Kundenrezension

12 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Unlogisch !, 24. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Der Medicus: Roman (Die Medicus-Reihe, Band 1) (Taschenbuch)
Einzelne Kritikpunkte wurden ja schon angesprochen: Dass der Autor die historischen Fakten schlampig recherchiert hat, dass der Held des Buches über ganz außergewöhnliche Fähigkeiten verfügt usw.
Mit dem ersten Punkt wird das weitverbreitete Bild vom fehlenden historischen Sachverstand der Amerikaner bestätigt, leider. Und dass Rob Cole ein außergewöhnlicher Mensch ist - nun, das ist eben so in einem Roman. Es ist hier nur eine Frage der Plausibilität, ob der Leser diesen Punkt akzeptieren kann oder nicht.
Ich hatte z.B. wenig Probleme damit, das Rob Cole erkennen konnte, ob jemand sterben musste oder nicht. Natürlich ist so etwas nicht normal, aber im Roman akzeptiere ich es, weil es glaubhaft beschrieben und begründet wurde..
Was ich aber ganz und gar nicht akzeptieren konnte, waren die vielen unlogischen Fakten des Buches. Zwei Beispiele:
a) Wer konnte im frühen 11. Jh lesen und schreiben? Mönche und ein Teil der Geistlichkeit. Und die Frau eines arbeitslosen Zimmerergesellen aus dem Londoner Elendsviertel (Robs Mutter), die diese Gabe auch an ihre zahlreichen Kinder weitergab. Ich frage mich, wie sie das gemacht hat. Hatte sie Lesebücher, Schulhefte, Pergament, eine Schiefertafel gar? Wie haben die Kinder das nur lernen (und üben!) können?
b) Rob Cole ist ein seltsames Sprachgenie. Er beherrscht schon mit 9 Jahren Latein, lernt später auch noch Hebräisch und Persisch, und zwar so gut, dass er die anspruchsvollsten Dispute meistern kann. Von Hause aus spricht das hochmittelalterliche Angelsächsisch, das im Raum London üblich war (Die englische Sprache entwickelte sich erst später nach der normannischen Invasion, als sehr viele romanische Sprachpartikel in die bis dahin rein germanische Sprache einflossen). Und dennoch schafft es Cole nicht, bei einem mehrjährigen Aufenthalt in Regensburg die dortige Sprache zu erlernen! Man bedenke: Hebräisch und Persisch lernt er wie nichts, aber eine Sprache, die damals lediglich ein Dialekt seiner Heimatsprache war, schafft er nicht. Vollkommen unglaubwürdig!
Das soll erstmal genügen. Es gibt noch mehrere Beispiele, die mir den Eindruck vermitteln, als Leser nicht für voll genommen zu werden. Zusammen mit den vielen historischen Unstimmigkeiten (auf die schon an anderer Stelle eingegangen wurde) führt dies zu meiner Ein-Sterne-Bewertung.
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Kommentare

Von 3 Kunden verfolgt

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1-3 von 3 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 22.10.2013 12:07:50 GMT+02:00
Stefan E. meint:
Ich finde es schade, dass Sie das Buch nur wegen der aus Ihrer Sicht Unlogik mit nur einem Stern bewerten. Das Buch verdient mehr als das! Ein Buch muss nun einmal nicht die Realität wiederspiegeln. Sollte es auch Ihrer Sicht doch so sein, denke ich, Sie sollten zukünftig die Hände von mindestens 90% aller im Handel erhältlichen Bücher lassen. ;-)
Was das "Sprachgenie" Rob Jeremy Cole anbelangt, so ist es meiner Ansicht nach schon möglich, so intensiv neue Sprachen zu lernen. Überlegen Sie doch mal, der war Monate nach Persien unterwegs und hatte in dieser Zeit auch noch einen Lehrer gehabt. Warum sollte das nicht möglich sein? Nur weil wir es in unserer Gesellschaft verlehrt haben, sich mit einer einzigen Sache so intensiv zu befassen?? Abgesehen davon, war er auch noch Jahre in Persien.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 26.12.2013 19:30:01 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 26.12.2013 20:50:44 GMT+01:00
Ich finde es erstaunlich, wie ungenau man eine Rezension lesen kann. Das mühelose Erlernen von zwei schwierigen Sprachen wurde im Kontrast dargestellt, nicht primär bemängelt. Hierbei sollte verdeutlicht werden, warum es unglaubwürdig ist, dass der Protagonist im Vergleich einen einfachen Dialekt nicht zu erlernen vermag.
Im punkto Logik muss ich Ihnen widersprechen, selbst Fantasyroman folgen einer inneren Logik und einem entsprechenden Bezugssystem. Bei einem historischen Roman, dessen Aushängeschild gute Recherche ist, möchte der Leser unterhaltsam in vergangene Epochen eintauchen etwas über diese lernen. Ebenfalls bedenklich finde ich Ihre pauschale Behauptung, 90% aller Romane würden unter Logikfehlern und/oder falschen Fakten leiden.
Bei gravierenden Logikfehlern, wie sie in der Rezension aufgezeigt werden, bekommt übrigens die kreierte Welt, die Handlungen und der Spannungsbogen Risse; die elementaren Zutaten eines Romans verlieren an Glaubhaftigkeit und Bedeutung. Wenn man zu einem Schreiner geht, erwartet man patente, fachkundige Arbeit. Die gleichen Maßstäbe darf man auch bei einem Autor ansetzen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 27.12.2013 11:38:35 GMT+01:00
Sehr treffender Kommentar. Zum Thema innere Logik ein Beispiel:
Tolkien war beim Schreiben des rein fiktiven "Herrn der Ringe" aufgefallen, daß sein Mond unmögliches vollbrachte, indem er in einem Teil des Landes zunahm, während er in einem Teil abnahm. Er nahm sich eine ganz Nacht Zeit, diesen "logischen Fehler" zu beseitigen (nachzulesen in der Biografie von Carpenter). Zugegeben, Tolkien war ein Perfektionist, aber genau das macht einen großen Teil der Faszination seines Werkes aus.
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