Kundenrezension

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Etwas überschätzt, 11. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Austerlitz (Taschenbuch)
W. G. Sebald gilt gerade im Ausland als einer der besten deutschen Schriftsteller der letzten Jahrzehnte. Irgendwann beschloss ich, ihn endlich zu lesen, und wählte dafür diesen Roman. Nun stehe ich jedoch vor einem Rätsel. Wie soll man dieses seltsame Buch bewerten?
Ich tat mich lange schwer. Begeistert haben mich die dichten, eigentümlichen Schilderungen, die wirklich feine Sprache Sebalds. So etwas liest man wahrlich nicht oft. Doch genauso zäh war es leider mitunter. Die eigentliche Geschichte gerät teilweise stark in den Hintergrund, dafür erfährt man, salopp gesagt, vieles über irgendwelche Gebäude und Uhren. Erst zum Ende greift die Dramaturgie und man bekommt endlich mehr Informationen über den unter einem Unstern stehenden Austerlitz.

Mir kam es beim Lesen ehrlich gesagt so vor, als wäre ich auf einen Hype hereingefallen. Sicher, das Buch möchte gar nicht unterhalten, aber ein wenig mehr Erzählfluss wäre nicht schlecht gewesen. Zudem ist mir Wochen nach dem Lesen nicht mehr viel von dieser Geschichte geblieben. Schade. Da hat mir ein John Burnside, der eine ähnliche dichte, ausgefeilte Sprache hat, besser gefallen.
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Von 1 Kunden verfolgt

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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 27.03.2014 03:58:28 GMT+01:00
verwerter meint:
Warum muss man immer gleich alles überschätzt nennen, wenn man etwas nicht mag, bzw. nicht versteht? Und hier handelt es sich eindeutig um Letzteres. Sie beklagen, dass die "eigentliche Geschichte" teilweise stark in den Hintergrund gerät. Das ist ein Kritikpunkt, den Sie bei einem bloßen Unterhaltungsroman durchaus berechtigt anführen können, aber nicht bei einem derartig fein gearbeiteten Sprachkunstwerk, dem es um Wichtigeres geht als das bloße Erzählen einer Geschichte. In der modernen Literatur geht es seit sehr langer Zeit schon nicht mehr darum, einfach nur eine Geschichte zu erzählen. Literatur ist Sprachkunst. Ist Proust auch überbewertet weil er auf 5000 Seiten eine Geschichte erzählt, die völlig unwesentlich ist und sich auch auf einer halben Seite zusammenfassen lässt? Ist Thomas Bernhard überbewertet weil er sich als Geschichtenzerstörer begreift, der jeden Ansatz von klassischer Erzählung sofort sabotiert? Auch ihr Begriff des Hypes ist wirklich drollig. Tokio Hotel war ein Hype. Sebald wird sowohl von sehr vielen Literaten als auch von sehr vielen Literaturwissenschaftlern hochgeschätzt. Dass Sie dahinter direkt irgendein künstlich hochgepushtes Komplott sehen, sagt schon einiges. Das ist auch einfach sehr arrogant.
Ich bin natürlich etwas harsch, aber mich regt eine solche Rezension einfach auf, in der ein so schwer zu fassender, virtuoser und hochkomplexer Künstler wie Sebald mal eben als überbewertet abgewatscht wird, weil er nicht in die vorgefassten, engen Grenzen Ihres Literaturverständnisses passt. Natürlich darf man Kritik üben. Aber wenn man an einen Brocken wie Sebald rangeht, sollte man eben schwerere Geschütze auffahren. Die Kritik am Erzählfluss trifft einfach nicht, da sie als Qualitätskriterium in moderner Literatur keine Rolle spielt. Das ist so, als würde ich an einem abstrakten Gerhard-Richter-Bild kritisieren, dass man darauf keine Gegenstände erkennen kann.
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