Kundenrezension

7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Etwas durchwachsene "Ultimative Best Of", 26. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Ultimative Best of (Deluxe Edition) (Audio CD)
Ich schreibe diese Rezension als jemand, für den Michelle ein Kindheitsidol ist und sich darauf freut, sie bald bei ihrer Tournee aus der ersten Reihe zu erleben. Ich finde es auch grundsätzlich völlig gerechtfertigt, trotz zahlreicher inoffizieller Zusammenstellungen einmal eine labelübergreifende Best Of herauszubringen - nur die Umsetzung finde ich nicht ganz gelungen.

Da wäre zunächst einmal die Titelauswahl. Es ist mir ein Rätsel, woran man sich orientiert hat. Alle Singles auf 2 CDs unterzubringen war sicherlich nicht mehr möglich, aber selbst Lieder, die es in die Charts geschafft haben ("Silbermond und Sternenfeuer", "Kopfüber in die Nacht", "Vielleicht nur einmal im Leben") fehlen hier. Auch, dass Michelle persönlich bei der Auswahl mitgeredet hat, ist eher unwahrscheinlich - persönliche Lieblingslieder wie das von Pe Werner geschriebene "Himmelweit" fehlen hier ebenfalls. Überhaupt ist von den Alben seit 2005 (mit Ausnahme von "Glas") jeweils nur ein Song enthalten.
Unangenehm fällt auch die Aneinanderreihung der Titel auf. Michelles Sound hängt doch sehr von ihren Produzenten ab, die sie in ihrer Karriere öfters wechselte. So schön ihr selbstgeschriebener Titel "Ich schicke dir jetzt einen Engel" auch ist - zwischen den modernen Discobeats von "Paris" und "Große Liebe" wirkt er doch etwas altbacken. Schlimmer ist es jedoch noch mit den Titeln aus ihren ersten beiden Alben aus den frühen Neunzigern. So toll die Lieder für sich betrachtet auch sind ("Erste Sehnsucht", "Dornröschen ist aufgewacht") - die Produktionen klingen einfach nicht mehr zeitgemäß, das fällt vor Songs wie "Der beste Moment" besonders auf.
Besser wäre auf jeden Fall eine chronologische Reihenfolge gewesen, eine Art "Zeitreise" durch Michelles Karriere. Auch Herbert Grönemeyer hat dieses Problem auf seinem Best Of Album gut gelöst: eine CD mit älteren, eine mit neueren Songs. Ebenso hätte Michelle vor ihrem Album "Rouge" sehr gut einen Schnitt machen können.

7 neue Songs bietet dieses Best Of Album. Und auch hier bin ich nicht völlig überzeugt. "Paris" hätte AnNa R. von Rosenstolz womöglich lachend abgelehnt - ihr ehemaliger Bandkollege Peter Plate gab seine Komposition nun Michelle, die daraus immerhin das Beste macht. Eine nette Geste ihrer Plattenfirma, den Titel als erste Michelle-Single-CD seit 9 Jahren herauszugeben - dass er die Charts erreicht, kann ich mir nicht vorstellen. Es ist leider kein Hit. Die meisten anderen neuen Titel, mitgeschrieben von Nino de Angelo, klingen eher nach Füllmaterial - nicht unbedingt misslungen, aber auch nicht herausragend. Nur "Puls" vom bisher unbekannten Autorenteam Manuela Reiniger und Patrizio Finito überzeugt mit starker Melodie, gelungenem Text und modernen Beats.
Rein äußerlich missfällt mir das Cover etwas - auf den ersten Blick wirkt es dann doch wieder wie eine inoffizielle Zusammenstellung und im Booklet findet man wesentlich interessantere Fotos. Dafür fehlen im Booklet sowohl Texte als auch Angaben zu den Autoren und Jahreszahlen der älteren Songs. Das dürfte nicht sein! Den Megamix kann man für einen kleinen Aufpreis mitnehmen - mein Fall ist er nicht, aber immerhin bekommt man das Album dann im Digipack.

Insgesamt zeigt dieses Album, wie abhängig Michelle von ihren Autoren und Produzenten ist. Ihre Stimme ist einmalig, aber leider - so meine These - ist sie zu faul, von einer Schlagersängerin zu einer richtigen Künstlerin aufzusteigen. Mit "Ich schicke dir jetzt einen Engel" hat sie eins ihrer besten Lieder selbstgeschrieben, auf dem Album "Leben" war sie auch öfters am Songwriting beteiligt und zuletzt schrieb sie 2010 den Text zu "Sternenkind". Ein Talkshow-Auftritt ist mir besonders in Erinnerung - dort sang sie "Wach geküsst", begleitet von einem Streichquartett, wie der Moderator hervorzuheben versuchte, doch Michelle wollte möglichst schnell auf die Bühne. Ihr Auftritt war perfekt, aber nicht nur wegen ihres Gesangs, sondern auch wegen der schönen Komposition, des schönen Klavierspiels und vor allem wegen des Streichquartetts. Solange Michelle ihren Gesang für das Wichtigste hält, ist es wohl Glückssache, ob sie es nochmal ganz nach oben schafft.
Ich würde mich über ein selbstgeschriebenes Album freuen, mit einem Produzenten, der Michelle auch bei den Arrangements mitentscheiden lässt. Bis dahin dient diese Best Of als ordentliche Übersicht über ihre bisherige Diskografie.
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Kommentare

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1-5 von 5 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 27.03.2014 22:10:13 GMT+01:00
Die beste und wirklich hilfreichste Rezension zu diesem Album!

Veröffentlicht am 01.04.2014 12:03:37 GMT+02:00
Kurze Frage zu den älteren Hits aus den 90er Jahren wie z.B. "Und heut' Nacht will ich tanzen (Album Version / Clean Version)" oder "Prinz Eisenherz (Album Version / Clean Version)" - merkt man da bezüglich der Soundqualität einen hörbaren Unterschied zu den alten Aufnahmen?

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 01.04.2014 13:14:31 GMT+02:00
Nane Kendel meint:
Sie sind auf jeden Fall remastered worden, die Tracks fügen sich klanglich schon in den Rest des Albums ein. Die Kritik bezog sich also in erster Linie auf den musikalischen Sound, der sich wirklich extrem von dem der neueren Songs unterscheidet.

Veröffentlicht am 08.04.2014 10:12:28 GMT+02:00
Mel. meint:
Bin der Meinung, dass bei jedem Künstler in erster Linie sein Gesang im Vordergrund stehen sollte. Sollen jetzt alle Sängerinnen in knappen Turnanzügen wie Helene Fischer auftreten und Akrobatik zeigen? Finde es traurig, dass man Michelle ständig mit Helene Fischer vergleicht, der es mehr darum geht ihren Körper zu präsentieren als um ihre Lieder. Genau das ist es, was eben bei Michelle anders ist. Sie kommt für mich jedenfalls natürlicher rüber als Helene. Und auch das ihre Lieder nicht mehr zeitgerecht sein sollen, kann ich nicht bestätigen. Mir geht dieser typische Discofox-Beat gewaltig auf die Nerven. Immer die gleiche Hintergrundmusik nur mit anderem Text. Reine Fließbandarbeit! Hoffe nur, dass Michelle in Zukunft nicht auch diese Form von Musik wählt. Möchte ihren Gesang hören und keinen Computer gesteuerten Mischpult Sound. Nicht alles zeitgemäße ist auch schön.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 08.04.2014 11:56:23 GMT+02:00
Nane Kendel meint:
Eigentlich habe ich doch gar keinen Vergleich zu Helene Fischer aufgestellt?!
Zum Sound: Genau dieser Discofox-Beat stört mich bei den meisten neuen Songs. Dass ihre Lieder nicht zeitgerecht sind, möchte ich auch nicht sagen. Ein Lied wie "Und wir wollten doch mal fliegen" klingt nur sehr altmodisch direkt nach einem modernen Discosong wie "Große Liebe". Ich mag beide Songs, finde die Anordnung aber unglücklich.
So ganz verstehe ich nicht den Zusammenhang zwischen meiner Rezension und diesem Kommentar.
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