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Kundenrezension

32 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Verdammt unterhaltsam, 9. September 2010
Von 
Rezension bezieht sich auf: Für die Krone. Magierdämmerung 01. (Broschiert)
"Magierdämmerung - Für die Krone" spielt im viktorianischen London der Jahrhundertwende, und Bernd Perplies nennt Jules Verne, H. G. Wells und Arthur Conan Doyle als seine Vorbilder. Fügt man noch eine nicht unbeträchtliche Menge Magie hinzu, dann hat man bereits einen guten Eindruck davon gewonnen, was einen bei der Lektüre erwartet.
Steampunk-Fans sollen allerdings nicht auf dampftechnische Wunderwerke hoffen. In dieser Hinsicht bewegt sich der Roman weitestgehend im Rahmen der Möglichkeiten der damaligen Zeit, auch wenn der Leser sich auf ein U-Boot freuen darf, das Kapitän Nemos "Nautilus" nachempfunden ist.

Worum es geht:
Als der Londoner Reporter Jonthans Kentham eines Abends einen sterbenden Mann auf der Straße findet, gerät sein Leben aus den Fugen. Er wird in den Kampf zweier rivalisierender Magierfraktionen um eine mächtige Quelle der Magie hineingezogen, deren Versiegelung nie hätte gebrochen werden dürfen. Gemeinsam mit dem mürrischen Kutscher Randolph Brown und dem Magierdandy Jupiter Holmes sowie dessen Katze Watson muss er einen Mord aufklären, während ringsum die Welt in magischem Chaos versinkt.

Zur selben Zeit begeben sich die junge Hexe Kendra und ihr Großvater auf eine Reise vom schottischen Hinterland nach London, um eine wichtige Nachricht zu überbringen. Was eine einfache Zugfahrt hätte sein sollen, wird schnell zu einem lebensgefährlichen Abenteuer.

Meinung:
Es gibt zwei Dinge, die einem beim Lesen von "Magierdämmerung" sofort ins Auge fallen. Das erste sind die Anspielungen auf die verschiedensten Bücher und Filme. Man findet sie überall: in den Namen der Protagonisten, den Titeln der Bücher in der magischen Bibliothek und als grandioser Höhepunkt in der Person des Jupiter Holmes, der nicht nur eine sehr gelungene Nebenfigur darstellt, sondern auch in einer unvermuteten Verbindung zu dem weltberühmten Meisterdetektiv mit ähnlichem Namen steht.
Das zweite ist das Magiesystem. Die Magie in diesem Roman basiert darauf, sogenannte Fäden zu steuern, zu bündeln und miteinander zu verknüpfen. Dies führt nicht nur dazu, dass man sich das Wirken von Zaubern sehr gut bildhaft vorstellen kann, sondern ermöglicht auch beeindruckende Kampfszenen, die man gerne verfilmt sehen würde. Allgemein beinhaltet "Magierdämmerung" viele Szenen, die gut in einen Hollywoodfilm passen und dort beeindruckende Bilder ergeben würden. Das reicht von den Kämpfen über Steinlöwen, die durch den Londoner Nebel pirschen, bis hin zu einem spektakulären magischen Gewitter. Bernd Perplies lässt diese Bilder durch eine sehr lebendige Sprache zwar nicht auf der Leinwand, aber doch vor dem inneren Auge des Lesers entstehen. Nur bei der Einführung neuer Charaktere wird der Stil bisweilen etwas holprig und artet in Infodumpblöcke aus.

Die Charaktere selbst machen dies allerdings wieder wett. Unter ihnen sticht vor allem der Magierdandy Jupiter Holmes hervor. Er ist seinen Freunden sowohl ein Ärgernis als auch eine unschätzbare Hilfe und dem Leser ein Quell vieler spaßiger Lesestunden. Beinahe ebenso schillernd, wenn auch fast schon der komplette Gegensatz zu Holmes ist der Kutscher Randolph. Trotz magischer Begabung ist er ein sehr bodenständiger Charakter, der gerne mal einen ordentlichen Faustkampf einem Magieduell vorzieht.
Auch die Antagonisten des Romans wissen zu faszinieren. Vor allem über den Kopfgeldjäger, der nur der Franzose genannt wird, möchte man mehr erfahren. In Band eins der Trilogie werden zu ihm einige Fragen aufgeworfen, deren Antworten in Band zwei oder drei interessant zu werden versprechen.
Zwischen diesen Figuren wirkt Jonathan, der eigentliche Held der Geschichte, ernüchternd normal. Er ist die typische Identifikationsfigur für den Leser, mit alltäglichen Sorgen und Ängsten. Gemeinsam mit ihm kann man die Welt der Magie kennenlernen. Hierbei umschifft Bernd Perplies allerdings geschickt mit dieser Art von Charakter verbundene Klischees. Anstatt mit seinem Schicksal zu hadern, setzt sich Jonathan auf angenehm pragmatische Art und Weise mit den Problemen auseinander, die sich ihm stellen.

Bei all dem bietet die Handlung des Romans nicht nur eine Weltrettungsgeschichte, sondern auch einige interessante Intrigen und Krimielemente. Man verfolgt gespannt, wie die Charaktere dem Mörder des mächtigen Magiers auf die Spur kommen, den Jonathan sterbend auf der Straße gefunden hat, und hofft, dass ihnen das rechtzeitig gelingt, um die Pläne der ihnen feindlich gesinnten Magierfraktion zu vereiteln.

Was manch einen Leser verärgern dürfte, ist die Tatsache, dass das Ende offen bleibt. Zwar werden am Ende des Romans einige Handlungsstränge abgeschlossen, doch die Trilogie ist eindeutig darauf angelegt, eine durchgehende Geschichte zu erzählen. Wer Wert darauf legt, dass jeder Teil einer Trilogie eine abgeschlossene Geschichte erzählt, sollte von "Magierdämmerung" die Finger lassen.

Fazit:
"Magierdämmerung" glänzt vor allem durch seine Charaktere und die beeindruckenden Bilder, die der Roman vor dem inneren Auge des Lesers entstehen lässt. Er bietet gute Unterhaltung für jeden Fantasy-Fan und lässt einen hoffen, Band zwei möge bald erscheinen.
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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 28.03.2011 11:52:54 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 28.03.2011 11:53:13 GMT+02:00
Christina S. meint:
Ein Magiesystem, bei dem "Fäden geknüpft" werden, ist so neu auch nicht, sondern tauchte bereits in den 1990ern in dem amerikanischen Fantasy-Rollenspiel "Earthdawn" auf.
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