Kundenrezension

19 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gut gemeint, aber einseitig wie immer, 1. Februar 2008
Rezension bezieht sich auf: Sicko [2 DVDs] (DVD)
"Sicko“ ist ohne Zweifel der Film von Michael Moore, der mir am meisten gefällt. Das heisst aber nicht, dass wir es mit einem wirklich guten Film zu tun hätten.
Ich rechne es Moore schon mal an, dass er mit seinem neuen Film zum ersten Mal einen tatsächlichen Missstand deutlich macht, und nicht, wie in seinen Vorfilmen, einfach nur seine persönliche Meinung und Agenda verkauft.
Dass das amerikanische Gesundheitssystem himmelschreiend ungerecht ist; dass man den Gedanken nicht los wird, das Ziel der amerikanischen Krankenkassen sei eher, die Leute vom Beitreten abzubringen; dass der Tod tausender Menschen billigend oder fahrlässig in Kauf genommen wird; dass die gefeierten Feuerwehrmänner vom 11. September heute lungenkrank und mittellos sind, und dass das reichste Land der Welt bei der Säuglingssterblichkeit höher liegt als manche afrikanischen Staaten – all das musste wohl einmal so deutlich gesagt werden.
Man kann sich bei dieser Gelegenheit wieder einmal fragen, warum Michael Moore mit einer so legitimen Ausgangsbasis wieder einmal sämtlichen journalistischen Anspruch über Bord wirft und sich durch Verzerrungen und Vereinfachungen sehr angreifbar macht. Ein kritischer Film über das amerikanische Gesundheitswesen hätte vielleicht auch die Schwachstellen der europäischen System erwähnt; aber bei Michael Moore beginnt jenseits der amerikanischen Grenze ein medizinisches Eldorado: Gratismedikamente in England; keine Wartelisten in Kanada und in Frankreich wird – so Michael Moore – den Kranken sogar die Wäsche gewaschen.
Ich möchte darauf verzichten, Links zu Seiten einzufügen, die sich kritisch mit "Sicko“ auseinandersetzen, aber ich denke auch ohne nähere Analyse wird man sich denken können, dass der Sozialhilfeempfänger im Pariser Banlieu weit davon entfernt ist, zweimal die Woche die staatliche Waschfrau zu empfangen.

Wie gesagt: Die Absicht des Films bleibt legitim, und Moore hält sich mit humoristischen Einstreuungen diesmal angenehm zurück. Der Film endet aber mit einer Geste, die Moore selbst wohl gerne als nobel verkaufen möchte – auf mich wirkt es aber nur großkotzig.
Am meisten leidet Moores Glaubwürdigkeit aber durch die einleitende Bemerkung, dieser Film sei über "EUCH, ihr Amerikaner, die sich dieses System leisten könnt."
Ich persönlich habe nämlich arge Zweifel, ob der Multimillionär Michael Moore jedes Mal nach Kuba schippert, wenn er ein Wehwehchen hat….
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1-8 von 8 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 30.03.2008 13:31:20 GMT+02:00
Th. Friedrich meint:
"Multimillionär Moore"? - Bildzeitungsleser oder einfach nur so uninformiert?

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 30.03.2008 16:39:53 GMT+02:00
Polygraph meint:
Am 12. März 2002 sagte M. Moore der "Arcata Eye Newspaper" folgendes:

"I’m a millionaire, I’m a multi-millionaire, I’m filthy rich. You know why I’m a multi-millionaire? ’Cause multi-millions like what I do. That's pretty good, isn't it? There's millions that believe in what I do. Pretty cool, huh?"

Nachzulesen auf wikiquote.de

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 14.04.2008 04:46:18 GMT+02:00
Biendara meint:
@M.Ostertag: Das was Sie da so schön zitiert haben, war ironisch gemeint, mit einer dicken Prise Sarkasmus noch dazu...

Veröffentlicht am 02.07.2008 13:48:05 GMT+02:00
Tastentier meint:
Das Zitat ist sicherlich folgendermaßen gemeint: "Ich bin Multimillionär, was die Zahl meiner Fans angeht. Dass (Multi-)Millionen von Menschen meine Aufklärungsarbeit schätzen, bereichert mich. Und nicht etwa das Geld dieser Menschen."

Jedoch wird Moore das Geld seiner Fans sicherlich auch nicht dankend ablehnen :) Ein (Dollar-)Multimillionär wird er vielleicht nicht sein, aber mit Sicherheit braucht sich Moore keine finanziellen Sorgen mehr zu machen. Was natürlich nichts über die Qualität seiner Arbeit aussagt. In den USA sind es oft gerade die Wohlhabenden, die sich für ein besseres Sozialsystem einsetzen. Der Schauspieler und politkritische Drehbuchautor und Regisseur Tim Robbins ist ein gutes Beispiel. Der kleine Mann von der Straße hat andere Sorgen, als sich politisch zu engagieren... zum Beispiel, sich den Buckel krummzuschuften um seine Arztrechnungen bezahlen zu können.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 18.07.2009 18:15:23 GMT+02:00
P. Kadlec meint:
Und was willst du damit sagen? Das es nicht erst recht gut ist, dass er sich für diese Entrechteten und vom System ermordeten einsetzt? Was für ein unendlich menschenverachtender Kommentar von dir!

Und du sollst hier nicht deinen persönlichen Hass gegenüber Moore ablassen, sondern die Dokumentation beurteilen!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 14.08.2009 17:40:27 GMT+02:00
Polygraph meint:
Allen die meine Rezension kritisieren, und sich in Mutmaßungen über Moores Kontostand und die angebliche Ironie in seiner Aussage ergehen, möchte ich daran erinnern, dass ich mich auf eine Quelle berufen kann, und sofern Sie für Ihre Aussagen keine eigenen Belege vorweisen können, bin ich eher geneigt an meiner Sichtweise festzuhalten.

Und werter Herr Kadlec, bevor Sie mir Menschenverachtung unterstellen, machen Sie sich doch bitte ersteinmal mit den anderen Aussagen von M. Moore vertraut. Ich verweise hier auf seinen Aufruf zur öffentlichen Exekution von deutschen Touristen ("Querschüsse"), seine Ermutigung an die schwarzen Gemeinden von L.A., wieder auf die Barrikaden zu gehen ("Stupid White Men") und seine Interpretation eines tödlichen Hurricane, als Gottesbeweis, da hier vornehmlich die republikanisch dominierte Golfküste verwüstet worden war (http://www.foxnews.com/politics/elections/2008/08/30/moore-on-gustav-there-is-a-god-in-heaven)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 01.09.2009 12:00:32 GMT+02:00
Ever heard the word "irony"?! Natürlich ist Moore grenzwertig. Ich mag das. Es mag auch Leute geben, die das nicht mögen, auch ok. Es wird ja schließlich niemand dazu gezwungen seine Filme zu schauen oder Bücher zu lesen. Allerdings muss ich Polygraph Recht geben: Moore ist definitiv Multimillionär. Dafür brauchs auch keine Quelle um das zu belegen. Denkt doch mal nach! Der Erfolg seiner Bücher + der Erfolg seiner Filme + der Erfolg seiner TV-Shows = ne ganze Menge Kohle. Macht das seine Arbeit schlechter? Nein. Besser? Nein. Mich würde alledings in diesem Zusammenhang interessieren, ob Moore denn seinen eigenen Angestellten die Krankenversicherung zahlt und auch sonst ein angemessenes Gehalt. Im Rahmen meines Studiums hab ich mich eingehend mit ihm beschäftigt und habe versucht ihn mehrere Male anzuschreiben. Ich warte noch auf die Antwort... Glaube aber kaum, dass ich eine bekommen werde.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 17.05.2010 09:34:46 GMT+02:00
LoVe BoOks meint:
Also sicher ist einiges was Moore sagt grenzwertig, sich aber auf Foxnews zu berufen, das kann ich einfach nicht ernst nehmen!
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