Kundenrezension

132 von 158 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Wäre es nicht spannend, eine gänzlich neue Geschichte zu verfilmen?, 5. Oktober 2010
Von 
Rezension bezieht sich auf: Die Wanderhure (DVD)
Ja, wäre es. Allerdings nicht, wenn man besagten Film dann als Buchverfilmung betiteln möchte.

Ich war - zugegebender Maßen - wirklich gespannt auf die Verfilmung des Romans "Die Wanderhure", wobei ich damals dem Buch schätzungsweise 4 von 5 Sternen gegeben hätte. Einfach, weil der Handlungsablauf in Gedanken an das Mittelalter des 15. Jahrhunderts in gewisser Weise schon an eine Aneinanderreihung von glücklichen Zufällen grenzt. Doch zu dem Buch gibt es bisweilen sicherlich genug Rezensionen, durch die eine Kaufentscheidung erleichtert wird - daher äußere ich mich lieber zu dem Film.

Letztlich hat Sat1 meiner Meinung nach einen Film geschaffen, der tatsächlich lediglich 15% der Handlung des Buches aufgreifen kann.
Der Anfang, d.h. der Verbannungsgrund und das Grundgerüst der Intrigen rund um Marie, sowie der gen Ende stattfindende kleinen Hübschlerinnenaufstand, erinnern noch an die ursprüngliche Bestsellervorlage. Damit hat es sich dann jedoch auch schon, denn noch nicht einmal das Ende kann her geben, was das Buch vorlegt.
30 Minuten nach Beginn des Filmes habe ich mich gefragt, welchen Film ich hier eigentlich sehe und ob ich tatsächlich die Romanverfilmung vor mir habe, die wochenlang in der TV-Werbung angepriesen wurde. Zwischenzeitlich musste ich sogar an völlig unpassenden Stellen lachen - einfach, weil die Handlung so schrecklich verbogen wurde, um die vorgegebene Spielzeit einzuhalten. Beispielsweise hat man entscheidende Stellen gekürzt, sodass der Wandel in Maries Verhalten und Denken kaum nachvollziehbar ist, sowie man einige Szenen hinzu gedichtet hat. Ein Treffen zwischen Marie und Michel fand beispielsweise nie statt. Ohnehin sind die Charakterzüge hier ganz anders dargestellt - die "Film-Marie" hat kaum etwas gemein mit der "Buch-Marie", wirkt sogar unsympathisch auf mich und auch Michel ist im Film ein ganz anderer. Denn der "Buch-Michel" war beispielsweise überaus treu, und Marie gewiss auch nicht so 'bissig' zu ihm ;)

Die dargestellten Protagonisten wirken nebenbei auch noch schlecht in Szene gesetzt, die Darstellen können kaum die Charaktertiefe zeigen, die erforderliche wäre um die Charaktere als halbwegs realistisch zu empfinden, doch diesen Punkt schiebe ich, den Schauspielern zur Liebe, auf die drastisch vereinfachte Handlung des Filmes und dessen Länge.
Hinzu kommt, dass Alexandra Neldel, in meinen Augen, gänzlich fehlbesetzt war. Es gelingt mir einfach nicht, mein Bild von Marie in ihr wiederzuerkennen - das kann ja durchaus an mir liegen, allerdings frage ich mich, wer es vermag, in Neldel eine 17(!)jährige, liebliche Bürgerstocher zu erkennen.

Gegen den Film, aus Sicht derer, die das Buch gelesen haben, sprechen also die stark gekürzte und Großteils geänderte Handlung, als auch die geänderten, teilweise schlecht inszenierten Charaktere.

Wer das Buch allerdings NICHT gelesen hat kann dem Film, abgesehen von den recht flachen Darstellungen, sicherlich Gutes abgewinnen.
Die Kostüme sind passend und liebevoll, die Umgebung wirkt (auf mich als Laien) passend, und das Flair von Mittelalter kommt besser als bei anderen Produktionen dieser Art zur Geltung. Immerhin sehen nicht alle Nebendarsteller geschniegelt und gebügelt aus.
Als Minus-Punkt, auch für Solche, die das Buch vorher nicht kannten: die Sprache. Weit entfernt von Mittelalter, wobei ich lediglich erwartet hätte, dass Wörter wie "Ticket" nicht vorkommen.

Daher auch die zwei Sterne - über meinen Ärger als vorheriger Leser des Buches hinweg, grade, weil ich mich über die Hälfte des Filmes hinweg gefragt hab, ob ich tatsächlich eine Romanverfilmung vor mir habe. Wobei ich mich frage, wieso das Autorenehepaar dieses Drehbuch abgesegnet hat.
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Kommentare


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1-10 von 14 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 08.10.2010 13:45:44 GMT+02:00
Mediaworld meint:
[Die meisten Kunden meinen, dass dieser Beitrag nicht zur Diskussion gehört. Beitrag dennoch anzeigen. Alle nicht nützlichen Einträge anzeigen.]

Veröffentlicht am 08.10.2010 17:43:42 GMT+02:00
Ich will ja eigentlich ungern die leidliche Diskussion von neuem beginnen, aber Filme (auch Romanverfilmungen) sind eine eigenständige Kunstform und daher nicht zum Vergleich geeignet.
Das "Problem" bei vielen Romanverfilmungen ist, dass der Autor nicht der Regisseur ist. Bücher sind Kopfkino und daher ist es immer schwierig die Fantasie des Lesers in einem Film so einzufangen damit dieser rundum zufrieden ist. Der Regissuer hat außerdem auch noch das Problem, dass er die Buchvorlage nie so verstehen kann wie der Autor und auch die Drehbuchschreiber müssen darauf achten, das sie zwar nahe am Buch sind, aber den Film für die Leinwand/fürs Fernsehen so optimieren, dass es die Leute auch sehen wollen.
Womit wir beim größten Problem angekommen wären: Filme müssen wirtschaftlich rentabel sein, das heißt, das die Vorlage so geändert werden muss damit das Ganze auch Geld abwirft. In Fall von "Die Wanderhure" hat das ja auch sehr gut geklappt, die Quoten lagen ja bei über 30%.
Zum Aspekt Sprache: Welcher Zuschauer hält es denn 2 Stunden lang aus, dass ihm mittelalterliche Sprache präsentiert wird? Gerade im deutschen Fernsehen, wo man mittlerweile jeden Dialekt untertiteln muss, ist das doch schwer vorstellbar. Bei einem Buch kann man vorher gucken worauf man sich sprachlich einlässt. Beim Film ist das schwierig, vor allem weil dort das Publikum auch viel größer ist.
Wie gesagt, die Diskussion ist leidlich, allerdings sollte man alle Seiten betrachten.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 08.10.2010 19:27:40 GMT+02:00
Essela meint:
Ich bewerte auch nicht die Qualität eines Buches und der Seiten, aus dem dieses gemacht ist, wenn ich hier meine Meinung hinterlasse ;)
Demnach kann es nicht verkehrt sein, den Film und die Handlung dessen als solches zu bewerten. Zumindest meiner Meinung nach; denn eine DVD kaufe ich mir schließlich auch nie, weil Jemand mir gesagt hat, dass da eine tolle Menüführung ist. Ich will immerhin nicht das Menü, sondern den Film sehen.

Und ich werde mir diese DVD, da der Film immerhin eine Fernsehproduktion war und dort somit auch zuerst ausgestrahlt wurde, sicher nicht kaufen. Immerhin weiß ich ja, was mich erwartet? Zumal man das ‚Laster‘, den Film als solches und nicht die DVD in ihren technischen und graphischen Feinheiten zu bewerten, wohl so ziemlich jeden hier vorwerfen könnte.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 08.10.2010 19:37:27 GMT+02:00
Essela meint:
Ich weiß, dass man Film und Buch selten vergleichen kann. Und auch, dass es sehr schwer ist, das Kopfkino, das beim Lesen aufkommt, auch wirklich für alle Leser umzusetzen - bzw. ist es unmöglich, weil jeder sich etwas anderes denkt.
Daher will ich auch gar nicht den Einwand abstreiten oder eine Diskussion beginnen, denn dabei stimme ich durchaus zu. Die Quoten habe ich mir auch angesehen, und es hat mich wenig überrascht - denn viele Zuschauer waren eben vorherige Buchleser, wie man ja auch hier in den Rezensionen sieht. Das Problem ist, dass sehr viele dieser massigen Zuschauerzahl wohl ebenso enttäuscht sind, ich persönlich tippe auf etwa die Hälfte; aber das ist mehr geraten.
Ich hätte mich auch nicht beschwert, wenn mehr von dem Buch verarbeitet worden wäre, denn wie schon geschrieben waren es vielleicht 15%, und an einen Richtwert von etwa 40% sollte man schon gelangen bei einer Romanverfilmung. Die Figuren wurden an sich einfach schon komplett anders dargestellt, wichtige Handlungsstrenge entfernt und anderes hinzugedichtet.
Ich weiß natürlich nicht, ob Sie das Buch gelesen haben - und ob das etwas ändern würde. Für mich persönlich aber war es einfach unverständlich, warum man die Charaktere derart umschreiben musste. Ich will nun nicht so sehr ins Detail gehen aufgrund derer, die das Buch evtl. noch lesen wollen.
Jedenfalls verstehe ich den Aspekt, dass Filmemacher natürlich Zuschauer und somit Gelder aus ihren Produktionen schlagen wollen; doch das wäre, so empfinde ich, auch gegangen, wenn man sich etwas mehr am Buch orientiert hätte. Natürlich bin ich kein Drehbuchautor - ich schätze es einfach.
Zur Sprache kurz noch: Das Buch ist auch nicht in mittelaltergeteuer Sprache verfasst. Und ich habe auch wirklich kein geschwollenes Gerede erwartet (das hätte ich mir wohlmöglich auch nicht 2 Stunden lang antun wollen), aber moderne Worte wie eben 'Ticket' hätte man sicher anders lösen können. Oder eben zmd bei dem mittelalterlichen "Ihr" bleiben.

Vielleicht ist jetzt etwas klarer, was ich meinte - und auch, dass ich schon Verständnis für den Film an sich habe, mir allerdings mehr von der Vorlage erhofft habe. Deswegen gehe ich auch davon aus, dass der Film für solche, die das Buch nicht gelesen haben, gut geeignet ist.

Veröffentlicht am 08.10.2010 23:30:49 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 08.10.2010 23:31:17 GMT+02:00
Elya meint:
Der Film kommt mir einfach unrealistisch vor, ich habe zwar nur die gesendeten Ausschnitte gesehen, aber das gezeigte erzeugte bei mir die Vorstellung, Alexandra Neldel spielt Marie, eine junge, attraktive, sehr selbstbewusste Bürgerstochter, die sich ihren Traummann schon ausgesucht hat und mit diesem auch einige schöne Stunden verbracht hat. Abgesehen von den Unterschieden zum Buch, finde ich das einfach nur unrealistisch auf die damalige Zeit bezogen. Alexandra Neldel ist nunmal über 30, sie geht allenfalls für 26-28 durch, und damals war man in diesem Alter mehr als eine alte Jungfer (die war man schon unverheiratet mit 20).
Im Ausschnitt wurde auch ihr Auftritt vor Gericht gezeigt, kein Schock dass ihr sowas angetan wurde, nein, sie schreit rum und spricht von Rache und Vergeltung. Mir kam das einfach alles so unglaubwürdig vor, dass ich den Film nicht sehen wollte. Zog sich das durch den gesamten Film? Und dabei vergleiche ich nicht mal Buch mit Film..

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 09.10.2010 01:49:44 GMT+02:00
Essela meint:
Kann dem nur beipflichten - sowohl was die Wahl von Neldel für die Rolle angeht, als auch der Punkt, dass die Handlung teilweise recht unrealistisch war/ist. Klar, es ist ein Film, und selbst das Buch ist schon, wie erwähnt, mit glücklichen Zufällen gespickt; aber hier war es heftig.
Zumal im Film, kurz vor ihrem Gerichtsauftritt, ihr Vater vor ihren Augen abgestochen wurde und sie kaum eine Rührung zeigt. Auch der Wandel in ihrem Auftreten findet kaum Bedeutung. Also ja - es zog sich, wie ich finde, tatsächlich so durch den Film.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 10.10.2010 16:25:54 GMT+02:00
boboline meint:
Auch ich habe mir diesen Film, nach dem ich das Buch doch, man kann sagen, verschlungen habe, angeschaut. Eigenartig, Leute, die das Buch nicht gelesen haben fanden den Film sehr gut, ich jedoch fand ihn unmöglich. Total anders als das Buch. Das man nicht den gesamten Stoff in einen Fernsehfilm unterbringt ist durchaus klar, aber zusätzlich solch einen Schmarrn, z.B. besagtes Treffen zwischen Marie und Michl einzubauen ist unangebracht. Lieber hätte man eine Szene, in denen die Huren auf Soldaten treffen, einfügen könne, z.B.. Naja, ich fand den Film überflüssig und bin der Meinung, dass man eine liebevollere Verfilmung durchaus zustande egebracht hätte. Fazit, der Film war für mich und für viele andere eine große Enttäuschung. Ich hoffe, uns bleiben die anderen Teile als Fernsefilme erspart.

Veröffentlicht am 12.10.2010 13:17:50 GMT+02:00
Filmfan meint:
Über Geschmack lässt sich streiten , über Qualität auch ? Deine Rezesion hat für mich die Bewertung der Filmumsetzung auf den Punkt gebracht.Ich hatte mir schon lange gewünscht das der Roman "Die Wanderhure" verfilmt wird.Auch war mir durchaus klar das eine Buchverfilmung nicht das Buch ist ! Aber selbst wenn ich das Buch garnicht gekannt hätte- der Film war für mich einfach nur schlecht. Schade !

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 12.10.2010 19:28:16 GMT+02:00
ananymus meint:
[Die meisten Kunden meinen, dass dieser Beitrag nicht zur Diskussion gehört. Beitrag dennoch anzeigen. Alle nicht nützlichen Einträge anzeigen.]

Veröffentlicht am 17.10.2010 19:04:27 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 17.10.2010 19:04:57 GMT+02:00
[Die meisten Kunden meinen, dass dieser Beitrag nicht zur Diskussion gehört. Beitrag dennoch anzeigen. Alle nicht nützlichen Einträge anzeigen.]
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