Kundenrezension

781 von 924 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Prophezeihung meines Vaters scheint sich zu erfüllen, 28. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Deutschland von Sinnen: Der irre Kult um Frauen, Homosexuelle und Zuwanderer (Broschiert)
Der hat nämlich mal zu mir gesagt - und das dürfte mindestens 20 Jahre her sein - dass Deutschland seine arbeitenden Bürger nach Art einer Diktatur ausnimmt, bevormundet und maßregelt, diese sich das jedoch aus einem ihm nicht ganz klaren Grund widerspruchslos gefallen lassen. Und dass es früher oder später eine Revolution geben wird, sei sie friedlich oder nicht, aber sie wird nicht von den Deutschen ausgehen, sondern von den in Deutschland lebenden Ausländern wachsender Zahl, am ehesten von den Türken.
Ob das tatsächlich so sein wird oder schon so ist, sei dahingestellt, aber es ist eine nette Anekdote zum Einstieg.
Worum geht es? Kurz und bündig: Akif Pirincci, ein sehr erfolgreicher deutscher Schriftsteller mit türkischem „Migrationshintergrund“, wie man heute so schön sagt, kotzt sich hemmungslos aus über die Missstände im Land. Wie der Titel schon sagt, ist das Land „von Sinnen“, genauer gesagt die Regierung und die Medien, die uns belügen und für dumm verkaufen und die Freiheit und den Wohlstand des Landes im Casino wirrer Ideologien verspielen.
Das Themenspektrum geht weit über die drei im Titel genannten Dinge hinaus. Im verbalen Rundumschlag kriegt auch die Energiepolitik ihr Fett weg, der Irrsinn der Bankenrettungen, die Einmischung des Staates ins Privatleben, das fehlgeleitete Sozial- und Steuersystem, der Islam als gefährlicher aber hofierter Aberglaube, und last but not least die GEZ-finanzierte aber vollkommen unfähige und politisch unterwanderte Medienlandschaft.
Es handelt sich hierbei nicht um eine sachlich-trockene Abhandlung mit vielen Statistiken, Belegen und Fußnoten, sondern einen Wutschrei, und die Sprache folgt dem Inhalt. Das F-Wort und „Scheiße“ kommen gehäuft vor. Daran stören sich viele. Ich sehe jedoch darin die Vervollkommung eines beißend-satirischen Kabaretts. Maximal unterhaltsam. Man darf darüber lachen, worüber man sich eigentlich aufregen müsste. Ich schätze, ich habe alle zwei Seiten so laut gegackert, dass es ein Wunder ist, dass meine Nachbarn nicht irgendwann die Herren mit den weißen Kitteln rausgerufen haben. Es ist einfach nur köstlich. Herrlich. Erfrischend und - ich mag das Wort eigentlich nicht gerne benutzen, aber hier muss ich es einfach - genial!
Das bedeutet nicht, ich würde mit allen Behauptungen und Vorschlägen in diesem Buch konform gehen, das tue ich nämlich keineswegs. Aber das muss ich auch nicht, um dieses Buch als unterhaltsam zu empfinden. Und ich muss auch nicht, um dieses Buch als Denkanstoss für jedermann zu empfehlen. Denn natürlich ist mein Fazit unterm Strich, dass der Autor in vielem, das er hier beklagt, recht hat. Auch wenn ich einige seiner Lösungen für nicht durchsetzbar bzw. sogar für einen Schritt in die völlig verkehrte Richtung halte. Er trifft hier nicht einen, sondern ganz viele Nerven, und er spricht für einen großen Teil der Bevölkerung.
Ein Buch dieser Art ist schon so lange überfällig, warum ist es nicht schon viel früher erschienen? Das hat viele Gründe. Eigentlich sind solche Bücher durchaus schon erschienen, aber sie haben nicht so viel Staub aufgewirbelt. Sie wurden totgeschwiegen. Bestenfalls haben ihre Verfasser Ärger bekommen, seien es Todesdrohungen durch islamische Radikale oder juristische Klagewellen wegen „rechtsradikalen“ Gedankenguts. Man erinnere sich an Sarrazin, der noch am hellsten auf dem Radar der Öffentlichkeit aufgetaucht ist. Das ist ein generelles Phänomen der Streitkultur im Land. Mißliebige Meinungen werden sofort mit dem Etikett "rechts" beklebt und es gibt kein Thema und keinen Satz, den nicht irgendjemand mit einem Hitler-Nazi-Juden-Vergleich belegen könnte. Pirincci hat dies längst als das erkannt, was es ist: Eine Art "Abrakadabra", mit dem man den Gegner in der Diskussion abwürgen will, wenn man sonst keine Argumente hat. So schreibt er auch: „Mir ist egal, ob man mich einen Nazi nennt oder eine Klobürste.“
Ich habe in dem Buch nichts Rechtsradikales entdecken können, und viele Vorwürfe seitens der Kritiker beruhen auf Fehlinformation. Viele Kritiker haben das Buch gar nicht gelesen, so habe ich den Eindruck. Ein Beispiel: Pirincci wird vorgeworfen, er habe was gegen Schwule. Falsch. Zwar sagt er, dass er die Homosexualität für eine Aberration hält und spricht sich gegen die Homo-Ehe mit Adoption von Kindern aus. Jedoch hat er deswegen nichts gegen Schwule. Er will Homosexualität weder verbieten, noch Schwule bestrafen oder ausgrenzen. Er sagt sogar, dass jede Gesellschaft ohne ihre Paradiesvögel und Abweichler langweilig und blutleer sei. Nur findet er es eben nicht richtig, die Aberration zur Norm zu erheben und die sexuelle Orientierung penetrant und aggressiv in die Öffentlichkeit zu tragen.
Ebenso ist es falsch, Pirincci würde an irgendeiner Stelle fordern, Frauen sollten wieder an den Herd und sich von Männern sagen lassen, was sie zu tun und zu lassen haben. Das ist eine völlige Perversion seiner Aussagen, das genaue Gegenteil ist wahr.
Wo Pirincci tatsächlich eindeutig negative Position bezieht, ist der Islam. Er hat als Türke selbst islamische Wurzeln, die er aber, wie er schreibt, hinter sich gelassen hat, so wie in Deutschland auch praktisch jeder christliche Wurzeln hat, aber die Macht der Kirche ist überwunden, und man nimmt sie - zu Recht - nicht mehr ernst. An den gläubigen Muslimen lässt er kein gutes Haar. Im Mittelalter stehengeblieben zu sein ist dabei noch eins der schmeichelhaftesten Attribute. Er legt auch eine interessante These vor, nach der die islamisch geprägten Länder genetisch degeneriert sind, was man durchaus als Steilvorlage nehmen könnte, ihm Rassismus zu unterstellen. Allerdings sollte man diese Passage genau lesen. Es geht hier nicht um Rassismus, es geht um eine Religion, die mit Frieden und Menschenrechten offensichtlich nicht kompatibel ist.
Die 5 Sterne, die ich vergebe, vergebe ich nicht für die Meinung des Autors, es geht mir hier nicht darum, Politik zu machen, und ich schrieb bereits, dass ich nicht mit allen Aussagen des Buches übereinstimme. Ich vergebe die 5 Sterne für ein Buch, das mich köstlich unterhalten hat, das wichtige Themen unserer Zeit aufgreift, und von dem ich der Ansicht bin, dass es jeder gelesen haben sollte, aus welcher Motivation und mit welcher Einstellung auch immer. - Und wenn wir es alle gelesen haben, lasst uns darüber diskutieren. Offen und sachlich. Ohne Nazikeule und andere Taschenspielertricks.
Schaffen wir das?
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Kommentare

Von 4 Kunden verfolgt

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1-10 von 43 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 30.03.2014 16:11:31 GMT+02:00
El Josch meint:
Soso, was für "Plattitüden" konstatiert Sarrazin denn?

Veröffentlicht am 31.03.2014 12:09:18 GMT+02:00
babba60 meint:
Vielen Dank für Ihre Rezension, der ich zu 100% zustimmen kann. Das interessiert zwar niemanden weiter, aber ich wollte es Ihnen wenigstens gesagt haben.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 31.03.2014 12:16:48 GMT+02:00
Na ja, MICH interessiert es. Ist doch auch was. ;) Vielen Dank!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 31.03.2014 12:35:48 GMT+02:00
Thema hier off topic. Lesen Sie seine Bücher, dann wissen Sie es. Na ja, es reichen auch die Rezensionen. Oder die Videos von ihm auf Youtube.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 31.03.2014 13:18:53 GMT+02:00
El Josch meint:
Die Frage war eine rein rhetorische (wenn auch off topic). Plattitüden konnte jedenfalls ich Sarrazins Büchern nicht entnehmen. Erfahrungsgemäß bleibt entsprechende Kritik - wo auch immer sie untergebracht wird - zuverlässig im vagen. Auch das kann man platt finden.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 31.03.2014 14:15:04 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 31.03.2014 14:20:39 GMT+02:00
Nun ja. Für den, der die Wahrheit hinter Sarazzins Thesen vorher nicht wahrgenommen hat, sind seine Thesen unerhört und neu. Will ich gerne anerkennen. Für mich war er lediglich jemand, der in ein Buch gegossen hat, was alle schon längst wußten oder ahnten, aber keiner laut zu sagen wagte. Das macht ihn nicht weniger wichtig oder mutig. Man kann ihn durchaus als Pionier bezeichnen, der die Diskussion über den Problemfall Islam und den Problemfall Meinungspolizei angestoßen und auch ein Stück weit salonfähig gemacht hat. Es hat nicht nur bewirkt, dass jetzt ganz viele darüber diskutieren, es sind auch inzwischen zuviele, um jeden einzelnen mundtot zu machen. Vor allem hat es eins bewirkt: Ich weiß jetzt, dass meine Nachbarn und Kollegen und der Chef gar nicht so anders über diese Dinge denken wie ich selber, und das ist sehr befreiend. Beinahe möchte ich so was wie Optimismus entwickeln.
Wenn ich schreibe, dass Sarazzin Plattitüden konstatiert, will ich auf den Gegensatz aufmerksam machen: Hier einer, der ausspricht, was alle wissen und das auch richtig ist (nicht alles, aber das meiste), und auf der anderen Seite die Medien und öffentlichen Würdenträger, die sich darüber aufregen, als sei damit schon ein Bürgerkrieg angezettelt worden.
Pirincci geht noch einige Schritte weiter. Er öffnet damit die Tür noch mal deutlich weiter. Er fordert auch Dinge, die einem zunächst den Atem stocken lassen, wie z.B. die Abschaffung aller Sozialleistungen inklusive Hartz 4 und Einquartierung der Bedürftigen bei ihren Verwandten. Muss man nicht zustimmen. Aber ich bin froh, wenn ich sehe, dass es gesagt werden kann, ohne dass der Urheber danach ins Gefängnis oder Leichenhaus wandert. Ich halte es da mit Voltaire, auch wenn der das gar nicht sagte: "Ich verachte deine Meinung, aber ich würde mein Leben dafür geben, dass es dir erlaubt ist, sie zu äußern."

Veröffentlicht am 02.04.2014 05:36:47 GMT+02:00
df meint:
"...hätte so ein Buch wie das Vorliegende, von einem Deutschen geschrieben, ..."

Schon klar, was Sie meinen, aber es sei dennoch darauf hingewiesen, daß Akif Pirincci seit vielen Jahren Deutscher und offenkundig sehr stolz darauf ist.

Veröffentlicht am 02.04.2014 16:07:14 GMT+02:00
[Von Amazon gelöscht am 09.04.2014 11:22:18 GMT+02:00]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 02.04.2014 16:21:01 GMT+02:00
Vielleicht kommt die Satire der Wahrheit näher als alles andere?

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 02.04.2014 16:57:02 GMT+02:00
Aber eben kein Bio-Deutscher, und dass er sich deshalb deutlich mehr ungestraft herausnehmen darf, steht sicher außer Zweifel. Faszinierenderweise entspricht übrigens genau das der Definition von Rassismus.
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