newseasonhw2015 Hier klicken Jetzt Mitglied werden lagercrantz Cloud Drive Photos WHDsFly Learn More blogger w6 Shop Kindle Shop Kindle Autorip SummerSale
Kundenrezension

3.0 von 5 Sternen Wo bleibt die Ewigkeit? Gewohnt solide, doch kein Highlight, 15. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: 184/die Ewige Finsternis (Audio CD)
Inhalt: Wintersonnenwende, kurz vor Weihnachten - die Millionenstadt erstrahlt wie jedes Jahr im Glanz der unzähligen Lichterketten. Auf der Jagd nach den letzten Geschenken strömen die Menschen durch die Einkaufsstraßen. Tim, Karl, Gaby und Klößchen flüchten vor dem Weihnachtstrubel und gönnen sich einen spannenden Kinoabend. Doch gleich zu Beginn der Vorstellung fällt der Strom aus. Und das nicht nur im Kino. Eine unheimliche Finsternis legt sich über die gesamte Stadt! Die längste Nacht des Jahres beginnt ...

Story: Stromfressermonstermaschinen stellen eine Skurrilität dar, der man auf dem Weg zur Arbeit oder beim Gang in den Keller lieber nicht begegnen möchte. Tim, Karl, Klößchen und Gaby treffen im Rahmen ihrer Recherchen zum Fall "Die ewige Finsternis" indes auf ein eben solches Gerät. Ja, ein wenig überzogen ist sie mal wieder, die 184. Folge von TKKG, doch gewährt sie reichlich Unterhaltungswert. Zahlreiche kurzweilige Handlungselemente werden kurz angeschnitten, später dann zu einem schlüssigen und bündigen Faden zusammengeführt. Die Ermittlungsarbeiten führen TKKG auf das Gebiet der Industriespionage. In Ansätzen wird daraus folgend sogar ein Politikskandal und im weitesten Sinne vernichtende Kapitalismuskritik hochstilisiert. (TKKG-Freunde japsen an dieser Stelle bestimmt schon vor Freude.) Vorlagenautor Martin Hofstetter greift im Skript die Thematiken Atompolitik und den 2012 reichlich debattierten Maya-Kalender auf. Beides sorgte vor Veröffentlichung der Folge für reichlich gesellschaftlichen Sprengstoff, was sich teilweise im Skript widerspiegelt. Gleichsam ermöglicht dies die Entfaltung typischer TKKG-Charakteristika: Insbesondere Karl nutzt seine Chance und gibt bei jeder Gelegenheit einen klugen Kommentar von sich, der die Fakten ordnet. Dass bei der Ermittlungsarbeit einige Szenen leider dramaturgisch ungeschickt vom Erzähler übernommen werden, trübt den Gesamteindruck. Weniger ist manchmal mehr, viele Szenen hätten auch in einem geschickt platzierten Dialog beschrieben werden können. Das Wiedersehen mit Leopold Odenhafer, Serienkennern aus "Der Mörder aus einer anderen Zeit" bekannt, ist hingegen geschickt eingebaut und erfreut jene in besonderem Maße, die den vier Spürnasen aus der Millionenstadt über all die Bestehensjahre die Treue gehalten haben. Weitere selbstironische Sprüche von Seiten Klößchens erheitern ebenfalls, sodass "Die ewige Finsternis" insgeamt die altbekannte TKKG-Wohlfühlstimmung aufkommen lässt. Nebst genannter Punkte sind es nur Kleinigkeiten, die stören; darunter beispielsweise stumpfsinnige Kinobesucher, deren erste Reaktion auf einen offenkundigen Stromausfall ein aufforderndes "Licht an" ist. Dies klingt derart skurril, dass ein Lachen nicht ausbleibt. Genau solche Szenen passen allerdings in den Stil von TKKG, das somit doch immer wieder auf ganz eigene Art und Weise überrascht und zufrieden stimmt.

Sprecher: Produzentin und Regisseurin Heikedine Körting erreichte ihren Ruf als "Grande Dame" des kommerziellen deutschen Hörspiels, da es ihr häufig gelang, Stimmen mit hohem Wiedererkennungswert für ihre Produktionen zu gewinnen. Es ist erfreulich zu hören, dass diese Tatsache weiterhin Bestand hat. Die dank des Skriptes in ihren gewohnten Rollen glänzenden Sascha Draeger, Rhea Harder, Manou Lubowski und Niki Nowotny leiten eine bestens klingende Sprecherriege an. Lediglich Wolfgang Draeger wirkt stimmlich blass. Das ist wohl seinem Gesundheitszustand geschuldet, der Kommissar Glockner leider mehr und mehr in einem kraftlosen Bild erscheinen lässt. Dieser Leistungsabfall ist jedoch natürlich und menschlich nachvollziehbar. Es bleibt zu hoffen, dass Draeger im Medium Hörspiel noch einige Jahre tolle Akzente zu setzen imstande ist. Dem ansonsten stattfinden Spiel der Mächtigen in der "ewige[n] (sic!, denn wo war denn die Ewigkeit im Hörspiel?) Finsternis" sind Heinz Lieven (als - Obacht! - Karl-Walter Wichtigmann) und Gordon Piedesack absolut gewachsen. Vor allem Gordon Piedesacks reiflich stolzer und bestimmter Stimmfall überzeugt. Rüdiger Schulzki ist trotz seines Rollenalters agil und mutig, zugleich verleiht er Leopold Odenhafer eine adrette Freundlichkeit. Der bemitleidenswerte und hilfsbedürftige Bettler Franz wird von Henry König glaubwürdig intoniert. Des Weiteren wirken Robert Steudtner, Mike Olsowski und Alexander Mettin mit.

Musik und Effekte: Nach einem anfänglichen musikalischen Fauxpas im Kinosaal gesellt sich zur Handlung eine musikalische Untermalung hinzu, die den gesteckten Erwartungen gerecht wird und die gewohnt solide Qualität des Tonstudio EUROPA beschert. In gleichem Maße glücken Hella von der Osten-Sackens Geräusche und die von André Minninger ausgewählten Effekte, die von quietschenden Autoreifen bis hin zu herunterfallenden Schubladen die entsprechende Bandbreite an notwendigen Klängen abdecken.

Fazit: Die miterlebten Stromausfälle in "Die ewige Finsternis" eignen sich ausgezeichnet als Metapher: Reichlich Licht und zugleich etwas Schatten stehen unter dem Strich zu Buche. Dramaturgisch möchte man etwas zu viel. Mehr Bodenständigkeit täte dem dargebotenen Inhalt gut. Sprechertechnisch schöpft Heikedine Körting aus dem Vollen und bietet eine hervorragende Riege auf. Von technischer Produktionsseite gibt es nur wenig zu beanstanden, allerdings fehlen besondere Spannungsmomente, die ebenso wie humorvolle Passagen Bestandteil eines starken TKKG-Hörspiels sein sollten. Am Schalter ist man schon angelangt. Nun heißt es eben nur noch: "Licht an!".

Note 3+
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein

Schreiben Sie als erste Person zu dieser Rezension einen Kommentar.

[Kommentar hinzufügen]
Kommentar posten
Verwenden Sie zum Einfügen eines Produktlinks dieses Format: [[ASIN:ASIN Produkt-Name]] (Was ist das?)
Amazon wird diesen Namen mit allen Ihren Beiträgen, einschließlich Rezensionen und Diskussion-Postings, anzeigen. (Weitere Informationen)
Name:
Badge:
Dieses Abzeichen wird Ihnen zugeordnet und erscheint zusammen mit Ihrem Namen.
There was an error. Please try again.
">Hier finden Sie die kompletten Richtlinien.

Offizieller Kommentar

Als Vertreter dieses Produkt können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.   Weitere Informationen
Der folgende Name und das Abzeichen werden mit diesem Kommentar angezeigt:
Nach dem Anklicken der Schaltfläche "Übermitteln" werden Sie aufgefordert, Ihren öffentlichen Namen zu erstellen, der mit allen Ihren Beiträgen angezeigt wird.

Ist dies Ihr Produkt?

Wenn Sie der Autor, Künstler, Hersteller oder ein offizieller Vertreter dieses Produktes sind, können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.  Weitere Informationen
Ansonsten können Sie immer noch einen regulären Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen.

Ist dies Ihr Produkt?

Wenn Sie der Autor, Künstler, Hersteller oder ein offizieller Vertreter dieses Produktes sind, können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.   Weitere Informationen
 
Timeout des Systems

Wir waren konnten nicht überprüfen, ob Sie ein Repräsentant des Produkts sind. Bitte versuchen Sie es später erneut, oder versuchen Sie es jetzt erneut. Ansonsten können Sie einen regulären Kommentar veröffentlichen.

Da Sie zuvor einen offiziellen Kommentar veröffentlicht haben, wird dieser Kommentar im nachstehenden Kommentarbereich angezeigt. Sie haben auch die Möglichkeit, Ihren offiziellen Kommentar zu bearbeiten.   Weitere Informationen
Die maximale Anzahl offizieller Kommentare wurde veröffentlicht. Dieser Kommentar wird im nachstehenden Kommentarbereich angezeigt.   Weitere Informationen
Eingabe des Log-ins