Kundenrezension

33 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine elementare Punkdokumentation, 2. Januar 2003
Rezension bezieht sich auf: Verschwende Deine Jugend: Ein Doku-Roman über den deutschen Punk und New Wave (suhrkamp taschenbuch) (Broschiert)
Ein wundervolles Buch - der Autor Jürgen Teipel hat in akribischer Arbeit einige hundert Zeitgenossen der deutschen Punk-, Industrial- und New Wave-Bewegung befragt und aus den zahlreichen Antworten eine chronologische Reise durch eine der intensivsten Phasen der deutschen Nachkriegsgeschichte zusammengefügt. Angesiedelt sind die Statements in der deutschen Punk-Geburtsstadt Düsseldorf (Ratinger Hof) und den späteren Epizentren Hamburg (Marktstube, Karoviertel und Markthalle) und Berlin (SO 36) zwischen 1976 und 1983, also zwischen der grauen Ära des Späthippietums und deutschen Terroristentums sowie von Helmut Kohls Machtergreifung und dem Ausbruch der kommerziellen Neuen Deutschen Welle. Die Liste der Interviewten ist lang und reicht von Musikern wie Peter Hein (Fehlfarben), Blixa Bargeld (Einstürzende Neubauten), DAF, Campino (Toten Hosen), Andreas Dorau und Nina Hagen zum Autor Peter Glaser, Indie-Labelchef Alfred Hilsberg oder den Schauspieler Ben Becker.
In umfangreichen, authentischen, lustigen und teil intimen und erschütternden Bekenntnissen zeigen sich darin nicht nur persönliche Aufstiegs- und Fallstudien einzelner Beteiligter, sondern auch ein detailliertes Bild einer umbrechenden deutschen Gesellschaft, die damals alles andere als rosig war. Heute ist es kaum noch vorstellbar, dass man 1977 alleine beim Tragen von kurzen Haaren und bunten Stickern auf der Straße noch von Hippies als Faschist bezeichnet, von Proleten zusammengeschlagen, von Rentnern beschimpft und von Bauarbeitern mit Dachlatten durch die Stadt gejagt worden ist.
Jedenfalls kann ich jedem, der sich für die Entwicklung der der deutschen Musik interessiert, dieses Buch wärmstens ans Herzen legen, und sicherlich wird der eine oder andere über 30jährige sich in manchen Momenten wiedererkennen. Zudem wird hierbei deutlich, dass Punk in erster Linie eine Einstellung und ein Sammelbecken für die unterschiedlichsten neuen Lebens- und Musikstile war, und nicht die Reduktion auf Prä-Beckham-Hahnenkampffrisur, Dosenbier und reinen Proletenrock.
Zu dem Buch gibt es neben einigen Schwarzweißbildern auch eine hilfreiche Zeittafel der Ereignisse sowie eine biografische Übersicht über den Verbleib der Punkheroen, von denen einige heute als Musikmanager, Lagerarbeiter, Heilpraktiker, Ingenieur, Banker oder Künstler arbeiten. Und die gleichnamige Doppel-CD dazu sei auch jedem ans Herz gelegt!
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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 03.09.2012 21:51:22 GMT+02:00
Myrna4Loy meint:
über 30-jährige? die leute, die dort zu wort kommen waren 2003 etwa mitte 40.
ich selbst war 5 jahre jünger, was in der damals noch sehr viel schnellebigeren zeit als heute, einen großen unterschied machte.
punks kamen mir immer etwas altbacken und musikalisch uninteressant vor. ihr hass auf die hippies war ein abrechnen mit den leuten, die vor ihnen interessant waren. für mich waren hippies teil meiner elterlichen sozialisation und damit kannte ich sie nicht als die angeblichen blumenkinder, sondern als konsequent politische menschen, die es sehr viel schwerer hatten, als die etwas zu spießigen und bequemen punks. erst etwa 1980, als sich punk zu new wave entwickelte, wurde er wirklich interessant, bis er dann 1983 von seiner eigenen politischen naivität und der daraus resultierenden konservativen verdummung zu lebenslangem nischendarsein verdonnert wurde. dumm gelaufen, aber eben auch selber schuld. denn noch heute gilt für die immer noch sehr konservative mehrheit der jugend zölibatäres politikverbot und kraft durch freudigen konsum.
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