Kundenrezension

8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen erschreckende mischung, 10. April 2012
Rezension bezieht sich auf: Narrow (Audio CD)
vor 5 tagen hatte anja plaschg alias soap & skin ihren 22. geburtstag und schon lange vorher an ihrem zweiten offiziel zu erwerbenden werk gearbeitet.

musikalisch hat sie sich gegenüber "lovetune for vacuum" gleichzeitig nach vorne und zurück entwickelt. tappten bei ihrem debut die klangfiguren noch im dunkeln, so folgen sie auf diesem album bereits vorgegebenen pfaden. nach wie vor bewegen sie sich aber mit derselben verzweiflung und in der gleichen finsternis und wenn man den text des ersten liedes mitliest, kann man sich schon fragen, ob frau plaschg nicht ihr dasein mit vielen dämonen teilt.

die musik erinnert mich vor allem bei den getragenen pianopassagen und der art des gesanges an anthony and the johnsons wobei die stimme, vor allem bei den zahlreichen ausbrüchen ein wenig wie die von sinead o`connor klingt.

dafür muss man aufgelegt sein und suicidgefährdeten menschen würde ich die scheibe nicht neben die nachttischlampe legen. selbst der 80er-jahre schlager "voyage voyage" wird so traurig und ausweglos dargeboten, als wäre es ein gesang aus einer bizarren parallelwelt, in der es keine farben und keine freude gibt.

und ja, ein wenig aufgesetzt wirkt das, man weiß nicht sicher, ob sich hier wirklich eine verzweifelte seele öffnet, oder ob das masche (oder mucke) ist, diesbezüglich ist frau plaschg auch bei ihren wenigen öffentlichen auftritten schwer einzuschätzen. ich wünsche ihr zweiteres, attestiere aber in jedem fall, dass wir hier große kunst auf die ohren bekommen.

dies ist jedenfalls nicht das werk eines unbeschwerten twens, das hat tiefgang und stellenweise ganz große klasse, das ist durchweht von den gedanken einer uralten seele und wenn man damit nicht kann, hält man das vermutlich trotz der eher kurzen spielzeit nicht durch. lässt man sich aber reinfallen und schafft es, nur zu genießen, dann kommt begeisterung - wenn auch in verbindung mit gänsehaut - auf.

klanglich ist das sehr gut gemacht, es gibt neben dem klavier, das meist bewußt in einen klangnebel gestellt wird, viele nebengeräusche, die oft erschreckend realistisch irgendwo im raum zerplatzen. alles in allem trägt auch der sound zu einem seltsam unwirklichem erlebnis bei...
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Kommentare


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1-9 von 9 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 11.04.2012 12:23:36 GMT+02:00
Uwe Smala meint:
Scheint eine Misching von Nico, Cohen und Hammill zu sein...

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 11.04.2012 13:34:37 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 11.04.2012 13:38:59 GMT+02:00
Stephan Urban meint:
nee, zu nico und cohen gibt es für mich keinerlei erkennbare parallelen. manche pianopassagen erinnern an hammill, werden aber flüssiger gespielt (hammill rumort ja immer irgendwie 'rum).
es gibt wenig vergleichbares, meine passenden assoziationen stehen im dritten absatz und das triffts ziemlich gut. vermute aber, dass du den armen anthony auch nicht kennst - das ist ebenso große kunst und musik, in der man eine ähnliche verzweiflung hört.
beides könnte dir aber gefallen, ist halt auf der düsteren seite zuhause, diese musik...

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 11.04.2012 14:21:33 GMT+02:00
Uwe Smala meint:
Ich dachte an eine gewisse Melancholie in Richtung Nico oder Cohen.
den Anthony kenne ich nicht, noch nicht;-)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 11.04.2012 14:25:00 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 11.04.2012 14:25:20 GMT+02:00
Stephan Urban meint:
die scheibe ist nicht melancholisch...
eher materialisiert sich hier eine leicht wütende verzweiflung, die die künstlerin aber im griff zu haben scheint - kanns nicht anders ausdrücken...

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 11.04.2012 18:10:20 GMT+02:00
Uwe Smala meint:
Da muss ich dann mal reinhören, Hammill bei VdGG trifft es auch nicht, von wegen wütender Verzweiflung?

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 12.04.2012 10:20:59 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 12.04.2012 12:35:44 GMT+02:00
Stephan Urban meint:
nee, kann man meinem empfinden nach nicht vergleichen, aber das mag jeder anders fühlen...

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 26.04.2012 12:27:23 GMT+02:00
Andreas S. meint:
Das Album verarbeitet den Tod ihres Vaters. Wenn Du das nicht wusstest, hast Du das intuitiv erfasst und grandios beschrieben.

Nach dem ersten Album und der Nachricht, im neuen Album würde der Vatertod thematisiert, bin ich erstaunt, wie musikalisch die Scheibe noch geblieben ist. Habe die LP aber noch nicht gehört (nur im Laden kurz die CD diagonal). Aus den Gründen die Du nennst: War dazu noch nicht aufgelegt.

Veröffentlicht am 19.09.2012 20:54:37 GMT+02:00
Tolle Rezi, danke!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 20.09.2012 09:37:47 GMT+02:00
Stephan Urban meint:
vielen dank - bitte, gerne!
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