Kundenrezension

8 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Reines Propagandamaterial, keine ehrliche Info-Broschüre, 31. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Homöopathie: Nichts drin - nichts dran? (Broschiert)
Im Vorwort versprechen die Autoren über das Buch "Es zeigt den Stand der Dinge, was Beweise und Studien angeht, redet nichts schön und verschweigt auch nichts." Hätten sich die Autoren an dieses selbstgesteckte Ziel nur gehalten!

Blättert man die wenigen Seiten (ich brauchte zum Lesen des gesamten Buches 4 Stunden, machte mir jedoch umfangreiche Notizen. Ohne Schreibarbeit hat man das Büchlein in weniger als 2 Stunden komplett durch), blättert man die wenigen Seiten durch, dann findet man nur wenige, nichtssagende echte Informationen - die für die Homöopathie unangenehmeren Fakten fehlen ganz. Als Beispiele für verschwiegene Fakten seien genannt:

- Die Schwächen der homöopathischen Arzneimittelprüfungen (alles, was passiert, wird als Folge des Mittels gedeutet, Korrekturen der Arzneimittelbilder finden nie statt und sind im Gedankengebäude der Homöopathie auch nicht vorgesehen) sowie der Fakt, dass diese in verblindeten Studien scheitern.
- dass es sich bei den homöopathischen Komplexmitteln um ein von Hahnemann explizit abgelehntes Verfahren handelt, also definitiv _nicht_ um Homöopathie
- Es wird hemmungslos schöngeredet, bzw. verschwiegen, was das Fehlen eines wissenschaftlichen Nachweises einer über Placebo hinausgehenden Wiksamkeit nach 200 Jahren intensiver Bemühungen um einen solchen _wirklich_ bedeutet.
- Es werden nur einige wenige positive Studien erwähnt. Außer der Shang-Studie werden keine Studien mit für die Homöopathie negativen Ergebnissen erwähnt, obwohl diese zahlreich vorhanden sind.
- Die Erstreaktion wird auf eine Wirkung des Homöopathikums zurückgeführt. Es bleibt unerwähnt, dass es sich um den natürlichen Krankheitsverlauf unter Placebo handelt.
- Last but not least: Mit keinem einzigen Wort erwähnen die Autoren, dass die Grundpfeiler der Homöopathie bestens gesicherten naturwissenschaftlichen Erkenntnissen widersprechen.

Manchmal werden die unangenehmen Fakten auch als "Vorurteil" "weniger Kritiker" einfach lächerlich gemacht. Das Autorenduo schreckt weder vor dem Vergiften des Brunnens (z.B.: der Hinweis auf den Placebo-Effekt sei nur ein K.o.-Argument, das zum Ersticken der Diskussion diene (S.48) oder das komplette Schlechtreden der medizinischen Studie als Wirksamkeitsnachweis (S.25)) oder dem Verwenden falscher Analogien zurück (z.B. S.52: Die Shang-Studie im Lancet wird mit hypothetischen Vergleichen mit Psychopharmaka ins Lächerliche gezogen und als Glaubensfrage deklariert; S. 40 die hypothetische Wirkweise der Homöopathika wird mit Entwicklungshilfe erklärt; S. 47 Vergleich mit der Quantenmechanik, der unterschlägt, dass die Vorhersagen der QM experimentell bestens bestätigt sind)

Wäre das in einem Sachbuch allein schon schlimm genug, so haben die Autoren in erschreckend zahlreichen Fällen keine Hemmungen, die Faktenlage schlicht und ergreifend falsch darzustellen. Als schwerwiegendste Beispiele seien genannt:

- S. 44: Der Medizin wird ohne Begründung unterstellt, nur Symptome zu unterdrücken, nicht die Krankheitsursache anzugehen (ein Dr. med sollte es eigentlich besser wissen, erschreckend!)
- S.46/47: Es wird behauptet, das häufigste Argument der Kritiker sei <<Es gibt keinen wissenschaftlichen Nachweis darüber, wie die Homöopathie wirkt.>>. Das ist schlichtweg falsch. Der Hauptgrund, homöopathische Hochpotenzen als reine Placebos zu sehen ist, dass eine spezifische Wirksamkeit dieser Hochpotenzen über den Placeboeffekt hinaus fundamental und umfangreich den in den letzten 200 Jahren gewonnenen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen widersprechen würde und dass eine solche spezifische Wirksamkeit auch nie eindeutig nachweisbar war. Die Annahme, homöopathische Hochpotenzen seien mehr als Placebos, ist damit im besten Popperschen Sinne als _widerlegt_ zu betrachten. Das ist etwas völlig anderes, als die Behauptung, man habe für ein nachweisbares Phänomen nur noch keine Erklärung.
- S.49/50/51: Es werden nicht haltbare Einwände gegen die Shang/Egger-Studie vorgebracht. Andere negative Studien und die schlechte Gesamtstudienlage überhaupt werden dagegen verschwiegen.
- S. 53: Es wird behauptet: "In der wissenschaftlichen Diskussion gibt es bereits seit längerem Ansätze, die davon ausgehen, dass die randomisierte, placebokontrollierte Studie für homöopathische Mittel nicht geeignet ist." Das ist schlichtweg falsch. Solche Stimmen kommen ausschließlich aus Richtung der Homöopathen, die sich mit der schlechten Studienlage nicht abfinden wollen. Wissenschaftler außerhalb der Homöopathielobby weisen jedoch einstimmig darauf hin, dass die medizinische Studie verfahrensunabhängig Ergebnisse misst, also sehr wohl auch die Homöopathie so untersucht werden könnte.
- S. 56 Es wird behauptet, bei Säuglingen und Tieren sei eine Placebo-Wirkung auszuschließen. Es ist wirklich erschreckend, dass hier ein Dr. med solche falschen Behauptungen über den Placeboeffekt verbreitet. Dieser ist sowohl bei Haustieren als auch bei Kleinkindern/Säuglingen bestens nachgewiesen.
- S. 56 Es wird behauptet, wenn bereits eine konventionelle Behandlung oder eine mit anderen Homöopathika erfolglos verlief, unter den (neuen) Kügelchen aber Besserung eintritt, so sei ein Placebo auszuschließen. Auch hier ist es erschreckend, dass sich ein Dr. med zu solchen Äußerungen hinreißen lässt. Hat dieser Mann denn nie etwas von natürlichen Krankheitsverläufen gehört? Von Regression zur Mitte? Und ja, auch hier von Placebos, wenn man Vertrauen in einen verständnissvollen neuen Therapeuten entwickelt und die Krankheit besser zu tragen lernt.
- S.57 Es wird behauptet, man könne die Wirksamkeit der Homöopathie an den Erfolgsgeschichten zur Homöopathie ablesen. Wieder eine Falschinformation, die aus dem Mund eines Dr. med völlig unverständlich ist. Er muss doch wissen, dass es solche Erfolgsgeschichte für alle möglichen, heute als unsinnig erkannten Verfahren gibt. Er muss doch wissen, dass man über die Wirksamkeit eines Verfahrens erst urteilen kann, wenn man betrachtet hat, wie oft es im Vergleich nicht geholfen hat und wie es im Vergleich Patienten erging, die anders behandelt wurden.
- S.64 Es wird behauptet, es gäbe 2 diagnostische Stützen der Homöopathie: "Die Diagnose des richtigen Mittels wird durch das Gespräch mit dem Patienten gestellt. Die Diagnose der Krankheit erfolgt konventionell." Das ist schlichtweg falsch. Im Gedankengebäude der Homöopathie existieren keine Krankheiten im medizinischen Sinne. Die Homöopathie kennt keine Infektionen, keine Bakterien und keine Viren, einfach weil sie zu Hahnemanns Zeiten unbekannt waren. Die Homöopathie diagnostiziert nach Hahnemann ausschließlich über die Arzneimittelbilder.
- S. 65 Die Aussagen zu den Impfungen sind einfach nur als erschreckend zu bezeichnen, hier wird radikal schöngeredet. Die Faktenlage wird zudem falsch dargestellt. ("Hierzu ist zu sagen, dass langfristige Studien fehlen, um eine Angst vor Impfungen oder bestimmten Impfstoffen zu belegen." Richtig. Doch aus dem Fehlen von Belegen von Schädlichkeit einer nachweislich sinnvollen Methode zu folgern, man solle jedem sein eigenes Urteil zugestehen, ist unwissenschaftlich. Gibt es keinen Nachweis für eine Schädlichkeit, gibt es auch keinen rationalen Grund, eine solche anzunehmen oder gar als schwerwiegender zu beurteilen als den nachgewiesenen Nutzen.)

Dies nur eine knappe Zusammenfassung der wirklich wichtigsten Fehler, Falschaussagen und fehlenden Fakten im Buch. Eine komplette Darstellung würde den Rahmen einer Rezension sprengen. Ich werde aber im Verlauf der nächsten Tage einige der genannten Punkte für Interessierte in Kommentaren noch ausführlicher und mit Quellenangaben besprechen.

- Ach ja: Quellenangaben scheinen den Autoren fremd zu sein. Man findet nicht eine einzige im gesamten Buch.

Fazit: Die Autoren liefern hier eine leicht lesbare, knappe Propagandaschrift für den Patienten, der sich schon vorher entschlossen hat, die Homöopathie anzuwenden, die Gegenargumente aus dem Bekanntenkreis aber noch aus dem Hinterkopf verdrängen möchte. Insgesamt ist es erschreckend, zu welchen Falschdarstellungen ein studierter Dr. med fähig ist, wenn er in seiner Praxis nur Homöopathie an Mann/Frau bringen möchte. Allein aufgrund dieser Tatsache ist das Buch ein empfehlenswertes Anschauungsmaterial dafür, wie sehr das pseudowissenschaftliche Heilverfahren der Homöopathie doch naturwissenschaftliches Denken zu untergraben in der Lage ist.
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Kommentare

Von 4 Kunden verfolgt

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1-10 von 14 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 01.01.2014 18:16:38 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 01.01.2014 18:39:06 GMT+01:00
Utimaus meint:
Wie versprochen werde ich obige Rezension und die darin genannten Kritikpunkte in Kommentaren vertiefen, um so Interessierten, die sich _wirklich_ über den Stand der Dinge informieren möchten, Basisfakten und weiterführende Quellen zur Verfügung zu stellen.

1) Widersprüche der Homöopathie zu den gesicherten Erkenntnissen der Naturwissenschaften

In der Rezi schrieb ich:

- S.46/47: Es wird behauptet, das häufigste Argument der Kritiker sei <<Es gibt keinen wissenschaftlichen Nachweis darüber, wie die Homöopathie wirkt.>>. Das ist schlichtweg falsch. Der Hauptgrund, homöopathische Hochpotenzen als reine Placebos zu sehen ist, dass eine spezifische Wirksamkeit dieser Hochpotenzen über den Placeboeffekt hinaus fundamental und umfangreich den in den letzten 200 Jahren gewonnenen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen widersprechen würde und dass eine solche spezifische Wirksamkeit auch nie eindeutig nachweisbar war. Die Annahme, homöopathische Hochpotenzen seien mehr als Placebos, ist damit im besten Popperschen Sinne als _widerlegt_ zu betrachten. Das ist etwas völlig anderes, als die Behauptung, man habe für ein nachweisbares Phänomen nur noch keine Erklärung.

Da das ein sehr wichtiger Punkt ist, werde ich hiermit beginnen.

Weit verbreitet ist die Meinung, in der Homöopathie seien die Konzentrationen der Wirkstoffe in den Präparaten zwar gering, so gering, dass keine schädlichen Nebenwirkungen mehr auftreten können, aber es seien doch noch die Wirkstoffe selbst, denen die behauptete spezifische Wirksmakeit der Präparate zuzuschreiben sei. Das ist falsch.

Wie es im Buch richtig heißt, enthalten homöopathische Hochpotenzen ab etwa C12 tatsächlich _kein_ Molekül des "Wirkstoffes" mehr.
Bereits in Verdünnungen von C6 haben die meisten verwendeten Stoffe keine pharmakologische Wirkung mehr auf den Körper. Das wird klar, wenn man bedenkt, dass Arsen als Verunreinigung in unserem Trinkwasser in C4 vorkommen kann. Also 1 Arsenmolekül auf 100 000 000 Wassermoleküle. Und davon haben wir auch bei langfristigem Konsum keine Auswirkungen zu erwarten.

Hahnemann wusste das vor 200 Jahren noch nicht.
Zu seiner Zeit war noch nichts über Atome, Stoffgewichte etc bekannt.
Er glaubte sowohl mit "Reinstoffen" zu arbeiten, wusste also nichts über unvermeidliche Verunreinigungen, als auch wirklich immer weiter zu verdünnen. Dass er beizeiten, also schon bei für die Homöopathie geringen Potenzen nur noch Lösungsmittelmoleküle mit Lösungsmittelmolekülen verdünnte, war ihm nicht bewusst.

Trotzdem ist ein ganz wesentlicher Gedankenbaustein der Homöopathie, dass gerade die homöopathischen Hochpotenzen (also die Präparate ohne jedweden Wirkstoff) besonders wirksame Arzneien seien.

----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Eine Grundvoraussetzung für diese Aussage ist also, dass _Wirkstoffe in Abwesenheit wirksam sein können_.
Und diese Aussage läuft in Widersprüche zu seit Hahnemann entdeckten und seither immer und immer wieder bestätigten naturwissenschaftlichen Erkenntnissen.

----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Zunächst einmal bräuchte die Homöopathie also eine Art "Wassergedächtnis" - irgendeinen, meinetwegen unbekannten Mechanismus, der "Information" der Wirksubstanz in deren Abwesenheit im Lösungsmittel bewahrt.

Doch das Wassergedächtnis ist naturwissenschaftlich gleich auf mehreren Fakten basierend widerlegt.
- Auf molekularer Ebene ist der Begriff der "Information" nicht mehr definiert. Ein quantenmechanischer Zustand ist vollständig durch seine Quantenzahlen beschrieben, Zustände gleicher Quantenzahlen sind ununterscheidbar. Diese bestens bestätigte Ununterscheidbarkeit widerspricht der Möglichkeit, komplexe Information aufzumodulieren.
- Eigenzustände eines Moleküles sind nicht auf ein anderes Molekül übertragbar. Jedes Atom/Molekül hat sein eigenes, charakteristisches Linienspektrum, also seine eigenen charakteristischen Zustände. Eine "Übertragung" von Moleküleigenschaften auf andersartige Moleküle ist daher mit unserem bestens bestätigten Atommodell unvereinbar
- Durch Schütteln eventuell angeregte Zustände fallen kurzfristig in den Grundzustand zurück. Beim Patienten kommt kein angeregter Zustand mehr an.
- Eventuelle Cluster im Lösungsmittel werden in Sekundenbruchteilen durch thermische Bewegung der Lösungsmittelmoleküle zerstört (thermodynamische Brownsche Molekularbewegung). Dies ist experimentell bestätigt. (Abgesehen davon, dass es keinen Sinn ergeben würde, bei jedem Schritt 90% der Cluster wegzuschütten. Würde Clusterbildung eine Rolle spielen, müssten Homöopathika vollkommen anders hergestellt werden.)

"Wassergedächtnis" würde also bedeuten, dass unser Atommodell fundamental falsch ist, ebenso die gesamte Quantenmechanik und die Thermodynamik. Alle drei bewähren sich jedoch im Alltag - ja: auch in Ihrem Alltag, Ihr PC benutzt diese Modelle jetzt während Sie meinen Kommentar lesen - perfekt, ohne dass wir auch nur das Geringste davon merken würden, dass unsere Erkenntnisse grundlegend falsch sind.

Damit aber nicht genug: Neben diesen theoretischen Überlegungen _beobachten_ wir auch nirgends in der Natur ein Wassergedächtnis. Das wäre auch höchst problematisch. Warum? Denken wir kurz an die ISS. Dort wird Brauchwasser wiederverwertet, weil man nicht ständig Wasser hochbringen kann. Von den Astronauten ausgeschiedenes Wasser ("Pipi") wird also wiederverwertet zu Trinkwasser. Das wäre ziemlich eklig, wenn es ein Wassergedächtnis gäbe, oder? Wenn Sie das nicht interessiert, weil Sie ja nicht auf der ISS sind - bedenken Sie jedoch bitte, dass auch die gesamte Erde so etwas wie ein Raumschiff ist. Ein Natürliches Raumschiff, ja, und ein wenig größer, aber dennoch ein geschlossener Wasserkreislauf. Unser Trinkwasser war schon einmal Dinosaurierpipi. Unser Trinkwasser war schon in Toiletten und Abflussrohren. Im Magen anderer Menschen. Es war schon mal Spülwasser. Jauche. Und wissen Sie was? Zum Glück hat es sich das nicht gemerkt, obwohl es auch in der Natur immer wieder geschüttelt wird.

Wenn Wasser ein Gedächtnis hätte, wenn in Wasser also sämtliche Stoffe wirken würden, mit denen das Wasser je in Berührung kam, dann wären gezielte Stoffwechsel-Reaktionen überhaupt nicht möglich, weil ja quasi immer alle Stoffe gleichzeitig und miteinander "wirksam" wären. Und damit wäre _Leben_ gar nicht möglich, denn Leben beruht auf kontrolliert ablaufenden Stoffwechselvorgängen.

Und noch einmal darüber hinaus: Diese ganze Diskussion ist völlig irrelevant.
Denn dann müsste die Homöopathie immer noch beweisen, dass sie dieses Wassergedächtnis benutzt, obwohl in den Globuli ja das Wasser gar nicht mehr drin ist. Sie brauchen also obendrein auch noch ein Zuckergedächtnis.

Und Sie brauchen nach wie vor eine Erklärung dafür, dass alle technischen Anwendungen in unserem Alltag bestens funktionieren, obwohl wir sie auf der Basis von naturwissenschaftlichen Erkenntnissen erfunden und konstruiert haben, die fundamental und umfangreich falsch sind.

Veröffentlicht am 01.01.2014 19:31:43 GMT+01:00
Utimaus meint:
Das heißt also, um es auf den Punkt zu bringen:
- Damit ein Wassergedächtnis in der Natur existieren kann, müssen wesentliche Erkenntnisse der Quantenmechanik, der Thermodynamik, der Atomphysik fundamental falsch sein.
- Wesentliche Teile der Physik (aber auch der Chemie, der Biologie) wären dann falsch, obwohl wir im Alltag nichts davon bemerken. Wir wenden diese naturwissenschaftlichen Erkenntnisse täglich vielfältig an und sie bewähren sich dabei bestens. Wir beobachten _nirgends_ auch nur den geringsten Hinweis darauf, dass unser gesichertes Wissen fundamental falsch ist oder grob unvollständig.
- _Wenn_ die Homöopathie recht hat und ein Wassergedächtnis existiert, dann funktionieren alle unsere technischen Anwendungen rein zufällig, denn sie wurden auf der Basis eines fundamental falschen oder unvollständigen Wissens konstruiert.

Die Aussage, Wirkstoffe könnten in kompletter Abwesenheit spezifisch - also gezielt - wirksam sein, ist damit aus naturwissenschaftlicher Sicht in derselben Position wie das Perpetuum Mobile oder die Alchemie: Sie steht in Widerspruch zu sich im Alltag bewährenden Erkenntnissen, die Hahnemann noch gar nicht haben konnte.

Und wir sehen, dass diese Situation der Homöopathie erheblich schwerer wiegt, als ein reines "noch nicht erklären können", wie es die Autoren des vorliegenden Büchleins auf S. 46/47 behaupten.

In der Naturwissenschaft wäre es überhaupt kein Problem, ein nachweisbares Phänomen anzuerkennen, das man "noch nicht erklären kann". Wir kennen eine Reihe solcher Phänomene. Bekannt dürften momentan dunkle Materie oder dunkle Energie sein. Aber wir messen eindeutig ihre Auswirkungen. Es gibt auch keine naturwissenschaftlichen gesicherten Erkenntnisse, die gegen eine Existenz von "dunkler Materie" sprechen würden.

Wenn man Ihnen also über die Homöopathie sagt, der einzige Kritikpunkt sei, <<dass wir noch nicht erklären können, wie sie funktioniert>>, dann ist das eine falsche, beschönigende Aussage. Die Wahrheit ist, dass Grundpfeiler der Homöopathie in Widerspruch stehen zu gesicherten naturwissenschaftlichen Erkenntnissen.

Beachtenswert ist in diesem Zusammenhang aber auch, dass das hohe Ansehen, das die Naturwissenschaften genießen, von Vertretern der Homöopathie durchaus meissbraucht wird: Mit pseudowissenschaftlichen - also wissenschaftlich klingenden, in Wahrheit aber nichtssagenden - Aussagen wird Plausibilität vorgetäuscht. Solche Beispiele finden sich auch an mehreren Stellen im Buch.

Ich zitiere und bespreche einmal ein paar davon:

S. 47: <<Selbst die gesamte Quantenphysik ist ein Feld der Wissenschaft, in dem noch zu großen Teilen unbekannt ist, wie etwas funktioniert. Trotzdem wird niemand behaupten, die Quantenphysik sei Unfug oder eine Glaubensfrage.>>
Das ist eine falsche Analogie.
(Zum Trugschluss der falschen Analogie siehe hier: http://www.ratioblog.de/entry/fehlschluss-17-falsche-aequivalenz)
Auch wenn die _Deutung_ der Quantenmechanik tatsächlich offen ist, so steht doch fest, dass die QM eine der am besten bestätigten Theorien überhaupt ist. Ihre Aussagen wurden experimentell vielfach auf's Schärfste geprüft und haben sich ausnahmslos bestätigt. Etwa 1/3 des weltweiten Bruttosozialproduktes erwirtschaften wir mit Technologien, die die QM auf die eine oder andere Weise nutzen. Und auch dabei bewährt sich die QM täglich lückenlos bestens.
Und das ist genau das, was die Homöopathie _nicht_ vorzuweisen hat.
Daneben fügt sich die QM in das Gefüge naturwissenschaftlicher Erkenntnisse ein und korrespondiert (Googeln Sie "Korrespondenzprinzip") mit der klassischen Physik. Auch das kann die Homöopathie nicht vorweisen, denn sie steht, wie wir am Beispiel des Wassergedächtnisses gesehen haben, im Widerspruch zu naturwissenschaftlichen Erkenntnissen.
Der Vergleich ist hier also falsch.

S. 47 <<Aus der Quantenphysik kommt übrigens die sogenannte Heisenberg'sche Unschärferelation. Sehr vereinfacht ausgedrückt, besagt sie, dass zwei Messgrößen eines Teilchens nicht immer zeitgleich und genau bestimmt werden können. Gut möglich, dass dies der Grund dafür ist, dass man im Wasser bzw. Alkohol einer Hochpotenz eine energetische Veränderung nicht messen kann.>>

Das ist Pseudophysik vom Feinsten, einfach nur geschrieben, um dem Laien Wissenschaftlichkeit vorzutäuschen. Der Physiker erkennt die Gedankenfehler auf einen Blick.
- Zum ersten ist die Unschärferelation nicht korrekt wiedergegeben. Sie hat nämlich überhaupt nichts mit "Messung" zu tun, sondern beschreibt eine fundamentale Eigenschaft der Natur: Auf Quantenebene _sind_ zwei komplementierende Quanteneigenschaften nicht beliebig scharf festgelegt.
- Daraus folgt für das Wassergedächtnis überhaupt nichts. Eine <<energetische Veränderung>> wäre zum Beispiel eine Erwärmung des Lösungsmittels, eine thermische Anregung; oder ein angeregter Zustand eines Teilchens. Beides ist aber
- sowohl kurzlebig
- als auch nachweisbar
- als auch irrelevant für die Homöopathie, weil Ihre Globuli ja das Lösungsmittel gar nicht mehr enthalten.

Was hier also versucht wird, ist den Laien mit ein paar wissenschaftlichen Ausdrücken zu beeindrucken, ihm zu suggerieren, es gäbe naturwissenschaftliche Erklärungsansätze; in Wirklichkeit werden aber diese Fachausdrücke nur aus ihrem Sinnkontext gerissen und sagen so überhaupt nichts mehr aus.

S. 55 <<In einem aktuellen Interview sagt Dr. Baumgartner, er wolle Verständnis für Phänomene wecken, die wir nicht verstehen, obwohl sie real sind. Er führt ein spannendes Beispiel an: elektromagnetische Felder. Wir nutzen sie ganz selbstverständlich für Motoren, Licht oder Mobiltelefone, verstehen tun wir sie nicht.>>

Mich persönlich schüttelt es immer ein wenig, wenn ein Physiker wie Baumgartner solche pseudowissenschaftlichen Argumentationen von sich gibt...
Denn genau das haben wir hier: Elektromagnetische Felder werden seit 150 Jahren hervorragend theoretisch beschrieben durch die Maxwellgleichungen der Elektrodynamik. Wir haben damit ein Werkzeug in der Hand, elektromagnetische Felder quantitativ exakt zu beschreiben, das sich in 150 Jahren in den genannten Anwendungen bestens bewährt hat. Darüberhinaus kann man elektromagnetische Felder ganz offensichtlich hervorragend nachweisen und messen. Kurz: Wir verstehen sogar eine ganze Menge von elektromagnetischen Feldern. Ein Vergleich mit der Homöopathie hinkt also ganz gewaltig.

In der Homöopathie haben wir die Situation,
- dass wir ihre spezifische Wirksamkeit über Placebo hinaus in 200 Jahren _nicht nachweisen können_.
- dass die ihr zugrunde liegenden Prinzipien in Widerspruch zu den in diesem Zeitraum gewonnenen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen geraten sind.
- dass aber Homöopathen trotzdem behaupten, sie könnten sie gezielt anwenden und sie würde vergleichbar evidenzbasierter Medizin spezifisch wirksam sein.

Kurz: Wo immer man Ihnen erzählt, man könne ein Phänomen zwar durch wissenschaftliche Messung nicht nachweisen, es aber dennoch gezielt anwenden, sollten Ihre Alarmglocken für Pseudowissenschaft angehen.

Veröffentlicht am 01.01.2014 20:48:36 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 01.01.2014 20:52:39 GMT+01:00
Utimaus meint:
Womit wir bei der Behauptung der Autoren wären, die randomisierte, placebokontrollierte Studie sei nicht in der Lage, die spezifische Wirksamkeit der Homöopathie nachzuweisen.

2) Die randomisierte, placebokontrollierte Studie

In der Rezi schrieb ich:

S. 53: Es wird behauptet: "In der wissenschaftlichen Diskussion gibt es bereits seit längerem Ansätze, die davon ausgehen, dass die randomisierte, placebokontrollierte Studie für homöopathische Mittel nicht geeignet ist." Das ist schlichtweg falsch. Solche Stimmen kommen ausschließlich aus Richtung der Homöopathen, die sich mit der schlechten Studienlage nicht abfinden wollen. Wissenschaftler außerhalb der Homöopathielobby weisen jedoch einstimmig darauf hin, dass die medizinische Studie verfahrensunabhängig Ergebnisse misst, also sehr wohl auch die Homöopathie so untersucht werden könnte.>>

Zunächst: Auch die von der homöopathiefreundlichen Carstens-Stiftung bezahlte Stiftungsprofessorin für komplementäre Medizin an der Charité, Claudia Witt, schreibt, dass die randomisierte, placebokontrollierte Studie hervorragend geeignet ist, die Wirksamkeit homöopathischer Arzneien zu untersuchen.

Claudia Witt schreibt beispielsweise 2010:
""Kann man die Homöopathie in placebo‐kontrollierten Studien erforschen?
Wenn es um die alleinige Wirksamkeit der homöopathischen Arzneimittel geht, kann man diese selbstverständlich in randomisierten placebo‐kontrollierten Studien untersuchen. Selbst die Form der ausführlichen Anamnese und Auswahl der individuellen Arznei lässt sich in diesen Studiendesign berücksichtigen, was auch schon mehrfach gemacht wurde. In diesem Fall erhalten Patienten beider Gruppen die Anamnese und der homöopathische Arzt sucht die passende Arznei aus. Die Apotheke schickt dann entweder die Arznei oder Placebo an den Patienten. Arzt und Patient wissen beide nicht, wer was bekommt."

Und dasselbe sagte sie auch 2009 in einem Interview:
"Selbstverständlich sind entsprechende Untersuchungsdesigns möglich und auch schon mehrfach durchgeführt worden. Die Patienten werden ganz normal untersucht, aber weder Arzt noch Patient wissen, ob das Medikament ein Scheinmedikament (Placebo) ist oder echt."

Die randomisierte, doppelverblindete, placebokontrollierte Studie ist ein wichtiges, bestens bewärtes Messinstrument, um Wirksamkeiten beliebiger Verfahren gegenüber Placebo nachzuweisen. Ein Dr. med sollte sich der überragenden Bedeutung dieses Messinstrumentes für die Entwicklung medizinischer Erkenntnisse eigentlich bewusst sein und es nicht so umfassend und unhaltbar schlechtreden, wie es auf S. 24/25 im vorliegenden Büchlein passiert.

Die Aussage der Autoren auf S. 53, die ich zitiert habe, muss nämlich man im Kontext mit dem allgemeineren Schlechtreden des Messinstrumentes "randomisierte, doppelverblindete, placebokontrollierte Studie" durch die Autoren auf den Seiten 24/25 sehen.

Ich zitiere:
S. 25 <<Der Rückschluss, dass homöopathische Heilmittel nicht wirksam seien, weil der entsprechende Nachweis nicht erbracht wird, ist falsch.>>
Falsch.
1) Niemand behauptet, homöopathische Präparate seien "nicht wirksam". Die Kritik wird hier also zunächst einmal falsch dargestellt.
Die Kritik lautet vielmehr: Homöopathische Hochpotenzen haben keine spezifische Wirksamkeit über eine reine Placebowirkung hinaus.
Ein Placebo ist aber alles andere als unwirksam. Die Wirksamkeit des Placebos kann man in Studien sehr gut untersuchen.
(Dazu schreibe ich noch einen Kommentar)
2) Wenn kein Nachweis über eine Überlegenheit gegenüber Placebo vorliegt, dann bedeutet es genau das: Es gibt keinen rationalen, überprüfbaren Grund, eine solche Überlegenheit erst einmal anzunehmen. Es ist eben nicht so, dass eine Behauptung (wie hier: reiner Zucker kann alle möglichen verschiedenen Krankheitsbilder heilen) erst einmal als korrekt angesehen werden muss, bis sie widerlegt ist. Vielmehr muss derjenige, der die Behauptung aufstellt, überprüfbare Belege für seine Aussage vorlegen. Ein fehlender Nachweis nach 200 Jahren, sagt, dass dies der Homöopathie trotz intensiver Bemühungen darum nicht gelungen ist. Es sagt, dass es keinen rationalen Grund für die Unterstellung einer spezifischen Wirksamkeit gibt. Hat man sich intensiv darum bemüht, dann bedeutet das Scheitern eines solchen Nachweises, dass die Annahme einer Überlegenheit gegen Placebo mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit falsch ist. Nicht mehr, nicht weniger.

S.25 << Aber solange Studien von den Aussagen der Patienten abhängen, weil diese benennen müssen, wie sie die Wirksamkeit empfinden, bleibt eine gewisse Unsicherheit.>>
Studien haben immer eine statistische Unsicherheit, aber nicht aus dem genannten Grund. Es gibt bei sehr vielen Krankheitsbildern nämlich sehr wohl objektiv messbare Größen, die darüber Auskunft geben, ob eine Therapie anschlägt oder nicht. Denken Sie an Blutdruckwerte, andere Blutwerte, Größe oder Anzahl von Geschwüren, Größe und Heftigkeit von Ausschlägen, Fieber, ... Mitnichten alle Studiendaten beruhen auf persönlicher Einschätzung des Patienten.

Und selbst für Größen, die man nur so erfassen kann (z.B. Schmerzempfinden), funktionieren Studien: Genau hier greift die placebokontrollierte Studie, die erfasst, wie Patienten, die Placebos bekamen, _im Vergleich_ ihre Gesundheit bewerten.

Ausführliche Beschreibungen, wie medizinische Studien funktionieren, warum sie auch für die Homöopathie funktionieren und wie wichtig sie für die Bewertung verschiedener Verfahren sind, findet man in

In Sachen Homöopathie - eine Beweisaufnahme
Gesund ohne Pillen - was kann die Alternativmedizin?

Veröffentlicht am 01.01.2014 21:03:40 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 02.01.2014 01:24:48 GMT+01:00
Utimaus meint:
Trotzdem möchte ich die Bedeutung der Studie noch einmal möglichst vereinfacht zusammenfassen:

Die Homöopathie rechtfertigt sich meist über Erfolgsgeschichten. So wird das auch im Buch dargestellt. Jeder Homöopath könne Fälle schildern, bei denen die Homöopathika gut halfen.

Nur reicht das zur Beurteilung einer Wirksamkeit leider nicht. Ein Dr. med sollte das wissen.

Es fehlt nämlich eine ganz wichtige Information:
Man weiß nicht, wie vielen Patienten es nach der Einnahme der Globuli in vergleichbaren Situationen _nicht_ besser ging. Das weiß auch der Homöopath nicht, denn diese kamen unter Umständen nie wieder in seine Praxis.

Aber genau das sind die Fragen, die man stellen muss, wenn man wissen will, ob eine Genesung tatsächlich ursächlich von den Globuli beeinflusst war.
Warum?

In Bezug auf bestimmte Beschwerden und ein Mittel gibt es 4 Fälle/Gruppen:
1) der Patient nimmt das Mittel und danach geht es ihm besser
2) der Patient nimmt das Mittel und danach geht es ihm nicht besser
3) der Patient nimmt das Mittel nicht und danach geht es ihm besser
4) der Patient nimmt das Mittel nicht und danach geht es ihm nicht besser

Eine Geschichte "mir hat das Mittel geholfen" bedeutet lediglich, dass dieser Patient in der ersten der 4 Gruppen war.

Sie sind mit Ihrer Erfahrung "mir ging es nach der Einnahme der Globuli besser" also in der ersten der 4 Gruppen.
Sie wissen aber nicht, wieviele Menschen mit deren Erfahrungen in den anderen 3 Gruppen waren. Richtig?

Jetzt machen wir ein Beispiel, um zu zeigen, wie wichtig diese Zahlen in den anderen Gruppen sind:
Nehmen wir eine sehr gefährliche Krankheit, die 80% der Erkrankten nicht überleben und wir geben der Hälfte unserer Patienten ein Mittel, von dem wir zwar glauben, dass es hilft, in Wirklichkeit sei es aber ein schädliches Mittel, das wir verteilen, das die Chancen der Patienten, gesund zu werden weiter verschlechtert. Was wird passieren?

Von denen, die das (schädliche) Mittel _nicht genommen haben_, überleben 20% (=Gruppe 3) und es sterben 80% (=Gruppe 4)

Von denen, die das (schädliche) Mittel _genommen haben_, überleben z.B. 15% (=Gruppe 1) und es sterben 85% (=Gruppe 2)

Sie wären also unter den 15% der Glücklichen in Gruppe 1.
Wir stellen aber fest, dass _alle_ Patienten in Gruppe 1 erzählen "mir hat das Mittel geholfen." Denn alle machen die "Einzelerfahrung", nach der Einnahme des Mittels gesund geworden zu sein.
Wenn wir jetzt nicht auf die Mengenverhältnisse aus den anderen Gruppen schauen, dann haben wir keine Chance zu erkennen, dass das Mittel in Wahrheit geschadet hat.

Also: Um zu beurteilen, ob ein Mittel wirkt, muss man zusätzlich noch andere Daten zur Verfügung haben als jeder einzelne Patient. Jeder einzelne Patient schildert mit seiner Erfahrung nur einen zeitlichen Ablauf. Erst aus den Verhältnissen der Gruppen zueinander kann man auf eine Wirkung schließen.

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Genau das macht man in Studien: Man gibt einem Teil der Patienten ein Medikament, einem anderen Teil der Patienten ein Placebo. Und dann läuft man von Patient zu Patient und fragt alle Einzelerfahrungen ab. Eine Studie missachtet die Einzelerfahrung also nicht, sie vergleicht nur alle Erfahrungen miteinander.

Viele Menschen denken, wenn man die Homöoapthie auf Grundlage solcher Studienergebnisse als Placebo einstuft, würde das ihre Erfahrungen ignorieren, aber das ist nicht richtig. Studien summieren sehr viele solcher einzelnen Erfahrungen auf und vergleichen dann die Verhältnisse. Es werden also lediglich die Erfahrungen von Menschen, die Sie nicht kennen, nicht ignoriert, diese Menschen werden ebenso gefragt.

Und wenn man diejenigen Studien betrachtet, die dies am saubersten und gewissenhaftesten gemacht haben, dann kommt eindeutig unten raus, dass die Homöopathika nicht besser als Placebo wirken. Womit wir beim Blick auf die Gesamtstudienlage und die Diskussion um die Shang/Egger-Studie wären.

Veröffentlicht am 02.01.2014 01:04:28 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 02.01.2014 12:45:48 GMT+01:00
Utimaus meint:
3) Die Shang/Egger Studie

Ich schrieb in meiner Rezi:

<<S.49/50/51: Es werden nicht haltbare Einwände gegen die Shang/Egger-Studie vorgebracht. Andere negative Studien und die schlechte Gesamtstudienlage überhaupt werden dagegen verschwiegen.>>

Zunächst kurz für alle, die die Shang/Egger-Studie und ihre Bedeutung nicht kennen:
- Die Shang/Egger-Studie ist eine sogenannte Metastudie, eine Zusammenfassung mehrerer Studien, ein Studienüberblick.
- Eine solche Metastudie macht man, um größere statistische Sicherheit der Studienergebnisse zu haben. Kleine Studien, mit kleinen Teilnehmerzahlen sind statistisch anfällig für "Ausreißer". Ein Studienergebnis wird - bei ansonsten gleichem Studiendesign - umso zuverlässiger, je größer die Patientenzahl war.
- Die Shang/Egger-Studie fasst 110 Studien zur Homöopathie zusammen. Darunter waren große Studien und kleine Studien; placebo-kontrollierte und solche ohne Vergleichsgruppe.
- Weil bekannt war, dass es Unterschiede in der Zuverlässigkeit der Studienergebnisse zwischen qualitativ hochwertigen Studien und eher laienhaft durchgeführten Studien gibt, legten Shang/Egger _vorab_ (das ist wichtig!) Qualitätskriterien fest, die sie an die Studien stllen würden, die in das Endergebnis einfließen durften.
- Das Ergebnis von Shang/Egger war das Folgende: Betrachtete man _alle_ 110 Studien, also auch die bekanntermaßen qualitativ schlechten, dann fiel das Ergebnis leicht positiv zugunsten der Homöopathie aus. (Also, dass Homöopathie besser ist als ein Placebo). Legt man dann aber Qualitätskriterien an, wirft also die bekanntermaßen wenig aussagekräftigen Studien aus dem Ergebnis, dann verschwindet dieser Vorteil für die Homöopathie.
- Mit einem Satz: Je qualitativ hochwertiger die Untersuchung, je schärfer unser Messinstrument, desto mehr wird deutlich, dass die Homöopathie nicht mehr ist als ein Placebo. _Das_, nicht mehr und nicht weniger ist das Ergebnis der Shang/Egger-Studie.

Konkret bringen die Autoren des Heftchens folgende altbekannte Kritik über die Shang/Egger-Studie:

<<Nimmt man nur eine einzige Studie aus der Wertung heraus, lässt sich die Schlussfolgerung von Eggers und Shang nicht mehr aufrechthalten.>>

Das ist bei genauem Hinsehen nicht der Fall, auch wenn das von Vertretern der Homöopathie natürlich (das Ergebnis kann ihnen nun wirklich nicht gefallen) so dargestellt wird.

Der Mathematikprofessor Ulrich Berger hat sich auf seinem Blog seinerzeit mit den Einwänden Lüdtkes (die die Autoren zitieren) zur Shang/Egger-Studie befasst. Hier kann man die Originalgrafiken aus Lüdtkes Arbeit sehen - und man sieht, dass sich im Endergebnis praktisch nichts ändert! Bergers Fazit: ""Die Lüdtke-Rutten Studie ist eine Randnotiz, deren Daten die Erkenntnisse der Egger-Studie weitgehend stützen. Sie ist alles andere als ein Aufreger.""

Das ist hier nachzulesen: http://scienceblogs.de/kritisch-gedacht/2008/12/10/neue-evidenz/

Der Blogbeitrag ist von 2008, wäre den Autoren dieses Buches also zur Verfügung gestanden. Daneben wäre es einem Dr. med. theoretisch auch möglich gewesen, die Lüdtke-Rutten-Studie selbst zu lesen und die von Professor Berger beschriebenen Fehler zu bemerken. Geschehen ist leider beides nicht, man hat wohl nur Sekundärliteratur gelesen, die ins Bild passte.

Auch hier wird die Kritik an der Shang/Egger-Studie besprochen - mit demselben Ergebnis:
http://www.scilogs.de/detritus/gesamtschau-der-studien-zur-hom-opathie/
Nur um zu belegen, dass Professor Berger hier keine "Einzelmeinung" vertritt.

Und aus demselben Grund möchte ich darauf hinweisen, dass sich das Ergebnis der Shang/Egger-Studie für Experten bereits abzeichnete. So wurde zum Beispiel Klaus Linde vom Zentrum für naturheilkundliche Forschung der TU München schon 2004 in der "Zeit" zitiert mit folgender Aussage:
"In der Vergangenheit seien die produzierten Studien häufig angreifbar gewesen. Das habe zum Teil daran gelegen, dass die beteiligten niedergelassenen Ärzte nicht an einer Hochschule arbeiteten, ihnen fehlte das statistische Rüstzeug für eine wissenschaftlich fundierte Untersuchung. Heute gehen die Studien häufiger von den Hochschulen aus. "Und je besser sie werden", sagt Klaus Linde, "desto weniger deutlich ist der Erfolg der homöopathischen Behandlung." "

Das ist exakt(!) das Ergebnis der Shang/Egger-Studie aus dem darauffolgendem Jahr.
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Anzumerken ist hier noch etwas, was die Autoren tatsächlich noch nicht wissen konnten: In diesem wissenschaftlichen Paper analysiert Dr. Aust verschiedene Studien, die eine Überlegenheit der Homöopathie gegen Placebo zu belegen scheinen und die allgemein nach den gängigen Kriterien als hochwertige Studien gelten:
http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/fct.12062/abstract;jsessionid=B6EF36FA0F01C8629E05426A7BB4C07D.f02t02?deniedAccessCustomisedMessage=&userIsAuthenticated=false

Auch eine Studie, die in der Shang/Egger-Metaanalyse für die Effektivität der Homöopathie sprach, ist dabei.
Dr. Aust zeigt in dieser Fachpublikation, dass die Schlussfolgerungen dieser 3 positiven Arbeiten durch statistische oder methodische Fehler zustandekommen und die Studien daher nicht aussagekräftig sind. Er fordert weitergehende Kriterien für die Hochwertigkeit von Studien.

In Bezug auf die Kritik an der Shang/Egger-Studie bedeutet das: Es ist müßig, darüber zu diskutieren, ob eine Arbeit mehr oder weniger etwas am Ergebnis geändert hätte: Es fallen durch Erkennen methodischer Fehler inzwischen auch diejendigen Arbeiten aus, die Shang/Egger zugunsten der Homöopathie hatten stehen lassen.

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Kurz zur von den Autoren angeführten Begründung, warum man gerade diese Studie in der Shang/Egger Studie weglassen sollte (obwohl wie gesagt nur am Rande interessant):

<<Außerdem gibt er zu bedenken, dass die Homöopathie nicht in allen medizinischen Feldern gleichermaßen sinnvoll eingesetzt werden kann. Wird sie aber in diesen Bereichen getestet, verschlechtert sich logischerweise das Gesamtergebnis.>>
<<Muskelkater? Wer würde bei Muskelkater Kügelchen geben? Die Studie hatte also nichts mit der homöopathischen Praxis zu tun.>>

Aha. Was uns die Autoren hier wieder erzählen. Schauen wir uns jedoch im Web um, also in der homöopathischen Praxis, so finden wir reichlich Anwendungen der Homöopathie bei Muskelkater: z.B.:

http://lexikon-der-homoeopathie.de/krankheiten/muskelkater.htm
http://www.yamedo.de/heilverfahren/homoeopathie/Muskelkater.html
...
Googeln Sie ruhig selbst.

Fakt ist also: Studien finden keine Überlegenheit der Homöopathika gegenüber Placebos bei Muskelkater.
Wie reagieren Homöopathen auf dieses Ergebnis?
Sie verkaufen Ihren Patienten weiterhin Homöopathika gegen Muskelkater. In der Praxis wird also komplett ignoriert, was die Studienlage ergibt.
Und sie protestieren mit dem Hinweis auf ungeeignetes Anwendungsgebiet, wenn die Studien in Metaanalysen einfließen.
Und das Ganze nennen die dann Wissenschaft... =D

Veröffentlicht am 02.01.2014 12:41:58 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 02.01.2014 13:31:29 GMT+01:00
Utimaus meint:
4) Zur Studienlage allgemein

Im Link zu den SciLogs oben (http://www.scilogs.de/detritus/gesamtschau-der-studien-zur-hom-opathie/) werden auch andere Metastudien erwähnt.

Diese Metastudien bespricht auch Dr. Aust in seinem Buch ausführlich In Sachen Homöopathie: Eine Beweisaufnahme

Und Claudia Witt (wie gesagt: Stiftungsprofessorin von der Carstens-Stiftung bezahlt, also bestimmt nicht negativ voreingenommen) schreibt in ihrem Jahresbericht 2010:
"Es ist also nicht belegt, dass homöopathische Arzneimittel mehr als Placebo sind..."

Was die Autoren des vorliegenden Büchleins _überhaupt nicht_ erwähnen, ist diese negative Studiensituation insgesamt. Hochwertige Studien, die keinerlei Überlegenheit gegenüber Placebo belegen werden überhaupt nicht erwähnt. Und das soll dem Vorsatz "nichts würde verschwiegen" genügen??

Hier ein Beispiel für eine von angesehenen Homöopathen durchgeführte solche Studie, die "Münchner Kopfschmerzstudie":
" In der Münchner Kopfschmerzstudie, finanziert von der Karl und VeronicaCarstens-Stiftung, wurden 98 Patienten mit chronischen Kopfschmerzen beobachtet. Erst untersuchten die Ärzte sie nach allen Regeln der homöopathischen Heilkunst, dann erhielt die eine Gruppe zwölf Wochen lang ein Placebo, die anderen bekamen individuelle homöopathische Arzneien verordnet. Das überraschende Resultat: Den Probanden der Placebogruppe ging es nach den drei Monaten besser als jenen der Homöopathiegruppe. Nach einem Jahr hatte sich das Bild verändert. 18 Patienten führten über diesen Zeitraum ein Kopfschmerztagebuch. Allen ging es besser – unabhängig davon, zu welcher Gruppe sie gehörten."
(Zitiert aus "Zeit")

Hier ein Link zur Studie: http://cep.sagepub.com/content/17/2/119.short
Das Fazit der Autoren: " There was no significant difference in any parameter between homeopathy and placebo. "

Also: Solche Studien gibt es, es gibt sie zuhauf, sie sind qualitativ hochwertig und aussagekräftig. Und die Autoren, die "nichts verschweigen wollten" erwähnen sie mit keinem Wort.

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Gibt es denn auch Studien, die der Homöopathie eine Überlegenheit gegen Placebo bescheinigen?

Ja, die gibt es auch. Klar, sonst hätte sich das Ergebnis in der Shang/Egger-Studie ja gar nicht verschieben können, wenn man die qualitativ schlechten Studien ausmustert.

Wenn man auf den Seiten des DZVHÄ oder anderer Verbände sucht, werden eine ganze Reihe von solchen Studien verlinkt; manche davon tauchen immer wieder auf, weil auch sie ein hochwertiges Studiendesign haben.

Trotzdem sagt das Vorhandensein solcher Studien an sich noch nicht viel aus. Das zeigt ja gerade die Shang/Egger-Metastudie: Studien mit unzuverlässigem Design sind fehleranfällig. Gerade in dieses qualitativ nicht hochwertigen Studien gibt es viele, die der Homöopathie Überlegenheit gegen Placebo bescheinigen. Doch das ist halt dem Patienten keine Orientierungshilfe.

Und ja, es gibt auch hochwertig designte Studien mit für die Homöopathie positiven Ergebnissen. Doch leider sagt auch das allein noch nichts über die Wirksamkeit der Homöopathie aus:

Zunächst gibt es für die Aussagekraft einer Studie noch andere Kriterien als das Design.
Die Autoren könnten zum Beispiel statistische Fehler gemacht haben.
Oder es könnten methodische Fehler passiert sein.
Oder die Autoren haben übersehen, dass es noch andere, einfachere Erklärungen für die gemessenen Gruppenunterschiede gibt.
...
Die zweite, wichtige Frage ist die Frage nach der Reproduzierbarkeit des Ergebnisses. Studien, auch große, hochwertige sind statistisch anfällig. Bei den üblichen angelegten Kriterien muss man davon ausgehen, dass im Schnitt jede 20. Studie ein fälschlich positives Resultat hat (dass man also ein Mittel für dem Placebo überlegen hält, obwohl es das gar nicht ist), obwohl die Autoren alles richtig gemacht haben.
Deswegen ist die Frage, ob andere klinische Studien dasselbe Ergebnis hatten, sehr wichtig.
Und deswegen ist auch die Frage wichtig: Wieviele unveröffentliche "Anläufe" gab es für die Studie, die aber negative Ergebnisse hatten. Letzteres ist leider ein Punkt, den man nie wird herausfinden können. Er wird als sogenannter "Publication bias" in der Fachliteratur diskutiert: Wie viele Studien mit unpassenden Ergebnissen verschwinden in der Schublade?
(Die evidenzbasierte Medizin wird diesem Bias in Zukunft damit begegnen, dass Studien _vorher_ angemeldet sein müssen, um in renommierten Fachzeitschriften veröffentlicht zu werden.)

Dr. Aust hat in seinem Buch In Sachen Homöopathie: Eine Beweisaufnahme begonnen, Studien mit positiven Ergebnissen auf solche Fehler zu überprüfen und führt dies seither auf seinem Blog
http://www.beweisaufnahme-homoeopathie.de/blog/
konsequent fort. (Beides, das Buch und den Blog würde ich z.B. empfehlen, wenn Sie sich wirklich seriös über die Homöopathie informieren wollen)

Bisher hat sich _keine_ der überprüften Studien als fehlerfrei erwiesen. Bei allen gab es höchst plausible Gründe, an den Schlussfolgerungen oder ihrer Reproduzierbarkeit zu zweifeln.

Hier die Links auf Untersuchungen häufig zitierter "Vorzeigestudien" zugunsten der Homöopathie:
- ADHS (Studie von Frei): http://www.beweisaufnahme-homoeopathie.de/?p=110
- Durchfall: http://www.beweisaufnahme-homoeopathie.de/?p=404
- Fibromyalgie (Weichteilrheuma): http://www.beweisaufnahme-homoeopathie.de/?p=978
- Grippe: http://www.beweisaufnahme-homoeopathie.de/?p=844

Veröffentlicht am 11.01.2014 02:21:24 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 11.01.2014 03:16:40 GMT+01:00
Utimaus meint:
5) Falschaussagen über den Placeboeffekt

Ich schrieb in der Rezi
<<- S. 56 Es wird behauptet, bei Säuglingen und Tieren sei eine Placebo-Wirkung auszuschließen. Es ist wirklich erschreckend, dass hier ein Dr. med solche falschen Behauptungen über den Placeboeffekt verbreitet. Dieser ist sowohl bei Haustieren als auch bei Kleinkindern/Säuglingen bestens nachgewiesen.
- S. 56 Es wird behauptet, wenn bereits eine konventionelle Behandlung oder eine mit anderen Homöopathika erfolglos verlief, unter den (neuen) Kügelchen aber Besserung eintritt, so sei ein Placebo auszuschließen. Auch hier ist es erschreckend, dass sich ein Dr. med zu solchen Äußerungen hinreißen lässt. Hat dieser Mann denn nie etwas von natürlichen Krankheitsverläufen gehört? Von Regression zur Mitte? Und ja, auch hier von Placebos, wenn man Vertrauen in einen verständnissvollen neuen Therapeuten entwickelt und die Krankheit besser zu tragen lernt.>>

Ich zitiere kurz den Absatz, um den es geht:

Weder Säuglinge noch Tiere sollten sich darum scheren, nach welcher Methode sie behandelt werden. Sie glauben nicht an Homöopathie oder an die Schulmedizin und lehnen sie auch nicht ab. Meist findet nicht einmal ein Arzt-Patient-Kontakt statt, sondern Mama oder Frauchen bekommen das Mittel aufgrund der Beschreibungen der Beschwerden mit. Und nicht selten dürfte bereits eine konventionelle Behandlung erfolglos vorangegangen sein. Wenn dann die Kügelchen helfen, wie sollte wohl der Placebo-Effekt zustande gekommen sein?"

In diesem einen Absatz stecken eine ganze Reihe von einfach falschen Aussagen. Der Reihe nach:

a) Placeboeffekte bei Säuglingen, Kleinkindern und Tieren sind bestens nachgewiesen.
Haben Sie je einem Kind, das sich das Knie aufgeschürft hat, mangels anderer Maßnahmen ein Bonbon auf die Wunde gelegt, etwas gesungen oder gepustet? Wenn Sie danach fragen, ob es besser ist - eh? Genau. Die Tränchen sind weg, das Placebo hat geholfen.
Das gilt auch für Säuglinge, die sich im Arm von Mama beruhigen. Oder indem man sie ablenkt. Auch das kann ein Placebo sein. Zuwendung ist ein starkes Placebo
Und bei Tieren? Verweise ich auf zwei Studien:
In beiden werden Tiere (einmal Hunde, einmal Kühe) homöopathisch bzw. mit Placebo behandelt. Es ergeben sich keine Unterschiede in beiden Gruppen!
http://www.omeopatia.org/upload/Image/my_operatori/dogs%20fireworks.pdf
""Seventy-five dogs that showed a fear response to fireworks participated in a double-blinded, placebo-controlled clinical trial to assess the efficacy of a homeopathic remedy for the alleviation of their behavioural signs. Dogs were randomly assigned to one of two treatments; the homeopathic treatment or the placebo treatment. At the baseline assessments the owners identified the behavioural signs of fear that their dogs normally displayed in response to fireworks, rated their frequency and intensity, and assessed the global severity of their dog’s responses. These measures were repeated at the final assessment and owners also completed weekly diaries for the length of the trial. There were significant improvements in the owners’ rating of 14/15 behavioural signs of fear in the placebo treatment group and all 15 behavioural signs in the homeopathic treatment group. Both treatment groups also showed significant improvement in the owners’ rating of the global severity of their dog’s responses. However, there was no significant difference in the response seen between the two treatment groups."

http://www.biomedcentral.com/content/pdf/1751-0147-44-97.pdf
" Calves with spontaneously derived diarrhoea were treated with either the homeopathic remedy Podophyllum (D30) (n=24) or a placebo (n=20). No clinically or statistically significant difference between the 2 groups was demonstrated. Calves treated with Podophyllum had an average of 3.1 days of diarrhoea compared with 2.9 days for the placebo group. Depression, inappetence and fever were presented equally in the 2 groups. These results support the widely held opinion that scientific proof for the efficacy of veterinary homeopathy is lacking. "

Auch auf folgenden, für Tierbesitzer interessanten Blog-Beitrag möchte ich verweisen: http://www.beweisaufnahme-homoeopathie.de/?p=1072

b) Wie kann es sein, dass eine Besserung erst beim zweiten oder dritten Homöopathikum eintritt? Oder wenn eine konventionelle Therapie vorausgegangen ist?

Betrachten wir kurz, wie der Text im Buch nach obigem Zitat weitergeht:

""Ein zweites Argument lautet, dass oft erst das zweite oder dritte Mittel, das der Therapeut wählt, hilft. Der Glaube an einen Erfolg der Therapie ist dann erfahrungsgemäß bereits gesunken. Übrigens kommt es häufig vor, dass auch erst das zweite Antibiotikum, das einem Patienten verabreicht wird, hilft. Hier spricht niemand von einem Placeboeffekt.""

Fällt Dr. Wischner wirklich nicht auf, dass er hier einen entscheidenden Teil der Antwort selbst gibt?
Nicht jede konventionelle Therapie greift. Das ist bekannt. Bleiben wir beim Beispiel des Antibiotikums. Bei Resistenzen greift vielleicht das erste Antibiotikum nicht. Bei Virenerkrankungen ist ein Antibiotikum sogar nur ein Placebo, weil es die Viren nicht bekämpfen kann. Es kann also sehr wohl vorkommen, dass eine konventionelle Behandlung die Erkrankung nicht - oder auch noch nicht - entscheidend bessern konnte, wenn der Patient zum Homöopathikum greift.

Daraus zu folgern, dass eine jetzt eintretende Besserung keinesfalls mehr mit dem Placeboeffekt zu erklären sei und somit ein Hinweis auf eine Überlegenheit der Homöopathie gegen Placebo sei, ist Humbug, Dr. Wischner. Anders ist es nicht zu sagen.
- Zum einen könnte der Patient dann zum Homöopathikum gegriffen haben, als seine Krankheit am Höhepunkt war, die Symptome also am heftigsten waren. Sie klingen aber nach dieser "Krise" naturgegeben ab. "Regession zur Mitte" würde man es bei chronischen Erkrankungen nennen, die ebenfalls in solchen Schüben verlaufen.
- Daneben könnte eine Besserung durch die Therapie bereits angestoßen sein, der Patient könnte aber noch nichts spürbar davon merken.
- Die Entscheidung für eine neue Maßnahme (Homöopathikum), oft mit ausführlicher Anamnese, gibt einen neuen Vertrauensschub; man hat das Gefühl, etwas getan zu haben und wird vom Therapeut auch aufgebaut. ("Das wird bestimmt helfen..."). Natürlich löst allein diese Zuwendung Placeboeffekte aus (wie Dr. Wischner auf S. 58 in anderem Kontext auch schreibt...)
- Unser Körper ist zäher als wir meinen. Etwa 70 - 80 % aller Infekte heilen bei gesunder Grundverfassung des Körpers im Laufe der Zeit von selbst ab. (Was nicht heißt, dass sie im Schnitt mit medizinischer Hilfe nicht schneller und risikoärmer abklingen). Dennoch: Auch eine erfolglose Therapie heißt nicht, dass die Chance auf ein natürliches Ausheilen der Probleme ausgeschlossen ist.

Das alles gilt auch für die Therapie mit mehreren homöopathischen Mitteln hintereinander. Vielleicht ist das Vertrauen des Patienten gesunken, ja - aber das heißt doch nicht, dass der natürliche Krankheitsverlauf nicht dennoch dazu führen kann, dass es dem Patienten beizeiten besser geht.

Ein Beispiel: Unser Patient habe Schnupfen.
Wir verordnen ihm grüne Gummibärchen. Doch nach 3 Tagen kommt er wieder und sagt, dass die bei ihm nicht anschlagen, es gehe ihm eher schlechter als am Anfang. Also geben wir dem Patienten jetzt rote Gummibärchen. Nach 3 weiteren Tagen kommt er wieder. Er ist jetzt schon sehr unzufrieden, weil es zwar nicht weiter schlechter wurde, besser aber auch nicht. Also überreden wir ihn zu gelben Gummibärchen. Nach weiteren 3 Tagen ruft er uns erleichtert an und sagt, dass es ihm merklich besser geht.

Heilen gelbe Gummibärchen Schnupfen? Nein! Aber genauso wenig belegt eine Besserung nach dem dritten Homöopathikum, dass dieses besser war als ein Placebo.
Und genauso wenig eine Besserung nach einem Homoöpathikum, dem eine konventionelle Therapie voraus ging, die aus welchem Grund auch immer nicht anschlug. Das gibt es.
Spezifisch wirksame Arzneimittel helfen nicht unbedingt allen Patienten. Der Patient hat nur _bessere_ Chancen auf Genesung (oder schnellere Genesung) als mit einem Placebo oder ohne Therapie.

Die hier gemachten Aussagen zum Placebo sind also falsch und verdrehen ein paar medizinische Grundkenntnisse.

Korrekte, umfassende Informationen über den Placeboeffekt findet man hier:

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/kanaluebersicht/aktuellste/1901618#/beitrag/video/1537636/Die-Wirkung-des-Nichts:-Placebo
http://www.handrick-net.de/homoeopathie/homoeopathie.html
http://www.helios-kliniken.de/fileadmin/user_upload/Helios-Klinken.de/Bad_Groenenbach/Bilddaten_QM/Placebo_Mestel_Zusammenfassung_+_Literatur.pdf

Und hier noch ein nett gemachter Beitrag, der beschreibt, wie natürliche Krankheitsverläufe zu den Erfolgsgeschichten der Alternativmedizin führen, auch wenn diese keineswegs besser als Placebos wirken

http://www.diewahrheit.at/video/erfolgsgeschichten-der-alternativmedizin

Dies, die Ausführungen hier in diesem Kommentar und die Ausführungen oben unter 2) mit den 4 Gruppen erklären hoffentlich, warum das Vorhandensein von Erfolgsgeschichten _NICHTS_ über eine spezifische Wirksamkeit eines Verfahrens aussagen kann.

Wenn 70 - 80 % der Infekte abklingen und Patienten Homöopathika hauptsächlich bei harmlosen Erkrankungen anwenden, so dass diese zum überwiegenden Teil aus diesen 70 - 80 % stammen, DANN IST ES UNVERMEIDLICH, dass es Patienten gibt, die zuerst Globuli nahmen und dann eine Besserung an sich bemerkten. Kurz: Dann ist die Entstehung solcher Erfolgsgeschichten unvermeidlich.

Veröffentlicht am 14.01.2014 00:25:05 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 14.01.2014 00:51:02 GMT+01:00
Utimaus meint:
6) Falschaussagen über die Medizin

Und hier hört bei mir wirklich jedwedes Verständnis auf, wenn der Autor ein Dr. med ist...

Ich schrieb in der Rezi

<< S. 44: Der Medizin wird ohne Begründung unterstellt, nur Symptome zu unterdrücken, nicht die Krankheitsursache anzugehen (ein Dr. med sollte es eigentlich besser wissen, erschreckend!)>>

Damit niemand denkt, ich würde hier unterstellen. Auf S. 44 steht:

<<Sie können einem Menschen mit Haarausfall, Hautproblemen und Verdauungsstörungen drei verschiedene Therapien angedeihen lassen. Oder Sie können ihn ganzheitlich betrachten, also erkennen, wo Zusammenhänge sind, was mit der Person im Ganzen nicht stimmt. (...) Sie sollten dabei nur überlegen, ob es Ihnen wirklich nur darum geht, Symptome abzustellen, oder ob es klüger wäre, den Auslöser abzustellen, damit die Beschwerden nicht wiederkehren.>>

Starker Tobak. Also: Wer nicht die ganzheitlichen Zusammenhänge erkennt, der bekämpft laut Aussage dieses Dr. med nur die Symptome.

Hierzu ist es zunächst einmal interessant, aufzuklären, was denn "ganzheitliche" Krankheitsursachen im Gedankengebäude der Homöopathie sind.

Hahnemann nahm an,dass Krankheiten durch Grundübel, sogenannten "Miasmen" verursacht werden. Diese Grundübel sind vor allem die Syphilis, die Gonorrhoe und zusätzlich noch die Psora (Krätze). Krankheiten entstehen für Hahnemann aus einer Verstimmung einer geistigen Lebenskraft.

Diese Lebenskraft äußert sich beim Gesunden in der im Organon beschriebenen Weise:
§9: Im gesunden Zustande des Menschen waltet die geistartige, als Dynamis den materiellen Körper (Organism) belebende Lebenskraft (Autokratie) unumschränkt und hält alle seine Theile in bewundernswürdig harmonischem Lebensgange in Gefühlen und Thätigkeiten, so daß unser inwohnende, vernünftige Geist sich dieses lebendigen, gesunden Werkzeugs frei zu dem höhern Zwecke unsers Daseins bedienen kann.

Also alles ok, solange wir einen "bewundernswürdig harmonischem Lebensgange in Gefühlen und Thätigkeiten" pflegen und uns nur dem "höhern Zwecke unsers Daseins" widmen.

Diese Verstimmung wird bewirkt durch die Miasmen - und diese wiederum durch Verstoß gegen obige Regel: Also ein unkeuscher Lebenswandel(!), Lüge oder dergleichen, kurz jedes Abweichen vom Pfad der Tugend zerstört unsere harmonische Einheit mit der Natur - und macht uns krank. Falls es nicht einfach karmische Bestimmung war.

Gerne auch nachzulesen in einer homöopathischen Quelle, damit klar ist, dass ich hier nichts unterstelle:
http://books.google.de/books?id=DC0LxW6Tub0C&pg=PR22&lpg=PR22&dq=miasmen+organon&source=bl&ots=yS2iNlNYcE&sig=Z1R9urIYz-wLSQTfvYpvvnDHOk0&hl=de&sa=X&ei=NXLUUt2dFcmQtQaimoCwCg&ved=0CGcQ6AEwBQ#v=onepage&q=miasmen%20organon&f=false

Man muss wissen: Hahnemann wusste nichts von Bakterien oder von Viren. Er besaß noch nicht einmal ein Fieberthermometer... Gab's noch nicht.
Seine Vorstellung von Krankheit ist in einem tief naturromatischen Bild gefangen.

Wir wissen heute, dass wir Durchfall bekommen, wenn wir uns einen Magen-Darm-Virus einfangen. Oder etwas verdorbenes essen und unsere Darmflora ruinieren. Hahnemann wusste davon nichts. Krankheiten entstehen im Gedankengebäude der Homöopathie durch eine Verunreinigung des Lebenswandels, durch ein Infizieren mit eine Grundübel, einem Miasma, das die Lebenskraft schwächt. Es ist also Ihr unkeuscher Lebenswandel oder der Ihrer Eltern, der im Gedankengebäude der Homöopathie die Krankheit über Sie gebracht hat.
Das sollte man wissen, denn das und nichts anderes ist mt "ganzheitlich" gemeint.
Und das sollte man auch wissen, wenn man das nächste mal eine Anamnese macht: Das ist, was der Homöopath über Sie denkt.

Ganz wichtig: Mit den Miasmen ist keineswegs die heute sehr gut bestätigte Wechselwirkung zwischen psychischer Belastung und körperlichen Symptomen gemeint, allgemein unter psychosomatischen Beschwerden bekannt. Auch, wenn es manche Homöopathen gerne so darstellen wollen....

Das im Hinterkopf sehen wir noch einmal obiges Buchzitat an:
<<Oder Sie können ihn ganzheitlich betrachten, also erkennen, wo Zusammenhänge sind, was mit der Person im Ganzen nicht stimmt.>>
Also: Wir können unterstellen, dass aufgrund seines Lebenswandels die Lebenskraft des Patienten mit Grundübeln infiziert ist und er deshalb Symptome zeigt.
Keineswegs: Der Arzt soll sich den ganzen Patienten anschauen, was für einen allgemeinen Eindruck er so macht.
Hier werden Zusammenhänge unterstellt, die mit heutigen medizinischem Wissen (Bakterien, Viren, Gefäßerkrankungen, falche Ernährung, ...) nicht mehr zu vereinbaren sind!
Und das Ganze von einem Dr. med

<<Sie sollten dabei nur überlegen, ob es Ihnen wirklich nur darum geht, Symptome abzustellen, oder ob es klüger wäre, den Auslöser abzustellen, damit die Beschwerden nicht wiederkehren.>>
Ein Antibiotikum tötet Bakterien. Es bekämpft also sehr wohl die Ursache einer bakteriellen Infektion.
Aber solche Geschütze brauchen Sie gar nicht aufzufahren.
Ein simples Desinfektionsmittel bekämpft schon ursächlich viele Infektionen, bevor sie uns überhaupt krank machen.
Eine Umstellung der Ernährung behebt ursächlich ungünstige Blutwerte.
Ein chirurgischer Eingriff behebt Krankheitsursachen.

Es ist einfach falsch, Medizin würde nur Symptome bekämpfen. Erst über medizinische Forschung wissen wir von den Ursachen vieler Erkrankungen, wissen erst über Bakterien oder Viren, über Impfstoffe etc Bescheid.
Bei einem solchen Satz von einem Dr. med kann man wirklich nur den Kopf schütteln.

Es ist vielmehr die Homöopathie, die nur die Symptome betrachtet, denn sie kennt keine Krankheiten in dem Sinne, sondern nur die Gesamtheit der vorleigenden Symptome. Als deren Ursache sieht sie aber keine Infektion, sondern eine Verunreinigung der Lebenskraft, bedingt durch Abkehr vom tugendhaften Pfad.

Veröffentlicht am 14.01.2014 00:57:11 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 14.01.2014 01:05:31 GMT+01:00
Utimaus meint:
<<- S.64 Es wird behauptet, es gäbe 2 diagnostische Stützen der Homöopathie: "Die Diagnose des richtigen Mittels wird durch das Gespräch mit dem Patienten gestellt. Die Diagnose der Krankheit erfolgt konventionell." Das ist schlichtweg falsch. Im Gedankengebäude der Homöopathie existieren keine Krankheiten im medizinischen Sinne. Die Homöopathie kennt keine Infektionen, keine Bakterien und keine Viren, einfach weil sie zu Hahnemanns Zeiten unbekannt waren. Die Homöopathie diagnostiziert nach Hahnemann ausschließlich über die Arzneimittelbilder.>>

Dass das falsch ist, sollte nach dem zuvor gesagten aus dem letzten Abschnitt klar sein.
In der Homöopathie macht es keinen Sinn, "konventionell" zu diagnostizieren, weil die Homöopathie mit der Diagnose "Masern" eh nichts anfangen kann. Die Homöopathie kennt keine Krankheiten nach hren Namen. Die Homöopathie kennt auch keinen Bluthochdruck. Oder AIDS. Keine Blutverguftung. Keine Grippe.

Es gibt keine Diagnose im Gedankengebäude der Homöopathie. Es gibt _nur_ die Mittelwahl. Davor kommt keine Diagnose.
Die gemachte Aussage ist falsch und dient ein wenig dazu, den modernen Patienten, der eine Diagnose erwartet (aus gutem Grunde!) zu beruhigen. Ehrlich ist sie nicht.

Ich zitiere zum Beleg aus dem Organon § 18:
"Von dieser nicht zu bezweifelnden Wahrheit, daß, außer der Gesammtheit der Symptome, (...) an Krankheiten auf keine Weise etwas auszufinden ist, (...), geht unwidersprechlich hervor, daß der Inbegriff aller, in jedem einzelnen Krankheitsfalle wahrgenommenen Symptome und Umstände die einzige Indication, die einzige Hinweisung auf ein zu wählendes Heilmittel sei.

Veröffentlicht am 15.01.2014 07:53:40 GMT+01:00
Juliane1205 meint:
KLASSE!!!!!!
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