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Kundenrezension

121 von 146 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die "Mankellsche Verführung", 29. Mai 2008
Rezension bezieht sich auf: Der Chinese: Roman (Gebundene Ausgabe)
Die "Mankellsche Verführung" beginnt mit der ersten Zeile und hält 140 Seiten an. Das liest sich so:"...Frrüh am Morgen des 13.Januar erreicht der Wolf ein kleines Dorf. Er bleibt stehen und nimmt Witterung auf. Irgendwoher kommt Blutgeruch...Am Waldrand beginnt der Wolf zu fressen. Es geht leicht, weil das Fleisch noch nicht gefroren ist. Er ist jetzt sehr hungrig. Nachdem er einen Lederschuh von einem Fuß gezerrt hat, beginnt er, das Bein von unten her anzunagen..."

Was ist furchtbares geschehen?

In Hesjövallen, einem kleinen Dorf, wurden achtzehn meist alte Menschen auf bestialische Weise niedergemetzelt. Die Polizei glaubt an die Tat eines Wahnsinnigen. Brigitta Roslin, eine Richterin, ist anderer Meinung. Sie ist sogar der Überzeugung, dass die Tat minutiös geplant worden ist und beginnt, auf eigene Faust zu ermitteln. Und tatsächlich: Ein rotes Seidenband, das die Polizei am Tatort gefunden hat, bringt die Richterin auf die Spur eines geheimnisvollen Chinesen...

Krimi-Spannung in Wallander-Qualität. Ich war gefesselt. Allerdings lässt mich Mankell in diesem Zustand ziemlich verwirrt zurück, denn er hat andere Zwecke im Auge. Er will mich auf etwas aufmerksam machen, etwas, was ihm besonders am Herzen liegt: auf den schwarzen Kontinent, auf Afrika. Ab Seite 141 führt Mankell bedächtig - aber sehr anschaulich - an die Thematik heran.

Er greift die Armut der chinesischen Bauern in der Mitte des 19.Jahrhunderts auf und zieht damit eine Parallele zur Geschichte des afrikanischen Kontinents: die Verelendung der Landbevölkerung, deren Flucht in die Städte, ihre Verschleppung und Versklavung.

Dann kommt Mankell zu seiner fiktiven Geschichte und zu seinen damit verbundenen Befürchtungen.

An einem Wintertag des Jahres 2006 versammeln sich im Sitzungssaal des Gebäudes "Der gelbe Kaiser", fünfzig Kilometer westlich von Peking, die mächtigsten Frauen und Männer Chinas. Yan Ba hält im Auftrag des Präsidenten eine fünfstündige Rede. Er trägt vor, dass China vor einer großen Bedrohung stehe, der nur mit kühnen Maßnahmen begegnet werden könne. Man befürchtet Chaos in verschiedenen Teilen des Landes, wenn hundert Millionen Bauern sich wütend erheben. Denn trotz steigenden Wohlstandes befindet sich die Landbevölkerung am Rande des Existenzminimums.

Die Lösung des Problems, so der Redner weiter, liege in der Übersiedlung Millionen chinesischer Bauern auf den afrikanischen Kontinent, die dort brachliegendes Land bearbeiten könnten. China würde nicht als Eroberer kommen, sondern als Freund.

Mankells Ängste vor dem großen Engagement Chinas in Afrika sind nicht unbegründet.

Chinas enormes Wirtschaftswachstum fordert Rohstoffe: Kupfer aus Sambia, Mangan aus Gabun, Holz aus dem Kongo und von überallher Erdöl. Ein Ministerialbeamter aus Peking beschreibt die Haltung Chinas so:"Jede Beziehung zwischen uns und einem afrikanischen Staat ist eine Freundschaft zwischen Partnern auf gleicher Augenhöhe."

Der südafrikanische Präsident Thabo Mbeki findet allerdings zum Thema: "China, Afrikas neuer Freund" ungewöhnlich harte Worte: Angesichts von Chinas übermächtiger Wirtschaftskraft sei die Gefahr groß, dass Afrika quasi zu dessen Kolonie werde. Bisher diene man dem Partner vor allem als eins: als Lieferant für Ressourcen. Afrika, das Rohstofflager der Volksrepublik. Mbeki:"Dadurch ist Afrika zur Unterentwicklung verdammt. Es besteht die Gefahr, dass zu China eine Beziehung aufgebaut wird, die koloniale Abhängigkeiten wiederholt."

Mankell will wohl mit diesem Buch seiner Fan-Gemeinde einen Denkanstoß zu "seinem" Thema geben. Wer sich darauf einlassen will, der kann das getrost tun, denn er schreibt über 200 Seiten politisch fundiert und engagiert. Vor allem aber schreibt Mankell in seiner gewohnt brillanten Art. Der Krimi jedoch bleibt leider auf der Strecke.

Wer nur den Krimi lesen will, ohne etwas zu versäumen, der lese nur folgende Seiten: S.9-140; S.257-416; S.520-603.

Herr Mankell, bleibt nur zu hoffen, dass Ihnen Ihre Fans diese "Bauernfängerei" nicht übel nehmen werden.
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1-10 von 10 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 29.05.2008 15:45:14 GMT+02:00
Reisefeh meint:
Super Rezession !- Danke

Veröffentlicht am 02.06.2008 16:11:10 GMT+02:00
Mehmet Soylu meint:
Danke für den Tipp mit den Seiten. Wollte gerade den Roman bei Seite 355 weglegen.

Veröffentlicht am 10.06.2008 20:23:29 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 10.06.2008 20:25:15 GMT+02:00
T. Schäfer meint:
Der Autor hat mir aus der Seele gesprochen: bei diesem Buch greift Mankell alle seine bisher bekannten Themen auf und versucht daraus ein Buch zu erstellen. Dieser Versuch ist meines Erachtens nur teilweise gelungen; das Buch beginnt mit besagtem Paukenschlag und man fuehlt sich an beste Wallander- Zeiten erinnert. Dann folgt ein ganz neuer Schwenk in Richtung Geschichte / Politik / Kolonialismus, wobei auch ueber Jahrhunderte hinweg zurueckgegriffen wird; zwischendurch greift er immer mal wieder sein Thema "Alter" auf, was in "Italienische Schuhe" besser gelungen ist.
Grossen Raum widmet er der neuen Rolle Chinas in Afrika, Afrika, ein Herzensanliegen Mankells. Jedes der einzelnen Themen fuer sich getrennt gesehen hat er plastisch und anschaulich bearbeitet; die 3 Themen jedoch in einer einzigen Story miteinander zu verweben ist ihm nur sehr bedingt gelungen. Das vorliegende Resultat ist daher auch definitiv KEIN KRIMI.
Als Krimi finde ich max. 2 Sterne fuer angebracht. jedoch die andern Themen hat er gut lesbar und durchdacht plaziert, so dass ich mit 3 Sternen einverstanden bin, jedoch nochmals betone: unter der engen Vorgabe KRIMI allein gesehen waere meine Benotung "Thema verfehlt"

Veröffentlicht am 31.08.2008 12:42:49 GMT+02:00
U. Degens meint:
Vergesst nicht, es ist kein (!) Krimi, sondern ein moderner Wirtschaftsthriller.

Veröffentlicht am 11.09.2008 14:24:47 GMT+02:00
Detta Walker meint:
Danke für diese Rezession. Jetzt kann ich mir meine eigene sparen.

@Degens: Mit "Thriller" hat dies nichts mehr zu tun. In den ausgeklammerten Seiten ist nichts von Spannung zu fühlen. Im Gegenteil [Spoiler] eine gerissene und vorsichtige Hong wirft alle Zweifel über Bord, als sie auf ein einsames Picknick allein im Nirgendwo vom Feind eingeladen wird - und das nach einer Nacht voller Angst vor eben diesem. Kooomisch [\Spoiler]

Veröffentlicht am 23.11.2008 12:38:29 GMT+01:00
Ich habe "Der Chinese" gerade "ausgelesen" und diese Rezension spricht mir aus der Seele! Ich hätte nur noch einen Stern weniger gegeben!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 17.02.2009 19:28:02 GMT+01:00
[Vom Autor gelöscht am 12.03.2009 12:04:41 GMT+01:00]

Veröffentlicht am 21.04.2009 12:31:00 GMT+02:00
Peter Schulte meint:
Wer "nur" einen spannenden Krimi erwartet, sollte nicht zu einem Mankell greifen! Ein gutes Buch ist immer auch eine Botschaft! Und das Mankell ein Herz für Afrika hat, sollte sich inzwischen rumgesprochen haben.

Veröffentlicht am 27.12.2009 16:45:02 GMT+01:00
Paula Jakob meint:
Gute und hilfreiche Rezension, die viel Enttäuschung erspart, denn es soll hier und da noch Menschen geben, die bei Mankell an Wallander denken..........

Veröffentlicht am 31.01.2011 14:13:40 GMT+01:00
kirschauge meint:
ja, hier spricht mir jemand aus der seele...ich habe noch 30 seiten vor mir und würde es am liebsten weglegen, wenn nicht mein kleiner sohn es mir zum geburtstag geschenkt hätte und ich mich dadurch verpflichtet fühle es zu beenden.
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Details

Artikel

Rezensentin / Rezensent

Helmut Cremers
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   

Ort: Oberhausen

Top-Rezensenten Rang: 451.455