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Kundenrezension

22 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Drama - gekleidet in die ausgeleierte und vollgeko*zte Jogginghose einer schrecklich netten Familie, 28. Februar 2011
Von 
Rezension bezieht sich auf: Die Beschissenheit der Dinge (DVD)
Dieser belgische Film "Die Beschi*senheit der Dinge" von Regisseur Felix van Groeningen, entstand 2009 nach dem gleichnamigem autobiografischen Roman von Dimitri Verhulst .
Im flämischen (niederländischsprachigen) Original heißen Film und Buch "De Helaasheid der Dingen" "Helaasheid" kann man vielleicht mit "Leiderkeit" wörtlich übersetzten, "Beschi*senheit" trifft es aber recht gut. Beschi*sen sind die Umstände, unter denen der 13-jährige Gunther Strobbe in den 80ern aufwachsen muss, fraglos. In einer miefigen Kleinstadt in Flandern, zusammen mit einem wüsten Vater und dreien, nicht minder wüsten, Onkels. Sie sind allesamt feist, faul, ungewaschen, langhaarig und gescheitert. Ihr einziger Lebensinhalt: Sich möglichst schnell und konsequent zu Tode zu saufen. Und dabei Spaß zu haben -Nacktfahrradrennen, Weltrekordversuch im Dauerbiertrinken, Tour de France-Saufen, Darts-Spielen mit Billard-Queues usw.
Die Handkamera unterstützt das direkte & distanzlose Erzählen und der Film ist wirklich sehr beweglich, er springt unlinear, mal schwarz-weiß, mal farbig, von der Gegenwart in die Vergangenheit und in die Zukunft, dabei schafft er den Riesenspagat, sowohl urkomisch, gleichzeitig aber auch wirklich extrem deprimierend zu sein. Das ist ganz klar ein Drama, was die Beschi*senheit der Dinge betrifft, aber doch ist es auch irgendwie eine Komödie, obendrein eine Sozialstudie. (Und wenn ich oben die "schrecklich nette Familie" erwähnte, bitte nicht täuschen lasen, die Bundys wirken neben den Strobbes wie gebildete Wohlstandsbürger, aber sehr gestellt wirkende.;-) Hier haben wir vier aus dem Leben gegriffene, unmanirierte Hardcore-Alkoholiker: Der Vater Celle und seine drei Brüder Petrol, Beefcake und Koen. Ihre Nichtsnutzigkeit sucht wahrlich ihresgleichen. Rülpsend suhlen sie sich wohlig im täglichen Suff, in diversen Trinkspielchen und männliche Rivalitäten münden oft in deftigem Händel. Allgegenwärtig ist der Geldmangel, die Perspektivlosigkeit, der Dreck, die Gewalt... und mitten drin ein Kind, oder angehender Jugendlicher, der 13-jährige Gunther Strobbe, dessen einziger Halt seine alte Großmutter zu sein scheint, bei der man sich fragt, wie solch eine zarte, kleine Person, wie eine zierliche Festung, dieser brutalen, entfesselten Männerwirtschaft nicht nur standhalten, sondern sie gewissermaßen sogar zusammenhalten kann. Sie, liebenswürdig, bebrillt und grau schafft es, die einzige mütterliche und versorgende Figur in Gunthers Leben zu sein. Alle anderen Frauen sind selbstverständlich längst weit, weit weg geflohen, auch Gunthers Mutter.
Dass Gunther in der Schule Probleme hat, ist klar, leider bekommt er von dort höchstens halbherzige Lösungsangebote. Dass aber die unpädagogisch motivierten und sinnlosen Strafarbeitsaufsätze, die Gunther fast täglich verpasst bekommt, letztlich unerwartet fruchten und zu geliebten Vorübungen für einen angehenden Schriftsteller mutieren, nennt man, glaube ich, Ironie des Schicksals.
Der Film zeigt wirklich Szenen, wo man zu hassen beginnt, angesichts der erbärmlichen Bedingungen, unter denen ein Junge groß werden muss, gleichzeitig, und das ist erstaunlich, lässt der Film uns in der nächsten Szene wieder das Herz aufgehen, wärmt und man mag die Strobbes mit ihrer schrägen Geselligkeit einfach irgendwie trotzdem. Man versteht, dass doch auch Liebe und eine gewisse Art von Stolz und Anstand den Strobbes innewohnt. Man versteht ihre Hilflosigkeit. Das mag ich. Mir ist diese Familie sogar auf irgendeine Weise wesentlich sympathischer, als die Bundys. Sagt das jetzt was über mich aus? ;-)) .... Jedenfalls... hier wird nicht einfach verurteilt oder hin gezeigt, "Guckt mal: Pfui!!!" (Obwohl "Pfui" es schon irgendwie trifft. ;-)) sondern der Blick auf die Strobbes ist offen. Klar, die stehen ganz weit unten, subproletarischer geht es wohl nicht. Zimperlich darf man hier als Zuschauer nicht sein. Es werden SÄMTLICHE Körperflüssigkeiten, die im Menschen vorkommen, für den Zuschauer anschaulich vergossen. Das bunte Schimpfwortsortiment erstreckt sich breitest und schonungslos, mit Zuhilfenahme aller fäk*len und se*uellen Details, und ich habe wirklich, weder im Film, geschweige denn in Echt ;-), soviel Alkohol fließen, und auf diverseste Arten wieder abfließen, sehen. Das alles ist aber irgendwie auch sehr lustvoll inszeniert. :-D
Bukowski würde blass vor Neid.
Das textliche Niveau der vorgestellten belgischen Trinklieder und die Eindrücke der Speisefolge, machten mich grinsen & staunen. Wenn der Humor dann mal wieder in den tiefsten Keller abrutschte, hielt ich mir unwillkürlich die Hand vor den Mund, da mir der Lacher gleich ganz fürchterlich fies in der Kehle festzustecken drohte- *hust * Während der Film sich dann gewissermaßen weiter ausko*zt, fing ich mich dann bald wieder, durch das unwillkürlich in mir erneut aufkeimende Entsetzen.

Die Quintessenz dieser Entwicklungsgeschichte ist die Frage, ob man als Erwachsener den "Staffelstab des Lebens" vom Vater unwillkürlich annehmen muss? Darf man selbst Vater werden?? Jedenfalls ist nach einer solchen Kindheit das Leben in vielerlei Hinsicht vorgezeichnet.
Die Schauspieler leisten allesamt Überzeugungsarbeit. Gunther kann als Kind (Kenneth Vanbaeden) das Schweigen über die Demütigungen glaubhaft machen, um dann später als Erwachsener (Valentijn Dhaenens), in den Furchen seines Gesichts, die Spuren dieser hart gewordenen Verletzungen zu zeigen.

Was ist das jetzt? Zotig oder feinsinnig? Beides!
Knallhart, lebensecht und doch grotesk. Tieftraurig, dann unerwartet heiter, bis hin zu schenkelklopfend komisch. Sehr unappetitlich, aber doch beunruhigend rührend und seltsam poetisch.
Kultige 80er Ausstattung mitsamt Vokuhilas und weißen Socken in ausgelatschten Slippern gibt's obendrauf.
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1-6 von 6 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 25.03.2011 22:37:58 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 25.03.2011 22:38:38 GMT+01:00
Jo meint:
ja sagt oa mal, wasn hier eingetreten? allgemeiner ruhestand? frühjahrsmüdigkeit? dramatische unlust? so langsam mache ich mir direkt sorgen.

menno,
dotty.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 26.03.2011 07:10:20 GMT+01:00
Ophelia meint:
*hehe*
Yep. Die epidemische Form von dramatischer Unlust!
Danke, das gefällt mir!
Ich bin gerade auf dem Weg nach Züri. Wenn ich wieder daheim bin, rezensier ich eine Rösti.

bis dann :-)
O.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 29.03.2011 20:06:42 GMT+02:00
Jo meint:
rösti? war wohl neulich nicht lange genug in zürich, um damit bekanntschaft zu schließen. wohl ein grund mehr, der passenden rezension zum sachverhalt zu harren ;o)

A.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 04.04.2011 10:07:43 GMT+02:00
Ophelia meint:
Och, weißt Du, die ham hier nur das von Pfanni. Da täten sich mir eher noch die Fenster vom Großmünster anbieten, aber die sind hier nicht gelistet. Und ich hab eh noch so viel Vine Kram zu besprechen. *gähn*

bis bald in sprechlustigeren Zeiten
J.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 04.04.2011 15:14:25 GMT+02:00
Jo meint:
gähn? na hör mal, und das morgens um zehn...

>>Da täten sich mir eher noch die Fenster vom Großmünster anbieten, aber die sind hier nicht gelistet.

irgendwas wird sich hier schon finden: http://www.amazon.de/s/ref=nb_sb_noss?__mk_de_DE=%C5M%C5Z%D5%D1&url=search-alias%3Daps&field-keywords=z%FCrich+m%FCnster&x=0&y=0&ajr=3#/ref=nb_sb_noss?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85Z%C3%95%C3%91&url=search-alias%3Daps&field-keywords=z%C3%BCrich+grossm%C3%BCnster&rh=i%3Aaps%2Ck%3Az%C3%BCrich+grossm%C3%BCnster ich nehms, egal, was kommt. mein zürichwissen beschränkt sich auf den flughafen (röstis gabs bei Mc's trotzdem nicht), da hat man dann alles andere gerne schonmal vorab bewertet ;o)

bis dahin,
a.

PS: junge junge, hast du einen epiliererverschleiss 8-p

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 25.12.2012 08:29:07 GMT+01:00
[Von Amazon gelöscht am 26.12.2012 12:29:08 GMT+01:00]
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Details

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Rezensentin / Rezensent

Ophelia
(VINE®-PRODUKTTESTER)   

Ort: Helsingör

Top-Rezensenten Rang: 1.487