Kundenrezension

22 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Verstörende Dokumentation über die Wirklichkeit, aber nicht unumstritten, 15. Januar 2013
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Rezension bezieht sich auf: Der Stoff, aus dem der Kosmos ist - Raum, Zeit und die Beschaffenheit der Wirklichkeit [Blu-ray] (Blu-ray)
In dieser Dokumentation berichtet Brian Greene über die außergewöhnlichen Formen der Wirklichkeit, die sich laut derzeitigem Stand der Physik so völlig anders darstellt, als es sich unser "gesunder Menschenverstand" vorzustellen vermag. Nun wissen wir ja schon seit Albert Einstein, dass Schein und Wirklichkeit nicht übereinstimmen müssen und auch die Quantenmechanik lehrt uns schon seit langem, dass sich im Bereich der Elementarteilchen Dinge jenseits aller Logik abspielen, ja sogar die Kausaliltät, das Prinzip von Ursache und Wirkung, wird dort in Frage gestellt.
Greenes Verdienst besteht nun darin, diese bekannten Absonderlichkeiten aus Zeit, Raum und Mikrokosmos spannend und verständlich zu präsentieren. Das ist beeindruckend, lehrreich und unterhaltend zugleich. Er geht aber auch über diese aus Relativitätstheorie und Quantenmechanik bekannten Phänomene hinaus und beschreibt weitere, hochabsonderliche Spekulationen, die das Ergebnis der derzeitigen theoretischen Physik seien. Mich haben diese bizarren Szenarien beeindruckt und nachdenklich gemacht.
An diesem Punkt aber setzt auch die Kritik an. Es war reiner Zufall, dass ich einige Wochen nach den vier Arte-Sendungen das Buch "Auf dem Holzweg durchs Universum" von Alexander Unzicker gelesen habe. Wie schon wenige Jahre zuvor in seinem Buch "Vom Urknall zum Durchknall" kritisiert der Physiker und Hirnforscher die Entwicklungen in der Elementarteilchenphysik und Kosmologie, die mit immer mehr Elementarteilchen (inzwischen soll es mehr als 1000 von ihnen geben!) und bizarreren Theorien unüberprüfbare Behauptungen aufstellen. Vor allem die Stringtheorie, das Multiversum oder die Inflationstheorie (die sagenhafte Expansion des Universums in den Bruchteilen der ersten Sekunde nach dem Urknall) werden von ihm als typische Fehlentwicklungen gebrandmarkt. Die Physik habe sich inzwischen in so viele Spezialgebiete aufgeteilt, dass es kaum noch Experten gebe, die in der Lage seien, den notwendigen Überblick zu bewahren, um die Erkenntnisse aus dem Mikro- und dem Makrokosmos miteinander verbinden zu können.
Als wissenschaftlich interessierter Laie kann ich das natürlich nicht beurteilen, doch scheint Herr Unzicker über ein profundes Fachwissen sowohl in der Elementarteilchen- als auch in der kosmischen Physik zu verfügen und seine Bücher haben auch in der Fachwelt Aufsehen erregt. Wenngleich B. Greene durchaus auch darauf hinweist, dass es sich dabei um derzeit nicht beweisbare Theorien handelt, so werden sie doch mit einem gewissen Wahrhaftigkeitsanspruch präsentiert. So wird zum Beispiel die bizarre Theorie vorgestellt, dass unsere Welt nicht real sei, sondern dass es sich dabei um eine 3-dimensionale holographische Abbildung von 2-dimensional gespeicherten Daten handle, die sich am Rande eines schwarzen Lochs befinden. Zum Abschluss dieser Vorstellung wird ein Physiker präsentiert, der dem Publikum konsterniert eingesteht: Ja, er glaube daran, dass wir Menschen und unsere Umwelt wohl nur das holographische Abbild einer Wirklichkeit am Rande eines schwarzen Lochs seien . . .

Man kann sich dabei des Eindrucks nicht erwehren, dass Brian Greene mit derlei Beispielen die "altbekannten" Sensationen aus Relativitätstheorie und Quantenmechanik noch übertrumpfen möchte. Das schadet aber der ansonsten so hervorragenden Dokumentation, weil man sich dann auch bei anderen Phänomenen (wie der "spukhaften Verschränkung") fragt, ob diese Dinge wirklich mehr als nur Spekulation sind.
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Kommentare

Von 5 Kunden verfolgt

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1-7 von 7 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 19.01.2013 19:43:08 GMT+01:00
tryacc meint:
[Die meisten Kunden meinen, dass dieser Beitrag nicht zur Diskussion gehört. Beitrag dennoch anzeigen. Alle nicht nützlichen Einträge anzeigen.]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 20.01.2013 11:00:23 GMT+01:00
GORDON meint:
Danke, tryacc, für Ihren Hinweis, der in der Wissenschaft aber nicht zulässig ist. Denn dort muss man seine Behauptung auch beweisen können, um annerkannt zu werden. Ansonsten ist es Glaube ...

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 22.01.2013 19:15:52 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 03.02.2013 10:29:44 GMT+01:00
Hans meint:
ein kleiner Hinweis an beide Vorposter: "weder noch". Es ist so, dass in der Physik (womit ich Kosmologie miteinbeziehe) noch nicht alle Dinge geklärt sind. Also entwickelt man Theorien, die mit dem, was man weiß, vereinbar sind und ein mögliches Phänomen beschreiben können. So verhält es sich z.B. mit der Stringtheorie. Die Stringtheorie macht aber selbst keine Voraussagen, die man experimentell überprüfen könnte (zumindest heutzutage noch nicht). Somit ist auch diese "höchst spekulativ". Tatsächlich kann es auch ganz anders sein. Das unterscheidet die Stringtheorie z. B. von der Relativitätstheore. Diese wurde schon auf alle mögliche Art getestet und wenn sie falsch sein sollte, dann ist sie ziemlich clever falsch.
Und so verhält es sich auch mit den Multiversen oder unserer Existenz auf dem schwarzen Loch. Das was wir heutzutage wissen, lässt es zu, dass es so sein könnte.
Natürlich kann man davon halten was man will, aber alleine die Vorstellung der Existenz von Multiversen finde z. B. ich spannend.

Veröffentlicht am 06.02.2013 10:17:11 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 06.02.2013 10:19:23 GMT+01:00
Ernst August meint:
hi,

Einsteins Theorien sind inzwischen wissenschaftlich experimentell bestätigt und zwar alle Effekte, letztens wurde sogar nachgewiesen das die Erde den Gravitationstrichter den sie erzeugt oder eben die gekrümmte Raumzeit in gewissen Umfang mit aufwickelt.
Gravitationswellen sind bis dato noch nicht entdeckt, ein Satellit befindet sich aber diesbezüglich seit 2 Jahren im Orbit.
Die Quantenphysik wurde von Max Planck, Niels Bohr und Werner Heisenberg entwickelt für die Wechselwirkung der kleinsten Teilchen miteinander. Wir wissen ein bisschen über die Dinger, aber sehr wenig, es ist immer noch das Reich der Hypothesen z.B. Quantenelektrodynamik oder Quantenchromodynamik. Das sind alles Theorien ohne Beweise.
Wir wissen allerdings genügend um unsere gesamten Maßeinheiten (Si-Einheiten) auf den drei bekannten Naturkonstanten aufbauen zu lassen, die da sind:
1. Lichtgeschwindigkeit
2. Gravitationkonstante
3. Plancksches Wirkungsquantum

Anscheinend haben sie die 3d-2d Geschichte schlecht erzählt, dies war ein jahrelanger Streit zwischen Susskind und Hawking, Hawking behauptete wenn etwas in ein schwarzen Loch fällt ist es weg und das ist falsch. Susskind hat zurecht angemerkt das es der Allgemeinen Relativitätstheorie widerspricht und siehe oben, Einstein ist wissenschaftlich bestätigt.
Es ging darum was passiert wenn ein Objekt in ein schwarzes Loch fällt und es von einem sicheren Punkt beobachtet wird, es passiert zweierlei, im Bezugssystem des Objektes passiert das erwartete. Das Objekt nähert sich dem Schwarzschildradius, wird auseinandergerissen und fällt schliesslich ins Loch. Der Beobachter sieht aber etwas völlig anderes, er sieht wie das Objekt sich dem Schwarzschildradius nähert und immer langsamer wird und schliesslich am Schwarzschlidradius stehenbleibt und für immer verharrt denn grosse Massen lassen die Zeit langsamer vergehen wenn man ausserhalb des Bezugssytem ist und die entweichgeschwindigkeit beträgt am Schwarzschildradius 299792 km/s, die Zeit steht Still für den Beobachter.

mfg

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 11.02.2013 21:07:09 GMT+01:00
Utimaus meint:
@ GORDON

Zuerst zu Ihrer Rezension

Für den Laien mag Unzicker überzeugend wirken. Jedoch muss man sagen, dass Unzickers Kritik zumindest darin falsch ist, als sie einen gleichmachenden Rundumschlag auf die moderne Physik darstellt. Würde er nur z.B. an Strings oder Supersymmetrie zweifeln, wäre er glaubhaft.
Tatsächlich kritisiert er aber ebenso heftig Einsteins Allgemeine Relativitätstheorie oder die Quantenmechanik. Beide sind jedoch experimentell hervorragend bestätigt. Dem Laien ist das oft nicht klar, dass hier aus Sicht der Physik eine völlig andere Situation vorliegt. Unzicker macht es jedenfalls nicht deutlich.
Man sollte bedenken, dass Unzicker zum Beispiel ebenso das Higgs-Boson als Absurdität darstellt - das Buch ist ja von 2010 - das wurde aber letzten Sommer nachgewiesen.
Als Kritischer Leser sollte man damit zumindest im Hinterkopf behalten, dass Unzicker grundsätzlich einfach ohne Ansehen der Faktenlage niederredet und insofern auch nicht mehr wirklich als seriöser Analyst gelten kann.

Hier zum Beispiel eine gute Buchkritik vom Spektrum der Wissenschaft, einer der besten populärwissenschaftlichen Zeitschriften überhaupt:
http://www.spektrum.de/alias/vom-urknall-zum-durchknall/vom-geistesblitz-zur-selbstdarstellung/1034005

Grüße

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 10.03.2013 22:50:06 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 10.03.2013 22:51:15 GMT+01:00
Rupi meint:
Das Higgs-Boson wurde nicht (!!!) nachgewiesen. Am 4. Juli 2012 wurde nur der Nachweis eines Teilchens bekanntgegeben, bei dem es sich um das Higgs-Boson handeln könnte (!!!). Die Auswertung der erzeugten Datenmengen soll voraussichtlich nicht vor Ende 2013 abgeschlossen sein. Es ist also noch alles offen und das Ergebnis könnte ganz anders ausfallen wie erhofft (auch wenn ich das nicht glaube).

GORDON macht in seiner Rezension lediglich darauf aufmerksam, dass etwas nicht wie eine Tatsache verkauft werden soll, wenn es sich nur um eine spekulative Ansicht handelt (auch wenn sie als sehr wahrscheinlich erscheint).
Gerade von naturwissenschaftlicher Seite her überrascht es mich immer wieder, wenn dort Dinge oder Erkenntnisse als "wahr" beschrieben werden, obwohl sie noch gar nicht bewiesen wurden. Und das macht mich sehr nachdenklich und wirft bei mir die Frage auf, wie Erkenntnisse und Beweise in den Naturwissenschaften tatsächlich ernstzunehmen sind......

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 27.05.2013 16:35:56 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 27.05.2013 16:40:38 GMT+02:00
Maverick meint:
@ GORDON

Da hat wohl jemand nicht viel von Wissenschaft verstanden. Sorry, aber es ist genau umgekehrt.

Es geht in der Wissenschaft eben NICHT darum, Dinge zu beweisen. "Beweisen" ist kein Bestandteil der Wissenschaft, so funktioniert Wissenschaft nicht. Wissenschaft funktioniert genau umgekehrt: Es geht um das Falsifizieren. Also darum, falsche Annahmen auszuschließen.

Ziel der Wissenschaft ist es nicht, Dinge zu beweisen. Das ist nämlich wissenschaftstheoretisch gesehen überhaupt nicht möglich. Es geht bei der Wissenschaft lediglich darum, so viele falsche Annahmen wie möglich auszuschließen, um die Wahrscheinlichkeit für die Richtigkeit einer Theorie möglichst hochzuschrauben.

Stichwort: Karl Popper. ;)

"Denn dort muss man seine Behauptung auch beweisen können, um annerkannt zu werden. Ansonsten ist es Glaube ..."

Diese Aussage ist übrigens genauso falsch. Es ist Blödsinn, dass in der Wissenschaft nur Dinge anerkannt sind, die "bewiesen" wurden.

Informiere dich bitte mal darüber, was eine Theorie ist. Eine Theorie ist so gut wie nie "bewiesen". Genau deshalb heißt sie ja auch "Theorie".

Theorien sind wichtige Bestandteile der Wissenschaft, in den meisten Fallen aber nicht bewiesen. Dennoch wird intensiv mit Theorien gearbeitet, wenn sie für gut befunden werden.
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