Kundenrezension

27 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen In der Spielmechanik tolles Action-RPG, aber miese Präsentation, 24. Oktober 2007
= Spaßfaktor:4.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Hellgate: London (Computerspiel)
Nachdem ich an der ausgiebigen Beta-Phase teilgenommen habe und den letzten Stand des Spiels, bevor es am 30.10. in den Handel kommen wird, kenne, kann ich Hellgate London denke ich endgültig bewerten:

Vorweg muss ich klar sagen, dass Hellgate London nicht das grandiose Meisterwerk geworden ist, als dass es über viele Monate und Jahre angekündigt wurde. Das mag jetzt auf dem ersten Blick ziemlich enttäuschend klingen, besonders für die Liebhaber von Diablo II, die auf ein ebensolches Meisterstück gehofft haben, aber stopp. Es ist trotzdem ein sehr gutes Action-Rollenspiel geworden und für gewisse Leute ist es durchaus ein Spiel, das ich absolut empfehle! Nur eben nicht für alle Spieler, es kommt auf die persönlichen Vorlieben an...

Als Startpunkt kann man gut die Grafik und allgemeine Präsentation des Spiels nehmen. Klipp und klar gesagt ist Hellgate London nicht auf dem aktuellen Stand der Technik. Es gibt zwar schöne Licht- und Schatteneffekte, aber besonders bei den Texturen, dem Gegner-Design, den Animationen und dem allgemeinen Detailgrad wird man beim ersten betreten der Spielwelt ziemlich enttäuscht sein, denn sie entsprechen teilweise dem Stand, der vor ca. 3-4 Jahren vorherrschte. Dies betrifft besonders Spieler, die das Spiel notgedrungen unter DirectX 9 spielen müssen. Hellgate London ist für mein Empfinden das erste Spiel, dass unter DirectX 10 (unterstützende Grafikkarte und Windows Vista ist Vorraussetzung) erheblich besser aussieht und unter DirectX 9 deutlich an Attraktivität verliert.
Erschwerend kommt hinzu, dass das Spiel es nicht schafft, für eine abwechslungsreiche Umgebung zu sorgen. Alle Stationen sehen im Grunde gleich aus und in der eigentlichen Spielwelt herrschen zu einem überwiegenden Teil nur braune und vorallem graue Farbtöne und immer gleiche Levelbausteine vor. Zerstörte Stadtteile, Tunnels, Abwasserkanäle, usw und von vorn... Außerdem gibt es besonders in den Stationen immer wieder Probleme mit der Performance, die noch optimiert werden müssen. Soundtechnisch ist alles im okayen Bereich, weder besonders gut noch besonders schlecht. Man muss es wirklich so knallhart sagen, bezüglich der Präsentation ist das Spiel sehr öde und nicht einladend.

Leider wird dieser Eindruck auch bei den Quests bestätigt. Sie werden äußerst lieblos in groben Textboxen präsentiert, durch die man sich wie ein Verrückter durchklickt, weil sie langweilig geschrieben und nahezu ausschließlich auf Sammle- und Töte-Aufgaben beschränkt sind. Zwar gibt es hin und wieder storyrelevante Quests, die ein bisschen Abwechslung reinbringen (zum beispiel eine kleine Echtzeitstrategie-Einlage oder ein Ausflug in ein Gehirn), aber trotzdem bekommt man durch sie überhaupt kein Gefühl für die Geschichte. Sie bleibt im Spiel absolut nebensächlich. Wer also viel wert auf eine packende Atmosphäre und einen roten Faden legt, der einen immer wieder antreibt und erkärt, warum man gerade etwas tut, wird von dieser Tatsache absolut abgeschreckt sein.

Hat man allerdings einmal den Schock über die furchtbaren äußerlichen Merkmale und den quasi nicht existenen roten Faden verdaut, und hat man wirklich noch Lust, in den inneren, spielmechanischen Kern vorzudringen, dann entsteht plötzlich doch sowas wie Spielfreude und man wird immer weiter ins Spiel reingesogen.
Die Klassen sind sehr interessant und spielen sich sehr unterschiedlich, ob man nun einen schwertschwingenden Blademaster oder einen snipernden Marksman spielt, macht wirklich einen riesigen Unterschied in der Spielweise. Durch das neue und für das Genre ungewöhnliche Szenario bzw. Perspektive entsteht tatsächlich so etwas wie eine Innovation. Die Items sind extrem cool und vielfältig und erlauben viele Experimente der Spielweise. Die Skills sind zwar nicht wirklich neu, aber gut aufeinander abgestimmt und es macht Spaß, sie auf seine Weise zu kombinieren, besonders im hervorragenden Coop-Modus (geht nur online!), in dem man in Stationen auf andere Spieler trifft und mit ihnen Items tauschen oder zusammen die instanzierten Quests und Levels spielen kann.
Zwar gibt es, wie in jedem anfänglichen Action-Rollenspiel, noch kleinere Balancing-Probleme bzw. Bugs, die mit weiteren Patches behoben werden müssen, aber schon jetzt macht das eigentliche Regelwerk und wie es in der Third-Person bzw. Ego-Perspektive angewendet wird, tierischen Spaß! Es wird in der Tat eine nahezu perfekte Mischung aus Action-RPG und Ego-Shooter getroffen, natürlich mit klar deutlicherem Einschlag in das Action-RPG Genre! Aber trotzdem wird hier ein neues Spielgefühl geschaffen, das wirklich gut gefällt, zumal die Bedienung des Spiel 1A ist und keine Wünsche offen lasst! Das Gameplay ist dementsprechend sehr actionorientiert und es ist eine wahre Freude, sich durch die verschiedensten Monsterhorden zu schnetzeln, ballern oder zaubern, so lange man eben auf so etwas steht.
Hellgate ist zusätzlich, wie man es vom Ex-Arbeitgeber der Entwickler nämlich Blizzard gewohnt ist, sehr Item-orientiert. Die Suche nach immer neuen Items ist unglaublich süchtig machend und motiviert ständig. In diesem Zusammenhag ist Hellgate London tatsächlich sowas wie ein Diablo III geworden und erweitert diesen Aspekt sogar sinnvoll mit Upgrades und verschiedenen anderen Eingriffsmöglichkeiten. Toll!

Letztendlich kann man also festhalten, dass Hellgate London kein Meisterwerk für jeden geworden ist. Wer auf eine ansprechende Präsentation, eine involvierende Geschichte und auf viel Abwechslung großen Wert legt und sich an die allgemeine Sprödheit des Spiels nicht gewöhnen kann, der sollte sich den Kauf von Hellgate London tatsächlich verkneifen. Wer aber nach kurzfristigen Abenteuern sucht und seine Motivation ausschließlich aus den interessanten Klassen, Items und dem einzigartigen Spielfluss ziehen kann und die anderen Merkmale zumindest in diesem Spiel durchaus für nebensächlich hält, der wird mit Hellgate London ein äußerst empfehlenswertes Spiel vorfinden.
Zudem richtet sich das Spiel in erster Linie an Spieler, die gerne im Multiplayer-Modus spielen, der hier nur online funktioniert. Alleine wird man mit dem Spiel längerfristig wohl keinen Spaß haben und ich rate jedem Solospieler vom Kauf ab, zumindest als Vollpreisspiel.

Ob die online Zusatzfeatures sich lohnen, für die man knapp 10€ pro Monat bezahlen muss, sollte jeder für sich selbst entscheiden, in dem er sich diesen Link zu Gemüte führt:

[...]
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