Kundenrezension

19 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Für die Insel Vol. 1 - 2010 Remasters, 18. Oktober 2010
Rezension bezieht sich auf: 1962-1966 (Red Album) (Remastered) (Audio CD)
Das "Rote" und "Blaue Album" habe ich schon unter ihren Erstausgaben von 1993 rezensiert (s.d.), deshalb hier nur ein paar Worte zu der Neuauflage von 2010: Wie zu erwarten, wurden die Remasters vom letzten Jahr verwendet, wobei man sich strikt an der genannten Erstausgabe orientierte, d.h. Please please me und From me to you gibt's, anders als auf den Original-LPs, wieder nur in Mono, die Stereoversionen finden sich auf den "Please please me"- bzw. "Past Masters"-CDs. Es gibt eine löbliche Ausnahme: All my Loving, für das 1993 extra ein "Schmalspur"-Stereomix angefertigt wurde, erscheint hier im Breitwand-Stereomaster, was die Frage aufwirft, warum das dann nicht auch gleich für Please please me und From me to you ging... Für die Songs von "Help!" und "Rubber Soul" hat man wieder auf George Martins neu balancierte Stereomixe von 1987 zurückgegriffen. Das wäre doch eine gute Gelegenheit gewesen, die Original-Stereomixe von 1965 auszugraben, die weiterhin nur als Bonustracks in der "Beatles-Mono-Box" zu finden sind.

Der Begleittext von Bill Flanagan ist nett, aber nicht weiter erhellend, da waren Kevin Howletts Liner Notes im "Past Masters"-Booklet spannender, den hätte man hier auch ranlassen sollen. Auch die Songtexte, die meine ersten Gehversuche im Englisch-Lernen begleiteten, sind natürlich wieder abgedruckt; diesmal noch sorgfältiger editiert, was die Zeilenumbrüche betrifft, und aus "She loves you yeh yeh yeh" wurde endlich "yeah yeah yeah".

Die Fotos im Booklet wurden um ein paar neue ergänzt; ihre Druckqualität war 1993 etwas schärfer, was besonders für die der Coverfotos gilt, die jetzt wieder eher an die der LP-Hüllen erinnern. Das große Innenfoto mit den Beatles hinter dem Eisenzaun ist leider von 1968 auf 1969 umdatiert worden.

Dass das "Rote Album" bei einer Spielzeit von knapp 63 Minuten allerings i m m e r noch auf 2 CDs verteilt erscheint, ist ja wohl der Witz des Jahres. Hallo EMI, hat sich bei Euch schon rumgesprochen, dass seit der Markteinführung der CD vor knapp 30 Jahren die Speicherkapazität von 74 auf mittlerweile fast 80 Minuten gestiegen ist und Ihr so Herstellungs- und den Kunden Anschaffungskosten sparen helfen könntet? Wie, Ihr habt die CD so rausgebracht, weil sie 1973 als Doppel-LP erschien...? Ich mach Euch einen Vorschlag: veröffentlicht das Album das nächste Mal doch auf 4 CDs, pro Albumseite eine; die Hörer werden im MP3-Zeitalter den Nostalgie-Effekt schätzen lernen, weil man ja bei der LP auch alle 15 Minuten aufstehen und die Schallplatte umdrehen musste... meine Güte!!

Egal, das "Rote" und das "Blaue Album" von den Beatles kann ich nach wie vor nicht als getrennte Einheiten betrachten, sie waren, als ich 10 Jahre alt war, die ersten "richtigen" LPs, die ich zu hören bekam und gleichzeitig der beste denkbare Einstieg in die Rockmusik für mich, auch wenn ich dies erst im Laufe der Jahre habe schätzen lernen können. Sie hatten indirekt, aber maßgeblich Anteil an meinem Wunsch, Gitarre zu lernen und später Musiker zu werden.

Ich bin grundsätzlich ein Freund von Bonustracks. In diesem einen Falle aber muss ich sagen, dass ich die Reihenfolge der Songs im Laufe der Jahre so verinnerlicht habe wie die Akkordfolge eines tollen Songs, und zusätzliche Komponenten könnten diese "Komposition" einfach nicht mehr verbessern, sie würden eher störend wirken.

Ähnlich wie der geschätzte Kollege Strawberry Fields habe ich wohl kein Album so oft gehört wie diese beiden - und auch keine besseren. Insofern war es völlig klar, dass ich mir beide gleich bei Erscheinen bestellt habe, selbst wenn sie gegenüber den remasterten Beatles-CDs von 2009 keine Neuerungen bieten.
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Kommentare

Von 2 Kunden verfolgt

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1-10 von 11 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 19.10.2010 09:33:38 GMT+02:00
AMM meint:
EMI weiß schon, dass eine CD nach Red Book-Standard ca. 80 Minuten laufen kann, siehe z.B. "1", auch wenn davon in Japan eine limitierte 2CD-Version erschienen ist. Nur was wäre, wenn "1962-1966" jetzt auf nur einer CD herausgekommen wäre? Hätte EMI sich dann beim Bedrucken der Einzel-CD für den ganzen Apfel oder den aufgeschnittenen halben Apfel entscheiden sollen? Die Entrüstung der Beatles-Fans wäre doch grenzenlos, müßten sie auf das eine oder andere lieb gewordene Motiv verzichten! ;-))

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 19.10.2010 19:44:31 GMT+02:00
Tja, beide Motive hätten die Fans ja dann auf der "Blauen" gefunden... aber eben nur in Blau, nicht in Rot... ich seh jetzt ein, warum es eine Doppel-CD sein musste!! :-)

Veröffentlicht am 01.11.2010 19:13:37 GMT+01:00
Meine CDs der nicht-remasterten Fassung stammen noch aus den späten 80ern, die Angabe 1993 als Erstveröffentlichungsdatum ist folglich nicht korrekt.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 02.11.2010 15:19:31 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 07.11.2010 20:23:36 GMT+01:00
Hallo MesaBoogie, unbenommen der Tatsache, dass die Erstauflagen des "Roten" und "Blauen Albums" mit den CD-Remasters von 1987/'88 bestückt waren, erschienen sie doch erst 1993 (so sind sie auch bei amazon gelistet), und auf diese Ausgaben beziehe ich mich hier. Übrigens würde ich nicht von "nicht-remastert" sprechen, denn die Bänder wurden für die CD-Veröffentlichungen eindeutig remastert; im Falle von All my Loving, Can't buy me Love sowie den "Help!"- und "Rubber Soul"-CDs wurden, besonders bei letzterer, sogar neue Stereo-Mixe erstellt, und A hard Day's Night, And I love her und Eight Days a Week erschienen 1993 auf dem "Roten Album" zum ersten Mal offiziell in Stereo.

Veröffentlicht am 05.08.2012 08:14:26 GMT+02:00
C. Huth meint:
Perfekte Rezension - besonders der Einwand zur Doppel-CD/MP3 hat mich amüsiert. Nostalgie hin oder her - im 21. Jahundert tut es auch eine CD

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 03.07.2015 22:41:13 GMT+02:00
Ich amüsiere mich immer köstlich über die eingebildeten Schlauberger, die so tun, als seien sie neben dem Mischpult gestanden und haben gesehen, welche Mixe verwandt wurden. Dann lehne ich mich verschmitzt zurück und gebe mich meiner stillen Heiterkeit hin. Noch schlimmer sind die Freaks, die diesen Stuß auch noch glauben.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 03.07.2015 23:05:50 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 03.07.2015 23:51:17 GMT+02:00
Das hat mit Glauben oder Stuss nichts zu tun, darüber gibt es ausreichend Literatur - und zudem kann man das durch Gegenhören, besonders mit Kopfhörern, selber überpfüfen. Das mag andere mehr interessieren als Dich, aber ein "Freak" wird man dadurch nicht.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 03.07.2015 23:50:33 GMT+02:00
Diese spezielle Literatur von Kulturbuch kenne ich. Wenn man das alles begriffen hat und wenn es den Tatsachen entspricht, dann sollte man überhaupt keine Beatles-Platte kaufen, weil nirgends die Originale drin sind. So ein Wirrwarr von alternativen Mixen gibt es bei keiner anderen Band. Das dies so ist mag die Wahrheit sein. Das heißt aber nicht, das man als Konsument-Hörer mit einem Laien-Ausweis in der Tasche ernsthaft behaupten kann, man erkenne die Mixe. Aber der Glauben stirbt zuletzt ...

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 04.07.2015 00:10:51 GMT+02:00
Naja, die genannten Monomixe (Please please me, From me to you) lassen sich auch ohne Literatur sofort von den Stereomixen (Band links, Gesang rechts) unterscheiden. Und beim '93er Remaster des Roten Albums lässt sich bei All my Loving (am besten mit Kopfhörern) sofort erkennen, dass die Band nur noch ganz leicht von links kommt und der Gesang ganz leicht von rechts, im Gegensatz zum Extrem-Stereo des 2010-Remasters. Ich bin auf diese Unterschiede ganz einfach beim Hören gestoßen, und mich hat im Laufe der Zeit interessiert, warum manche Mixe sich da so deutlich von den LPs unterscheiden, die ich in- und auswendig kannte. Und da die Beatles-Aufnahmen sich eben nur von 1962-1970 erstrecken, forscht man halt ein bisschen auf engerem Raum...

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 04.07.2015 01:52:13 GMT+02:00
Uns Männern steckt die Sicht auf die Technik im Blut. Die Plattenfirmen wissen das und streuen gezielt derartige Infos und schon geht das Suchen und Sammeln los. Wie einfach haben es da die Frauen. Sie merken sich nicht mal die Songtitel oder die Komponisten/Texter. Das ist denen völlig wurscht. Sie hören nur die Musik und sagen: "Das Lied kenn ich. Wer's singt ist mir egal, aber hört sich gut an." Könnte es deshalb nicht durchaus so sein, daß dieser Glaube an die Wichtigkeit der unterschiedlichen Mixe ein klammheimlicher Trick ist, uns glücklich zu machen, in dem diese Plattenbosse bei uns den urgesellschaftlichen Sammlertrieb finanziell ausschlachtend auslösen? Und wie sinnvoll ist das, wenn der eigentliche Sinn des Vinyls das Hören der Musik sein sollte?
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