Kundenrezension

13 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Mindcrime" a la Schaffer, 14. September 2007
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Framing Armageddon (Something Wicked Part I) (Audio CD)
"Wie man's macht, macht man's falsch." Getreu diesem Motto beobachtet man bei den meisten neuen Alben alteingesessener und verdienter Bands gespaltene Publikumsreaktionen (z.B. Judas Priest, Iron Maiden): Am häufigsten hört man: Alles schon mal dagewesen, nur mindestens 1000mal besser. Konsequenterweise wird natürlich auch gemault, wenn die neue Platte ganz anders klingt -- dann heißt's "Stilbruch, Verrat an den Fans" etc. pp.

Ich muss auch nach mehrmaligem Hören der neuen Iced Earth-Scheibe ganz ehrlich sagen: Ich kann keinen einzigen Punkt der Maulerei über "Framing Armageddon" so richtig nachvollziehen. Wenn man Matt Barlow (sehr guter Mann) nachtrauert und Tim Owens (auch sehr guter Mann) partout nicht in Iced Earth hören will, gut, dann hat's keinen Zweck, aber deswegen ist doch die Musik nicht schlechter.

Was haben die Leute denn erwartet?
Wo Iced Earth draufsteht, ist Jon Schaffer drin und genauso klingt die neue Scheibe auch. Was einige Meckerer als "schon hundertmal gehört" abtun, sind eigentlich die Trademarks von Iced Earth (und das schon seit Jahren): So spielt der Mann Gitarre, so konzipiert er seine Alben und so schreibt er halt seine Songs. Ständig über "The Night of the Stormrider" oder "Burnt Offerings" zu philosophieren, ist ungefähr so, als würde man bei jeder neuen Maiden ein Referat über die Paul DiAnno-Ära halten.
Die Musik von Iced Earth kann nicht jede Platte komplett anders oder neu klingen, ohne einen Stilbruch zu riskieren, dafür ist der musikalische Rahmen einfach zu eng gefasst. Auf dieser CD hat er allerdings, vor allem in den Zwischenspielen, für diese Metal-Spielart ungewohnte Instrumentierungen gewählt, die das Klangspektrum deutlich erweitern.

Und was wird denn nun sonst im ersten Teil der "Something Wicked"-Story geboten? Der Musik angemessen produzierter, energiegeladener Metal mit satten Riffs, interessant instrumentierten atmosphärischen Zwischenspielen, melodischen Refrains mit einer gewissen Neigung zum Bombast (die Zusammenarbeit mit Hansi Kürsch im Demons & Wizards - Projekt hat auch ein wenig auf Iced Earth abgefärbt) und eine SciFi-Fantasy-Story, die womöglich nicht jedermanns Sache ist. Das Spektrum der Songs reicht von

Mit gewohnter Präzision bearbeitet Jon Schaffer -- bis auf ein paar Gitarrensoli -- alles, was Saiten hat und Sänger Owens präsentiert die Story gesanglich in absoluter Topform. Richtig ist, dass die Musik nicht mehr so breaklastig, sondern homogener und geradliniger geworden ist. Dafür sind die Rhythmen und Drumparts jetzt etwas ausgefeilter in den Details. Meister Schaffer zitiert hier und da sich selbst, wobei es sich aber größtenteils um die o.g. Markenzeichen der Band handelt. Und natürlich finden sich Zitate der Trilogie vom "Something Wicked"-Album (z.B. bei "Something Wicked Pt. 1"), was wohl definitiv so beabsichtigt war ;-)

Das Songspektrum umfasst die üblichen Maiden-artigen Galopp-Riff-Verdächtigen ("Setian Massacre", "Framing Armageddon"), fette Halbballaden ("Charge to keep", "The clouding") und straightere Nummern ("Ten thousand strong", "Order of the rose"). Interessante Nummern sind auch "The domino decree" und das bombastisch angelegte "Born is HE".

Man sollte an dieser Stelle vielleicht auch erwähnen, dass Schaffers Texte jetzt etwas "singbarer" geworden sind. Vorher kam es öfters vor, dass sich die Sänger mit Zeilen herumplagen mussten, die sie hinsichtlich der Silbenbetonung vor unlösbare Aufgaben stellten und das klang manchmal arg gestelzt. Zwar muss Tim Owens immer noch so manche Silbe etwas künstlich in die Länge ziehen, aber es ist deutlich besser als früher.

Nach meiner Meinung hat Jon Schaffer hiermit sein eigenes "Operation: Mindcrime" erschaffen, wobei Iced Earth freilich erdiger und songorientierter zu Werke gehen und nicht so dramtaturgisch-psychologisch ansetzen wie seinerzeit Queensryche.

Ginge es nur um die eigentlichen Songs, so hätte ich eher 4 Sterne vergeben. Aber ein Konzeptalbum sollte man meiner Meinung nach "ganzheitlicher" sehen. Die Story wird gut erzählt und kommt in Verbindung mit den Songs wie aus einem Guss daher, zusätzlich schaffen die Zwischenspiele eine gewisse "setianische" Atmosphäre. Das Gesamtpaket stimmt also.

Unter'm Strich sehe ich daher wirklich keinen Grund, Sterne abzuziehen. Das sind die Iced Earth anno 2007 und sie haben ihre Sache gut gemacht. Bleibt zu hoffen, dass "Part II" ähnlich gelingt (und qualitativ nicht so absäuft wie "Mindcrime 2").
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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 26.01.2012 00:16:32 GMT+01:00
Petrale meint:
Klasse Kommentar - Meine Meinung und meine Denkweise voll getroffen, danke!
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