Kundenrezension

185 von 254 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erwartungen mehr als übertroffen; UPDATE: Blu-ray-Wertung inklusive, 2. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Tron Legacy [Steelbook] [Digital Copy + Blu-ray 3D] [Limited Edition] (Blu-ray)
Meine Kritik:

1) Plot / Handlungskonsistenz

Eines muss man zugeben: Das Drehbuch ist nicht unbedingt die Stärke des Films. Wie bereits der erste Teil von 1982 begeben sich die Schreiber in keine sonderlich tiefgründigen Welten und betreiben auch keine exorbitanten Charakterstudien, zudem holpert die Logik etwas. Aber mal ehrlich, wir haben Tron 1 gesehen und er hat uns gefallen trotz zahlreichen Kritikern und ihren Beurteilungsschablonen. Letztendlich überzeugt die Story für einen Science-Fiction-Film mit Optik-Schwerpunkt und wer von dem Film eine Story im Stile Lems erwartet, ist nun mal selber Schuld. Vor kurzem durfte ich anderorts einen guten Kommentar lesen: Wer da reingeht und meckert, der kauft sich wohl auch einen Ferrari und beschwert sich dann, dass er damit kein Sofa transportieren kann. Dass Jeff Bridges, der sich seine Rollen mittlerweile aussuchen kann, zunächst bei der Zusage zögerte, um dann aber schließlich nach viel Eigenanteil zuzusagen, spricht auch für sich. Wenn man etwas kritisieren möchte, dann einen etwas ungesunden Spannungsbogen, der eher eine Sinus-Kurve ähnelt, und die Figur des Zuse, der einen unweigerlich an den Merowinger aus Matrix erinnert, wenngleich auch auf wahnsinnigerem und trivialerem Niveau.
Eine wichtige Anmerkung für Interessierte muss zuletzt noch getätigt werden: Wie in Teil 1 teilen sich Flynn und Tron Anteile, aber in Legacy ist Tron zu sehr großen Teilen Hintergrundfigur, was als teilweiser Etikettenschwindel gesehen werden könnte, wobei hier die Vater-Sohn-Beziehung zwischen Flynn und Ben so dominant ist, dass schlichtweg kein Platz mehr für weitere Stränge gewesen wäre.

2) Schauspielerische Leistung

Diese würde ich als überzeugend einstufen. Jeff Bridges liefert hier in einer Dreifach-Rolle (junger Flynn, alter Flynn, Clu) ab, was andere nicht mal in einer einzigen Rolle zeigen können. Die weibliche Protagonistin Olivia Wilde beweist, dass eine attraktive Bühnenpräsenz und überzeugendes Spiel keine Gegensätze sein müssen. Der eigentliche Hauptdarsteller Garrett Hedlund fällt wohlgemerkt im Vergleich etwas ab. Er überzeugt in seiner Rolle in der realen Welt, mehr als das viele andere junge Akteure in den letzten Jahr(zehnt)en getan haben, kann dann aber nicht mehr mit Bridges und Wilde mithalten.

3) Atmosphäre (Audiovisuelle Darbietung)

In diesem Punkt kann es nur eine vernünftige Meinung geben: Spitzenklasse. Ein Regisseur mit Architektur-Hintergrund und allgemein Macher mit viel, viel Sinn für passenden Stil und Ästhetik und gleichzeitiger Detailliebe findet man sehr selten, hier aber auf sehr, sehr hohem Niveau. Der Film atmet zudem Coolness, ohne dabei zu Peinlichkeit überzugehen und erfahrene Kinobesucher wissen, welch Wert ein solches Prädikat hat.

Der Soundtrack gehört für mich mit zum Besten, was jemals in diese Kategorie gefallen ist. Ein Vergleich mit rein klassischen Werken von Größen wie dem großen Ennio ist natürlich schwer, aber der Soundtrack überzeugt selbst jemanden wie mich, der gewisse Ansprüche hat. Daft Punk schaffen nämlich gleich drei Dinge: Einerseits eine absolut zum Film und zu den Szenen und Figuren passende musikalische Untermalung zu bewirken und dabei auch selbst etwas aufzubauen und tragend zu wirken und andererseits eine solche Qualität an Tag zu legen, dass man ihn sich von vorne bis hinten auch ohne Film zig Mal anhören kann.

Kleine Anmerkung in Sachen Ton: Die Synchronisation ist mir insgesamt nicht aufgefallen, was gemeinhin äußerst positiv ist.

4) 3D-Technik (Kino-Version wird bewertet)

Dafür wurde 3D in Filme integriert. Saubere Arbeiten, Effekte mit Hirn, kein "Wir hauen jetzt noch schnell ein paar Effekte drüber, damit die Kino-Karte doppelt so teuer sein kann". Seit Avatar das mit Abstand beste 3D-Erlebnis für mich. Wer da ein Problem mit den 3D-Effekten hat, hat wohl seit Avatar keinen andere Realfilm mehr in 3D gesehen.

5) Blu-ray-Qualität (UK-Blu-ray wird bewertet)

Die Bild- und Tonqualität ist absolut glasklar und exzellent. Wesentlich besser als bei fast allen Blu-ray-Filme, die ich bisher gesehen habe (Casino Royale, Shutter Island, Die Hard 4.0, A-Team) und so gut wie bei Avatar.
Die Menüs sind liebevoll an die Atmosphäre des Films angepasst und soweit ich bisher gesehen habe fehlerlos.
Die Bonus-Features entsprechendem zudem meinen Anforderungen an Qualität und Umfang; "Flynn Lives" ist ein schön gemachter Übergang von TRON auf TRON: Legacy und Visualizing und Casting fand ich sehr interessant. Ein Gag am Rande ist auch enthalten: Die Sounds, die man im Film in der Arena hört, haben Fans auf einer Comicmesse bei der Pressekonferenz zum Film selbst nach Anweisungen der Macher geschaffen und sind so auch super wiederzuerkennen; Dazu ist das entsprechende Video von der PK enthalten.

Fazit:

Eine schwächelnde, aber sich locker noch im oberen Mittelfeld des SciFi-Genres befindliche Story wird in ihren Schwächen massivst sowohl von der Optik und der dazugehörigen Detailliebe, dem Soundtrack, der Atmosphäre und dem hier wirkungsvollen Schmankerl 3D plus insgesamt gut bis sehr gut agierenden Schauspielern überwogen. Der Film erhält von mir ohne Zögern das Prädikat "Empfehlenswert" und angesichts dieses optischen Meisterwerkes, einen anderen Titel darf man gar nicht verwenden, wird das meine dritte selbst gekaufte Blu-Ray (nach Avatar und Casino Royale) werden.
Die Blu-ray lässt zudem bei mir keinerlei Wünsche offen, sowohl in Sachen Quantität als auch Qualität.
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Kommentare

Von 7 Kunden verfolgt

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1-10 von 34 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 05.02.2011 19:35:11 GMT+01:00
F. Zippel meint:
der junge flynn wird nicht von Bridges gespielt. Es ist G. Hedlund.

Veröffentlicht am 05.02.2011 20:48:49 GMT+01:00
Info Expresss meint:
Ich hab letztens das Making-of gesehen und da hat Bridges seine Jüngere Version gespielt er hat extra so ein Ding auf Kopf mit vielen Punkten für das Motion Capture verfahren. Es könnte natürlich sein das sie Jeff Bridges digital verjüngerten Kopf auf G. Hedlunds Körper gemacht haben... Guckst du hier: http://www.youtube.com/watch?v=xahmSp1rFLU ab 58 sek sieht man sein Motion Capture verfahren Spoiler könnten sein...

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 05.02.2011 23:36:01 GMT+01:00
Neroon meint:
Ich denke, Sentenza meint mit dem "jungen Flynn" nicht Sam Flynn, sondern Kevin Flynn, wie er ganz am Anfang zu sehen ist.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 06.02.2011 03:02:21 GMT+01:00
Sentenza meint:
Ja, ich meinte den jungen Kevin Flynn, danke für den Hinweis. Das ist das Problem bei mehreren Figuren gleichen Familiennamens ;)

Veröffentlicht am 06.02.2011 14:27:06 GMT+01:00
Kann dieser Rezension nur zustimmen! Mein Fazit, das ich in meinem Bekanntenkreis gerade verteile, lautet: etwas dämliche Story, aber das sei geschenkt, aber die Bilder, gerade im Zusammenspiel mit dem genialen Soundtrack, haben mich regelrecht geplättet. Allerdings denke ich, dass es hilft, wenn man so ein wenig in der "Computerecke" zu Hause ist und leichte Geek-Tendenzen aufweist ;-)

Veröffentlicht am 07.02.2011 09:00:26 GMT+01:00
Stephan Beck meint:
Tolle Filmrezension! Wäre sinnvoll in einem Filmforum gewesen, aber nicht hier, sie bewerten eine Bluray die es noch gar nicht gibt!

Veröffentlicht am 08.02.2011 01:27:58 GMT+01:00
Silchas meint:
Ich mache es kurz.
/sign

Veröffentlicht am 11.02.2011 09:14:15 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 11.02.2011 09:15:08 GMT+01:00
Ich kann nur vollkommen zustimmen und einen Punkt noch unterstreichen. Daft Punks Filmmusik ist einerseits unterschwellig, um dann in den "stillen" Momenten des Films so dominant aufzutrumpfen, dass es sich allein deswegen schon lohnt ins Kino zu gehen, oder später die Blu-Ray zu kaufen. Mit einem Augenzwinkern könnte man sagen, "Tron Legacy" ist das längste Musikvideo des französischen Duos. Seit Clint Mansells Soundtracks (The Fountain, Requiem for a Dream) hätte ich es nicht für möglich gehalten, einmal mehr eine so gelungene Kombination von Musik und Setdesign wie im Fall von Tron Legacy erleben zu dürfen.

Veröffentlicht am 11.02.2011 10:54:42 GMT+01:00
Eine Frage an den Rezensenten: Wie schaut es aus mit Bonus Features? Ist die Bild/Ton-Qualität angemessen? Ist der FSK-Flatscher abziehbar? Wenn ich mir Rezensionen durchlese, will ich auch etwas über das Produkt erfahren. Hier wurde der Inhalt erläutert: okay, aber was ist mit all dem anderen? Den Inhalt bekomm ich auch auf der DVD Edition oder auf einer nicht limitierten Erstauflage im Steelbook.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 11.02.2011 21:33:30 GMT+01:00
M. Kleschitz meint:
Stimme Stephan Tronke zu. Leider mal wieder das alte Leid: Über 30 Rezensionen hier zu einem Produkt, das keiner der werten Rezensenten überhaupt in Händen gehalten haben kann. Somit wird auch munter nur der Inhalt bewertet (wie frisch im Kino gesehen). Das ganze Drumherum (Bluray-Umsetzung, Extras: alternatives Ende / fehlende Szenen undundund, verfügbare Tonspuren usw.) fällt komplett unter den Tisch. Somit wird das Ergebnis für den an der Bluray interessierten verfälscht.
Das ist einer der Schwachpunkte der Amazon-Rezensionsfunktion. Ist es wirklich so schwer, sich in nem Filmforum anzumelden?
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