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Rezension bezieht sich auf: Kreationismus in Deutschland: Fakten und Analysen (Broschiert)
Nachdem die religiösen Evolutionsgegner in den USA einige Erfolge (und glücklicherweise auch herbe Rückschläge) vermelden konnten, haben ihre hiesigen Glaubengenossen Morgenluft gewittert und versuchen nun auch die Europäer davon zu überzeugen, dass die wissenschaftliche Evolutionstheorie Teufelszeug und vor allem falsch ist.Es ist nicht selbstverständlich und sehr verdienstvoll, dass dem einige renommierte Wissenschaftler nicht tatenlos zusehen wollten und sich nicht zu schade waren, die 'Beweise' und Argumente der einheimischen Kreationisten als das zu dokumentieren, was sie sind: Als Bauernfängerei und Volksverdummung. An diesem Punkt sind sich die Autoren einig. Unterschiedliche Auffassungen haben sie aber, ob es den Konflikt zwischen der religiösen und der wissenschaftlichen Denkweise geben muss, oder ob dieser vermeidbar und überwindbar ist. Ein spannendes und erhellendes Buch! Wer sich nun wundert, warum Bücher, die den Kreationismus kritisieren und mittlerweile auch Bücher Kreationismus-kritischer Autoren mit anderen Themen (z.B. Kutschera: Tatsache Evolution: Was Darwin nicht wissen konnte oder auch mein Die Evolution des Menschen) durch schlechte Besprechungen heruntergeschrieben werden und warum diese sog. Besprechungen auch noch als besonders hilfreich gewertet werden, hier ist die Antwort: Es gibt eine Kampagne, die darauf abzielt, wissenschaftliche Kritik am Kreationismus durch persönliche Diffamierungen zu verhindern. Wer sind die Urheber der Kampagne? Aktiv sind hier zum einen die Anhänger der christlich-fundamentalistischen Studiengemeinschaft "Wort und Wissen". Zu Ihren Vordenkern gehören Reinhard Junker und Siegfried Scherer, die ein Pseudo-Lehrbuch der Evolution verfasst haben, in dem sie sich bemühen zu zeigen, dass die Evolution sich nicht als übergreifendes Erklärungsprinzip biologischer Phänomene eignet. Da ihr mittelalterliches Weltbild mit der gesamten modernen Naturwissenschaft (d.h. nicht nur der Biologie, sondern auch der Geologie, der Physik und der Kosmologie) im Widerspruch steht, es also wenig Argumente gibt, die für es sprechen, versuchen sie nun umgekehrt, die wissenschaftliche Kritik zu diskreditieren, soweit sie die Möglichkeit dazu haben. Sieht man sich die besonders gehässigen Besprechungen an, so fällt auf, dass diese nur zum Teil von den erwähnten (erklärten) Kreationisten verfasst wurden. Aktiv sind hier auch die Anhänger des 'Kooperations'-Propheten Joachim Bauer, die es nach außen hin ablehnen, mit den Kreationisten in Zusammenhang gebracht zu werden. Wie er selbst zu dieser Frage steht, sei an dieser Stelle dahingestellt. Eines aber ist deutlich: Da Bauer in seinem aktuellen Buch Das kooperative Gen: Abschied vom Darwinismus mit der modernen (Darwinschen) Evolutionstheorie den Hauptfeind der religiösen Fundamentalisten zu demontieren vorgibt, wurde er zu einem wichtigen Vordenker des alt-neuen Krawall-Kreationismus. Und so ziehen die Bauer-Anhänger und die christlichen Fundamentalisten seit Monaten höchst einträchtig an einem Strang, wenn es darum geht, den in der Öffentlichkeit bekanntesten Kritikern kreationistischer Ideen zu schaden. Alles Zufall oder was? Und natürlich ist das Weltbild der Kreationisten leicht als unsinnig zu erkennen und sachlich zu widerlegen. Dies ist aber in den USA auch nicht anders und trotzdem gehen dort viele Menschen den reaktionären Bauernfängern auf den Leim. Warum sollte dies bei uns anders sein? Und was es gesellschaftspolitisch bedeuten würde, wenn wir auch in Europa eine Rückkehr breiter Bevölkerungskreise in vor-wissenschaftliche Denkweisen bekommen, das aber mag sich jeder selbst ausmalen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen |
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