Kundenrezension

377 von 430 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Dahlke und die Ideologie, 21. November 2011
Rezension bezieht sich auf: Peace Food: Wie der Verzicht auf Fleisch und Milch Körper und Seele heilt (Gebundene Ausgabe)
"Peace Food" wird wie immer die Ja-Sager aus Dahlkes Umfeld dazu animieren, haltlos positive Kritiken zu verfassen. Seltsam darf es erscheinen, dass er in Rundbriefen mittlerweile dazu aufruft, unter dem Vorwand der Erstellung eines "positiven morphogenetischen Feldes", möglichst vorteilhafte Bewertungen für seine Bücher abzugeben.

Zweifellos hat Dahlke in den vergangenen drei Jahrzehnten, wie kein anderer im deutschsprachigen Raum zu einem breiteren Verständnis der ganzheitlichen Sichtweise beigetragen. Sein Ideenkosmos ist geboren aus der Esoterikwelle der 80er Jahre. Seine Leserschaft besteht bis heute vornehmlich aus der sich weiter etablierenden spirituellen Szene, Vertretern der Naturheilkunde, einigen wenigen um Weitblick bemühten Ärzten, sowie den in der Krankenpflege Tätigen.

"Peace Food" strotzt vor Konstrukten. Wenn Dahlke 10 Bücher liest, um ein eigenes zu schreiben ist das hoch angesetzt. Die mutmaßliche Notwendigkeit einer veganen Ernährung ist durch die Bücher von Karen Duve und Jonathan Foer meisterhaft abgedeckt. Lesen sie lieber diese authentischen Werke. Dahlke ist lediglich thematischer Trittbrettfahrer. Mittlerweile hat er über 40 Titel aus den verschiedensten Themengebieten und noch mehr CDs mit geführten Meditationen zu jeder Lebenslage veröffentlicht. Für (leicht)gläubige Menschen mag das erscheinen, als habe er eine große Gesamtschau über die Dinge des Lebens. Das übt eine gewaltige Anziehungskraft auf die im Leben und in Gesundheitsfragen unsicheren Menschen aus - und das wird hier mit einem weiteren Titel bedient.

Die Inhalte des Buches basieren auf den (Zwischen)Ergebnissen der "China Study", einer beeindruckend groß angelegten epidemiologischen Studie durch Colin T. Campbell, einen Biochemie-Professor der Cornell University, New York, USA. Zusätzlich finden Sie viele Geschichten der Begegnungen des Autors mit industrieller Tierverarbeitung, allerlei gesammelte Ernährungsweisheiten, weitere Ausführungen über die von ihm ausgerufene spirituelle Philosophie, 30 vegane Rezepte und natürlich massenhaft Verweise auf die Literatur des Autors.
Und: den Hinweis auf ein durch Dahlke ins Leben gerufenes Nahrungsergänzungmittel "Take Me". Eine Protein-Pulvernahrung aus vakuumgetrockneten feinvermalenen Pflanzenbestandteilen.

Hier einige Aussagen im Buch und aus Interviews zu "Peace Food":

"- Ich habe seit dem Abstillen keine Milch mehr zu mir genommen.
- Wo ich auch hinkomme, macht das Buch gewaltig Furore.
- Wenn Sie Fleisch essen, essen Sie Aas.
- Natalie Portman, Gwyneth Paltrow, Richard Gere, Nena, Thomas D., sind langjährige Veganer
- Die Menschheit hätte auch nicht überlebt, wir konnten ja am Anfang letztlich nur vegan leben.
- Wenn ein Kind nach der Muttermilch gar keine Milchprodukte bekommen würde, wäre dem Diabetes Typ I die Grundlage entzogen.
- Milch macht Osteoporose, sie entzieht dem Körper mehr Kalzium als sie zusetzt.
- Milch ist krebsfördernd, weil sie den Wachstumsfaktor IGF1 enthält.
- Wenn man Osteoporose und Prostatakarzinome haben will ist es ganz ideal, viele Milchprodukte zu essen.
- Wir würden an den Stresshormonen der Fische nicht so leiden, wie an denen der Säugetiere.
- Heute werden Fische aus 2000m Meerestiefe geholt. Die sind in der Regel über 100 Jahre alt. Wollen Sie einen Methusalem essen?
- Ärzte, die diesen Ausdruck verdienen, müssten jetzt abraten von Tierprodukten. Es ist eine ärztliche Pflicht den Leuten vom Essen von Tiereiweiss abzuraten.
- Panikattacken haben mit dem erhöhten Konsum von Fleisch zu tun.
- Es kommt jetzt eine Art Revolution in der Ernährung. Die Milch- und Fleischindustrie wird noch ein bisschen dagegen rummosern.
- Das bisschen Fotovoltaik ist ökologisch ein verschwindend kleiner Schritt im Vergleich dazu, dass wir die Leichenteile aus der Küche verbannen.
- Wenn sie die Feldfrüchte von den Biofeldern nicht waschen, haben sie genug Vitamin B12, weil das ja von Bakterien gebildet wird.
- Wir müssen uns nicht um die Vegetarier sorgen, sondern um die Allesesser. Denen steht ein mieses Ende bevor.
- Vegetarier sind bewusstere Menschen, Veganer sind noch einmal sehr viel bewusster.
- Mit veganem Essen sind Ihre Ausdünstungen geringer, sie stinken nicht mehr so.
- Die Ausstrahlung wird auch anders. Ich kann es einem Schweinefleischesser im Gesicht ansehen.
- Veganer sind schlanke, lebenslustige, humorvolle Menschen.
- Unser Darm ist 10m lang, Raubtiere haben einen kurzen Darm. Unser Gebiss ist nicht für das Schlingen geeignet.
- Wir finden keine Hinweise beim Menschen, dass er ein Fleischfresser ist.
- Es ist ein medizinischer Erfolg, dass wir jetzt die Zivilisationskrankheiten durch Vermeidung von Tierprotein verringern können.
- Der Verzicht ist der geringste Teil beim veganen Essen.
- Bis vor ein paar Jahren habe ich noch Käse gegessen, heute würde ich den gar nicht mehr mögen.
- Manchmal fehlt mir ein Stück Butter auf dem Brot."

Bilden Sie sich ihre eigene Meinung oder besser: recherchieren Sie diese Aussagen.

Ich ernähre mich seit einem Jahrzehnt vegetarisch. Grundsätzlich spricht nichts gegen vegane Ernährung bei Erwachsenen. Insbesondere die Aspekte des Verzehrs von industriellen Tierprodukten sind in "Peace Food" in geeigneter Tiefe dargestellt, ebenso die Absurditäten der Massentierhaltung. Dass das fleischlose Essen Frieden bringt, für sich selbst, für andere und für die gequälten Kreaturen, leuchtet jeder halbwegs sensiblen Seele ein. Lebensmittelskandale betreffen fast ausschließlich Tierprodukte. Parasitäre Erregerspektren finden ihre Zwischenwirte vornehmlich hier. Dass Massentierhaltung große Teile der Ackerbauflächen für Kraftfutter verbraucht und die Umwelt mit Stoffwechselprodukten unverhältnismäßig belastet, ist mittlerweile weithin bekannt.

Die Idee, man sei leichter und die Seele könne sich vom "Körperhaus in Meditationen besser lösen", weil tiereiweissfrei ... naja, denken sie sich ihren Teil. Selbst wenn man die spirituelle Tiefe dieser These nicht direkt erfasst, wird man sicher nicht vom Nirwana ausgeschlossen werden.
Die Aussage, der Mensch sei eher ein Pflanzen- als Fleischfresser lässt sich phylogenetisch und historisch durch nichts belegen. Informieren Sie sich in einem beliebigen paläontologischen Museum. Lesen Sie dazu das ausserordentlich sauber recherchierte Buch:

Wolf Schneider, Der Mensch. Eine Karriere.

Lesen sie die "China Study" und setzen Sie sich auch unbedingt mit der Kritik daran auseinander. Nach den Durchführungskautelen für international gültige Standards in wissenschaftlichen Studien enthält sie neben Fakten auch einige methodische Fehler. Nicht weil hier ein absoluter Anspruch der Wissenschaft vertreten sei und damit die Gültigkeit der Ergebnisse sofort nichtig ist. Es geht darum, sich bei grundlegenden Themen - also der Ernährung - nicht allein auf die Konstrukte einer indoktrinierenden Philosophie in der Zeitgeistliteratur zu verlassen. Es soll auch heissen, dass nur weil ein Biochemiker einer renommierten Universität - natürlich aus den USA - eine groß angelegte Studie vorantreibt, die Ergebnisse nicht automatisch hieb- und stichfest sind. Ohne vielfach nachgewiesene harte Fakten glaubt im wissenschaftlichen Umfeld heute kaum noch jemand an "bahnbrechende" Ergebnisse. Setzen Sie sich mit den Tricks und Manipulationen des Wissenschaftsbetriebs auseinander. Geeignet dazu ist z.B.

Ben Goldacre: Die Wissenschaftslüge

Der in "Peace Food" vertretene Anspruch Dahlkes, dass die Dinge schwarz auf weiss, also wissenschaftlich bewiesen seien, ist - wie so vieles in Dahlkes Büchern - bei genauerer Recherche nicht haltbar. Die Beweiskette entspringt gerne einmal dem Bereich des wunschvollen Denkens und dient dem Zweck, Sie zu überzeugen. Und Dahlke ist ein Meister der Polemik. Hier benutzt der Autor das wissenschaftliche Deckmäntelchen, um sich den Anstrich fundierter Seriösität in der populärwissenschaftlichen Zone zu verschaffen. In populärwissenschaftlicher Literatur muss man ja seine Quellen auch nicht so genau belegen.
Die meisten Leser werden soweit aber gar nicht nachforschen und wie immer in ihren Rezensionen huldigende Lobgesänge anstimmen. Sie haben hiermit ein weiteres Buch für sich entdeckt, mit dem sie nun über den Darm heilig werden können. Übrigens war diese "Scheinheiligkeit" etwas, dass Dahlke vor nicht allzu langer Zeit den "Körnerfressern" vorwarf.
In diesem Zusammenhang mag es sie interessieren, dass Dahlke bis vor zwei Jahren noch den Verzehr von Fisch für eine ausgewogene Ernährung propagierte. Natürlich wegen der wichtigen Omgea 3-Fettsäuren und weil der Fisch "evolutionär viel weiter vom Menschen entfernt" sei als die Säugetiere. Spirituell und ethisch war das bis ein Jahr nach seiner Kenntnis der China-Study also durchaus vertretbar.
Es darf Anlass zu allerlei Vermutungen über Dahlkes allgemeinen wissenschaftlichen Kenntnisstand geben, dass er erst jetzt auf diese Ergebnisse stösst. Die Studie läuft seit 1987, die ersten Ergebnisse sind seit 1992 publiziert (siehe PubMed).

Es geht in diesem Buch mehr um Dahlke selbst, als um den Inhalt. Das vegane Leben ist ein weiteres Mittel zu dem Zweck der Inszenierung seiner "spirituellen Philosophie". Ideologie ist eben auch die Lebensweise, die er derzeit in seinen Kreisen populär macht und - natürlich mit einem weiteren Buch - unterstreicht.
Veganes Leben sei hier nicht kommentiert und nicht bewertet. Vielmehr steht es bei Dahke im Lichte der Bildung einer alternativen Lebensgemeinschaft in Gamlitz bei Graz, die sich gegenüber den 'Normalos' abgrenzt. Dahlkes Wunsch ist unübersehbar, mit Visionen von einer besseren, weil alternativen Art des Zusammenlebens doch noch den Traum seiner 68er-Kommunengeneration zu verwirklichen. Eine ökologisch, soziale Revolution aus kleiner Zelle mit Hilfe eines Dogmas. "Peace Food" ist eines der Evangelien, die er für diese Gemeinschaft und die Stammleserschaft geschrieben hat. Man kann sich nun einen weiteren Band der Enzyklopädie des Dahlke-Universums ins Regal stellen.

Gerne nimmt man diese Dinge an, weil man in verwirrender Vielfalt selbst den Überblick nicht behalten kann
Gerne nimmt man diese Dinge an, weil man die Führung einer rhetorisch gewandten Persönlichkeit leicht akzeptiert. Insbesondere die eines Arztes.
Gerne nimmt man diese Dinge an, weil man sich dadurch als besserer Mensch fühlt und natürlich viel spiritueller als die anderen.
Gerne nimmt man diese Dinge an, weil es das nächste Ding ist mit dem man sich auf seinem spirituellen "Weg" beschäftigen kann.
Gerne nimmt man diese Dinge an, weil man damit scheinbar eine Identität findet.

Mit dem nächsten Dahlke-Buch oder Seminar hat man wieder etwas Wertvolles (weil nicht ganz Billiges) zum Ich dazuaddiert und wird nun sicher noch schneller erleuchtet. Man hat so aber lediglich das alte lästige Selbst, gegen ein neues, spirituell gebildetes Selbst ausgetauscht. Das ist ein uraltes Guru-Strickmuster und ein allzeit boomendes Geschäft (Dahlke wurde durch seine Autorenschaft zum Multimillionär). Und man kann nun trotz aller Schattenbearbeitung nicht mehr anders, als einen Zusammenhang mit diesem Buch und dem von Dahlke angepriesenen Eigenprodukt Take-Me zu vermuten.

Dahlke polarisiert bewusst mit diesem Buch in der Hoffnung, dass eingesessene Fleischesser aus Gewissensgründen ihre Ernährungsgewohnheiten ändern werden. Wer einmal ein Lehrbuch der Ernährungsmedizin zur Hand genommen hat wird leicht im Voraus wissen, dass sich diese grundlegenden Gewohnheitsmuster in der Praxis nur mit äußerstem Aufwand ändern lassen. Allen, die hier "Hurra! Ab jetzt vegan!" schreien, kann man das so leicht garnicht abnehmen.

Möglicherweise ist ja bei Dahlke trotz jahrelangem eisernem Fasten und unerbittlicher Wiederholung von zusammengeklaubten Gesundheitsformeln doch ein Rest Sorge vor eigener Erkrankung geblieben. Die vegane Lebensweise ist, ähnlich wie die Krankheits-Symptomdeutung und die 'Reinkarnationstherapie', letztlich ein Vehikel zur weiteren Untermauerung der von ihm zelebrierten Ideologie, ein weiteres Mittel zur gut gemeinten Machtausübung.
Sozialismus, Konservativismus, Spiritualismus .... Veganismius, jede Art von "-ismus" ist Ausdruck einer ideologischen Grundhaltung, die sich aus vermeintlich höheren Gründen gegen das Andere abgrenzt. Das Theoriengebäude von Dahlkes "Spiritueller Philosophie" ist durch allerlei Dogmen abgesichert.
Lesen Sie dazu auch:

Hubert Schleichert, Wie man mit Fundamentalisten diskutiert, ohne den Verstand zu verlieren.

Fazit:
Seien Sie mit ihrer Nahrung aufmerksam. Kaufen Sie Produkte, die Sie ökologisch und ethisch vertreten können. Wenn sie Fleisch essen, "nehmen sie das aus biologischer Quelle und essen Sie einfach weniger davon" (Kurt Schweisfurth, Herrmannsdorfer Höfe). Sie haben riesige Macht in den Händen: Sie kaufen Lebensmittel aus fragwürdigen Quellen einfach nicht - und der Markt regelt deren Ende. Es wird nur das produziert, was Abnehmer findet. Die Veränderung beginnt bei Ihnen, sie beginnt in Ihrem Inneren. Wenn Sie es in sich finden können auf Fleisch und Eier zu verzichten und in Maßen zu essen, tun Sie zuerst sich und dann der Umwelt einen großen Dienst.

Machen sie aus dem Essen keine Ideologie, weder für andere, noch für sich selbst. Essen Sie mit Freude und wachem Bewusstsein. Das ist angewandter Frieden beim Essen. Sie sind längst das, was sie suchen, und finden es auch nicht im Veganismus. Sie brauchen keine Ergänzungsmittel und Sie brauchen auch dieses Buch nicht.

Guten Appetit

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Kommentare

Von 10 Kunden verfolgt

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1-10 von 23 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 23.11.2011 16:33:31 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 23.11.2011 18:13:37 GMT+01:00
Lionheart meint:
Zunächst möchte ich ihnen dazu gratulieren, dass sie sich diesmal bemüht haben, zumindest nicht so offensichtlich andere Menschen (die sich für einen anderen Weg als den Ihren entschieden haben) zu bewerten und auf diese herab zu blicken. Bei Ihrer Rezension zu "Die Lebensprinzipien" von Dr. Dahlke ist ihnen dies ja nicht gelungen, weshalb diese auch vom Amazon-Team gelöscht wurde. Sie war im höchsten Maße verachtend geschrieben - nicht nur dem Autor gegenüber, schließlich haben sie die Leserschaft seiner Bücher als vorwiegend weiblich und geistig einfach gestrickt dargestellt.

Dass sie hier erneut zu einem Dahlke-Buch posten verwundert, haben sie bisher doch auch kein gutes Haar an dem Autor gelassen. Da sie mit den Wegen, die der Verfasser aufzeigt, offensichtlich so gar nichts anfangen können, stellt sich die Frage, warum sie laufend seine Bücher lesen, sich zumindest über seine Cd's sowie aktuelle Projekte erkundigen und sogar seine Rundbriefe studieren? Haben sie mit dem Herrn ein Thema offen? Sie schreiben, dass das Buch die Ja-Sager animieren wird haltlos positiven Kritiken zu verfassen. Nun, bei Ihnen kann man ja schon vorhersagen, dass sie als Nein-Sager bei jeder Neuerscheinung auf der Bildfläche erscheinen, um sich haltlos negativ über Autor und Werk zu äußern.

Der Ideenkosmos von Dahlke ist geboren aus der Esoterikwelle der 80er Jahre? Apropos haltlos: Ich empfehle das Studium der hermetischen Schriften, etwa des "corpus hermeticum" oder des "Asclepius-Dialogs". Weiters wäre ein Eintauchen in das der Hermetik folgende alchemistische Gedankengut empfehlenswert. Schon Paracelsus war mit dem Polaritätsgesetz vertraut. Wem die Sprache des Herrn von Hohenheim zu alt (und daher mühsam) ist, der sei auf die Schriften der internationalen Paracelsus Gesellschaft (Salzburg) verwiesen. Dort sind zahlreiche Abhandlungen zu den verschiedensten Themen erschienen, mit denen sich Paracelsus zu Lebzeiten auseinander gesetzt hat. Dieses Wissen auf die 80er Jahre zu reduzieren, zeugt im höchsten Maße von Unkenntnis der hermetischen Philosophie.

Sie schreiben:
"Sozialismus, Konservativismus, , Spiritualismus .... Veganismius, jede Art von "-ismus" ist Ausdruck einer ideologischen Grundhaltung, die sich aus höheren Gründen gegen das Andere abgrenzt."
Also jetzt mal im Ernst: jede Entscheidung, die wir im Leben treffen, grenzt uns von einer Gruppe ab und macht uns zugehörig zu einer anderen. Da muss noch keine Ideologie im Spiel sein, ihre Ausführungen erscheinen mir diesbezüglich simplifiziert. Wenn ich mir ein Schnitzel bestelle, gehöre ich eben zu den Fleischessern. Der Großteil der Menschen, wird sich nicht vor dem Bestellen die Frage stellen:" Hm, welcher Idoelogie gebe ich mein JA, wenn ich jetzt ein Schnitzel bestelle?" Das Beispiel lässt sich auf den Kauf von Blumen, die Wahl des Fernsehprogramms oder das Anziehen von Kleidung umlegen. Wenn ich heute Jogge, gehöre ich zu den Läufern und nicht zu den Schwimmern. Ob dahinter jedes Mal eine bewusste Ideologie stehen muss, wage ich zu bezweifeln. Entscheidet man sich bewusst für eine solche, dann ist dies ein Ausdruck von Individualität und keinesfalls verwerflich (solange man moralische, ethische und gesetzliche Aspekte dabei nicht über Bord wirft). So muss ich ihnen auch diesmal wieder vorwerfen, dass ihr Schubladisieren von Menschen, die sich einer Idee verschrieben haben, mehr als wertend ist. Wie gesagt haben sie es diesmal besser verpackt, das Ergebnis bleibt sich gleich:
Sie greifen nicht nur den Autor an, sondern stempeln auch jeden ab, der eine Überzeugung im Leben verfolgt, die sich (vielleicht auch nur zufällig) mit denen des Verfassers deckt.

Dahlke zeigt Wege auf. Manche finden hier Hilfestellungen, andere nicht. Das ist so o.k! Aber da sie jeden, der ein Dahlke-Seminar besucht, die Reinkarnationstherapie durchläuft oder einfach nur seine Bücher liest (was sie selbst ja offensichtlich auch leidenschaftlich gerne machen?!?!) als fehlgeleitet darstellen, muss ich ihnen auch diesmal wieder schreiben: versuchen sie es doch mal mit ein wenig Toleranz! Es ist doch wundervoll, dass wir in einer Zeit leben, in der jede(r) den persönlichen Pfad suchen und auch finden darf. Ein Patentrezept für eine glückliche Lebensführung wird es in so einfacher Form nicht geben. Betrachten sie es doch mal so: vielleicht gibt Dr. Dahlke vielen Menschen Hilfestellungen, die diese als wertvoll erachten!

Veröffentlicht am 24.11.2011 00:39:34 GMT+01:00
DVD Junkie meint:
also bei aller Liebe,
es kommt mir so vor als ob sie für Nestlé, Müller Milch oder die Fleisch/bzw Milchwirtschaft arbeiten und deshalb so glühend versuchen die Fakten auseinander zu nehmen.
Ich habe viele der Aussagen recherchiert und sie stimmen sehr wohl....
und ich bin seit ich mich mit dem Thema auseinander setze, habe ich angefangen vegan zu essen und habe in einem halben Jahr 20KG abgenommen...somit stimmt auch der Punkt mit schlank, lebenslustig und humorvoll!

Komischer Weise treffe ich immer nur agressive Gegner der veganen Lebensweise....
und jetzt sage ich mal ganz unwissenschaftlich "Fleisch essen macht agressiv!"

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 29.11.2011 14:53:57 GMT+01:00
Lucy D. meint:
DVD Junkie, du sprichst mir aus der Seele.
Auch mein erster Gedanke war: Lobbyist oder permanenter nicht-lesender Rezensent.

Warum ist jeder, der Traditionen kritisiert, ein New-Age-Sektengründer ?

Wenn Dahlke aus irgendeiner New Age Welle geboren ist, dann ist sculptere aus der Leugnung von Tatsachen und Nestlés Imperium geboren.

Veröffentlicht am 09.12.2011 22:18:36 GMT+01:00
Harry meint:
Also ich fand diese Rezension durchaus nachvollziehbar und v.a. auch inhaltlich wie rethorisch absolut beeindruckend! Auch mein Eindruck deckt sich hier mit dem des Rezensenten, dass Herr Dahlke auf jeden Zug aufspringen will, der gerade am meisten Passagiere transportiert (Dies ist mir allerdings schon beim Buch "Psychologie des Geldes" in den Sinn gekommen...)

Veröffentlicht am 02.01.2012 12:42:16 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 02.01.2012 19:18:11 GMT+01:00
Lieber Sculptere,
wer sind Sie denn eigentlich ? Also wenn Sie nicht einmal Ihren Namen nennen können ?
Rüdiger Dahlke hat nie behauptet der liebe Gott zu sein und kein gesund-denkender Mensch erwartet das von ihm.
Er leistet hervorragende Beiträge mit seinen Büchern und Seminaren, um den Menschen zu helfen, die geheilt werden wollen. Mitarbeit und Mitdenken des Patienten sind bei ihm schon erforderlich. Er verspricht auch keinem, daß er ihn heilen kann - wie jeder weiß, kann Heilung nur bei einem selber erfolgen ! Und auf diesem Weg ist Rüdiger Dahlke ein wertvoller und einzigartiger Berater, Begleiter und Impulsgeber. Jedem Menschen steht es frei Rüdiger Dahlkes Bücher zu lesen oder nicht. So wie auch jeder eine freie Arztwahl hat.
Dass er mit Büchern und Seminaren -wie Sie behaupten-Multimillionär geworden ist, würde doch FÜR und nicht GEGEN ihn sprechen? Und was spricht eigentlich dagegen mit guten Büchern und Seminaren Geld zu verdienen ? Oder ist nur legitim und heilsam, was die Krankenkasse bezahlt? Jeder Bücher-und Seminar-Kunde von Rüdiger Dahlke hat aus eigener freier Entscheidung sein Geld darin investiert.
Also da gibt es aus gesunder Sicht nichts zu kritisieren, finde ich.

Vielleicht sollten Sie selbst mal 10 Tage bei Dr. Dahlke Schweigen-Fasten-und Meditieren, um Ihrem grossen Schatten zu begegnen, den Sie ja offenbar mit Rüdiger Dahlke haben.
Trotzdem herzliche Grüsse, Ihr Beitrag war ja immerhin interessant genug, daß ich ihn gelesen habe.

Und was die vegane Ernährung und das Buch peacefood betrifft: Ich lebe seit beinahe 2 Jahren vegan und fühle mich damit pudelwohl - sowohl psychisch und physisch! Ich meine, daß es kulturell vom Menschen falsch war, Tiere industriell zu produzieren, zu schlachten und zu essen ! Ich finde es persönlich zudem auch abartig, überhaupt Tiere zu essen, auch wenn sie nicht industriell produziert werden. Letzteres bleibt jedem seine freie Entscheidung.
Peacefood ist ein hervorragendes Buch den Menschen die vegane Ernährung "schmackhaft" zu machen. Jeder versteht anhand Rüdiger Dahlkes brillianter Rhetorik, daß dies auch der einzig wahre Weg ist, den Planeten zu retten und nicht weiter zu vernichten!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 04.01.2012 00:23:23 GMT+01:00
Da kann ich Gabriele Lendle aus vollem Herzen beipflichten. Bravo!

Veröffentlicht am 08.01.2012 20:21:18 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 08.01.2012 20:26:43 GMT+01:00
hecho meint:
Zitat: "Ich ernähre mich seit einem Jahrzehnt vegetarisch. Grundsätzlich spricht nichts gegen vegane Ernährung bei Erwachsenen."
Das sagt doch schon alles. oder! Ohne jemanden nahe treten zu wollen.
Sind wir doch mal ehrlich, Vegetarier sind auf dem Sprung ins "Ich weiß nicht wo hin".
Manche meinen, dass sich Vegetarier teilweise mit Ihrer Zuneigung zu Milch und Eier(-produkten) noch "ungesünder" ernähren, als ware Fleischverköster!
Das Milch und Eier(-produkte) und ja leider auch Getreide(produkte) fast noch vor dem Fleisch die Hauptursachen für sämtliche "Wohlstandskrankheiten" sind, ist Vegetariern scheinbar nicht bewußt!
Wenn Sie aber sich mal "einlesen" würden, wäre der Sprung ins Gesunde recht leicht!
Was Rüdiger Dahlke betrifft: "Die Schattenseite aufgezeigt!" oder halt: ins Schwarze getroffen.
Wir können doch dankbar für so einen Mann sein, der sich sein Leben lang um die Gesundheit der Menschen einsetzt.
Egal auf welcher Ebene!
Aber dennoch: Ziel erreicht!
Denn der wunde Punkt wurde aufgezeigt!
Jetzt wäre lieber nachdenken statt Kritik angesagt!

Veröffentlicht am 11.01.2012 12:33:40 GMT+01:00
ramilein666 meint:
Vielen Dank für diese hervorragende Rezension!

Sie haben eigentlich alle Punkte erwähnt, welche dieses Buch für mich zu dem Werk eines Quaksalbers machen. Ich habe kein Problem mit Veganern, im Gegenteil, ich lebe selbst vegan. Allerdings habe ich mich aus anderen Gründen dafür entschieden, als diese Pseudofakten des Herrn Dahlke. Dieses Buch ist so wissenschaftlich fundiert wie die Bibel.

Veröffentlicht am 14.01.2012 15:51:55 GMT+01:00
Genial - dieser Leser hat trotz all seiner Wut, Neid und Verachtung es doch tatsächlich geschafft "Peace Food" bis zu Ende zu lesen. Schade, dass er über Rüdiger Dahkle spricht und nicht mit ihm. Manche Menschen wollen einfach bewiesen haben, dass ihnen nicht zu helfen ist. Nun kann ich mir endlich einmal einen SUICIDALEN NIHILISTEN in Person vorstellen.

Veröffentlicht am 27.01.2012 14:53:24 GMT+01:00
lieber sculptere, ich selber habe festgestellt, dass, wenn ich gegen jemanden kämpfe und recht haben will, mir etwas ganz elementares fehlt. und das hat mit mir zu tun. unter jedem urteil liegt ein unerfülltes bedürfnis. deshalb hilft es mir, meine bewertungen in wünsche umzuformulieren. so wünsche ich mir, dass auch sie diese erfahrung machen werden. ich bin überzeugt, dass wir alle auf weg der selbstreflektion mehr und mehr unseren inneren frieden finden werden. beste grüsse norbert a. büth
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