Kundenrezension

9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Da ist sie ja, die Scheibe des Jahres!, 4. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Dream Theater (Deluxe Edition) (Audio CD)
Es ist immer wieder das gleiche mit mir. Kaum wird ein neues Dream Theater Album angekündigt, mache ich mich auf und verfolge jedes Detail, dass über das Album im Internet veröffentlicht wird. So bekam ich auch relativ frühzeitig mit, dass das mir nun vorliegende 12. Studioalbum auf den Namen "Dream Theater" hören wird.
Natürlich steigern solche PR-Aktionen die Erwartungen der Fans ins unermessliche. Da hätte man das Album auch gleich "Images & Words Pt. II" oder "Metropolis Pt. III" nennen können.
Nach nun wirklich vielen, vielen Rotationen in meiner heimischen Anlage, Autoradio, Smartphone und Lap-Top, erlaube ich mir ein abschließendes Urteil abzugeben.

Das Album wird mit einem orchestralen, hollywoodreifen Intro eröffnet. Dieses besteht aber nicht nur aus Orchester, sondern auch aus Gitarren, Bass und Drums. Die "False Awakening Suite" eröffnet das Album somit mehr als amtlich und steigert die Vorfreude ins unermessliche. Darauf folgt der erste reguläre Albumtrack "The Enemy Inside". Die Jungs zeigen natürlich gleich mal was sie als Musiker so auf dem Kasten haben. Sämtliche Musikschüler werden ihre Entscheidung ein Instrument zu lernen mal wieder überdenken :). Das ist natürlich nichts neues. Virtuosität gehört zu DT wie das Bier zu Bayern. Nach knapp 1 1/2 Minuten steigt dann ein hervorragend singender James LaBrie ein. Gleich an dieser Stelle muss ich eine Lanze für den Mann brechen. Er ist häufig einer der großen Kritikpunkte bei DT. Wenn man das hier hört, fragt man sich, WARUM? Er singt hervorragend und seine Stimme ist so markant, dass sie eins der wichtigsten Trademarks von DT ist. Ohne einen James LaBrie könnte ich mir kein Dream Theater vorstellen. Dazu aber später mehr. Zurück zu "The Enemy Inside". Der Song kracht recht heavy aus den Boxen und erinnert sehr an den härteren Stoff ab der "Six Degrees Of Inner Turbulence". Veredelt wird der Song durch einen geilen und eingängigen Refrain, der sich sofort
in die Ohrmuscheln festbeißt. Zusammen mit "Enigma Machine" und streckenweise "Illumination Theory" gehört "The Enemy Inside" zu den härtesten Tracks von diesem Album. Weiter geht es mit "The Looking Glass". Hier wird härtetechnisch etwas zurückgefahren. Das ganze erinnert an "Images..." Zeiten. Wunderschöner Song mit Rush Vibes und einem tollen Chorus.
"Enigma Machine" ist ein hartes und düsteres Instrumental welches wieder härtetechnisch an "Train Of Thought", "Systematic Chaos" und "Black Clouds..." anknüpft. Es ist auf jeden Fall gelungen, kommt aber nicht an die eigene Königsklasse im Bereich Instrumental, namentlich "Ytse Jam" und "Stream Of Consciousness" ran. "The Bigger Picture" erinnert wieder sehr an die Zeiten vor "Six Degrees...". Eine schöne Halbballade. Was sich auf "A Dramtic Turn Of Events" andeutete, fällt auch hier auf. Petrucci hat anscheinend wieder richtig Freude an gefühlvollen und melodischen Soli, anstatt auf bloße Skalenschwurbelei und Griffbrettonanie.
Auch Jordan Rudess hält sich mit seinen nervig, quietschigen Spaceshuttle Commander Sounds zurück und verlässt sich mehr auf Fusionartige Leadsounds und Pianos, Streicher, Chöre und Orgeln. Insgesamt ist "The Bigger Picture" ein sehr gefühlvoller Song, ohne zu schmalzig zu wirken. Daran haben auch James LaBries unkitschige Gesangsmelodien einen Riesenverdienst. Generell ist das Album wesentlich songorientierter und mehr auf den Punkt auskomponiert als die Vorgängeralben. Hier hat man bei keinem Song das Gefühl, dass eine virtuose Instrumentalpassage nur eingefügt wurde, damit man den Song künstlich auf eine gewisse Länge schraubt. Bei "Behind the Veil" erklingen erstmal sanfte, epische Töne und dann geht die Post ab. Allein durch den tollen, sich in den Kopf bohrenden Ohrwurm-Chorus. Der Song fängt sehr atmosphärisch an steigert sich aber dann zu einem schönen Rocker der sich nach nur wenigen Durchläufen direkt im Ohr festbeißt. "Surrender To Reason" fängt erstmal sehr getragen an, bis sich das Intro in eine nur aus Gesang und Akkustikgitarre begleitende Strophe auflöst. Wo man anfangs noch eine Ballade vermutet, bringt das Interlude zur zweiten Strophe die Härte ins Spiel. Deep Purple artige Orgelsounds veredeln diesen Übergang bevor es in die 2te, härtere Strophe geht. Der Song ist dadurch natürlich nicht heavy wie "The Enemy Inside" aber auch keine Ballade. Ein gefühlvoller Song der in eine ähnliche Richtung wie auch "The Bigger Picture" geht. Mit "Along For The Ride" folgt schließlich die erste und einzige richtige Ballade.
Die erschien mir bei dem ersten Hördurchlauf etwas unspektakulär. man hat das Gefühl hatte die Melodien schon mal gehört zu haben. Nach einigen Durchläufen zündet aber auch dieser Song und die anfängliche Skepsis verfliegt. Eine schöne und interessante arrangierte Ballade die aber nicht an Meisterwerke wie "The Spirit Carries On" oder ein "Beneath The Surface" rankommt.

Der letzte Track "Illumination Theory" dürfte wohl der sein, auf den die DT-Fans am meisten hingefiebert haben, schließlich stellt ein Longtrack oft das absolute Highlight auf jeder DT-Platte dar. Der Einstieg ist sehr bombastisch und die Melodie die vom Keyboard getragen wird, könnte aus einem Soundtrack zu einem Film stammen. Das Intro macht Platz für ein cooles instrumentales Interlude mit einigen technischen Spielereien aller Musiker. Ein Drumfill leitet anschließend zum absolut arschgeilen Main-Riff des Songs über wo dann auch James LaBrie zum Mikro greifen darf. Ein eingängiger Chorus veredelt das ganze und dann wird alles auf einmal leiser und klingt aus. Was dann folgt, kann man nicht in Worte fassen. Ein wunderschöner, epischer Streicherpart, wie man ihn bis dato noch nie bei Dream Theater gehört hatte, ertönt aus den Boxen. Mein Gott, was habe ich jedesmal Gänsehaut wenn dieser Part ertönt. Beim ersten Hördurchlauf war ich überhaupt nicht auf so etwas vorbereitet und mir flossen ein, zwei Tränen über die Wange. So herzergreifend ist dieser Part. Danke, danke, danke Jordan Rudess für diesen wundervollen musikalischen Moment. Das war das musikalisch ergreifendste, was ich in den letzten Jahren gehört habe. Dann kommt ein abrupter Übergang wo alle Instrumente wieder einsteigen. Ach ja, ich hatte weiter oben ja beschrieben das James LaBrie der perfekte Sänger für Dream Theater ist. Warum, hat er ja über das ganze Album schon gezeigt. Warum er aber zu den besten Sängern im Hard Rock/Metal Sektor gehört, zeigt er in den folgenden Minuten. Auch das hier kann man nicht in Worte fassen und jegliche Beschreibung wird nicht mal im Ansatz dessen Gerecht was James hier abzieht. Eine ausladendere Prog-Solo-Passage leitet über zum Hauptthema des ganzen Songs, dass schon im Intro und auch im Streicherpart angespielt wurde. Das Grande Finale ist genau so schön wie die Streicherpassage und treibt einem die Tränen des Glücks in die Augen. Nach einer kurzen Unterbrechung folgt ein kurzer Hidden-Track der nur von Piano und Gitarre getragen wird und wohl das in "Illumination Theory" gebotene einen erstmal verdauen lassen soll. Noch nie war ein Longtrack von den Jungs ausgefeilter. Jeder Part, jedes Solo, jedes Riff ist in diesem Song unverzichtbar und man kann die Freude von ihnen in jeder gespielten Note spüren. Das ist verdammt nochmal Musik. Das ist Dream Theater! Das restliche Album ist schon auf einem konstant hohen Level aber mit dem Abschlusstrack überstrahlen sie alles, mehr Hörgenuss geht nicht mehr.

Noch ein kurzes Wort zur Produktion! Fett, zeitgemäß, glasklar. Alleine wenn man das Ding über Kopfhörer hört und einem Manginis rasante Tomläufe durchs Gehirn prügeln, ist es ein unbeschreibliches Gefühl.

Fassen wir also nochmal kurz zusammen was dieses Album für Dream Theater bedeutet. James liefert die beste Gesangsleistung seiner Karriere ab und das in einem Alter wo andere Gesangskollegen mittlerweile ganz schön nachlassen; Jordan konzentriert sich wieder auf die wichtigsten Keyboardsounds und hat sich mit dem Streicherpart in Illumination Theory ein Denkmal verdient :); John Petrucci geht weg von bloßem Skalengeschrubbe zurück zu melodischen und eingängigen Soli; Myung spielt genial wie eh und je, schreibt wieder regelmäßiger Texte und geht nicht im Mix unter wie noch auf der Black Clouds..; Mike Mangini ist ein absolut würdiger Ersatz für Portnoy, gibt den Songs Drummäßig genau das was sie brauchen und ist unbestritten der einzig richtige Mann an den Drums. Darüber hinaus haben sie ein abwechslungsreiches Album ohne Ausfälle eingespielt und das nach einer fast 30-jährigen Bandgeschichte. Als ob das alles eh nicht reicht, haben Dream Theater mit "Illumination Theory" nochmal schnell den besten Longtrack ihrer Karriere veröffentlicht, womit ich, mit Sicherheit niemals gerechnet hätte. Das ganze veredelt durch eine hervorragende Produktion. Für mich landet das Album definitiv in den TOP 5 von DT wenn nicht sogar in die TOP 3. Thumbs Up!
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