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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen At Least We're All Lost Together..., 7. März 2014
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Rezension bezieht sich auf: Lost Forever/Lost Together (Audio CD)
Architects. Keine andere Band löst bei mir diese nervöse Vorfreude aus, wenn es um ein neues Album geht. Bis auf ihren Ausfall bei "The Here And Now" gibt es auch bei Weitem kein Album von ihnen, das ich nicht zu meinen Lieblingen zählen kann. Ich verfolge die Band seit Ruin/Hollow Crown Zeiten und war sofort begeistert, bzw. bin es heute noch.
Nach "Daybreaker", dem Album, auf dem sie sich zu ihren Wurzeln und ihrer Härte bekannt haben, sind jetzt fast genau 2 Jahre ins Land gezogen und ich habe mich schon öfters gefragt, was für einen Stil sie auf ihrem neusten Werk wohl verfolgen werden, da die Briten der Meinung sind, dass jedes Album eigenständig und anders klingen muss.
Ganz so groß waren die Veränderungen zu den 2 herausstechendstemn Alben ihrer Karriere dann doch nicht, man könnte aber auch sagen: sie haben ihren Stil gefunden. "Lost Forever//Lost Together" steht irgendwo in der Mitte zwischen den genialen Leads und der Abwechslung von "Daybreaker" und der Härte und Vertracktheit von "Hollow Crown" plus einer ordentlich Menge düsterem Ambiente Flair.
Denn eins ist das neue Architects Album sicherlich: düster und hart. Des Öfterne hab ich mittlerweile von einer Art "Weltuntergans-Stimmung" gehört und ich finde, es charakterisiert die Atmosphäre auf diesem Album relativ gut.

Insgesamt herrscht deutlich mehr Härte als noch auf dem Vorgänger Album und der Clean-Gesang hat sich drastisch zurückgeschraubt und kommt, entweder in klarer Form oder gemischt mit Screams, nur noch gut plaziert vor, was den Clean Gesang zu einer Art Highlight jedes Songs macht.

Zu den Songs:
1. Gravedigger: Ganze 16 Sekunden Intro mit leicht verzerrter Gitarre werden einem gegeben, bevor es dann voll auf die 12 gibt. Dabei ist der Opener nicht einmal der härteste Song des Albums, wohl aber einer, der den größten Ohrwurmcharakter hat. Clean gesungen wird hier nur im Refrain, das Hauptaugenmerk liegt auf der Abwechslung zwischen düsterer Atmosphäre und harten Riffs und Breakdowns.

2. Naysayer: Die erste Single des Albums und auch gleich einer der härtesten Songs des Albums. Der im Uptempo-Bereich gehaltene Songs geht direkt mit Blastbeats und Doublebass in die Vollen. Auch im Refrain wird nicht vollends clean gesungen. Sam wendet hier seine Technik vom sehr verzerrten Gesang an, die sich ausgezeichnet in den Song einfügt. Zudem haben die Architects in dem Song einige Polyrhytmen a la Meshuggah verbaut, für die sie bekannt sind.

3. Broken Cross: Der Song beginnt mit düsteren Synthies, die umgehend von Sams Screamen durchbrochen werden und einem breakdownartigem Riff platz zu machen, nur um dann wieder von den Synthesizern und Sams engelsgleicher Stimme zum Vorschein zu bringen. Für den Rest des Songs herrscht dann aber die Abrissbirne und groovige Riffs jagen polyrhytmische Breakdowns. Bis jetzt gehen die Architects noch bei keinem Song vom Gaspedal runter.

4. The Devil Is Near: Durch die Gang-Shouts am Anfang wird ein Live-Hit garantiert. "The Devil Is Near" drosselt ein wenig die Geschwindigkeit, ohne wirklich als langsam zu gelten. Besonders die Hook während des Breakdowns und der melancholische Mittelpart wissen zu überzeugen.

5. Dead Man Talking: Eröffnet wird der Song vom Refrain und Sams verzerrtem Gesang bevor dann groovige Riffs und ein After The Burial-artiges Chugging einsetzen. Dieses Chugging zieht sich gekonnt durch den Song hindurch und lässt ihn sehr Djent-mäsig erscheinen.

6. Red Hypergiant: Der Instrumentaltrack lässt einem eine erste Verschnaufpause nach der ersten Hälfte des Ablums. Im Hintergrund läuft eine Rede, die mit den Worten "We are one planet" endet. Erinnert stark an Northlanes "Singularity" vom gleichnamigen Album. Ab ca. der Mitte setzt dann die authentische Lead-Gitarre ein, die den Song dann doch noch zu einem kleinen Highlight werden lässt.

7. C.A.N.C.E.R: Haut wieder voll auf die 12. Nach einem kurzen Breakdown hämmert auch schon einer der mächtigsten Breakdowns aus den Boxen. Thematisch werden die Erfahrungen von Gittarist Tom Searle behandelt, die er mit seinem Krebs gemacht hat. Nach "Gravedigger" und "Naysayer" hat dieser Song meiner Meinung nach am meisten Ohrwurmpotentzial.

8. Colony Collapse: Dieser Song erinnert von allen auf dem Album am meisten noch an Daybreaker aufgrund des großen Einsatz von Clean Gesang. Besonders die geniale Basslines stechen einem jedoch bei diesem Song ins Auge. Nach den Uptempo Songs in der ersten Hälfte des Albums und "C.A.N.C.E.R" ist "Colony Collapse" eine gut gelungene Abwechslung im Mid- bzw. Lowtempobereich.

9. Castles In The Air: Durch die Riffs, die teils recht melodisch und teils sehr groovend ausfallen, gewinnt der Song an Fahrt und steigert sich bis zum epischen Schluss und Refrain gekonnt. Gerade dieser epische Schlusspart weiß zu gefallen und verleiht dem Song eine ganz besondere Note.

10. Youth Is Wasted On The Young": Der quasi Titeltrack des Albums, da aus ihm der Albumtitel hergeleitet wurde, kommt mit einem Gastauftritt im Vocalbereich daher. Die einen mögen meinen, es sei eine Bereicherung für den Song, meiner Meinung nach aber konnte bisher KEIN einziger Gastsänger bei einem Architectssong bei mir wirklich Eindruck schinden. Im Gegenteil, für mich waren sie immer unspektakulär und ich fand, ohne Gastgesang wären sie besser dran gewesen aber naja. Bei diesem Song ist es nicht anders, auch wenn des Gastgesang diesmal nicht ganz so nervend auftritt. Ansonsten ein andere klasse Song, der gut mit dem Tempo variiert und sich gegen Ende immer mehr aufbaut!

11. The Distant Blue: Zum Schluss gibts diesesmal keine Ballade wie "Hollow Crown" oder "Unbeliever", nichtsdestotrotz ist "The Distant Blue" wesentlich ruhiger und atmosphärischer als der Rest der Songs und mit seinen 5 Minuten und 12 Sekunden auch der längste Track des Albums, wirkt aber keineswegs anstrengend oder in die Länge gezogen und bildet den perfekten Abschluss des Albums.

Alles in Allem bleibt mir nur zu sagen: Hut ab, die Architects habens schon wieder getan. "Lost Forever//Lost Together" reiht sich in die Topliste der progressiven Metalcore/Djent Alben ein und lässt nahezu keine Wünsche offen. Wie oben schon erwähnt, liegt "Lost Forever//Lost Together" was Härte betrifft, irgendwo zwischen "Hollow Crown" und "Daybreaker", kommt von der Genialität aber an diese beiden Alben heran. Die auf G heruntergestimmten Gitarren, geniale Hooks und Leads, eine düstere Atmosphäre und Sams unbegreifliche Gesangsleistung präsentieren eine gekonnte Leistung der 5 Briten und liefern ein Architects Album ab, das ganz anders klingt, als vorherige Outputs, aber mit dem gewohntem Architects Stil. Für mich gehören die Architects zu einer der talentiertesten Bands im heutigen Metalbereich, egal ob es um Songwriting oder die Beherrschung ihrer Instrumente geht.

5/5 Sternen und meiner Meinung nach jetzt schon Album des Jahres!

Anspieltipps:
Gravedigger
Naysayer
C.A.N.C.E.R
Colony Collapse
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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 12.06.2014 20:40:44 GMT+02:00
Anne-Christin meint:
Diese Rezension trifft den Nagel auf den Kopf, Hut ab!
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