Kundenrezension

20 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen a²+b² = Spannende Unterhaltung, 3. Oktober 2008
Rezension bezieht sich auf: Oxford Murders [UK Import] (DVD)
Wahnsinn, es gibt sie noch... gut gemachte, solide Whodunit-Filme. Filme also, die als Handlungsmittelpunkt die Frage nach dem "Wer ist's gewesen?" aufweisen. Das halte ich heutzutage für gar nicht mehr so einfach. Denn wo findet man denn noch einen durchaus interessanten Plot, der mithilfe von erfahrenen Mimen auf Zelluloid gebannt und von einem aparten Setting umgeben wird und bei dem man nicht nach 20 Minuten sagt: "Ach so, klar, XY war der Täter"? Eben! Allerdings könnte man skeptisch werden, wenn der Regisseur eines klassischen Kriminalfilms Álex de la Iglesia heißt, denn dieser Mann bringt normalerweise Filme wie "Perdita Durango" und "El Dia de la Bestia" in den Kasten. Um hier mal ein semi-lustiges Wortspiel mit seinem Nachnamen anzubringen, ist Alex sozusagen von der Kirche zur Universität in Oxford gewandert und hat genau dort einen fast perfekten Krimi hingezaubert.

Mathe-Austauschstudent Martin (Elijah Wood, "Herr der Ringe", "Alles ist erleuchtet") ist soeben in Oxford, Great Britain, eingetroffen, um sein Auslandssemester zu absolvieren. Er ist Fan und Bewunderer von Arthur Seldom (John Hurt, "1984", "Hellboy"), einer wahren Mathematik-Koryphäe, die nebenberuflich äußerst sarkastisch und unnahbar daherkommt. Glücklicherweise kennt seine Vermieterin Mrs. Eagleton (Anna Massey, "The Machinist") Seldom seit Jahrzehnten, vielleicht lässt sich da also doch noch was machen, um von Seldoms Wissen zu profitieren... Oder auch nicht, denn kurz nach Martins Ankunft sitzt Mrs. Eagleton zwar immer noch in ihrem Lieblingssessel, nur ist sie leider mittlerweile tot, ermordet, um genauer zu sein. Anders als anfangs beabsichtigt, kommt es nun doch noch zur Zusammenarbeit zwischen Mathe-Student und -Professor, denn nun gilt es, den Mord aufzuklären, zumal Seldom eine verschlüsselte Botschaft erhalten hat, die es mithilfe mathematischer Formeln aufzulösen gilt... denn der Mörder hat weitere Opfer angekündigt.

Hört sich trocken und langweilig an? Ist es aber nicht. Und ich kann das beurteilen, ich war in Mathe immer schlecht, hat mich nie interessiert. Da hier aber letztendlich sehr simple Formeln angewendet werden und den Überlegungen sowie den Schlussfolgerungen unserer beiden Zahlenfetischisten gut zu folgen ist, ist das alles andere als langweilig. Motiv und Täter bleiben lange Zeit unerkannt und auch die letztendliche Auflösung hält noch eine Überraschung parat.

Iglesia hat hier zu einer sehr altmodischen, aber bewährten Art des Filmemachens zurückgefunden und somit ein Genre wiederbelebt, das eigentlich schon als tot galt. Die intellektuelle Art der Mörderjagd, das Präsentieren und wieder Verwerfen von Verdächtigen, das Legen falscher Fährten und die ständige Frage nach dem Motiv und der Verbindung zwischen Täter und Opfer. Siedelt man das Geschehen dann noch in der Umgebung einer renommierten Universität in England an, hat man sogleich für hübsche und ehrwürdige Locations gesorgt. Und wenn man dann einem schlafwandlerisch sicher agierenden Senior-Mimen wie Hurt den Jungspund und ebenfalls talentierten Wood an die Seite stellt, dem Ganzen noch ein paar hübsche Frauen und grimmige englische Polizisten beimengt und tatsächlich noch eine Story kreiert, die nicht sofort durchschaubar ist, hat man einen durchaus spannenden, langsam Fahrt aufnehmenden und soliden Krimi auf die Leinwand gebracht.

Sicher, atemberaubend spannend und nervenzerfetzend ist das nicht, aber das muss es doch auch gar nicht immer sein. Filme, bei denen man tatsächlich noch zum Mitdenken oder -raten angeregt wird, gibt es ja kaum noch. Zwar kommt der Storyverlauf ein ums andere Mal etwas betulich daher, Hurt und Wood werden schauspielerisch bestimmt nicht überfordert und der ein oder andere eingeschlagene Irrweg erweist sich als etwas arg konstruiert, aber alles in allem überzeugen diese 107 Minuten durchaus. Das Städtchen Oxford wartet mit pittoresken Kulissen auf, es gibt sogar eine kleine Liebesgeschichte und das Gegen- und Miteinander von Martin und Seldom ist zweifelsohne reizvoll.

Wer also sozusagen auf filmische Kreuzworträtsel steht, seinen Fokus auf Story und Suspense legt und guten Schauspielern bei der Arbeit zusehen möchte, für den ist "The Oxford Murders" der richtige Film. Dafür vier von fünf Rechenschiebern und die Wurzel aus drei obendrauf.
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