamte Geschichte zu einer Zerreißprobe für mich, die ich ohnehin langatmige Stellen nur sehr selten etwas abgewinnen kann. Doch hier hatte ich es nicht nur mit "Stellen" zu tun, denn das gesamte Buch über langweilte ich mich und versank immer tiefer in meiner Enttäuschung darüber, dass ich so sehr auf einen - eigentlich verlockenden - Klappentext hereingefallen war und mich von einem schönen Cover habe blenden lassen.

FAZIT:
Die bittere Wahrheit über "Survive" und mich ist, dass wir nichts miteinander anfangen können. Weder die Protagonistin noch andere Charaktere konnten mich überzeugen, die Handlung langweilte mich ungemein und ein emotionsloser Schreibstil rundete dieses enttäuschende Bild geradezu perfekt ab. Was ich mir als eine nahegehende und eher tiefgründige Geschichte, die vom Verlust und Wiedererlernen der Lebensfreude erzählen würde, erhofft hatte, stellte sich als ein - in meinen Augen - Reinfall heraus. Schade, denn dabei hätte diese Idee so viel Potenzial in sich bürgen können...
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