Kundenrezension

37 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Haben wir noch Zeit fürs Balancing? - Nee, aber macht nix!, 27. Oktober 2009
= Spaßfaktor:4.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Divinity II: Ego Draconis (Videospiel)
Eines vorweg: Ich hatte viele spaßige und unterhaltsame Stunden mit Ego Draconis und habe den Kauf auch nicht bereut. Warum trotzdem nur 3 Sterne? Weil ich definitiv keine uneingeschränkte Kaufempfehlung geben kann, so leid mir das auch tut. Denn es gibt einige gravierende Macken, die den Spielspaß immer wieder trüben und den Spielfluss hemmen. Den einen oder anderen wird es sicher den Spaß noch mehr vermiesen als mir. Aber der Reihe nach:

Ego Draconis ist ein Action-Rollenspiel mit Fantasy-Setting. So weit so bekannt. Auch der Grobablauf der schön inszenierten und durchaus unterhaltsamen Story reißt keine Bäume aus. Die Welt (Rivellon) wird von großem Bösewicht (Damian) bedroht, der Held zieht los, dem Kerl gründlich in die Suppe zu spucken. Ein paar interessante Twists gibt es dann aber doch, einer davon sogar zentrales Spielelement, nämlich, dass der Held im Verlauf der Handlung mehr oder minder aus Versehen vom Drachentöter zum Drachenritter wird und sich ab einem späteren Punkt dann in einen Drachen verwandeln und durch die Lande fliegen kann. Obwohl die Handlung auch ein paar Logiklücken aufweist (Mein persönlicher Favorit: Um die Drachentöter-Ausbildung zu beenden, muss man ein Ritual durchlaufen an dessen Ende man alles aus seiner Ausbildung vergisst. Das soll wohl erklären, warum der Held so schwächlich anfängt. Naja, vielleicht hätte man das besser gar nicht erklärt, als mit so einem Schwachsinn.), trägt sie durchaus zur Motivation bei. Außerdem gibt's das interessante Feature des Gedankenlesens, das immer wieder Geheimnisse aufdeckt, Fähigkeiten-Upgrades gibt und manchmal sogar zur Lösung (oder zum Finden) von Quests beiträgt. Forschergeist wird überall belohnt, obwohl die Welt recht klein ist, gibt es sehr viel zu entdecken. Allerdings ist das auch bitter nötig, denn wer nicht so vielen Quests wie möglich hinterherläuft, hat bald schwere Probleme mit seinen Gegnern. Die Nebenquests sind allerdings auch fast alle schön gestaltet und erzählen unterhaltsame Geschichten. Dann gibt's noch eine aufrüstbare Kreatur, die einen beim Kämpfen unterstützt, und den (ebenfalls erweiterbaren) Drachenturm, quasi das Hauptquartier des Helden.
Die Kämpfe zu Fuß laufen alle recht unterhaltsam mit einer guten Mischung aus überlegtem Vorgehen und Action ab. Die Dogfights in Drachengestalt sind da eher eine Enttäuschung. Die Steuerung ist einfach ungeeignet dafür, vor allem deshalb, weil das Fokussieren auf einen Gegner nicht funktioniert. Es gibt zwar eine "Lock"-Taste um einen Gegner anzuvisieren, bewegt der sich jedoch, verliert man den Lock. Stellt sich die Frage, wozu die Taste dann gut sein soll. Die meisten Luftgegner halten allerdings auch nicht viel Schaden aus, wodurch sich das Manko relativiert. Allerdings verbringt man dadurch auch zu viel Zeit im Pause-Modus, da man ständig im 3D-Raum seinen Gegner wieder suchen muss. Action sieht irgendwie anders aus.
Jetzt kommen wir zum ersten Manko und damit dem ersten halben Stern Abzug: Die Weltkarte und das Questlog sind viel zu oft nutzlos. Nebenquests geben häufig weder im Text noch auf der Karte einen Hinweis darauf, wo man nach dem Questziel suchen soll. "Irgendwo im Trümmertal" ist halt doch sehr vage, wenn man nicht mal eine Himmelsrichtung bekommt.
Der nächste halbe Stern geht beim Inventar flöten, dem ein bisschen mehr Übersicht gut getan hätte. Auch würde ich gerne Gegenstände beim Händler oder in der Questbelohnung mit meinen derzeit ausgerüsteten vergleichen. Leider kann ich das erst beim Anlegen derselben, auf die Art tätigt man so manche Fehlinvestition.
Und dann das größte Manko: Die Spielbalance. Das Spiel hat nämlich schlicht keine. Am Anfang ist der Schwierigkeitsgrad normal, hat man die ersten Quests gelöst, stellt man fest, dass man plötzlich gegenüber den Gegnern im Gebiet übermächtig geworden ist. Der nächste Teil der Hauptquest (Eroberung des Drachenturms) ist dagegen wieder bockschwer, auch wenn man sämtliche Nebenquests im Trümmertal erledigt hat. Am Anfang in den Orobas-Fjorden hab ich überhaupt kein Land gesehen, die nächsten 2 Level waren mehr als mühsam. Ist man mal wieder auf dem Level, auf dem das Spiel meint, dass man sein sollte, ist die Welt wieder in Ordnung, bis man plötzlich wieder übermächtig ist. Jetzt der Clou (deshalb ein Spiel erst bewerten, wenn man auch am Ende angekommen ist... ;) ):
Im End-Dungeon schafft es kein einziger Gegner, mir auch nur einen Schadenspunkt zuzufügen (!) und zwar bis zum absolut letzten Kampf. Dieser ist dann plötzlich so schwer, dass man überhaupt kein Land sieht, die Gegner prügeln von allen Seiten, betäuben, vergiften, verfluchen und teilen höllisch Schaden aus, der vor 5 Sekunden noch übermächtige Held hat plötzlich nicht mehr den Hauch einer Chance gegen seine Gegner. Der absolute Spaßkiller. Und ich bin nicht etwa besonders unfähig, guckt euch im Internet um, und stellt fest: Ja, der Endkampf ist so Grütze! Da fragt man sich wirklich, ob die Entwickler auch mal selbst versucht haben, das zu spielen...?!

Fazit:
Ein schönes Spiel mit Macken. Man braucht schon gerade im Mittelteil und im Endkampf (!!!) einiges an Frustresistenz. Auf der Haben-Seite steht dafür ein schönes Charakterentwicklungssystem, skurrile Charaktere, die typische Gegenstände-Sammelwut und eine exzellente Sprachausgabe. Mein Tipp: Wer das Spiel kauft und die o. g. Macken akzeptieren kann, macht die schönen Quests und prügelt sich mit Spaß zum Endboss vor - und nötigt dann seinen schlimmsten Feind dazu, den Endkampf zu spielen. :-)
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1-4 von 4 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 16.12.2009 22:11:50 GMT+01:00
S. Peter meint:
das Spiel ist leider so schwer, das ich es frustriert in die Ecke gelegt habe. Schade drum.

Veröffentlicht am 28.04.2010 00:35:37 GMT+02:00
Marcel meint:
Guten Tag,

schöne Bewertung und Zusammenfassung, dennoch möchte ich noch 2/ 3 Dinge hinzufügen.

1. Das Balancing ist wirklich manchmal undurchsichtig, leitet einen jedoch auch manchmal Zielgerichtet zu Orten an denen es ansonsten zu einfach würde (vielleicht haben Sie sich in den schwierigen Orten zu lange durchgekämpft, und wurden daher übermächtig?)
Ich hatte im Spiel wenig Probleme, außer die Rätsel sind oft schwierig bis unlösbar (Bennennung der Statuen auf einer fliegenden Festung [Die Statuen lügen und daher ist es fast unmöglich richtig zu liegen] )
Zu Anfang ist es in den Orobas-Fjorden wirklich sehr schwer, wenn man nicht weiß was das Spiel vor hat (da man ja überall hinfliegen kann [Nachdem man raus hatte wo man hin muss, ging es mit der Zeit doch].
endkampf als Drache ist etwas schwierig da man erstmal die Schwachstellen raus haben muss.
Zudem muss man wissen, dass einige Gegner im Nahkampf sehr schwach sind (Drachenturm). (Mit dem Bogen (als Waldläufer), 4 Mal draufgegangen, dann mit meinem Schwert (Stufe 1 !!) nach 3 Hieben fertig gemacht.
Man sollte sehr auf seine Ausbildung schauen, und wenns doch mal nicht weiter geht (Im Drachentrum kann die Trainerin alle Punkte zurücksetzen).

Bei mir blieb die Lock-Taste beim Gegner fixiert, bis er starb (LT), das Problem welches ich hatte war, dass die A Taste unbrauchbar war, da sie sofort die Auswahl anzeigte (eigentlich A gedrückt halten), aber dies liegt wohl am abgenutzten Gamepad ?

Was ich sehr negativ empfand war, dass Händler einen festen Geldbetrag hatten, wenn man Ihnen also allen Schrott verkauft hatte musste man sich einen neuen Händler suchen oder teure Tränke kaufen (damit dieser wieder EUER Geld zurück bekommt).

Für Anfänger empfehle ich auf jeden Fall "Weisheit" zu erlernen, dies gibt Boni zu jedem Kill (10% etc),
sodass ihr schneller aufsteigt.

Zudem fand ich die Nebenquests schon Ok, denn woher soll der Offizier wissen wo der Goblin König wohnt,
wenn alles auf der Karte angezeigt würde, dann braucht man kein freies Rollenspiel.
einzig negativ war, dass man keine Makierungen benennen konnte oder diese auf dem Kompass angezeigt wurden.
Die Markierungen wurden beim Speichern übernommen, aber da man sie auf dem Kompass nichts sieht (auf der Minikarte ist man ja fast schon da, wenn sie dort angezeigt werden), nützen die Fähnchen wenig.

Dennoch würde es von mir 4 Sterne geben (einen mehr, ) da ich das spielsysem (auch als Drache) sehr gut fand.
Natürlich hätte man mehr raus machen können, aber vielleicht kommt ja noch ein DLC.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 22.11.2010 08:34:33 GMT+01:00
RR meint:
>>Das Problem welches ich hatte war, dass die A Taste unbrauchbar war, da sie sofort die Auswahl anzeigte (eigentlich A gedrückt halten), aber dies liegt wohl am abgenutzten Gamepad ?<<

Das Problem hatte ich auch, liegt nicht am Gamepad!

Veröffentlicht am 25.05.2011 20:17:32 GMT+02:00
ruessler meint:
Ja, der Endkampf ist echt eine Frechheit. Da treibt es einem echt die Galle hoch, wenn man sich vorher abrackert, um Talentpunkte usw. zu sammeln und am Ende sind einfach gewisse Skills so übermächtig, daß es zur Plackerei wird. Vorher plättet man ganze Gegnerhorden mühelos und dann der Endkampf...
Diese Skills finde ich absolut overpowered, die hauen das Balancing total durcheinander:
- Betäubungspfeile: Man steht eine Weile rum und in der Zeit hauen einen die Gegner schon mal zu klump...
- diverse Nahkampfattacken, schätze mal es war Sturmangriff, hatte ja auch der Göttliche: Man wird niedergeschlagen UND es verursacht saumäßig viel Schaden. Echt übertrieben
- magisches Geschoß: Ist einerseits ja schön, daß man selber als Magier damit gut vorankommt, aber auf Dauer kommt da Gothic-III-mäßige Ballerei auf, man stellt sich in die Ecke, ballert und fertig, nur bei so nem Übermob wie eben am Ende nutzlos, da man kaum zum Zug kommt

Außerdem habe ich den Eindruck, daß die ganzen tollen Rüstungen kaum was bewirken. Egal ob ich nun irgendeine Wurstrüstung habe oder mir mühselig ein tolles Set erkämpfe und veredle, am Ende machen die Gegner eben doch mehr Schaden, als man dachte, da frage ich mich auch, wozu ich mir den A... aufreiße, um lauter Malachiten zu bekommen, mit denen ich die Ausrüstung dann veredle und am Ende nützt es doch nicht so viel, weil die Gegner entweder gar nicht an einen rankommen oder eben doch zu sehr knüppeln.
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