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5.0 von 5 Sternen Das (Synthesizer-)Lustprinzip [Pleasure Principle Remastered], 7. April 2013
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Rezension bezieht sich auf: The Pleasure Principle (Remastered) (Audio CD)
The Pleasure Principle war Gary Numans erstes Soloalbum und auch zugleich mit sein erfolgreichstes (Nr. 1 in den Charts, sowohl das Album als auch die dazugehörige Single "Cars").

Dies ist für mich ein Beispiel von technoider, kühler Perfektion: ein sauberer satter Sound, fast überwiegend sehr gute Songs (bis auf wenige Ausnahmen wie dieses eher mittelmäßige "Complex"), tolle Rhythmen und Bassläufe, eingängige Melodien und allgemein ein gutes Zusammenspiel der Musiker und Instrumente - obwohl veröffentlicht unter dem Namen 'Gary Numan', ist das beleibe kein reines Soloalbum, sondern haben mindestens noch drei andere Musiker daran mitgewirkt, was nicht zu unterschätzen ist (z.B. sein Freund Paul Gardiner am Bass).
Trotzdem hat natürlich Gary Numan mit seinen vielfältigen Keyboard-Passagen sowie seiner 'electronic percussion' den Löwenanteil am Sound (er ersetzte hier übrigens, fast einzigartig für Gary Numan, das eigene Gitarrenspiel durch weitere Synthesizer-Spuren, v.a. vom Polymoog).

Schon der Opener "Airlane" kommt ganz flott daher und setzt den Ton für den Rest des Albums (u.a. mit seinen sirenenartigen Synthesizer-Läufen).
"Metal" zeigt, dass Gary Numan durchaus seine Lektion von Kraftwerk gelernt hat (er ist allerdings nie so einseitig aufs Funktionale orientiert wie Kraftwerk).
Das Album enthält natürlich auch die Hitsingle "Cars" - selber kann nicht sehen, was an dem Song so toll sein soll; sicher, er ist flott und eingängig, aber beleibe nicht das Beste, was diese Scheibe zu bieten hat.
Der erste wirkliche Höhepunkt ist für mich das dramatische "Films" - kräftige flotte Bass-Schläge, ein üppiges Maß an Synthesizer-Einsätzen (u.a. der sirenenhafte Leadsynth) und Gary Numans neurotisch-distanziert wirkender Gesang.
"M.E." ist etwas schwächer, auch nicht schlecht (enthält ausgedehnte Synthesizer-Instrumentalpassagen im Mittelteil und am Ende).
"Tracks" ist sehr kurz, aber dennoch wirkungsvoll (eingängig und knackig).
Der nächste Höhepunkt ist für mich das langatmige "Conversation": zwar sehr lang, aber trotzdem genial, mit zwei recht unterschiedlichen Passagen und einem satten Einsatz von unterschiedlichen Spielarten von Synthesizern (auf dem Minimoog und Polymoog); am Ende ein dramatischer Abschluss mit Synthesizern und Streichern im Einklang (darunter Violine von Billy Currie).
"Cars" ist natürlich schwungvoll und sehr eingängig; klar dass es ein immenser Erfolg werden musste... Gefällt mir selber auch ganz gut, finde ich aber eben nicht das Beste, was das Album zu bieten hat.
"Engineers" gibt einen sehr mechanisch-kalten Abschluss und präsentiert das Thema Maschinenherrschaft auf einer neuen Ebene (so weit haben sich nicht einmal Kraftwerk gewagt); kommt eben sehr zackig, kalt und aggressiv daher, fast militant.

Die remasterte Version von The Pleasure Principle kann mit einigen interessanten Bonus-Tracks aufwarten; zum einen drei Demo-Tracks/Instrumentale, zum anderen vier Live-Tracks.
Von den Instrumentalen überzeugen mich besonders "Oceans" (sehr getragen, minimalistisch und vergleichsweise gefühlvoll), sowie das kurze, aber sehr bedrohlich-düstere "Asylum" (wirkt fast wie aus einem alten Horrorfilm).
Von den Live-Tracks find ich "Me, I Disconnect From You" und "Bombers" ganz nett (letzteres unterscheidet sich stark von der originalen Single-Version von "Bombers", was damals noch reiner Punk-Rock war); vor allem aber gefällt mir seine Live-Coverversion von "On Broadway", was Gary Numan von einer recht menschlichen und verspielten, fast lustigen Seite zeigt und zum Ende hin ein dramatisches Synthesizer-Solo von Billy Currie präsentiert (Billy Currie hat Gary Numan eine gewisse Zeit live und im Studio unterstützt, nachdem sich Ultravox in ihrer Originalformation mit John Foxx vorläufig aufgelöst hatten; diese Originalbesetzung von Ultravox mit John Foxx war im Übrigen ein starker Einfluss auf die frühe Phase von Gary Numans Schaffen).

Alles in allem ist dieses Frühwerk (Pleasure Principle) von Gary Numan gleichzeitig schon eins seiner besten; eben ein sattes, ausgewogenes Synthesizer-Spiel (wie auch der anderen Instrumente, z.B. der Bass von Paul Gardiner), fast durchgängig gute Songs, eingängige Melodien und Gary Numans unnachahmlicher, mechanischer Gesang (kalt-nasaliert). Das Album (Pleasure Principle) zeigt eben für mich ein Beispiel von kühler Perfektion (das einzige nicht perfekte daran ist vielleicht das sehr maschinenbetonte, unmenschliche in der Musik und den Texten; aber manchmal bin ich in entsprechender Stimmung, wo genau das mir einfach am besten gefällt).
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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 12.03.2014 00:29:38 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 12.03.2014 00:33:36 GMT+01:00
Gerky meint:
Hallo !
Ich darf sie zu ihrer perfekten Rezension zu Gary Numan beglückwünschen.
Dem ist nichts hinzuzufügen den sie ist perfekt und für mich ist Pleasure Principle ein
musikalisches Meisterwerk und wird es immer sein.

MfG
Gerkers ! ( Gary Numan Fan der ersten Stunde) Paul Gardiner R. I. P. ,Asylum B-Side from Cars Single
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