Kundenrezension

23 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nicht wie erhofft, 25. Februar 2012
Von 
Rezension bezieht sich auf: Während die Welt schlief: Roman (Gebundene Ausgabe)
Nachdem ich von diesem Buch viel Positives gehört hatte (und an dieser Stelle nur 5-Sterne-Bewertungen vorfand), ging ich mit grossen Erwartungen an die Lektüre. Um keine Zweifel aufkommen zu lassen, ich finde dieses Buch wichtig und ich bereue in keiner Weise es gelesen zu haben, aber mein Enthusiasmus blieb unterhalb dessen was die vielversprechenden Vorinformationen aufgebaut hatten.

Abulhawa beschreibt, ihr autobiographischer Hintergrund fliesst dabei in die Erzählung ein, die traurige Realität der Palästinenser und deren Flüchtlingsstatus im eigenen Land in Folge der israelischen Politik nach dem zweiten Weltkrieg und nach der Gründung des Staates Israel. Über mehrere Generationen der palästinensischen Familie Abulheja hinweg wird bedrückend klar, wie wenig wir wissen über die erlittenen Grausamkeiten dieses Volkes, die durch jahrzehntelange einseitige Berichterstattung bei uns nur sehr dürftig Verbreitung fanden.
Die Autorin bedient sich dabei einer sehr eindringlichen und poetischen Sprache, die die Kraft des Erzählten zu vervielfachen weiss.

Aus meiner Wahrnehmung tut sie bei alldem jedoch des "Guten" etwas zu viel. In ihrem Bemühen um Eindringlichkeit prasseln die tragischen Schicksale wie Gewitterregen auf die Hauptfiguren der Geschichte nieder, was dem Anliegen der Autorin nicht unbedingt dienlich sein kann. Für mich wäre manches überzeugender gewesen, wäre nicht dieses Übermass an Schrecklichkeiten bedient worden. Ich möchte Abulhawa damit nicht der Unredlichkeit oder Realitätsverzerrung bezichtigen, denn meine persönlichen Recherchen im Internet haben mir gezeigt, dass für das Ganze jede Menge fundierte Hintergründe bestehen. Trotzdem hätte nun nicht gerade ALLES den Protagonisten dieser Geschichte zuteil werden müssen.

Auch die Geschichte des Bruders der Hauptfigur Amal, der im Babyalter von einem israelischen Leutnant geraubt wurde und demzufolge als Feind und Unterdrücker aufwächst bevor er im Mannesalter von seiner Herkunft erfährt und dann schamvoll wieder in seine Bruderrolle und zu seiner wahren Identität zurückkehren kann, erscheint mir konstruiert und ein bisschen over the top (auch wenn es dazu wohl ein tatsächlich stattgefundenes Ereignis gibt). Das Ende der Geschichte ist dann doch sehr "amerikanisch" und man merkt, dass die Autorin nicht unbeeinflusst geblieben ist von dieser Art der Erzählweise.
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Kommentare

Von 1 Kunden verfolgt

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1-6 von 6 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 29.06.2012 18:46:01 GMT+02:00
Steppenwolf meint:
Vielen Dank für diesen differenzierten Kommentar!
Auch mein Eindruck ist, dass des Guten zuviel getan wurde, auch wenn die authentische Betrachtungsweise sehr eindringlich rüberkommt.

Veröffentlicht am 04.07.2012 21:09:44 GMT+02:00
Jim Knopf meint:
Ich kann mir hier nur anschließen. Auch ich hatte etwas anderes erwartet.

Veröffentlicht am 24.07.2012 22:09:46 GMT+02:00
A. Hartmann meint:
Es kommt auf die Sichtweise an. Ich selbst bin beim Lesen des Buches davon ausgegangen, dass es so wirklich passiert ist. Es passte zusammen mit Dokumentationen, die ich gesehen habe. Vermutlich deshalb entstand der Gedanke, dass es übertrieben sei erst gar nicht. Habe erst hinterher entdeckt, dass die handelnden Personen frei erfunden seien. Ist es nicht auch nur eine Vorstellung vom Leben, dass eine solch massive Bombardierung durch Schicksalsschläge konstruiert sein muss...??

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 25.07.2012 17:08:20 GMT+02:00
Alex meint:
Ich fühle mich da falsch verstanden. Ich halte nichts davon für "erfunden". Bin nur der Meinung, dass die Autorin diese EINE Familie ALLE Grausamkeiten hat erleben lassen, sozusagen stellvertretend. Das ist ein legitimes literarisches Vorgehen, ist aber aus meiner Sicht eher kontraproduktiv. Das mag den Anschein erwecken, als wolle ich mich emotional auf diese Weise davon distanzieren, ist aber nicht so.
Grundsätzlich finde ich es ein sehr wichtiges Buch!

Veröffentlicht am 29.07.2012 21:07:25 GMT+02:00
peace60 meint:
Wenn das das Wichtigste ist - ob es eine Person treffen kann oder nicht.....
Hauptsache logisch - der Rest ist .........

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 29.07.2012 22:41:21 GMT+02:00
[Vom Autor gelöscht am 25.08.2014 17:56:40 GMT+02:00]
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