Kundenrezension

15 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Weniger ist mehr, 18. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Love Lust Faith + Dreams (Audio CD)
4 Jahre ist es her, dass das letzte Studio album "This is War" 30 seconds to mars endgülting den Sprung auf die grossen internationalen Bühnen und in de Radios aller Welt ermöglichte. Love, Lust, Faith + Dreams versucht deshalb konsequent das erfolgreiche Konzept weiterzuführen. Das 30 Seconds to Mars dabei gerne mal zum Pathos neigen ist bekannt, dennoch strotzt diese Platte sosehr von überproduzierten, überinstrumentalisierten, kitschigen Popsongs, dass das Gesamtwerk eher ein zäher Fluss ist. Wenn auch der Vorgänger schon musikalisch nicht viel hermachte, so waren die Songs doch als energischer Radio Rock-Pop durchaus gut. Dem neuen Album fehlt es aber vollkommen an jeglicher Lockerheit, die einzelnen Stücke sind bewusst dramatisch aufgemacht und beschwören große Ereignisse. Doch die fehlen dann auf der Plattee irgendwie vollkommen.

Track by Track :

1. Birth : Das ist als opener schonmal irgendwie misslungen. Orchesterartig baut eine Bläserformation plus Streicher im Hintergrund Matthew Bell... äh Jared Letos Gesang langsam auf um dann nach recht kurzer Zeit in ein multiinstrumentales, irgendwie bedeutungsschwangeres Intro zum zweiten Song Conquistador aufzugehen. Das klingt insgesamt so, als hätte es auch auf The Second Law von Muse den opener machen können. Und das verheisst nicht soviel gutes.

2 Conquistador : Legt sofort los und schließt nahtlos da an wo Birth aufgehört hat. Die Drums drücken den Song nach vorne, was zwar gut gelingt, aber irgendwie überhaupt nicht mit der leicht nasalen und aalglatten Gesangsspur harmonieren will. Sobal die Synthesizer einsetzen ist das aber weitaus weniger auffällig. Der Refrain hat viel Power, besteht jedoch hauptsächlich aus skandierten "oohoohoo's" und ist schenll wieder vorbei. Auch die Hintergrundgesänge in der Strophe tun dem Song nichts gutes. Alles in Allem sind die Instrumente nicht wirklich raffiniert, aber bis ins letzte detail ausproduziert. Noch mehr Pathos.

3. Up in the air : Der Inbegriff des modernen Radio Pops. Viele Effekte auf Gesang und instrumenten. Elektrolastige Synthies, dicke, aber einfache Schlagzeug Beats und ein simpler Text mit vielen Wiederholungen. Das hört sich anfangs noch etwas künstlich an, wird aber im Laufe des Songs immer besser und macht richtig Spaß zu hören. kein Wunder, dass es die erste Single Auskopplung ist. Ausserdem klingt der Track nicht ganz so nach the 2nd Law, wie die beiden Anfangsstücke.

4. City of Angels : Klingt etwas kitschig und etwas nach dieser Band, die mal die Killers waren. Baut sich gemächig auf und unterlegt nett die Gesangsspur. Die tragende Synthie Melodie nervt aber spätestens in der Mitte des Songs. Dazu kommt, dass der halleffekt auf der Stimme und die nach und nach einsetztenden Instrumente dem Song eher im weg stehen als ihn zu verbessern. Aber man hört tatsächlich mal ein natürliches Klavier durch.

5. The Race : Hier wirds ehrlich grausam. Der Song basiert auf einer Unsäglichen Bassdrum und ist mit soviel Elektro zugekleister, dass das einfach nurnoch total schmierig klignt. Dazu ein klischeehafter Text mit null Aussage aber jeder Menge Drama. Die "Heyey's" im Refrain als Call and reponse funktionieren überhaupt nicht und geben dem ganzen einben geradezu lächerlichen touch. Dann ein break im Song nach dem sich der Song wieder in Richtung Brith und damit unweigerlich the 2nd Law bewegt. Das ist nicht nur unnötig, weils es das ja so schon gibt, sondern treibt den Einsatz der Mehrstimmigen "Heyey's" im Hintergrund so auf die Spitze,, dass man ernste zweifel ha, dass diese Band noch Ideen für vernünftige Texte überhat. Unbedingt weiterskippen.

6. End Of All Days : Zu Beginn macht der Song einiges her, vor allem, weil nicht mehr einfach haufenweise Instrumente eingesetzt werden. Ein Klavier, ein hauch von einem Effekt und Leto's langsam einsetztnde Stimme lassen das ganze sehr natürlich wirken. Zwar bauen sich im Verlauf des Liedes immer mehr Effekte ein, jedoch ohne das ganze überladen wirken zu lassen. Wäre echt gut, wäre da nicht dieser Text. Zwar passt die weltuntergansstimmung zum Titel und auch irgendwie zum ruhigen Instrumental. Am Kitsch der Zeilen ändert das aber nichts. Dazu sei gesagt, dass Jared Leto die komische Angewohnheit hat viele seiner Texte geradezu ins Mikrofon zu stöhnen. Auf dem langsamen und ruhigeren Song fällt das nochmal besonders Negativ auf.

7. Pires of Varanasi : fängt abermals bedeutungsschwer mit dunklen Streicherklängen an, auf die sich die gleiche 4/4 Basedrum legt wie in "The Race", nur etwas schneller. dazu pompöse Synthesizer. Im Hintergrund läuft "Eine Insel mit zwei Bergen. irgendwie schräg. Dennoch klingt das ziemlich gut. Allerdings wäre hier ein kosequenter Instrumentaltrack genug gewesen. Letos " Gesang" ( In Ermangelung eines besseren Wortes dafür) klingt wie die Predigt eines Muezzin. Das klingt auf dem Beat total lächerlich.

8. Bright Lights : Der definitiv beste song der Platte. Kommt ohne allzuviel Kitsch aus, moderater Instrumenteinsatz und Effekte an den richtigen Stellen. Außerdem kommt das Gefühl auf, dass Leto endlich mal etwas zu sagen hat. Der Text ist kein Meisterwerk und wiederholt sich oft, ist aber bei weitem nicht so belanglos wie der Rest der Platte.

9. Do or Die : Ein Song der Live sicherlich Potenzial hat. Von der Songstruktur und vom Tempo sehr gut gemacht. Aber auch hier mal wieder vollkommen überladen mit Synthesizern und Effekten. Dazu kommt, dass der Refrain den gleichen "Text" hat wie Conquistador. Die tieferen Bedeutung der Oohoohoos erschließt sich mir nicht. Trotzdem einer der besten Songs des Albums

10. Convergence : Beginnt etwas seltsam auf Xylophon und sporadischen Drums und Gitarren. Ist zwar eher ein Skit, aber ein schönes Instrumental.

11. Northern Lights: Die Basedrum ist auch hier zentraler Beatgeber, was das ganze langsam etwas richtung Langeweile abdriften lässt. Letos Gesang wechselt zwischen säuseln und druckvoll. Wiedermal sehr bedeutungsschwanger mit Streichern und viel Effekt unterlägt und ausproduziert bis zum geht nicht mehr. Erinnert etwas an die neune Sachen von Linkin ParK: Viel Getue um nichts.

12. Der Effekt auf Letos Stimme ist so ekelhaft, dass man am liebsten weiterskippen möchte. das ändert sich auch nicht dadurch, dass das erste mal eine Gitarree im Vordergrund steht. Dann wieder Streicher, Syhntesizer und Fanfahren. Stopp. Gute Nachtmusik ? Ach du Sch****

Fazit: Das ganze Album klebt förmlich vor Schleim und Kitsch. Der Großteil der Songs ist hoffnungslos verfahren und überladen. Einige wenige Songs stechen positiv heraus, kommen jedoch nicht gegen das vorherrschende Pathos an, das mit Pauken und Trompeten (und jeder Menge Streichern) großspurig in Szene gesetzt wird. Es bleibt einfach nichts hängen, weil jede Instrumentalspur im der Masse der Effekte verschwindet. 3/10
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Kommentare

Von 1 Kunden verfolgt

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1-10 von 10 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 20.05.2013 00:15:11 GMT+02:00
MyChemGD1234 meint:
30stm hier mit muse zu vergleichen (ja the 2nd law war nicht ihr bestes album, aber ich mag muss) ts. passt ja mal gar nicht und dann auch noch linkin park reinzuwerfen... keine Worte

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 20.05.2013 18:11:44 GMT+02:00
Quadrophobia meint:
was ändert es daran, dass dieses Album auf weiten Strecken von "the 2nd Law", was schon kein sonderlich gutes Album war, abgekupfert ist?
Die Parallelen sind ziemlich eindeutig...

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 20.05.2013 19:12:15 GMT+02:00
MyChemGD1234 meint:
und was sind die parallelen??? das album ist super, passt perfekt, alles ist miteinander abgestimmt, gut vielleicht hätte es etwas länger sein können. bei the 2nd law waren für mich 6 wirkliche muse lieder dabei (instrumentalstücke zwar ganz nett..., chris klingt mal garnicht nach muss, explores und big freeze klingen wie cover). da ist bei llfd viel mehr dabei und alles passt viel besser

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 21.05.2013 08:41:09 GMT+02:00
Quadrophobia meint:
Fang mal ganz am Anfang an. "Birth" benutzt den fast exakt selben Hall effekt auf der Stimme wie Muse in Follow Me. The Rce arbeitet sich mit der gleichen elektro-orchestralen Instrumentalisierung hoch wie zum Beispiel Madness. Nur viel schneller. Ntürlich haben Muse nicht das vorrecht auf ein Orchester, aber der gleichzeitige Einsatz mit einigen Synthesizern und Stimm Effekten erinnert mich sehr an Muse, eben insbesondere ans neuste Album.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 21.05.2013 21:04:25 GMT+02:00
MyChemGD1234 meint:
lol ok, also die songs hören sich ja mal sowas von verschieden an:
-madness benutzt einen dubstep beat und fängt sehr leise (ohne power an)
-auch der refrain ist nicht wirklich powervoll gesungen
-the race benutzt synths und hat einen viel kraftvoller gesungenen refrain (heys)
-nach dem solo von madness (was wirklich ein solo ist) kommt der refrain und ein extendet outro (i need to love)
-bei the race kommt ein gitarrenriff (kein solo) und einfach wieder der refrain leicht verstärkter Refrain
ich erkenne da kaum parallelen
und wenn 30stm mal einen ähnlichen effekt wie muse benutzen heißt das nciht,dass das album nach muse klingt

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 23.05.2013 13:06:41 GMT+02:00
Chriss meint:
Also zwischen 30STM und Muse liegen Welten :

Muse stehen zwar ebenfalls für Bombast, aber Matthew Bellamys Falsettstimme und sein Hang zum Theatralischen und verwobenen Musikexperimenten findet sich nicht wirklich auf diesem Album. 30STM stehen ebenfalls für bombastischen Stadionrock, aber dafür auch für schwächelnde Texte und die Tendenz zum 80er Jahre Rock (mit viel Synthis, fülligem Gitarrensound und und und.)
Das Einzige, das die beiden Bands mit ihrem neuen Album verbindet ist die Einbeziehung von Elektronikspielereien und der rote Faden, der sich durchs Album zieht. Bei "The 2nd Law" ist es die zunehmende Ausbeutung unseres Planeten mit allem drum und dran (+ Lovesongs und einem unpassenden Olympiasong, aber das ist eine andere Geschichte ^^) und bei "Love Lust Faith + Dreams" sind es eben Hoffnungen, Träume usw.

Man kann sagen was man will, aber beide Alben haben ihre Stärken, auch wenn sie ihre Vorgänger nie erreichen....

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 25.05.2013 04:31:30 GMT+02:00
Quadrophobia meint:
"Man kann sagen was man will, aber beide Alben haben ihre Stärken, auch wenn sie ihre Vorgänger nie erreichen...." das kann man so stehen lassen.

Und ja der "Bombast" und die elektrospielereien sind genau das was ich meine. Viel zu viel und viel zu gezwungen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 25.05.2013 12:07:36 GMT+02:00
Chriss meint:
Naja, ist wie gesagt Geschmackssache.
Da ich z.B. bereits Muse mit "The 2nd Law" live erleben durfte und jedes einzelne Album hier bei mir zuhause habe, finde ich auch das neue Album gelungen. Liegt wahrscheinlich auch an meiner rosaroten Fanbrille, denn natürlich kommt es nie an das mystisch-dunkle von "Origin of Symmetry" oder an die pulsierende Energie von "Absolution" dran. Ich bin aber auch froh, dass es nicht wieder in Richtung "Showbiz" ging, denn dort wurde noch lautstark gejammert ^^ (Matthews Stimme hat sich ja zum Glück verbessert).

Ich sehe "The 2nd Law" als das, was es auch ist, nämlich als einfaches Experiment. Deswegen wirkt das komplette Album unrund, da sich der rote Faden dann doch nicht ganz zeigt. Zwischendrin singt dann auch noch Christopher Wolstenholme und der Dubstep fand auch Einzug ins Album. Das lässt das Ganze natürlich wie ein Flickenteppich wirken. Bei "Love Lust Faith + Dreams" ist die Sache etwas verzwickter. 30STM steht seit "This is War" für viel Chor und theatralische Klänge. Auf dem neuen Album gibt es auch dafür ein paar gute Songs ("Birth", "Conquistador", "The Race", "Up in The Air") aber darauf folgen ziemlich unnötige Lückenfüller ("Convergence", "Pyres of Varanasi") und sehr schwache 80er Jahre Synthie-Rocksongs. Die Energie, die auf dem "einfach" gestrickten "This is War" noch vorhanden war, geht somit verloren, zugunsten fragwürdiger Kunstexperimente ^^

Veröffentlicht am 25.05.2013 21:46:25 GMT+02:00
Peer meint:
Die Richtung für die Zukunft hat sich ja schon auf dem letzten Album angedeutet. Pathos und Kleister ohne Ende. Allerdings haben sich da auch schon andere Bands verstiegen (den Vergleich zu Muse finde ich in dem Zusammenhang gar nicht mal so unpassend). Weniger ist halt manchmal mehr und Jared packt im Vergleich zu TMW sogar noch mal ein Pfund Streicher und Ooohhooohhs drauf. Das muss man auch als Fan nicht gut finden dürfen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 26.05.2013 11:33:16 GMT+02:00
Chriss meint:
Absolut richtig !
Mir gefällts nur irgendwie.
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