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Kundenrezension

8 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Buch über die vergessene europäische Geschichte, 5. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Schlafwandler: Wie Europa in den Ersten Weltkrieg zog (Gebundene Ausgabe)
Wenn ich mich an meinen eigenen Geschichtsunterricht von vor knapp 20 Jahren erinnere, so war die Zeit vor dem 1. Weltkrieg in wenigen Minuten und mit der klaren Aussage "Deutschland mit seinem übertriebenen Hegemonialstreben war schuld am 1. Weltkrieg" abgehakt.

Dass diese wichtige Episode der europäischen Historie doch etwas komplexer sein könnte, erschloss sich mir unter anderem bei einem Besuch des Heeresgeschichtlichen Museums in Wien, in dem viele Originalstücke des Attentats von Sarajevo ausgestellt werden.

Christopher Clark vermochte es, mich über mehr als 700 Seiten reinen Texts zu fesseln, was für ein Buch mit wissenschaftlichem Anspruch doch eher ungewöhnlich ist. Doch gerade seine Detailfülle bis hin zu manchmal eher Bunte/Gala-mäßigen Episoden aus den Leben der Beteiligten und Hauptakteure führt zu einem exzellenten Erzähl- und Spannungsbogen, der einzigartig ist und als genial bezeichnet werden muss.

Stellen wir uns aber grad nochmal die Schuldfrage: waren es die Franzosen, die mit der Marokkokrise erst Italien zum Einmarsch in Libyen und somit letztlich zur Destabilisierung des Osmanischen Reiches und zur nationalen Hybris Serbiens führte? Oder waren es die Engländer, die sich so viele Optionen offen halten wollten, dass letztlich sich alle verspekulierten? Oder die Russen mit ihrem Wunsch, den Bosporus zu beherrschen? Etc. - Die Antwort lautet wohl wie so häufig: es gibt keinen Unschuldigen in dieser Runde. Interessanter ist aber, dass mehrere Aspekte zur Verschärfung der Krise führten, die Clark besonders deutlich herausarbeitet:

- Alle Parteien sahen sich unter Zwängen von anderen/dem Schicksal.
- "Jetzt oder nie" war eine gängige Formulierung für die Kriegsstrategien. Millionen Europäer wären wohl lieber für ein "Nie" gewesen...
- Kommunikation und Transparenz zwischen den Parteien hätten sehr zur Entschärfung beitragen können.

Wenn man sich diese Aspekte so betrachtet, wird man rasch feststellen, dass es fast schon universelle "Brandbeschleuniger" sind, die auch im Arbeitsleben oder jetzt in der Eurokrise sehr schnell die Lage verändern können. Und dies sollte uns alle nachdenklich machen!

Daher empfehle ich dieses Buch dringend zur Lektüre:

- den Geschichtslehrern und Schülern, um die Vorzeit des 1. Weltkriegs besser zu verdeutlichen
- allen anderen als hervorragende Übersicht und Analyse von Konflikten, Disputen etc. im Speziellen des 1. Weltkriegs wie auch allgemein.
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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 06.01.2014 17:49:49 GMT+01:00
Klassikfan -

in einem Leitartikel der Ausgabe des "New Yorker" vom 6. Januar d.J. vergleicht Adam Gopnik den Kriegsausbruch von 1914 mit zwei britischen Schwesterschiffen, der "Titanic" (die jeder kennt) und der "Olympic" (von der kein Mensch etwas gehört hat und die noch bis in die 30er Jahre ihren Dienst versah). Die Olympic hatte die gleiche Route wie die Titanic genommen und New York problemlos erreicht, die Titanic ging unter.

Gopnik weist darauf hin, dass alle Beteiligten am Großen Krieg irgendwo auch davon angetrieben wurden, nicht als Memmen zu erscheinen und deswegen emotionale Entscheidungen trafen, die bei rationaler Beurteilung der Lage nicht getroffen worden wären - sie steuerten auf den Eisberg zu, während es besser gewesen wäre, ihn zu umschiffen; "Ram the iceberg, we can't afford to let it make us look weak".

Auch heute, sagt Gopnik, wissen wir wir nicht, ob wir auf der Titanic oder auf der Olympic reisen und können das erst erkennen, wenn wir vom sicheren Hafen oder vom Rettungsboot aus am Heck des Schiffes den Namen lesen können, den wir als Passagiere vom Deck aus nicht sehen konnten - niemand von uns weiß vorher, wohin die Reise geht.

TD

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 06.01.2014 18:28:59 GMT+01:00
Klassikfan meint:
Sehr geehrter Herr Dunskus,

auf genau diesen Aspekt wollte ich ja hinweisen mit meiner Rezension - und daher taugt dieses Buch meines Erachtens nach auch als Lehrbuch für Unternehmensmanagement und politische Krisenbewältigung.

Sofern Sie dieses Buch nun kaufen sollten, wünsche ich Ihnen viel Vergnügen und Erkenntnisgewinn!

Mit freundlichen Grüßen

Klassikfan
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