Kundenrezension

9 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Theorie-Spielereien : realitätsfern, verschwurbelt und irgendwie banal, 15. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die egoistische Information: Eine neue Sicht der Evolution des Lebens (Taschenbuch)
Das Beste an diesem Buch ist sein Titel. Dieser weckte bei mir die Erwartungen, dass Peter Mersch so etwas wie eine zeitgemäße Neuausgabe des Klassikers von Richard Dawkins ("The Selfish Gene") bietet, und dass dabei konsequent die Information im Mittelpunkt steht (immerhin ist der Autor Informatiker).
Beide Erwartungen wurden leider enttäuscht.

Trotz des schönen Titels steht im Zentrum der Theorie nicht die Information, etwa als substrat-neutraler Algorithmus, sondern immer noch (wie in den Büchern zuvor) der "Evolutionsakteur", also der individuelle Organismus, der danach "strebt", seine Kompetenzen (a) zu erhalten und (b) zu reproduzieren. Immer noch dreht sich in der Systemischen Evolutionstheorie (= SET) alles um die "Kompetenzen". Mersch hat sich wohl die (meine?) Kritik zu Herzen genommen, "Kompetenz" sei ein - milde ausgedrückt - arg unscharfer Begriff. Er verwendet jedenfalls sehr viel Mühe darauf, diesen Begriff zu formalisieren. Doch was nutzt die schönste (logico-mathematische) Formalisierung, wenn die begriffliche Grundlage weiterhin unklar ist. "Kompetenz" ist für Mersch alles Mögliche : etwa die Fähigkeit, eine bestimmte Leistung zu erbringen, aber auch jegliches Wissen, das ein Akteur von sich und seiner Umwelt hat. Fähigkeiten und Wissen können (epi-)genetisch oder kulturell gespeichert und vererbt werden, So weit, so allgemein. (In meinen Augen ist es höchst problematisch, Wissen und Fähigkeit in einen Topf zu werfen)

Die Probleme beginnen, wenn der Autor dann versucht, diese hoch abstrakte Definition auf das Leben anzuwenden. Da heißt es dann z.B. "Einfache Lebewesen - die ihr gesamtes Wissen in den Genen vorhalten und tradieren, und keine sozialen Gemeinschaften bilden - besitzen (...) lediglich eine einzige evolutionär bedeutsame Kompetenz, nämlich 'Nachkommen hinterlassen/Gene vervielfältigen'..." (dieser Satz ist Mersch so wichtig, dass er ihn geschätzt 10 oder 12 Mal im Buch wiederholt). Man muss kein Biologe sein, um zu sehen, dass das nicht stimmen kann. Selbst ein Virus hat mindestens zwei Kompetenzen: 1. in eine Zelle einzudringen; 2. die DNA dieser Zelle zu infiltrieren und umzuprogrammieren. Jedes "primitive" Bakterium ist eine kleine hochkomplexe Fabrik mit dutzenden, gar hunderten von Kompetenzen/ Fähigkeiten : von der Konstruktion einer schützenden Membran, über die Verstoffwechslung von z.B. Schwefelverbindungen, bis hin zur Produktion von Molekülen, die etwa in der Lage sind, ein Antibiotikum zu spalten und so unschädlich zu machen. Die meisten dieser Fähigkeiten sind voneinander unabhängig und können von den Organismen auch einzeln untereinander ausgetauscht werden. Es ist daher grober Unfug, allen nicht-kulturellen Lebewesen nur eine Kompetenz zuzubilligen.

Der Grund für Merschs Verwirrung: Er hat die durch Dawkins und die anderen "Genozentriker" angestoßene Wende hin zum selektionstheoretischen Atomismus immer noch nicht vollzogen. Für Vertreter und Anhänger eines "Generalisierten Darwinismus" (ich zähle mich auch dazu) ist der Einzelorganismus, der vermeintliche sog. "Akteur" nichts weiter als ein Durchgangsstadium für die eigentlichen Objekte der Evolution. (Ein Kenner der Evolutionstheorie wie Georg Toepfer hebt dies gleich zu Beginn seiner sehr guten Einführung "Evolution" deutlich heraus). Das ist ein zentraler Punkt, den anzuerkennen Peter Mersch sich beharrlich weigert: Dass der "Akteur", der Organismus, selbst n i c h t evolviert ; er macht im Laufe seines Lebens lediglich Veränderungen durch, doch er ist nicht Teil der Kette aus vererbten Merkmalen, die überhaupt erst Evolution ausmachen.
Mersch nennt die Akteure zwar auch "Systeme", verweigert dann aber die Konsequenz, dass diese Systeme zusammengesetzte Wesen sind, die sich in der Evolution aus einstmals freien "Akteuren" bildeten, welche wiederum aus... usw, bis zum Anfang, wo wir es mit "Replikatoren" als Ausgangsmaterial der Evolution zu tun haben. Das ist der Grundgedanke der Theorie der sog. Major Transitions, eine Theorie, die normalerweise in keinem theorielastigen Buch über Evolution fehlen darf, insbesondere, wenn es um lebende SYSTEME gehen soll. Herr Mersch hat sie offenbar nicht zur Kenntnis genommen.

Es ist wirklich erstaunlich, was in diesem Buch so alles fehlt ! Wie kann jemand wie Mersch, dem es - unter anderem - um das Spannungsverhältnis von Biologie und Kultur geht, die gesamte Diskussion um die sog. Gen-Kultur-KoEvolution ignoriert haben ? Eminent wichtige Autoren wie Boyd und Richerson tauchen in einem Halbsatz in einer Anmerkung auf, das war's! Andere, wie William Durham oder Alex Mesoudi werden komplett ignoriert. Und das bei einem, der für sich beansprucht, kulturelle Evolution zu modellieren! -- Dann die sog. Multilevel-Selektion, auch ein ganz heißes Eisen in der Diskussion der letzten Jahre, die an Peter Mersch vorbei gegangen sein muss. Denn was er kurz zu diesem Thema schreibt, zeugt von großer Unkenntnis dieses Themas. - Umgekehrt wird ein alles andere als bahnbrechendes Werk wie "The Origin of Wealth" eines McKinsey-Managers namens Eric Beinhocker gefühlt 50 Mal zitiert!

Dazu passt die Realitätsferne, die weite Teile des Buches beherrscht. Es fehlen an allen Ecken und Enden die Anschlussmöglichkeiten zur Empirie, zur Wirklichkeit. Und wenn Mersch dann irgendwie versucht, die praktische Relevanz der Theorie darzulegen, etwa in Kap. 11.4 "Evolution der Technik" , dann sind seine Ausführungen eher banal : Unternehmen wie Samsung seien eigenständige Akteure, die im Wettbewerb stünden und dabei ihre Interessen, auch auf Kosten der Umwelt und der eigenen Mitarbeiter, verfolgen würden... Hört hört. Um das zu wissen braucht es keine Theorie; das weiß jeder aufmerksame Zeitungsleser.

Die angesprochene Realitätsferne zeigt sich besonders dann, wenn Mersch ein (abstraktes) Konzept mit einem Beispiel verdeutlichen will. Nicht nur, dass er konsequent fiktive Beispiele benutzt, diese sind auch so gehalten, dass sie die Grenze zum Absurden manchal nicht nur streifen, sondern fröhlich überschreiten.
Nehmen wir sein Beispiel 10.6.1., wo es um die Kompetenzen und die Reproduktion von Giraffen geht. Zitat : "Nehmen wir nun an, eine Giraffenpopulation habe sich für die folgende soziale Reproduktionsstrategie entschieden: Die Giraffen mit den längsten Hälsen fressen das von ihnen erreichte Laub nicht gänzlich selbst. Stattdessen lassen sie einen größeren Teil für ihre kurzhalsigen Artgenossen zu Boden fallen, die im Gegenzug die Nachwuchsarbeit übernehmen. Das Reproduktionsinteresse der kurzhalsigen Giraffen ist folglich hoch, das der langhalsigen niedrig".
Was der Autor damit "beweisen" will, soll uns hier nicht interessieren. Tatsache ist, dass es dergleichen in der Natur nicht gibt, und auch nicht geben kann. Gut angepasste Tiere geben weniger gut angepassten Artgenossen niemals Nahrung, damit diese für sie Nachkommen produzieren. Herr Mersch würde an dieser Stelle natürlich mit seinem Spezialgebiet kommen: Beim Menschen bezahlen die kinderlosen Reichen indirekt über Kindergeld und Sozialhilfe die Nachkommenschaft der Armen. Doch wie ich schon in einer anderen Rezension sagte: dieses Phänomen aus dem Umfeld des sog. demographisch-ökonomischen Paradoxons ist eine auf den Bereich des Menschen beschränkte lokale Anomalie, die ganz sicher keinen Umbau der gesamten Evolutionstheorie verlangt!
Mit hanebüchenen, an den Haaren herbeigezogenenen Beispielen wie jenem mit den Giraffen kann man a l l e s beweisen oder ggf. widerlegen. Und in diesem Buch wimmelt es von Beispielen, die eigens dafür konstruiert wurden, ein realitätsblindes Konzept zu "verdeutlichen". Das Ergebnis ist dann manchmal absurdes Theater (siehe eine längere Textprobe, die ich unten im Kommentar zitiere)

Was mir beim Lesen besonders auffiel: Im Grunde bietet Mersch mit der SET keine Theorie der Evolution (der gesamten Biosphäre), sondern nur eine Theorie zur Evolution sozialer Systeme. Er bewegt sich fast ausschließlich im Bereich der Menschen und der sozialen Insekten. Diese bilden für ihn die Referenz-Organismen, von denen her er die gesamte Biosphäre deutet. Das ist natürlich unzulässig. Das Thema "Eusozialität" ist sicherlich interessant, gerade für uns Menschen, ultra-soziale Wesen, die wir nunmal sind, aber Evolution ist weit weit mehr. Zu Bakterien, Viren, Pflanzen etc.. und den Prinzipien ihrer Entwicklung weiß der Autor nichts Neues zu sagen.

Mersch gibt dies verklausuliert selbst zu, wenn er schreibt "Erst bei einer Ausweitung des Anwendungsspektrums auf soziale Evolutionen (...) wird der Reproduktionsinteressen-Begriff (...) zwingend erfolderlich." Wenn man bedenkt, dass Mersch "Reproduktionsinteresse" als eines der drei Evolutionsprinzipien auffasst, dann kann man sagen: Seine Theorie greift erst, wo Akteure sich aktiv zu ihren eigenen Kompetenzen verhalten, etwa, indem sie diese, vermittelt durch Kultur, steuern. Auf wen, außer den Menschen, trifft das noch zu? Daher mein Vorwurf: Mersch deutet die gesamte Evolution aus der Sicht der Menschen, mit dem Homo sapiens als Maß und Modell. Seine Theorie ist im Grunde vormoderner Anthropozentrismus in der Sprache des 21. Jahrhunderts.

Ein weiterer großer Schwachpunkt der Theorie ist (immer noch), dass sie das elementare evolutionäre Phänomen der "differentiellen Reproduktion" nicht erklären kann.
Mersch schreibt auf Seite 131 als Merksatz "Der unterschiedliche Erfolg der Evolutionsakteure bei der Reproduktion ihrer Kompetenzen bewirkt schließlich Evolution". Schön und gut. Was essentiell ist, aber von Mersch nicht erklärt wird, ist die Frage : WAS entscheidet letztlich darüber, dass Akteur A mehr Erfolg hat als B ? : Wieso reproduzieren sich Systeme der Art X besser als Organismen der Art Z, etwa, wenn sich das Klima erwärmt? Liegt das daran, dass die Tiere oder Pflanzen aus Population X mit dem Klimawandel auch ein höheres Reproduktionsinteresse als die von Z bekommen? Das anzunehmen wäre absurd. -- Oder ein Beispiel aus der Kultur: Warum ist der Titel A eines Autors ein echter Bestseller, Titel B hingegen liegt wie Blei in den Regalen? Hat der Autor das Buch A mit einem höheren Reproduktionsinteresse verfasst? Oder der Verlag? Warum setzt sich Erfindung A durch, Erfindung B geht unter, obwohl beide Erfinder jahrelang Tag und Nacht fieberhaft daran gearbeitet haben? Die Antwort der "herkömmlichen" Theorien ist natürlich: Selektion! Neben den Kompetenzen und Interessen der sich reproduzierenden Systeme muss es ein limitierendes Prinzip geben. Dieses Prinzip fehlt schlicht in Merschs Theorie, weshalb sie Evolution nie vollständig modellieren kann.

Besonders stolz ist der Autor auf seine Einbettung der Theorie des komparativen Kostenvorteils (= Ricardos Theorem) in die SET. Doch mein Eindruck ist, dass er auch hier etwas "herleitet", was längst bekannt ist: Menschen, ob einzeln oder im Kollektiv, sollten sich auf das spezialisieren, was sie am besten können, um mit dem so Erwirtschafteten Waren und Dienstleistungen zu erwerben, bei deren Herstellung sie weniger kompetent sind als andere. So steigern sie ihre komparative "Fitness". Dafür, dass diese Erkenntnis nicht wirklich bahnbrechend ist, nimmt dieses Kapitel im Buch einen zu großen Raum ein. Auch hier gilt, wie so oft bei Mersch: kein Erkenntnisgewinn, allenfalls eine alternative Formalisierung. Alter Wein in neuen Schläuchen.

Kurz noch zum Stil des Buches. Mersch möchte als Wissenschaftler ernst genommen werden, und produziert daher eine sehr schwer lesbare Karikatur einer "Wissenschaftssprache", die extrem leserunfreundlich ist. Das trifft auch auf Merschs Art der Anmerkungen zu. Normalerweise gibt es diese entweder als Fußnoten oder als Endnoten. Unser Autor hingegen versteckt die Anmerkungen an den Enden der Kapitel, so dass man ständig blättern und suchen muss. Wie gesagt: leserunfreundlich, auf der ganzen Linie.

Fazit: All das sind starke Indizien für meinen Eindruck, dass die Systemische Evolutionstheorie nicht sonderlich ernst zu nehmen ist. Sie ist das Hobby eines Informatikers, der sich aus dem, was er eh schon kannte (d.h. Mathematik, Systemtheorie, viel Physik, wenig Biologie), eine Privat-Theorie zusammengebastelt hat, ohne vorher ernsthafte Versuche zu machen, über seinen Tellerrand zu schauen oder sich auch nur eingehend mit dem Stand der Diskussion zu beschäftigen.
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Nachtrag: Was Mersch hier als 3. Auflage anpreist, ist nur die dritte Version. Bei Print-on-demand gibt es keine Auflagen. Das soll nur suggerieren, dass schon 2 Auflagen vergriffen seien, und das in den paar Monaten seit dem Erscheinen ! Peter Mersch ist bekannt dafür, dass er seine Texte ständig abändert, auch nachdem die Bücher erschienen sind. Wenn er jede Version als X. Auflage anpreist, kann er auf diese Weise in zwei Jahren 10 Auflagen unter die Leute bringen... Nice try
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1-10 von 51 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 15.03.2014 10:34:05 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 15.03.2014 10:38:26 GMT+01:00
Folgendes Beispiel aus der Kategorie "Wie Peter Mersch die Welt sieht" möchte ich Ihnen nicht vorenthalten:

Der Autor zitiert auf Seite 201 ein fiktives Bsp. von S.J. Gould, wo es darum geht, dass ein Mann sich für drei seiner Schwestern opfert, etwas, das biologisch betrachtet durchaus Sinn macht, und in der Realität auch schon vorgekommen sein soll. Mersch wirft Gould dann aber vor, diese Situation sei "unrealistisch", und entwirft dann folgende, wie er meint, sehr viel realistischere (!) Szene:

"Eva und Alice sind Schwestern. Während Alice eine steile berufliche Karriere vorzuweisen hat, ist Eva Mutter und Hausfrau. Daneben arbeitet sie halbtags als Sekretärin in einer Anwaltskanzelei. Beide Frauen sind verheiratet. Eva mit Werner, Alice mit Michael. Eva hat 3 Kinder, Alice hingegen keins.

Eine Tages entspinnt sich zwischen ihnen die folgende Unterhaltung.

Alice: Der Michael wünscht sich seit Jahren zwei Kinder von mir. Dann könnte ich jedoch meinen anspruchsvollen Beruf nicht mehr ausüben, und meine Führungsposition wäre ich wohl auch bald los. Wie rede ich ihm das bloß aus?

Eva: Wenn ihr das Geld bereitstellt, könnten Werner und ich zwei weitere Kinder aufziehen. Die hätten auch deine Gene.

Alice: Ja, aber nur noch zu 25%, während es bei meinen eigenen 50% wären.

Eva: Wenn du willst, mache ich sie direkt mit deinem Michael. Das muss der Werner ja nicht unbedingt mitbekommen. Dann hätten die Kinder mehr Gene von euch.

Alice: Das hättest du wohl gerne, was? Doch auch das löst mein Problem nicht, denn der Michael hat andere Gene als ich. Die Sache wird für mich erst dann interessant, wenn du fünf weitere Kinder machst. Das kannst du ganz leicht selbst mit Hamiltons Regel ausrechnen.

Eva: Fünf weitere Kinder? Vielleicht spreche ich besser den Michael einmal direkt an. Möglicherweise ist der ein bisschen kooperativer als du, zumal er mehr Gene über mich weitergeben kann als du!" (= Seite 201f.)
-------
Dazu stellen sich einem zwei Fragen:

(1) In welcher Parallelwelt lebt der Autor dieser Szene?
(2) Sind Frauen für ihn (idealerweise) noch etwas anderes als Gebärmaschinen?

zu (1) kann ich nichts sagen. Die Antwort zu (2) ist natürlich NEIN.

----------------------------------------------------------------

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 17.03.2014 04:01:27 GMT+01:00
[Von Amazon gelöscht am 17.03.2014 08:58:46 GMT+01:00]

Veröffentlicht am 17.03.2014 12:17:48 GMT+01:00
[Von Amazon gelöscht am 25.05.2014 20:03:30 GMT+02:00]

Veröffentlicht am 17.03.2014 12:36:44 GMT+01:00
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Veröffentlicht am 17.03.2014 12:53:03 GMT+01:00
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Veröffentlicht am 17.03.2014 13:05:22 GMT+01:00
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Veröffentlicht am 17.03.2014 13:06:09 GMT+01:00
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[Von Amazon gelöscht am 25.05.2014 20:03:36 GMT+02:00]

Veröffentlicht am 17.03.2014 13:06:44 GMT+01:00
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