Kundenrezension

44 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Die Faune auf neuen (Irr?)Wegen, 30. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: Von Den Elben (Audio CD)
Unbestreitbar ist die Tatsache, dass die Gruppe FAUN mit diesem Album einen neuen Weg eingeschlagen hat, mit dem wohl kaum jemand gerechnet hat:

Der alte heidnisch-mittelalterlich Stil der Songs leidet hier stark unter den Pop-Elementen, die etappenweise aufdringlich dominant in Szene gesetzt sind. Das ist schon beim ersten Track "Mit dem Wind" unüberhörbar.
Dass diesmal nur deutsche Lieder präsent sind, fand ich ebenso bedauerlich. Das Zusammenspiel orientlischer, keltischer und nordischer Elemente emfpand ich bisher immer als sehr reizvoll. Diese waren ja nicht nur durch die verschiedensten Instrumente präsent, auch die Sprache vermittelt hier letztlich einen eigenen Zauber, der diesem Album eher abhanden gekommen ist. Mit Wehmut denke ich da an Songs wie "Egil-Saga" zurück, für den die Gruppe sogar einen isländischen Professor konsultiert hat, um eine passende Betonung der altnordischen Sprachelemente zu finden.

Ursprünglich hat die Gruppe als Trio gestartet. Ohne Vitamin B hat sich das kleine Trio von selbst aus der Versenkung gehoben, hat einen eigenen Stil entwickelt und wurde dadurch in den letzten Jahren innerhalb der Pagan-Folk- und Mittelalter-Szene als DIE Gruppe schlechthin gehandelt. Für FAUN ist es daher sicherlich ein großer Karrieresprung gewesen, dass Universal sich hier als Partner angeboten hat. Dadurch ist aber natürlich auch ein Schritt in Richtung Mainstream gemacht worden. Das emfpinde ich jetzt prinzipiell nicht als negativ, Künstler wollen und sollen sich weiterentwickeln. Leider wurde mit diesem Album aber ein grober Schnitt gemacht, der die alten Fans so gar nicht befriedigen kann.

OMNIA ging da ein wenig weiser vor. Das letzte Album "Musick & Poetree" hat die Fangemeinde auch gespalten, allerdings war man klug genug, den neuen Stil auf einer gesonderten 2. Cd zu präsentieren, während auf Cd 1 Songs im altbewährten Charakter zu hören waren. So konnte man "Musick & Poetree" eigentlich gar nicht wirklich schlecht bewerten, eine Bewertung unter 3 Sterne wäre dem Album nicht gerecht geworden.

"Von den Elben" versöhnt hier weitaus weniger. Der Song "Andro II" ist gelungen (aber eben auch nur bedingt neu), mit "Diese kalte Nacht" hat Faun sicherlich eine Ballade kreiert, die Potential zum Ohrwurm-Song hat. Das war es dann aber auch schon. Wie auch das neue Musikvideo zu "Diese kalte Nacht", ist "Von den Elben" generell ein durchgestyltes Produkt für die Masse, dem es an jeglichem Herzblut fehlt. Bedenkt man, dass die Gruppe mehrere Jahre (ich glaube es waren ca. 4) an dem Album "Eden" gearbeitet hat, wirkt dieses neue Produkt wie ein kurzlebiger Schnellentwurf, der im hochtechnisierten Studio mal schnell auf Cd gepresst wurde.

In der Weihnachtszeit des Jahres 2011 habe ich FAUN bei der damaligen Eden-Tour erleben dürfen. Es war ein fulminantes Spektakel, fast schon ein heidnisches Fest, bei der etwa 150 Personen zu der "Hymn to Pan" getanzt haben. Der Refrain -von Oliver Sa Tyr bewusst in die Länge gezogen- wurde vom Publikum wie ein Mantra mitintoniert. Selten habe ich so eine Hammer-Atmosphäre bei einem Konzert erlebt. Dass eine solche Stimmung mit den vorliegenden Liedern noch aufkommt, kann ich mir wahrlich nicht vorstellen. Zu seelenlos wirken die Beats, zu leer und hochtechnisiert erscheint das Gewand dieses Albums zu sein.

Dass ich derartige Kritik auf die Gruppe loslassen muss, tut mir eigentlich leid. Als Künstler identifiziert man sich sicher stark mit seinem Werk. Letztlich hilft Kritik aber auch dabei sich selbst weiterzuentwickeln. Den eigenen blinden Fleck an sich sieht man halt nicht, man ist dabei auf Feedback von Außen angewiesen. In diesem Sinne wünsche ich der Gruppe eine Rückbesinnung auf die traditionellen Elemente, die für mich FAUN ausgemacht haben. Vielleicht ist dies aber auch bewusst nicht mehr erwünscht?! Möglicherweise orientiert sich FAUN jetzt mehr an der Masse, bedenkt man den finanziellen Aspekt, so ist dies natürlich verständlich. Künstlerisch empfände ich es -wie offensichtlich viele andere Fans - als wahren Verlust!
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Kommentare

Von 1 Kunden verfolgt

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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 13.02.2013 09:12:39 GMT+01:00
DasP85 meint:
Wobei man sagen muss, dass der Vergleich zu Omnia doch sehr hinkt.
Denn die "Lieder" auf CD 2 sind im Grunde keine Lieder sondern schlicht und ergreifend Kurzgeschichten, die ein wenig vertont wurden. Nicht mehr, nicht weniger. Also sollte es nicht verwunderlich sein, dass die aus dem altbekannten und omniatypischen Muster rausfallen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 16.02.2013 16:44:56 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 16.02.2013 16:47:25 GMT+01:00
Lionheart meint:
Kurzgeschichten, die gesungen und mit Instrumenten in Szene gersetzt werden, definieren sie nicht als Lieder? Mit scheint da hinkt ihr Kommentar mehr als mein Vergleich.
Das Vorgängeralbum Omnias "Wolf Love" war ja schon sehr anders. Allein durch den Einsatz des Pianos hatte man sich stark von den klassischen Pagan Folk-Elementen entfernt. Die Gruppe hat offensichtlich auch einen Hang zu dieser Form der Musik, was ja bei "Musick & Poetree" auch wieder bemerkbar ist. Dennoch hat man sich auf Cd 1 rückbesinnt, um auch alte Fans zufrieden zu stellen. Auf Cd 2 hat die Gruppe dann eben ihrer zweiten Liebe gefrönt. Somit waren aber alle glücklich. Könnte man dies doch auch von "Von den Elben" behaupten!
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