Kundenrezension

105 von 131 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Der die Tinte nicht halten konnte, 21. Oktober 2009
Von 
Rezension bezieht sich auf: Limit: Roman (Gebundene Ausgabe)
Die Kritiken hier lesen sich teilweise wie eine Abrechnung der Gescheiterten: Konnte nach 100 Seiten nicht mehr; gab nach 600 auf; habe nur noch quergelesen... Ich reihe mich hier nahtlos ein. Ich bin nun mit reichlich querlesen auf Seite 420 angelangt, ob ich den Rest auch noch überfliegen werde, weiß ich nicht.
Es sind drei Punkte, die mich an Limit bisher am meisten nerven:

1. Die unglaubliche Geschwätzigkeit: Erklärungen, die oft unnötig genau sind; Dutzende langweiliger Personen (siehe Punkt 2); eine im Schneckentempo vorankriechende Handlung. Sage und schreibe 350 Seiten dauert es alleine, bis eine Gruppe Millionäre das Hotel auf dem Mond erreicht. Hätte Schätzing das auf 100 erzählt, wäre es vermutlich ok gewesen. So macht das Ganze einfach nur einen schlampigen Eindruck: Wie das eben so wirkt, wenn man alles niedergeschreibt, was man weiß und was einem gerade einfällt - und dann in der Korrktur vergisst, die Luft herauszulassen. Auch der Sprache hätte etwas mehr Sorgfalt gut getan. Wie viele Autoren denkt Schätzing offenbar, Sprache sei schon deshalb lebendig und authentisch, weil sie flappsig ist. Irrtum. Oft ist sie dann einfach nur peinlich. Das fällt besonders auf, bei den

2. Dialogen. Sie finden überwiegend zwischen den Mondreisenden statt, und sind durchgängig banal, überflüssig, unglaubwürdig, kurz: einfach miserabel. Im wesentlichen machen sich diese Leute ständig mit irgendwelchen coolen Spüchen dumm an, wobei sie nur gelegentlich von irgendeinem physikalischen Exkurs unterbrochen werden. Um den Überblick über diese ganzen Klone zu bekommen, braucht es mindestens 100 Seiten. Wenn man es nicht schafft, ist es eigentlich auch egal - faszinierend oder auch nur glaubwürdig ist eh keiner von ihnen.

3. Der China-Strang, in dem ständig ein Detektiv durch die Gegend irrt, einem permanent die politische Lage erklärt wird, ein bisschen Cyber-Kauderwelsch eingerührt wird, und der sich irgendwann, vermutlich auf Seite 1200, mit dem Mondfaden treffen wird. Bisher habe ich auf jeden Fall noch kein Sinn darin gefunden.
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Kommentare

Von 1 Kunden verfolgt

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1-8 von 8 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 21.10.2009 22:23:32 GMT+02:00
David Gerber meint:
[Die meisten Kunden meinen, dass dieser Beitrag nicht zur Diskussion gehört. Beitrag dennoch anzeigen. Alle nicht nützlichen Einträge anzeigen.]

Veröffentlicht am 31.10.2009 20:48:58 GMT+01:00
Ultron meint:
Kann diese Rezension nur 1:1 teilen, haargenau auf den Punkt !

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 25.06.2010 11:48:17 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 25.06.2010 11:49:02 GMT+02:00
Habe diese Buch bisher nicht gelesen. Ich bin eher abgeschreckt von den vielen negativen Kritiken.
Aber zu Shiraz möchte ich sagen:
gibt es in ihrem Leben auch mal positive Kritiken? Wenn man Ihre Seite anschaut sind fast alle sehr negativ. Oder geben Sie bei guten Büchern keine Kritiken ab? Das sollten Sie auch mal tun, es ist ein gutes Gefühl über ein gutes Buch etwas zu schreiben.

Veröffentlicht am 07.03.2011 19:23:11 GMT+01:00
S. Corsin meint:
Diese Rezension taucht auch bei den Hörbüchern auf. Diese sind allerdings oft sehr gekürzt, sodass die Buchrezension in diesem Punkt nicht hilfreich ist.

Veröffentlicht am 05.05.2011 17:31:54 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 05.05.2011 17:32:23 GMT+02:00
Micha meint:
Hallo Shiraz,
hast Du weitere Bücher von Schätzing gelesen und kannst einen Vergleich anstellen?
Ich kenne viele seiner Bücher und habe mich auch schon in einer Rezension darüber ausgelassen, dass er manchmal viel zu sehr ausschweift (oft weil er sein Recherchewissen "zu gut" an den Leser bringen will...).

Die Rezensionen hier halten mich derzeit davon ab, dieses Buch zu kaufen und es würde mir ein Vergleich mit vorhergehenden Büchern helfen....
Danke.

Micha

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 08.05.2011 07:13:44 GMT+02:00
Shiraz meint:
Hi Micha,
ich habe von ihm nur den Schwarm gelesen. Den fand ich zwar auch ein bisschen lang, aber so spannend, dass mich das nicht sehr gestört hat. Limit ist mindestens drei Klassen schwächer. Es kommt mir echt so vor, als ob der Schwarm noch von einem Lektor korrigiert wurde und Limit nicht – vielleicht hat Schätzing sich das verbeten und der Verlag hat sich nicht getraut, sich mit seinem Starschreiber anzulegen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 08.05.2011 12:00:56 GMT+02:00
Micha meint:
Danke vielmals - ich denke, ich werde auf dieses Buch wohl verzichten...
"Der Schwarm" war auch mein erster Schätzing, da ist mir das noch nicht so aufgefallen.
"Mordshunger" oder "Die dunkle Seite" waren ok, sind aber auch nicht so dick.

"Lautlos" sowie "Tod und Teufel" waren ebenso dicke Schinken, die zeitweilig immer sehr langatmig waren; dort habe ich zwischendurch immer mal einige Seiten übersprungen. Mein Eindruck war, das er sehr viel recherchiert hatte und sich zeitweise in ein Geschichtsbuch verloren hatte....

Diese Tendenz scheint sich ja nun hier fortgesetzt zu haben, so dass ich drauf verzichte.

Herr Schätzing, bitte verzichten Sie auf ein paar Seiten und kommen Sie zurück zur spannenden und elementaren Handlung...

Gruß,
Micha

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 22.06.2011 17:13:43 GMT+02:00
Ich kann nur sagen, dass ich überhaupt kein Schätzing Fan war, nachdem ich "Der Schwarm" gelesen hatte. Ich hatte eigentlich nicht vor, nochmal ein Buch von ihm zu lesen. Eigenartigerweise ist genau das, was hier kritisiert wird, das was mich zu dem Autor zurück gebracht hat - die "Geschwätzigkeit", die ich nicht als solche empfinde, bzw. die Langatmigkeit, die ich so auch nicht nachvollziehen kann. Da sich das Buch mit einer doch recht komplexen Thematik befasst u. ich dazu neige, die Dinge beim Lesen zu hinterfragen, empfand ich die Erläuterungen im Buch als hilfreich und sie schlossen offene Fragen, die beim Lesen aufkamen. Ich fand es auch gut, dass das Buch ohne das klassische Liebesthema auskommt, was immer in vielen Büchern mitläuft, um sie spannender zu machen oder andere Schemata, die mich in einigen Büchern gelangweilt haben. Das Buch war gut geschrieben, mit gutem Stil. Ich würde mir wieder einen solchen Wälzer von ihm antun, auch auf die Gefahr hin, dass ich an der Langatmigkeit scheitere :).
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