Kundenrezension

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Knapp und klar, 13. November 2012
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Race Against The Machine: How the Digital Revolution is Accelerating Innovation, Driving Productivity, and Irreversibly Transforming Employment and the Economy (English Edition) (Kindle Edition)
Die MIT-Ökonomen Brynjolfsson und McAfee vertreten in diesem kleinen E-Book die These, daß die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit in den USA, bzw. ihr vergleichsweise nur langsamer Rückgang nach der großen Finanzkrise vor allem rapidem strukturellen Wandel, ausgelöst durch technologische Innovation, geschuldet ist.

Algorithmen nehmen uns immer mehr Arbeit ab, selbst in Bereichen, die bis vor kurzem noch als Domäne des Menschen galten, wie im Strassenverkehr fahren (Google driverless cars), juristische Dokumente durcharbeiten, in Quizshows brillieren (Watson) usw.

Dank der exponentiellen Natur des technologischen Fortschritts wird sich diese Entwicklung weiter beschleunigen: Menschen wie Organisationen haben Mühe, schrittzuhalten. Vor allem: Was macht man mit den ganzen Menschen, deren Arbeit jetzt die Maschinen übernehmen?

Die Autoren präsentieren eine Reihe (relativ konventioneller) Lösungsvorschläge (mit Fokus auf den USA):
- Rechner nicht als Gegner sondern Partner sehen, z.B. kann ein Team von Schachspielern mit Computern sowohl den besten Menschen wie auch das beste Schachprogramm schlagen.
- Neue Organisationsstrukturen und Geschäftsmodelle entwicklen, z.B. kleinere Unternehmen gründen, die sich "the long tail" (Anderson) zu Nutze machen. (Apps schreiben und über den App-Store verteiben, eigenes Design per 3D-Drucker fertigen und über Ebay oder Amazon Marketplace verkaufen, Crowdfunding)
- In Bildung investieren und neue Lernformen besser nutzen. Während technische Fächer wichtig sind, sollten auch die Künste und Kreativität betont werden (STEAM statt nur STEM).
- In Infrastruktur investieren.
- Lohnnebenkosten senken und dafür Kündigungsschutz aufweichen, das Patentrecht und den Urheberschutz lockern, neue Märkte weniger regulieren, Subvention des Eigenheimerwerb streichen (um Arbeitnehmer flexibler zu machen) sowie den Finanzsektor als Arbeitgeber unattraktiver machen (TBTF-Garantien aufheben) um mehr Talent in gesellschaftlich produktivere Sektoren zu lenken

Das E-Book schliesst in einem optimistischen Grundton, in dem Nutzen und Möglichkeiten des Fortschritts herausgestrichen werden.

Der Text ist voller Links auf Blogs, Studien und Presseartikel. Ich habe es erstmal unterwegs auf dem Kindle gelesen, ohne die Links anzuklicken, und nachher nochmal aufs Laptop geladen, wo man den Links bequemer folgen kann. Im ganzen hatte ich den Eindruck, eher einen Blogbeitrag zu lesen, als ein Buch - bei dem Preis zu verschmerzen.

Die Autoren sehen wirtschaftlich produktive Arbeit als primären Lebensinnstifter an. Zunehmende Automatisierung scheint für sie Ansporn zu sein, nicht weniger, sondern noch mehr zu arbeiten. So fordern sie weniger Ferien für amerikanische Schüler. Daß viele da nicht mithalten können oder manche auch Sinn in unbezahlter Arbeit (Wikipedia-Artikel schreiben) finden, wird immerhin erwähnt.

Ob zunehmend automatisierte Produktion nicht auch, wie Robert Skidelsky kürzlich in einem Artikel über Keynes'15-Stunden-Woche, fordert, Themen wie Konsum, Arbeit und Freizeit grundsätzlich zu überdenken, gehört nicht mehr zum Themenbereich dieses Büchleins.
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Rezensentin / Rezensent

E. Rau
(REAL NAME)   

Ort: Stuttgart

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