Kundenrezension

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kein Masterplan - wozu auch?, 4. September 2012
Von 
Rezension bezieht sich auf: Goat's Head Soup [Vinyl LP] [Schallplatte] (Vinyl)
Die Ziegenkopfsuppe war gar kein schlechtes Album, aber von einer Band die hintereinander 4 Meisterwerke rausgehauen hatte, hatten sich die Kritiker halt damals mehr erwartet. Bei genauerem Hinhören bemerkt man aber dann schon wie großartig - und vor allem soundmäßig dicht, diese Scheibe ist.

Auffällig hier - viele der tracks klingen irgendwie nach (allerdings guten) Überbleibsel der vorangegangen Alben. ,Dancing with Mr. D.` hätte auch von Sticky Fingers sein können, das räudige Blues ,Hide Your Love` wäre auf Exile gut aufgehoben gewesen, genauso wie das country-infizierte ,100 Years Ago` (das im Übrigen am Ende ganz höllisch groovt).

Ein Riesenerfolg wurde die Scheibe (No.1 in US u. UK) vor allem wohl dank des Überhits ,Angie`. Das ist zwar sicher mittlerweile abgenutzt, gehört aber immer noch zu den zartesten Stones Songs ever. Die zweite - eigentlich fast bessere Schnulze hier - ,Coming Down` überrascht mit einem Jagger/Richards Duett und das gab's in dieser Form ja nicht gerade oft bei den Steinen.

Der Abräumer dieser Scheibe ist aber ,Heartbreaker`, das ohne Billy Preston's Clavinett Hook natürlich nie so überzeugend ausgefallen wäre und Mick Taylor's Wah Wah Gitarre ist wohl genauso wichtig für einen der schwärzesten track den die Band je eingespielt hat.
,Star Star` wird wohl auf ewig Keif's berühmtester track sein - vor allen wg. der vielleicht eindeutigsten Chuck Berry Referenz aller Stones songs. Eigenartig ist nur, dass er die lead vocals damals nicht selbst sang.

Das schönste aber an ,Goats Head Soup` ist wie kompakt die Band hier klingt - so als ob Taylor eh schon seit 10 Jahren dabei gewesen wäre, wodurch selbst durschnittliche Kompositionen wie ,Silver Train` einen unglaublichen Drive und eine tolle Dynamik entwickeln . Gerade diese Platte legte die Messlatte für Taylor's späteren Ersatz Ron Wood sehr hoch - herrlich Taylor's Slide Parts auf dieser LP.

Und natürlich muss man auch Jimmy Miller wieder hervorheben; egal ob er diesem song nun Bläser hinzufügte, oder bei jenem geschmackvolle Streicher - Miller machte damals eigentlich alles soo richtig und holte aus allen songs das Maximum heraus.

Also - auch wenn ,Goats Head Soup` eine gemischt Angelegenheit sein mag - Spass macht die Scheibe immer noch und einen wirklichen Masterplan für ein ganzes Album hatten die Stones wohl ohnehin nie, wozu auch? Wenn am Ende dann solch` schöne Songsammlungen entstanden....
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1-10 von 20 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 06.09.2012 18:57:21 GMT+02:00
Child in time meint:
Strike.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 07.09.2012 08:31:13 GMT+02:00
V-Lee meint:
danke.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 07.09.2012 19:28:07 GMT+02:00
Child in time meint:
`Angie` kenne ich natürlich (und finde das Stück stark), aber sonst kenne ich dieses Album gar nicht (bin aber auch nicht der Stones-Fan).

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 10.09.2012 11:18:32 GMT+02:00
V-Lee meint:
na dann hör' mal rein. schöne unterschiedliche stile und doch alles typisch stones. eigentlich kaum schlechter als 'sticky fingers'...

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 10.09.2012 14:38:19 GMT+02:00
Rocker meint:
naja,angie ist nun aber nicht unbedingt so richtig typisch stones, meine ich...
jedenfalls nicht aus dieser phase irgendwo zwischen twentours und seniorenpass

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 11.09.2012 09:15:26 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 11.09.2012 09:16:07 GMT+02:00
V-Lee meint:
naja aber schnulzen hatten bei den stones schon tradition - denk mal an 'as tears go by' oder 'lady jane'. und ich würde durchaus auch 'wild horses' dazuzählen - und eine schnulze muss ja nichts schlechtes sein.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 11.09.2012 10:31:24 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 11.09.2012 10:35:39 GMT+02:00
S. schmidt meint:
Oha, kaum schlechter als Sticky fingers finde ich schon recht gewagt, die Songs haben m.E. wesentlich mehr Potential, für mich vielleicht sogar die beste aller Stones Platten . Ok, vielleicht auch Beggars Banquet oder Let it Bleed, aber diese Platte fällt doch gegenüber den Vorgängern deutlich ab.
Wie übrigens auch alle späteren Stones Platten.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 11.09.2012 13:45:26 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 11.09.2012 13:46:24 GMT+02:00
Rocker meint:
aber die von dir genannten sind alle früher entstanden...deshalb auch mein kleiner nachsatz. ich denke besonders an das sitarspiel auf lady jane...

aber du hast schon recht. natürlich ist angie kein einzelfall und es ist auch gut. aber im sinne von 'typisch stones' sehe ich diese lieder jetzt auch wieder nicht.

und angie ist nun dermassen abgenudelt worden, dass ich persönlich dieses songs leicht überdrüssig geworden bin...im laufe der jahre jedenfalls...

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 11.09.2012 14:34:19 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 11.09.2012 14:34:38 GMT+02:00
V-Lee meint:
@ s.schmidt - ich hab' lange gebraucht bismir goats head soup wirklich gefiel, aber ich finde die meisten songs hier besser als vieles was bspw. auf 'exile' drauf ist. dass black & blue und some girls um einiges schwächer waren, da stimme ich ihnen zu.

@ rocker: mir geht's ja mit angie genauso, aber man darf halt einen guten song nicht schlecht reden nur weil man ihn zu oft gehört hat. und das potential, dass man songs noch so oft hören kann und sie einen nicht nerven, hab' ich bisher eigentlich nur bei den beatles und bei dylan entdeckt...

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 11.09.2012 14:59:39 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 11.09.2012 15:05:42 GMT+02:00
Rocker meint:
es liegt mir fern etwas schlecht reden zu wollen...auch angie nicht.

nun, yesterday und blowing in the wind kann ich manchmal auch nicht mehr hören...
z.b. spielt bob dylan dieses lied seit einigen jahren auch wieder bei seinen konzerten und da nervt es gar nicht, weil er es immer wieder neu arrangiert vorträgt. machmal erkennt man es erst, wenn der text beginnt....

auf jeden fall finde ich auch, dass 'goats...' besser ist als sein ruf und das hat im wesentlichen mit angie, heartbreaker und dem schönen (und seltenen) duett bei coming down zu tun.

also liegen wir in unserer bewertung ja nah beieinander
mein kleiner einwand bezieht sich auf den song selber, den ich nicht für typisch halte. aber er passt natürlich super auf dieses album, da gibt es für mich keine zweifel.

ich erinnere mich, dass die erwachsenen damals verwundert gefragt haben (wenn angie lief...): das singen die stones ? ach, so schlimm klingt das ja gar nicht...
für mich als kind hieß die botschaft dieser aussage: das ist also normalerweise die dunkle seite der macht...
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V-Lee
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