Kundenrezension

6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Potential war vorhanden, 1. November 2013
Rezension bezieht sich auf: After Earth [Blu-ray] (Blu-ray)
M. Night Shyamalan hat mein Mitgefühl. Nach seinen ersten großen Erfolgen wurde seine Leistung als Filmemacher immer schlechter beurteilt, teilweise sicher zurecht. Der letzte Film, den ich mir von ihm angeschaut hatte war "Die Legende von Aang" und der war fürchterlich. Nun also ein neuer Versuch, "After Earth", als Anhängsel von Familie Smith.
In "After Earth" geht es letztlich um die Geschichte zwischen einem Vater und seinem Sohn und wie sie mithilfe mehr oder weniger gemeinsamer Erlebnisse letztlich zueinander finden. Mehr oder weniger deshalb, weil beide Protagonisten über einen Großteil des Films physisch getrennt voneinander agieren und Kontakt nur per Funk vorhanden ist. Eingebettet ist das Ganze in eine Science-Fiction-Story, in der ... ach, was schreibe ich überhaupt! Den Inhalt dürfte inzwischen jeder geneigte Leser kennen. Gehen wir also direkt zu Pro und Contra über.

Zunächst mal die Negativ-Punkte:
Militärpatriotismus ...
... Ja, ich weiß! "After Earth" ist ein amerikanischer Film, schlimmer noch, eine Hollywood-Produktion. Trotzdem muss es ja wohl nicht sein, dass einem Filme, die international erfolgreich sein sollen, bei jeder Gelegenheit klar machen wollen, dass es das Größte im Leben eines echten Mannes ist, den Militärgruß machen zu dürfen. Wenn das Ganze dann am Ende nochmals aufgegriffen wird, indem der besagte Vater dem besagten Sohn eben diesen Gruß gibt (trotz schwerer Verletzungen), dann ist es wirklich einfach nur zuviel des Guten.
Jaden Smith ...
... Der Junge kann ja eigentlich nix dafür, aber er hat seine Rolle nicht allzu gut gespielt. Da muss ich den vielen Kritikern leider recht geben. Aber wie gesagt, vermutlich ist er daran nicht alleine schuld, denn eines der Kernthemen (neben dem Vater-Sohn-Konflikt) war die Überwindung von Angst, also sollte er wohl den ganzen Film über Panik zeigen. War nur leider ähnlich wie beim Patriotismus viel zuviel des Guten und Smith jr. zeigte auch in Szenen Angst und Panik, in denen es einfach nicht gepasst hat. Das er jedoch noch nicht die Bildschirmpräsenz seines Vaters hat, kann ihm schlecht vorgeworfen werden, er ist schließlich noch jung. Allerdings gibt es weitaus talentiertere Jungschauspieler, das sollte nicht unerwähnt bleiben.
Logikfehler ...
... In einem Sci-Fi-Film sollte man nicht zu sehr nach Logik suchen, aber auch in diesem Genre gibt es Grenzen, die besser nicht überschritten werden sollten. Der gesamte Film wirkt viel zu konstruiert und unecht, vor allem im Hinblick auf das Thema "Angstüberwindung". Da werden mal eben Alienmonster ersonnen, die zwar blind sind, dafür aber die Angst wittern und deshalb nur dann besiegt werden können, wenn man völlig furchtlos ist. Ja nee, ist klar! Vor allem, wenn man bedenkt, dass eben jene Monster lediglich genetisch erschaffene Frontsoldaten einer höher entwickelten Alienspezies sind. Da macht es wirklich Sinn, sie blind bleiben zu lassen.
Nächstes Beispiel: Auf der Erde, dem Haupthandlungsort, sind laut dem von Smith sen. verkörperten Protagonisten alle Tiere dazu mutiert, den Menschen zu töten. Wohl als Rache der Natur, weil der Mensch nicht gut zu ihr war. Das alleine ist schon unlogisch genug, schließlich gibt es auf der Erde laut Rahmenhandlung seit 1.000 Jahren keine Menschen mehr. Warum also sollte die hießige Fauna den Homo Sapiens als Hauptnahrungsmittel haben? Doch es wird noch unlogischer, weil Smith jr. im Laufe des Films von einem Geier oder Adler oder sonst was als Beute für seine Jungen zunächst gefangen, letzten Endes aber beschützt oder gar adoptiert wird, weil besagter Geier seine ganze Brut während eines Angriffs von Raubtieren verliert. Aha. Total logisch.
Und noch ein Beispiel: Die Raumschiffe im Film sind offenbar in der Lage, sich zu warpen. Die Technologie der Menschheit ist also offenbar weit fortgeschritten. Und trotzdem gibt es keine Schutzschilde für diese Raumschiffe?
Letztes Beispiel: Die Erde selbst. Diese unterliegt nämlich extremen Temperaturschwankungen, die dazu führen, dass sich abends in Sekundenschnelle (!) Eis und Rauhreif bilden können. Trotzdem gibt es aber wie durch ein Wunder "warme Zonen", die man nur rechtzeitig erreichen muss, um zu überleben. Wie ich bereits schrieb: Irgendwie wirkt alles an dem Film gewaltsam konstruiert, ohne dabei vermeidbare Logikfehler zu berücksichtigen. Der ganze Aspekt der Temperaturschwankungen beispielsweise hätte komplett ignoriert werden können, ohne dass der Film dadurch schlechter geworden wäre.
Es gibt noch weitere Logikfehler, die teilweise der (erzwungenen) Dramaturgie geschuldet sind. Aber es macht keinen Sinn, jetzt jeden einzelnen extra aufzuführen.

So, genug gemeckert. Jetzt kommen wir mal zu den positiven Aspekten des Films:
M. Night Shymalan ...
... Ja, richtig gelesen. Die Regie-Arbeit von Shyamalan finde ich weitestgehend durchaus gelungen und er hat aus dem zur Verfügung stehenden Material das Beste gemacht. Die Schwächen des Filmes ergeben sich hauptsächlich aus dem Drehbuch und für dieses zeichnet diesmal Will Smith verantwortlich, nicht Shyamalan.
Die Optik des Films ...
... hat mir wirklich gut gefallen. Das Art-Design von Gebäuden und Raumschiffen war recht speziell, hatte amphibische Formideen. Das fand ich gut, denn ein solches Design ist noch nicht so ausgelutscht wie die Ästhetik eines "Blade Runner" oder "Alien". Ebenfalls gefallen hat mir die präsentierte Erde mit dem tropischen Klima. Auch die Tiere auf der Erde waren optisch weitestgehend normal visualisiert, obwohl diese ja mutiert gewesen sein sollen.
Die Musik des Films ...
... Der Soundtrack von James Newton Howard ist absolut gelungen und mit der beste Aspekt des gesamten Films. Vor allem die Pianokompositionen sind wirklich schön anzuhören gewesen. Gratulation hierzu!

Als neutral bewerte ich hier mal den Vorwurf der Scientology-Propaganda. Wenn man mal die zahlreichen Kritiken liest, die sich genau damit beschäftigen, wird man recht schnell feststellen, dass der Vorwurf offenbar nicht allzu weit hergeholt ist (Stichwort "Angstüberwindung" oder auch der Vulkan, der das endgültige Ziel im Film darstellt). Trotzdem wird dadurch aus "After Earth" kein schlechter Film, denn wer auf Scientology-Hinweise nicht achtet, wird sie auch nicht finden und somit einfach nur ein leidlich gutes Science-Fiction-Hollywood-Machwerk zu sehen bekommen. Und ich persönlich habe auch nicht den Eindruck, dass mir durch das Anschauen des Filmes das Gehirn gewaschen worden wäre. Ich hatte schon vorher eine natürliche Abneigung gegen diese Sekte und daran hat sich nichts geändert.
Viel fragwürdiger finde ich hingegen, dass Will Smith offenbar auf Teufel komm raus seinen Sohn zum Hollywoodstar machen will. Der Mann büßt dadurch jede Menge Sympathie bei mir ein, ebenso wie Til Schweiger mit seinem Kokowääh-Mist (den ich vorher aber auch nicht leiden konnte). Aber das kann ich dem Film schlecht anlasten, daher geht auch das nicht in meine Bewertung ein.

Zum Schluss bleibt eigentlich nur eines zu sagen: "After Earth" kann man sich aus der Videothek ausleihen und einmal anschauen. Das reicht.
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