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Kundenrezension

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gelungener Noir-Thriller des Melodram-Meisters Douglas Sirk, 4. August 2009
Rezension bezieht sich auf: Schlingen der Angst (DVD)
Ein Motorboot / ein gelber Sportflitzer / ein Zug prescht durch das Bild, durchschneidet es brutal, mit hoher Geschwindigkeit, und wer darin ist, ist ziellos, haltlos, rastlos, orientierungslos. Drei Eröffnungen von Sirk-Filmen, immer wieder dieses Motiv, immer wieder interessant. Das letztgenannte ist aus dem hier rezensierten Streifen, die Orientierungslose ist Claudette Colbert, elegant, verwirrt, panisch. Es geht gleich gut los, packend, geheimnisvoll. Wie kommt sie in den Zug? Warum hat sie eine Pistole? Willkommen in einem sehr effektiven, temporeichen, gelegentlich angenehm skurrilen Film Noir von Douglas Sirk, eigentlich eher als Meister des Melodrams bekannt. Doch er kann es auch hier, und er schafft es, einerseits typisch Sirk zu sein, andererseits aber auch nicht das fremde Genre mit Füßen zu treten. Die melodramatischen Elemente, die er geschickt einwebt, trüben nicht die unheilvolle Spannung und passen auch optisch zu der Schwärze des Film Noir sehr gut. Bald schon ist klar, dass der Gatte von Claudette Colbert (Don Ameche) sie trickreich in den Wahnsinn treiben und um die Ecke bringen will. Dazu wird er angestachelt von einem Flittchen, die so abgrundtief verdorben und billig, aber auch sexy ist, dass das noch die Rollen übertrifft, die Joan Bennett für Fritz Lang gespielt hat. Daneben gibt es einen ganzen Sack herrlich skurriler Nebenfiguren. Und es gibt eine gegenüberstellende Charakterisierung verschiedener Milieus und Personen per Kleidung und Ambiente. Das übervolle Haus der wohlhabenden Hauptpersonen (Colbert/Ameche), das wie ein Gefängnis mit dem ganzen Nippes wirkt, der wuchernde Garten, den die Colbert immer "meinen Dschungel" nennt, das ist gut gemacht und braucht den Vergleich mit "Das Haus der Lady Alquist" nicht zu scheuen. Aber auch nicht den mit anderen, bekannteren Sirk-Werken. Ungemein interessant ist die für die Handlung scheinbar sinnfreie Darstellung einer chinesischen Hochzeitsfeier als gutes Gegenbild zu dieser morbiden Welt des Establishments, Sirk nimmt hier schon eine ähnliche Gegenüberstellung zweier Welten vorweg, die es noch in dem bekannten "Was der Himmel erlaubt" geben sollte. Dies führt er mit Sorgfalt auch optisch durch, einfachere Dekors, einfachere Kleidung, hier stimmt jedes Detail. So wie man sich auch an der symbolischen Bedeutung von vertikalen Linien als Schatten, Treppengeländer etc. erfreuen kann: My home is not my castle, but my prison, das macht Sirk öfter.

Der Meister hat diesen seinen Film nicht gemocht. Interviewer John Halliday auch nicht, der nicht mal verstehen konnte, warum Sirk ihn gemacht hat. Autor Michael Stern, der ein Buch über Sirk geschrieben hat, hält dagegen, und ich bin mit ihm einer Meinung: Dieser Film muss gegen seinen Schöpfer verteidigt werden. Schon allein der Vorwurf, dass dem Melo-Mann eher das Schicksalhafte als die Detektion des Krimis gelegen habe, ist etwas, das sich nicht gegen "Schlingen der Angst" ins Feld führen lässt (ein bißchen jedoch gegen den Vorgängerfilm "Angelockt", was aber eine andere Geschichte ist). Zwar wird Detektion auch hier wichtig, aber am Ende ist es doch wieder das Schicksal, das zuschlägt. Wie, verrate ich aber nicht. Sirk gelingt meines Erachtens die Quadratur des Genrekreises. Andererseits lässt sich der Film auch einfach nur als guter Thriller genießen, ohne dass man sich sonderlich in Sirkville auskennt. Von den Hauptpersonen sind insbesondere Don Ameche als schleimiger Böser und Claudette Colbert als verunsicherte Dame der besseren Gesellschaft herausragend; dem irgendwie immer jugendlich wirkende Robert Cummings (z.B. auch in Hitchs "Saboteure") nahm ich seine Wandlung zum Hobby-Helden und -Sherlock Holmes nicht so ganz ab. Macht nicht viel, es gibt tolle Sidekicks bei den Bösen wie Guten, skurril, pervers, manchmal auch ein bißchen lustig. Der tolle Eindruck wird durch einen Audiokommentar von Marek Bringezu abgerundet; es ist schön, dass wir auch hierzulande gute Kommentatoren haben. Insgesamt ein glänzender Film Noir, der meines Erachtens dringend dem Vergessen entrissen werden muss.
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Von 1 Kunden verfolgt

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1-3 von 3 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 10.10.2011 01:30:04 GMT+02:00
jazzfan meint:
als film-begeisterter gehe ich im internet spazieren, stoße auf längst vergessene und zugleich höchst interessante filme, schaue nach bei amazon und wer ist schon da: tonio gas...ich bin schwer beeindruckt!...danke für diese, wieder einmal, sehr profunde rezension !

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 10.10.2011 06:45:04 GMT+02:00
Klein Tonio meint:
Ganz herzlichen Dank! Werde ich denn auch Deine Rezension zu dem Film bald lesen können? LG, Tonio

Veröffentlicht am 10.12.2013 00:01:42 GMT+01:00
movie victim meint:
Hallo, Tonio!
Gibt es eigentlich einen Film, den Du noch nicht kennst?
Habe extra nicht geguckt, gleich los geschrieben, lese hinterher die anderen Meinungen, und wer war schon vor mir da? Der Tonio.
Und wir scheinen ja den gleichen Geschmack zu haben.
Da werden wir uns wohl noch öfters lesen.
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