holidaypacklist Hier klicken Fußball Fan-Artikel BildBestseller Cloud Drive Photos TomTom-Flyout Learn More HI_BOSCH_COOP Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Autorip NYNY
Kundenrezension

52 von 61 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Plot - What Plot?, 28. Dezember 2008
Von 
Rezension bezieht sich auf: Bis(s) zum Morgengrauen: Band 1 (Gebundene Ausgabe)
Ich habe das englische Original des ersten Bands gelesen und kann den Erfolg des Buches nicht ganz nachvollziehen - für meinen Geschmack ist die Handlung zu flach.

-- Zum "Plot" --

Der Hauptgegenstand der Geschichte wird direkt zu Anfang des Buches deutlicher als in jedem Werk von Rosamunde Pilcher in den Vordergrund gerückt und ihr Ende absehbar gemacht:
Die Protagonistin Bella, die zunächst als Durchschnittsmädchen auftritt, zieht zu ihrem Vater in eine neue Stadt und verliebt sich in ihren Mitschüler Edward, der schöne, übermenschliche, alleskönnende Softy mit BadBoy-Image, der sich als Vampir entpuppt. Die Haupthandlung besteht aus der Entwicklung ihrer Beziehung zueinander.
Dabei sacken alle Nebenhandlungen und -szenen gnadenlos ab: Mangels relevanter Informationen und Aktionen für den weiteren Verlauf, stehen sie in keinerlei Kontext zum Haupthandlungsstrang. Randfiguren werden nur grobst skizziert und wirken isoliert. Die lauen Dialoge zwischen Bella und ihrem Vater oder ihren Mitschülern, habe ich mit jedem siebten Wort nur sehr grob überfliegen können.

Die Übergänge zwischen den Haupt- und Nebenszenen wirken durch die zufällig erscheinenden Treffen der Protagonisten abgehackt und erzwungen, kein wirkliches Anknüpfen an die vorangegangene Szene entsteht.
In der zweiten Hälfte des Buches sind Szenen ohne Eddy nur vereinzelt zu finden.
Ich nahm an, daß ein so reduzierter Plot mehr Raum für die Ausarbeitung der Haupthandlung lasse - weit gefehlt: Der Verlauf des Haupthandlungsstrangs hier bleibt so flach, so oberflächlich, so zerhackt, daß er als Nebenhandlung einer komplexeren Geschichte verwendet werden könnte.

So schleppt sich das bisschen gestückelte Plot konfliktlos voran:
Alle wichtigen Schlüsselfragen und -aktionen, die im Verlauf der Treffen aufkommen, werden von der Autorin zunächst unter den Tisch fallen gelassen und in unpassenderer Stelle am Ende hineingezwängt um die Spannung künstlich zu halten - zum Ärgernis des Lesers, den man im Regen stehen lässt.

So bleibt das Hauptmerkmal Eddys und der Aufzieher der Story, sein Vampirdasein, für 3/4 des Buches irrelevant für die Handlung. Bis dahin hätte er auch ein NinjaTurtle, Kühlschrank oder sonstiges sein können. Bella versäumt, Eddy an wichtigen Handlungspunkten, z.B. als er seine Identität ansatzweise enthüllt, die Fragen zu stellen, die dem Leser unter den Nägeln brennen: Z. B. warum Eddy ständig ihre Nähe sucht, warum ihre Bez. gefährlich ist, was sein Vampirleben ausmacht, die Geschichte seiner Vampir-Familie? Selbst der erste Kuß wird in aus einer romantischen in eine nichtige Szene hinausgezögert.
Auch die Zukunft der Beziehung wird erst auf den letzten Seiten durchdacht: Die Unsterblichkeit ist nur einem der beiden vergönnt.

Von der künstlichen Naivität, mit der einem die Charaktere begegnen, ist man schnell entnervt:
Wo noch ein wenig Action innerhalb eines Kidnapping-dramas auftaucht, mit dem noch ein wirklich intelligenter, ausgeklügelter Showdown hätte eingebaut werden können, führt die Autorin ihre Protagonistin als kindische Idiotin vor, die ihrem Widersacher gänzlich dumm ins Messer läuft, mit dem Ziel die Übermenschlichkeit des Softy-Helden Eddy hervorzuheben.
Am meisten verwunderte mich jedoch, daß Bella aus der ganzen Sache mit einer Nahtoderfahrung herhauskam. Anstatt den Sterblichkeitskonflikt zu lösen, indem Bella als Vampir aufersteht, zieht die Autorin vor, Bella Eddy mit kindischen Überlegungen zu drängen, sie zum Vampir zu machen. Müssen wir uns im zweiten Band auf ein inszeniertes Selbstmorddrama der knötterigen Bella gefasst machen?

-- Und sonst? --

Was bleibt, ist die romantische Dimension, die einen zugegebenermaßen auch verzaubert. Dafür den zweiten Stern.
Die unterschwellige Entwicklung einer Beziehung mit dem großen Schwarm, der sich dann auch noch rührend um einen bemüht und kümmert, in den eigenen Händen wie Wachs wird und einem seine Geheimnisse offenlegt, ist, so meine ich, der große Traum eines jeden Teenies. Hier setzt auch mein Verdacht an, daß es sich um ein unterschwelliges Self-Insert* handelt. Gewürzt wird die Geschichte mit dem Aspekt der verbotenen, gefährlichen Liebe durch Edwards Vampirdasein. Ein moderner Mix aus Aschenputtel und Romeo & Julia. Die wirklichen Probleme, z.B. die einseitige Unsterblichkeit, die Familien, werden dabei unter den Teppich gekehrt. Das Kribbeln aber bleibt.
Ich denke, daß die Ausblendung der "echten" schlechten Seiten, der fehlende Realismus (auch im Fantasy-Roman!) diese heile Welt gerade für Teenies so zugänglich macht, die sich mit der Zukunftskomponente einer Beziehung noch nicht so stark auseinandersetzen müssen/wollen.

-- Sprache --

Auch sprachlich bleibt das Buch oberflächlich, einfache Syntax, Standardformulierungen, viele viele viele Wiederholungen. Gerade letztere wirken sich negativ auf die Charakterbeschreibungen aus (smir/schiefes Lächeln '). Von einer "professionellen" Autorin erwarte ich da mehr.

--- Gesamteindruck ---

Wie oben schon beschrieben, bleibt diese Geschichte recht schmal und oberflächlich und entwickelt sich nur in einen Aspekt, den der Romantik, gut hinein, geht aber auch hier nicht tiefer. Es ist zwar beabsichtigt, dass die Romantik hier dominiert, dafür bleibt der Rest aber auf der Strecke. Meiner Meinung nach gleicht das Werk schon eher einer Fanfiction als einer eigenständigen Geschichte.
Ich hoffe, daß sich das im zweiten Band ändert - diesen werde ich aber wohl nicht lesen.

*Self-Insert: Bei der Protagonistin beschreibt sich die Autorin, die in der Geschichte ihre eigenen Wunschvorstellungen auslebt.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein

[Kommentar hinzufügen]
Kommentar posten
Verwenden Sie zum Einfügen eines Produktlinks dieses Format: [[ASIN:ASIN Produkt-Name]] (Was ist das?)
Amazon wird diesen Namen mit allen Ihren Beiträgen, einschließlich Rezensionen und Diskussion-Postings, anzeigen. (Weitere Informationen)
Name:
Badge:
Dieses Abzeichen wird Ihnen zugeordnet und erscheint zusammen mit Ihrem Namen.
There was an error. Please try again.
">Hier finden Sie die kompletten Richtlinien.

Offizieller Kommentar

Als Vertreter dieses Produkt können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.   Weitere Informationen
Der folgende Name und das Abzeichen werden mit diesem Kommentar angezeigt:
Nach dem Anklicken der Schaltfläche "Übermitteln" werden Sie aufgefordert, Ihren öffentlichen Namen zu erstellen, der mit allen Ihren Beiträgen angezeigt wird.

Ist dies Ihr Produkt?

Wenn Sie der Autor, Künstler, Hersteller oder ein offizieller Vertreter dieses Produktes sind, können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.  Weitere Informationen
Ansonsten können Sie immer noch einen regulären Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen.

Ist dies Ihr Produkt?

Wenn Sie der Autor, Künstler, Hersteller oder ein offizieller Vertreter dieses Produktes sind, können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.   Weitere Informationen
 
Timeout des Systems

Wir waren konnten nicht überprüfen, ob Sie ein Repräsentant des Produkts sind. Bitte versuchen Sie es später erneut, oder versuchen Sie es jetzt erneut. Ansonsten können Sie einen regulären Kommentar veröffentlichen.

Da Sie zuvor einen offiziellen Kommentar veröffentlicht haben, wird dieser Kommentar im nachstehenden Kommentarbereich angezeigt. Sie haben auch die Möglichkeit, Ihren offiziellen Kommentar zu bearbeiten.   Weitere Informationen
Die maximale Anzahl offizieller Kommentare wurde veröffentlicht. Dieser Kommentar wird im nachstehenden Kommentarbereich angezeigt.   Weitere Informationen
Eingabe des Log-ins
  [Abbrechen]

Kommentare

Kommentare per E-Mail verfolgen

Sortieren: Ältester zuerst | Neuester zuerst
1-5 von 5 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 10.02.2009 11:38:17 GMT+01:00
WOW, das trifft mein Leseempfinden genau ins Herz. Besser hätte ich das nicht formulieren können (eigentlich nicht mal so)

Doch etwas fehlt in dieser Rezension, was mir im Buch fürchterlich auf die Nerven ging. Edward entmündigt Bella, und verfolgt sie stalkerähnlich bis in ihre Intimbereiche, er entscheidet was sie wann zu essen wann zu schlafen, und wann sie Schmerzmittel zu nehmen hat. und Bella? Die scheint das gar nicht zu stören, keine Zweifel, keine verteidigung der Privatsphere, nein Bella gibt sich bedingungslos hin, und Stephenie Meyer verkauft uns das als Romantik.
Wozu versuche ich eigentlich meine Tochter zu einem selbstdenkenden Geschöpf zu erziehen, wenn in einem 600 Seiten Groschenroman erklärt wird, dass die wahre Liebe darin besteht sich von dem starken Geschlecht wie ein Kaninchen halten zu lassen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 02.03.2009 23:18:22 GMT+01:00
Jessy meint:
Hey Petra,

diesen Punkt hatte ich bisher gar nicht bemerkt gehabt, und du hast vollkommen recht.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 03.05.2009 11:06:29 GMT+02:00
Dodo meint:
Leider ist das auch mein Eindruck gewesen und einer der Gründe, warum mir das Buch etwas "Bauchweh" machte. : (

Veröffentlicht am 24.07.2009 21:52:03 GMT+02:00
Tindomerel meint:
Zwei Worte: OH JA. Du hast ja so Recht, vielen Dank für diese zutreffende Rezension.

Ich musste bei dem Buch auch öfter an (schlechtere) Fanfiction denken; die Handlung so flach wie die Charaktere, Sues und Stus wohin man nur schaut und die Protagonistin die schlimmste von allen. In einem Punkt muss ich dir aber widersprechen: Gott sei Dank ist es nicht PWP im ursprünglichen Sinne des Begriffes (nein, ich will die sexuellen Fantasien einer frustrierten Mormonin nicht lesen. Urgs. Bilder, verschwindet aus meinem Kopf!)

@Petra: Ja, das ist mir auch sauer aufgestoßen, vor allem, als ich gelesen habee, dass Eddy Bella als er im vierten Band endlich mit ihr pimpern darf, sie grün und blau schlägt (aus Versehen, na klar) und sie daraufhin versucht, die Verletzungen zu verstecken, damit er kein schlechtes Gewissen hat.
...
...
HALLO???!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 31.08.2009 23:41:08 GMT+02:00
Zitat:
"dass Eddy Bella als er im vierten Band endlich mit ihr pimpern darf, sie grün und blau schlägt (aus Versehen, na klar) ..."

Hierbei wird wohl vergessen, daß Eddy immer noch ein übermenschlich starker Vampir ist ... mit einem naturgemäss nicht gerade zarten körperlichen Einfühlungsvermögen ( wie er auch selber fürchtet ).
Das heisst z.B. mit einem sanft gemeinten Druck könnte er Knochen brechen, usw.
Und da Männer sich eh nicht zurückhalten können ( oder wie mal mein Vater sagte: Männer können wie wilde Hunde sein! ) und die Frau "dabei knautschen" ... ist es klar, daß bei einem solchen Herkules Verletzungen entsehen.
Bella hätte schon vorher mit Titan-Handschellen seine Hände ans Bettgestell fesseln müssen oder dergleichen!
‹ Zurück 1 Weiter ›