Kundenrezension

3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen wenig authentisch, langweilig, überflüssig, 20. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Hammer & Michel (Audio CD)
Mir gefällt die CD von Jan Delay auch nicht und ich kann auch nicht mehr als 2 Sterne dafür vergeben. Mich stört dennoch, dass sich hier so viele mit derselben Ignoranz und Intoleranz zu Wort melden, die man Jan Delay vorhält. Das ist absurd. Man frage mal Kenner der klassischen Musik nach den Sangeskünsten einiger z.T. hochdotierter Rockstars. Vor diesem Hintergrund Jan Delay vorzuhalten, er „könne nicht singen“, ist lächerlich. Natürlich kann er das nicht. So wie viele Rockmusiker es auch nicht können. Was aber bei dem einen noch geflissentlich übersehen wird (oder sogar zum Kult erhoben wird), hält man dem anderen als scheinbar objektives Argument entgegen. Zu schreiben, dass Jan Delay ein „Nulltalent“ sei oder nur ein „Poser“ ist jedenfalls mit Blick auf die Hard Rock und Metal-Szene ebenfalls ziemlich daneben; tummeln sich hier doch selbst unzählige Poser und -sagen wir mal- Musiker mit ganz besonderem Geschmack.

Ja, Jan Delay wirkt auf der CD auch auf mich wenig authentisch; das war bei „Bahnhof Soul“ anders. Seine Art zu singen passt wahrscheinlich auch besser zu rhythmischen Sachen wie Funk und Hip Hop. Auch die Band, die auf der letzten CD noch so extrem leichtfüßig daher kam, als hätte sie nie etwas anderes gemacht, klingt auf „Hammer und Michel“ hölzern, uninspiriert und bemüht. Das liegt nicht nur an den Kompositionen, die in der Tat überwiegend langweilig und so wenig spritzig sind, wie die vielen Holzhammer-Reime. Man hat den Eindruck, dass sich keiner von den Jungs in diesem Genre wohl fühlt. Nur Jan Delay scheint nichts davon zu merken. Schade eigentlich, denn noch so eine CD wie „Bahnhof Soul“ hätte in meinem CD-Regal durchaus noch Platz gehabt.

Noch ein paar Worte zu Delays Aussagen über Heino. Ich weiß nicht, ob Heino ein Nazi war oder ist. Er beteuert ja immer das Gegenteil. Fakt ist aber, und damit müssen sich auch seine Fans auseinandersetzen, dass er 1978 auf Geheiß des Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, Hans Filbinger (Mitglied des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes der Freiburger Universität, des Wehrsportverbands, der NSDAP und des NS-Rechtswahrerbundes), der auch nach 1945 durchaus öfters wegen seines Talentes von sich reden machte, altes Brauchtum zu beleben, einer Schulklasse seine neue Platte mit dem dreistrophigen Deutschlandlied überreichte („Deutschland, Deutschland über alles, über alles in der Welt“). Fakt ist auch, dass Heino in den Jahren 1983 und 1986 in Südafrika -also zur Zeit des Apartheidregimes- in dem Freizeitkomplex Sun City aufgetreten ist, der ausschließlich der weißen Bevölkerung vorbehalten war und deshalb unter den meisten namhaften Musikern verpönt war. Fakt ist auch, dass Heino noch im letzten Jahr (2013) in einem Interview gesagt hat, er sei „Hart wie Kruppstahl, zäh wie Leder, flink wie ein Windhund“ - eine Aussage, die fast wörtlich ihren Ursprung in einer Rede Adolf Hitlers auf dem Reichsparteitag der NSDAP im September 1935 hat. Der historische Zusammenhang sei ihm nicht bewusst gewesen, hat Heino später dazu gesagt. Derselbe Heino übrigens, der den Menschen, die ihn wegen seiner -sagen wir mal- folkloristischen Liederwahl kritisieren, ansonsten gerne mangelnde Geschichtskenntnisse vorhält. Bei Hitler-Zitaten ist er wohl nicht so ganz geschichtsfest... Ihn deshalb, wie Jan Delay es getan hat, einen Nazi zu nennen, war nach Ansicht von Juristen aber wohl dennoch nicht in Ordnung. Verstehen kann ich trotzdem, dass man es als Musiker schlimm findet, wenn man sein eigenes Stück auf Heinos Album "Mit freundlichen Grüßen" wiederfindet und seine Texte mit gerolltem „R“ und in schönem Bariton hören kann.

Wer Jan Delay einen „Volksverhetzer“ und Heino ein „Musikurgestein“ nennt, der sollte darüber vielleicht noch einmal in Ruhe nachdenken. Auch über die (hier in einer anderen Rezension zu lesenden) Äußerung „Es ist bezeichnend, wenn ein Linksextremist einen Volksmusikanten als Nazi bezeichnet, weil er Volkslieder singt“ wird sich selbst der ein oder andere Linksextremist wohl ärgern. Im Übrigen verstehe ich auch nicht, dass sich hier Rock- und Metal-Fans auf die Seite von Heino schlagen. Einen großen Unterschied kann ich zwischen den Alben "Mit freundlichen Grüßen" und „Hammer und Michel“ nämlich nicht erkennen. Beide sind nicht authentisch. Beide sind langweilig. Und vor allem: beide sind überflüssig.

In diesem Sinne: „Schwarz braun ist die Haselnuss!“ oder auch "auf St. Pauli brennt noch Licht da ist noch lange noch nicht Schicht"...
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