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Literarischer und psychologischer Hochgenuss, 13. Januar 2010
Rezension bezieht sich auf: Sonnensturm (Taschenbuch)
Das Zugpferd einer religös fanatischen Gemeinde in Nordschweden, ein "auserwählter" Prediger, wird ermordet. Seine leicht verwirrte Schwester findet ihn. Sie wendet sich an ihre alte Freundin Rebecka, eine Anwältin, um Hilfe. Rebecka will eigentlich nicht, denn sie hat sich von dieser Gemeinde und auch von der Freundin gelöst und verbindet nur noch unangenehme Erinnerungen mit ihr - dennoch lässt sie sich breitschlagen. Rebecka entdeckt, dass ziemlich viele Gemeindemitglieder Dreck am Stecken haben. Aber wer würde sich die Hände so schmutzig machen? Ich habe mir zunächst mal einige der Rezensionen zu diesem Buch durchgelesen. Da war viel von Langeweile und auch von Klischees die Rede. Nun - das ist sicher Geschmackssache und auch Sache der eigenen Lesegewohnheiten. Mich hat das Buch nicht die Spur gelangweilt, ich fand es hoch spannend. Ich fand es nicht überflüssig, die persönlichen Nöte der Polizistin in puncto Harndrang zu beschreiben, das brachte mich der Dame sogar sehr nahe. Ich fand die Fähigkeit der Autorin toll, religiösen Fanatismus mit so viel Abstand zu beschreiben, dass er einem fast normal vorkam. Die Figuren hatten sehr viel Form und Tiefe und so viel Besonderes, dass sie sehr lebendig wurden. Besonders faszinierend waren die Erkenntnis der eigenen Schwäche und der daraus resultierende Selbsthass der Protagonistin. Nicht zuletzt sollen auch die sprachlichen Vorzüge des Romans erwähnt werden - durch wenige Kniffe werden Gegenwart und Rückblende sowie Gedankengänge in Nahaufnahme auseinandergehalten. Auch die bildhaften Vergleiche sind köstlich (das tote Eichhörnchen unter der Nase). Wahrlich, die Autorin hat den Krimipreis verdient!
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Sonnensturm 3442736005
Åsa Larsson
btb Verlag
Sonnensturm
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Literarischer und psychologischer Hochgenuss
Das Zugpferd einer religös fanatischen Gemeinde in Nordschweden, ein "auserwählter" Prediger, wird ermordet. Seine leicht verwirrte Schwester findet ihn. Sie wendet sich an ihre alte Freundin Rebecka, eine Anwältin, um Hilfe. Rebecka will eigentlich nicht, denn sie hat sich von dieser Gemeinde und auch von der Freundin gelöst und verbindet nur noch unangenehme Erinnerungen mit ihr - dennoch lässt sie sich breitschlagen. Rebecka entdeckt, dass ziemlich viele Gemeindemitglieder Dreck am Stecken haben. Aber wer würde sich die Hände so schmutzig machen?
Ich habe mir zunächst mal einige der Rezensionen zu diesem Buch durchgelesen. Da war viel von Langeweile und auch von Klischees die Rede. Nun - das ist sicher Geschmackssache und auch Sache der eigenen Lesegewohnheiten. Mich hat das Buch nicht die Spur gelangweilt, ich fand es hoch spannend. Ich fand es nicht überflüssig, die persönlichen Nöte der Polizistin in puncto Harndrang zu beschreiben, das brachte mich der Dame sogar sehr nahe. Ich fand die Fähigkeit der Autorin toll, religiösen Fanatismus mit so viel Abstand zu beschreiben, dass er einem fast normal vorkam. Die Figuren hatten sehr viel Form und Tiefe und so viel Besonderes, dass sie sehr lebendig wurden. Besonders faszinierend waren die Erkenntnis der eigenen Schwäche und der daraus resultierende Selbsthass der Protagonistin. Nicht zuletzt sollen auch die sprachlichen Vorzüge des Romans erwähnt werden - durch wenige Kniffe werden Gegenwart und Rückblende sowie Gedankengänge in Nahaufnahme auseinandergehalten. Auch die bildhaften Vergleiche sind köstlich (das tote Eichhörnchen unter der Nase). Wahrlich, die Autorin hat den Krimipreis verdient!
basssopran
13. Januar 2010
- Insgesamt:
5

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