Kundenrezension

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Recht ordentlich groovendes rockendes Machwerk, 28. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Prisoners in Paradise (Audio CD)
Nach den radiotauglichen Teenie-Mainstream-Megasellern The Final Countdown und Out of this World weltweit, wusste man offensichtlich nicht so richtig wohin der Weg führen würde, auch in einer Rockwelt deren Musikgeschmack sich in den letzten 3 Jahren erschreckend deutlich geändert hatte. So hat man in der End-Konsequenz ein recht erwachsenes Melodic-Rock-Album auf die Rockwelt losgelassen, allerdings zu meinem Glück ohne jegliche Anbiederungen an die Neue Alternativ/Grunge-Generation(was ja dann leider im neuen Jahrtausend auf der Agenda steht). Prisoners in Paradise überzeugt auf dem ganzen Album mit seiner straight rockenden Grundnote, auch werden die Keyboards(meist Hammond-Orgel-Klang) nur noch dezent eingesetzt, und kleistern nicht das ganze Album zu, so dass man hier tatsächlich von einem echten erwachsenen Rock-Album sprechen muss, das etliche sehr starke Melodien enthält. Prisoners in Paradise ist sicherlich das härteste Europe-Album seit 1986, recht groovend erdig produziert, die Instrumente krachen ganz ordentlich aus den Boxen, Joey Tempest singt auch desöfteren härter als zuvor, eigentlich alles genau richtig gemacht für den geneigten Hardrock-Hörer. Der mangelnde Erfolg lag einfach darin, dass Europe seit dem Riesen-Erfolg von "The Final Countdown" eigentlich ihr zu Hause eher in Teenie-Magazinen gefunden hatte und die Band von etablierten Hardrock-Magazinen eher belächelt und meist übergangen wurden. Joey Tempest war ein Mädchen-Schwarm, und so hat dieses ernst gemeinte Hardrock-Album eigentlich 1991 nur die Wenigsten interessiert, für die Hardrocker waren Europe eh schon seit Jahren abgeschrieben, und für die Mainstream-Teenies war Prisoners in Paradiese zu ernst und zu hart ausgefallen. Eigentlich ein geniales Album, aber so kann es gehen wenn es dumm läuft. Vielleicht waren auch die 3 Jahre seit dem letzten Album Out of this World etwas zu lang gewesen.

1:Der Opener "All or Nothing" ist ein recht rauer Geselle mit starkem Rock-Refrain, ein traditioneller straighter Rocker, der so gut wie ohne softe Mädchen-Keyboards auskommt 4/5

2:Das schmissige "Halfway to Heaven" ist dann gleich der nächste grosse Wurf des Albums, mit einem unwiderstehlichen mitreissenden Refrain und klasse melodiöser Leadgitarre, wieder ohne hörbar nervende Keyboards, erinnert mich der Song von der Machart ein wenig an "Let the good times Rock" vom Vorgänger-Album. Eine echte Stadion-Hymne 5/5

3:Die erste (rockig gehaltene) Ballade ist dann "Ill cry for you", prägt sich gut ein mit seiner wirklich gelungenen Machart, kann mich allerdings nicht ganz so packen wie die bisher bakannten Balladen 4/5

4:Das etwas bluesigere recht lockere tiefenentspannte leichtfüssige "Little bit of Lovin" mit seinen Oh-Oh-Oh-Chören prägt sich auch sehr leicht ins Gedächtnis ein mit seinem smarten Refrain 4/5

5:"Talk to me" ist dann ein riffbetonter langsamer pumpender Rocker, wieder mit einem harten genialen Ohrwurm-Refrain. Einer meiner Lieblingssongs 5/5

6:Der vielschichtige Songaufbau des etwas düsteren, flotten "Seventh Sign" ist auch sehr gelungen, es wird abermals hart gerockt mit ordentlich Dampf im Kessel, Joey Tempest kommt übrigens mit seiner angestrengten harten Röhre auf dem Album so manches mal gefühlt an seine Grenzen. Schöner harter Song 5/5

7:Der supereingängige stimmungsvolle Titelsong "Prisoners in Pardise" war die amtliche vorausgekoppelte Mega-Single des Albums, und der legitime Nachfolger von Superstitious, auch wenn es sich hier um eine Halbballade handelt - der Song ist einfach pures geniales Radio-Futter. Mich fesselt der stimmungsvolle Song 5/5

8:Das härtere und schnellere "Bad Blood" ist dann aber der erste Song der nicht ganz mit dem Rest mithalten kann, etwas plump und zu vorhersehbar - aber auch einfach zu plakativ melodisch angelegt, hätte auch sehr gut auf das etwas zu überproduzierte Out of this World gepasst 3/5

9:Die stimmungsvolle Ballade "Homeland" hat dann wieder jede Menge erstklassiger Gefühle in sich, ohne allerdings kitschig dabei zu wirken. Grosses Kino wo selbst harte Männerherzen dahinschmelzen dürfen 5/5

10:Die langsam groovende Stadion-Hymne "Got your Mind in the Gutter" hätte dann wieder das Zeug zur Live-Granate, der Refrain ist ja genial zum mitgröhlen geeignet 5/5

11:Das langsame zähe "Til my Heart beats down your Door" kann dann den Standard nicht ganz halten, ist aber trotzdem nicht schlecht 3/5

12:"Girl from Lebanon" wird von Vielen aus dem starken Album hervorgehoben. Der Song ist in den Versen recht rockig und hat im Refrain eher eine melancholische balladeske Note. Wirkt etwas bedrohlich und aufwühlend, ist als Song selbst etwas anderes als die gewohnten Europe-Songs und stellt deshalb etwas besonderes dar - er ist schon recht intensiv und fesselnd, aber man möge mir verzeihen, ich ziehe andere positivere Songs des Albums vor - trotzdem ein recht besonderer gelungener schöner Song 4/5

Ich als Hardrocker halte dieses Album am gelungensten von Europe, auch wenn auf den beiden Vorgängern deutlich mehr Hit-Singles zu finden waren. Meines erachtens braucht man von Europe lediglich das The Final Countdown-Album und eben Prisoners in Paradise. Genialer Sound, geniale Songs!
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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 21.12.2013 04:05:57 GMT+01:00
Smilodon meint:
Sehr ausführliche und absolut treffende Rezension aus meiner Sicht! Superklasse!
Was hältst du vom 2012er Album "Bag Of Bones"?
Mfg, Smilodon

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 21.12.2013 14:42:40 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 21.12.2013 15:03:37 GMT+01:00
Rhinoman meint:
Die Musik hat leider nichts mehr mit den Melodic-Hardrock-Hymnen der früheren Zeiten zu tun.
Bag to the Bones ist recht bluesig, hat aber gleichzeitig auch diese moderenen Harmonien und Gitarrenklänge der letzten Alben seit dem Comeback 2004. Diese neue moderne musikalische Ausrichtung gefällt mir persönlich nicht sehr gut, obwohl die Kritiken in den Musik-Magazinen und auch hier immer recht positiv ausfallen. Ich möchte auch nicht schlechtreden was Europe heute machen, aber es ist nicht mehr das selbe wie ich Europe 1986 kennen und schätzen gelernt habe. Ich bin der Meinung dass das was Europe heute spielen von vielen anderen Bands besser und authentischer gespielt wird.
Von Europe erwarte ich persönlich eine andere Massentauglichere Radio-geeignetere Musik.

Das Gitarrenspiel von John Norum mit diesem trockenen modernen Klang klingt in meinen Ohren auch eher unpassend. Kee Marcello ist für mich eh die bessere Wahl für Europe, der hat diese ultramelodische Ader und das richtige musikalische Verständnis für Europe. John Norum ist ja schon 1987 ausgestiegen weil ihm der Europe-Sound zu seicht und einfach war. Technisch hat es John Norum auch fraglos drauf, aber zu Europe passt er mit seiner modernen Musikausrichtung eher nicht mehr - meiner Meinung nach.

Ich muss mir dann die neueren Scheiben regelrecht schönhören bis Sie dann nach einiger Zeit im Schrank verstauben(anders als Ihre früheren Scheiben).

Sie hatten sich jetzt vermutlich eine andere Antwort erhofft, ich kanns aber nicht ändern - ich sehe die Dinge nunmal so!

Viele Grüsse
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