Kundenrezension

92 von 116 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Endlich wieder eine sehr gute Comic-Verfilmung, 26. Juli 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: X-Men - Erste Entscheidung (DVD)
Herausragende Comic-Verfilmungen, die nachdrücklich Eindruck hinterlassen und mehr als knallbunte, effekthaschende Popcorn-Unterhaltung sind, lassen sich leider an wenigen Fingern abzählen. "X-Men - First Class" ("X-Men - Erste Entscheidung") gelingt dabei tatsächlich das seltene Kunststück, sowohl eine gelungene Comic-Adaption als auch ein Film mit Tiefgang zu sein.

"X-Men - First Class" ("X-Men - Erste Entscheidung") erzählt die Geschichte des von Nazis verfolgten jungen deutschen Juden Erik Lehnsherr (Michael Fassbender) und den in Wohlstand heranwachsenden Charles Francis Xavier (James McAvoy), die sich beide durch außergewöhnliche Mutationen vom Rest der Erden-Bevölkerung unterscheiden. Während die Mutation bei Erik Lehnsherr der Grund ist, dass er ein Versuchsobjekt der Nazis wird, entscheidet sich Charles Xavier jene genetischen Besonderheiten wissenschaftlich zu ergründen.
Charles Xavier erkennt, dass die Mutation im Genom nicht nur auf ihn beschränkt ist, sondern eine natürlich auftretende genetische Anomalie ist, was wiederum die die Aufmerksamkeit der US-Regierung erregt und schließlich zur Kooperation von Xavier und der US-Regierung führt. Währenddessen ist Erik Lehnsherr auf der Suche nach dem Peiniger, der ihn in der Gefangenschaft der Nazis zum Versuchsobjekt perfider Experimente hat: Klaus Schmidt, hervorragend porträtiert von Kevin Bacon.
Da Klaus Schmidt ein ausgeprägtes Interesse an Mutanten hat, kreuzen sich alsbald die Wege von Erik Lehnsherr und Charles Xavier, die fortan Seite an Seite kämpfen und versuchen, die Ränkespiele Klaus Schmidts zu eliminieren und damit den dritten Weltkrieg zu verhindern. Dies unternehmen die beiden natürlich nicht auf eigene Faust, sondern sammeln um sich junge Mutanten; genau wie Schmidt, der seinerseits andere Mutanten für seine Zwecke gewinnen konnte. Die Geschichte kulminiert schließlich vor dem Hintergrund der der Kubakrise 1962.

"X-Men - First Class" ("X-Men - Erste Entscheidung") ist eine grandiose Allegorie auf die existentielle Frage des menschlichen Seins: Sind wir die Summe unserer Gene, sind wir das Produkt sozialer Kondition, eine Mischung aus beidem oder mehr als die Summe aller Teile? Der Film ist aber genauso ein Film über individuelle Selbstbestimmung und der elementaren Suche des Einzelnen nach seinen Platz in der Gesellschaft. Und schließlich steht die politisch-philosophische Frage im Mittelpunkt, ob der Zweck sämtliche Mittel heiligt, um nie wieder Opfer zu sein. Dabei enthält sich der Film jedoch explizit einer moralische Bewertung und überlässt es vielmehr dem Zuschauer, sich ein Urteil zu bilden.

Der Film ist so rappelvoll mit sozialen Botschaften und historischen Bezügen, dass man im Grunde schnell vergisst, dass es sich hierbei "nur"um eine Comic-Verfilmung handelt. Genau das ist die Stärke des Films. Geschickt werden historische Realität mit der Comic-Fiktion verknüpft. Nie hat man das Gefühl, dass die Geschichte Comic-haft übertrieben und künstlich aufgesetzt wirkt oder ob der vielen jungen Darsteller in ein schmieriges Jugenddrama abgleitet. Die Figuren fügen sich wie selbstverständlich in das Geschehen und die Historie ein.

Dies ist letztendlich auch ein Verdienst der hervorragend besetzten Schauspieler-Crew. James McAvoy und Michael Fassbender überzeugen und müssen dabei nicht den Vergleich mit ihren Vorgängern Patrick Stewart und Ian McKellen scheuen. Fassbender spielt Magneto mit einer geradezu beängstigenden Wut. Kevin Bacon brilliert in seiner Rolle. Bacon spielt den Bösewicht mit der lässigen, prätentiösen Arroganz alter James-Bond-Schurken.

Die übrigen Darsteller fallen zumindest nicht negativ auf. Die Dialoge sind passend, ohne jedoch nachhaltig im Gedächtnis hängen zu bleiben. Auch der Humor kommt nicht zu kurz, wirkt aber niemals krampfhaft lustig wie in anderen Comic-Verfilmungen. Die Special-Effects bewegen sich zwischen atemberaubend und hätte-besser-sein-können. Der Soundtrack ist äußerst packend und stimmungsvoll.

Insgesamt ist der Film wieder näher an den ersten beiden X-Men-Filmen dran, was sowohl die Stimmung als auch die inhaltliche Tiefe betrifft. Kenner der Comics werden sicherlich viele Unterschiede zu den Comics ausmachen. Allerdings fügen sich die Veränderungen gut und plausibel in die Geschichte ein und bleiben im Kern den Comics treu (Wie man es nicht machen sollte, konnte man in "Wolverine" sehen).

Wer auf Comic-Verfilmungen steht oder politisch-sozial-kritischen Filmen in ungewöhnlichem Gewand offen gegenübersteht, wird in "X-Men - First Class" ("X-Men - Erste Entscheidung") gute Unterhaltung finden. Wer jedoch ausschließlich Filme schaut, die mit der Goldenen Palme ausgezeichnet wurden, wird sich wohl angesichts mutierter Menschen in bunter Latexkleidung fremdschämend abwenden.
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1-10 von 17 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 02.08.2011 13:22:19 GMT+02:00
O-S meint:
Sehr passende gute Kritik. Auch ich fand die Vermischung der Fiktion mit den historischen Ereignissen hervorragend gemacht, und gerade das Sixties-Feeling von außerordentlicher Coolness (wahrscheinlich aber für jüngere Zuschauer ohne entsprechendes Hintergrundwissen uninteressant).
Endlich mal wieder keine sinnentleerte Bombast-Action, die nur beim ersten Anschauen für einen 2-sekündigen Wow-Effekt gut ist, sondern im Rahmen der Handling "reale" und glaubwürdige Effekte, die gerade deswegen umso eindrucksvoller wirken.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 02.08.2011 22:10:42 GMT+02:00
Neo Noir meint:
Danke und volle Zustimmung. Gerade die gelungene historische Umsetzung trägt zum Charme des Films bei und ist auch einer der vielen Gründe, warum "X-Men - Erste Entscheidung" viel gelungener ist als "Wolverine".

Veröffentlicht am 17.08.2011 20:50:54 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 17.08.2011 20:51:53 GMT+02:00
Arsat meint:
Ich finde die Kritik zum Film recht passend.

Unpassend finde ich die Rezension allgemein. Wie kann man 5 Sterne vergeben, wenn man das Produkt nicht in den Händen hält ?
Es kam schon öfters vor, daß Erstpressungen mangelhaft waren oder Tonfehler vorkamen usw und Sie vergeben dafür evtl 5 Sterne.

Wer reine Kino oder Dvd Kritiken schreiben will sollte das doch an den dafür vorsehenen Webseiten tun.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 17.08.2011 23:09:45 GMT+02:00
Neo Noir meint:
Die Diskussion gibt es ja bei jeder DVD/Blu-Ray-Veröffentlichung. Solange Amazon eine vorzeitige Rezension zulässt, ist es relativ müßig, darüber zu streiten.

Dennoch finde ich es grundsätzlich in Ordnung, wenn vorzeitige Rezensionen zu Filmen veröffentlicht werden, denn in erster Linie dürfte für die Mehrheit von Interesse sein, ob ein Film sehenswert ist oder nicht. Ich gebe Ihnen soweit recht, dass der beste Film nichts taugt, wenn Optik und Akustk zu wünschen übrig lassen. Aber VHS-Qualität bei neuen DVDs/Blu-Rays ist doch eher selten.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.08.2011 11:42:04 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 26.08.2011 12:53:12 GMT+02:00
Xavier Storma meint:
Sehr gute Filmkritik, Danke hierfür! Auch wenn ich persönlich "Wolverine" als Actioner wirklich gut fand.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 07.10.2011 07:31:20 GMT+02:00
S. Simon meint:
Hier muss ich mich anschließen. Wolverine und Erste Entscheidung kann man eigentlich nicht vergleichen, spielen sie beide von der Haupthandlung her gesehen doch in völlig anderen Zeiten. Erste Entscheidung 60er Jahre, Wolverine soll wohl geschätzt in den 80ern sein, wenn man den Auftritt von Charles Xavier am Ende bedenkt, wo er ja noch um einiges verjüngt wurde. Zudem sind Magneto und Professor X doch irgendwo zwei Typen, die sich mehr auf Intellekt verlassen, Wolverine geht etwas animalischer zu Werke. Er wird ja nicht umsonst in der Trilogie schonmal von Charles Xavier hier und da mit logischen Argumenten ein wenig ausgebremst.

Veröffentlicht am 13.10.2011 23:52:45 GMT+02:00
®aine® meint:
Schöne Rezension, deshalb auch hilfreich ;o)
Ich habe jetzt, nachdem ich "X-MEN: Erste Entscheidung" gesehen habe, ein Verständnisproblem:
Warum hat Xavier in "X-MEN ORIGINS: Wolverine" schon eine Glatze, kann aber noch stehen/laufen ?
War das eine Vision, oder hab ich etwas übersehen bzw. falsch interpretiert ?

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 14.10.2011 12:51:24 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 14.10.2011 12:59:09 GMT+02:00
Tobias Werth meint:
@ Rain3r: Erste Entscheidung ist eher als Quasi-Prequel zu sehen. Ähnlich wie Superman Returns zwar im gleichen Universum spielt wie die Richard Donner Supermanfilme 1 und 2 und dabei 3 und 4 ignoriert, ignoriert Erste Entscheidung, zu gunsten der Handlung, Handlungsstränge aus vorangegangenen X-Menfilmen, vorallem X-Men Origins:Wolverine. So taucht auch zB Emma Frost sowohl als junge Frau in Wolverine, als auch eine etwas ältere Ausgabe in Erste Entscheidung auf, obwohl dieser Film mindestens 20 Jahre früher spielt. Ich persönlich hätte mir auch lieber gewünscht, die Verbindung zu den alten Teilen dann lieber komplett zu trennen und was Eigenes zu schaffen (Diejenigen die den Film gesehen haben, wissen nämlich, dass auf alle Fälle eine Verbindung besteht), aber es is nicht so schlimm, dass man es nicht ignorieren kann. ;)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 14.10.2011 17:31:56 GMT+02:00
®aine® meint:
@Tobias:
Danke für die Entwirrung :o))
Nein, schlimm ist es nicht ! War nur verwirrend. Den kurzen Auftritt von Wolverine fand ich wiederum sehr witzig.
Gruß
Rain3r

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 22.10.2011 17:12:14 GMT+02:00
birragrande meint:
Das ist schlicht und einfach ein undurchdachter Filmfehler. Da haben die Drehbuchautoren gepennt. "X-Men 3" beginnt auch mit einem verjüngtem Xavier, der noch von Magneto begleitet wird. Auch das passt nun nicht mehr. Sowas kommt immer wieder vor. Ein schlimmes Beispiel ist die neue Star Wars Trilogie.
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