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Kundenrezension

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen sehr unterhaltsames Portrait, 16. September 2011
Von 
Rezension bezieht sich auf: Lemmy [2 DVDs] (DVD)
Die Musik von Motörhead steht für hohen Spassfaktor und unfassbare Laustärke. Die Karriere dieser Band dauert nun schon über 35 Jahre an und ihr Chef wird nicht müde zu betonen, dass er der Band mal gerade 2 Jahre gegeben hätte, als er Motörhead 1975 gründete.

Aus Neugier hatte ich sein Buch White Line Fever gelesen, das ich etwas seltsam fand, und ich mich gefragt habe:
was ist das wohl für ein Typ, dieser Ian Fraser Kilmister ? Denn aus seinem Buch ist mir das nicht ganz klar geworden und von den unzähligen Alben der Band besitze ich auch nur einen Bruchteil, wobei ich die letzten ab Inferno grossartig finde.

Nun, Lemmy ist ein Prolet, ein Asi, der sich seine Mischungen reinzieht, raucht wie ein Schlot, flucht wie ein Bierkutscher, Stunden am Spielautomaten seiner Stammkneipe verbringt, Frauen verbraucht (1000 in 63 Lebensjahren, sagt er), Leute beklaut und den anderen gehörig auf die Glocke haut...wirklich ? Herr Kilmister entstammt eigentlich einem gebildeten Elternhaus, sein Vater war Feldkaplan, sein Stiefvater Fabrikant und seine Mutter Bibliothekarin.

Die Geschichte seiner Herkunft kommt im Film etwas zu kurz, wie ich finde, und sein raues Image verdeckt teilweise die intelligente Seite dieses Mannes. Wenn Lemmy im Film in die Kamera spricht, kommt kaum Unsinn dabei heraus, ausser es handelt sich um seinen eigenwilligen Sinn für Humor. Aber auch dann kann man seinen Äusserungen einen gewissen spitzfindigen Hintersinn nicht absprechen.

Im Film kommen z.B. Szenen vor, in denen Lemmy bei einem Radiosender zu Gast ist und dort Fans, die dort anrufen, Rede und Antwort steht. Einer fragt ihn nach seinem Rezept, wie er bei seinem Lebenswandel so lange überlebt habe. Und Lemmy antwortet lakonisch: "In dem ich nicht gestorben bin." Erklärt dann aber doch noch, dass es seiner Meinung nach daran liegen würde, dass er zwar immer und ständig alles mögliche eingeschmissen hätte, aber dass er niemals Heroin genommen habe, an dem viele seiner Freunde und Kollegen bereits gestorben wären. Naja, wenn er meint...Ozzy Osbourne sagt im Film, dass Lemmy eigentlich schon tot sein müsste...das sagt aber der Richtige, denkt man dann schon.

Ein anderer Anrufer erkundigt sich nach Lemmys musikalischen Einflüssen und er sagt, dass seine Einflüsse noch die gleichen seien wie schon als Jugendlicher...Elvis, Little Ruichard, The Beatles...und dass sich daran bis heute nichts geändert hätte. Anschliessend läuft Lemmy durch einen CD-Laden und stöbert in den Regalen. Schliesslich fragt er den Typen am Tresen, ob er Beatles in Mono hätte, aber der junge Mann muss leider zunächst passen. Lemmy geht weiter stöbern und wenig später taucht der junde Mann doch mit einer Monobox neben ihm auf. "In the name of Rock 'n' Roll" sei es ihr eine Ehre, ihr eigenes, für sie selbst reserviertes Exemplar Lemmy zu überlassen, erklärt die Ladenbesitzerin anschliessend voller Ehrfurcht. Lemmy zahlt per Visakarte und verlässt den Laden.

Ich habe mich nie besonders intensiv mit Lemmy als Person beschäftigt, somit ist dieser Film eine sehr schöne Hommage an eines der letzten Originale der Rockmusik. Seine Bude ist bis unter die Decke mit Krimkrans vollgestopft, so voll, dass der Filmemacher ihn fragen muss, ob er sich nicht manchmal eingegengt fühlen würde. Lemmy bejaht dies offenherzig und er ist auch der Einzige im Raum, der weiss, wo zwischen all dem Krempel der Mülleimer steht.

Lemmy ist ein liebevolles, teilweise fast rührendes Portrait über einen der härtesten Roch'n'Roller dieses Planeten, der einen relativ weichen Kern hat, einen lasterhaften Lebenwandel führt und seltsamen Hobbys nachgeht. Besonders interessant finde ich auch noch die Bonus-DVD mit einer Vielzahl an zusätzlichen Features. Für die Bonus-DVD stehen allerdings keine Untertitel zur Verfügung, was etwas Routine im Umgang mit der englischen Sprache voraussetzt.

Aprospros seltsame Hobbys: die Thematisierung seiner Sammelleidenschaft für Nazi-Devotionalien ist aus der deutschen Version des Filmes entfernt worden, was zu einigen Negativbewertungen geführt hat. Einige sprechen hier sogar von Verstümmelung des Films, willkürlicher Zensur und Ähnlichem. Ich weiss natürlich nicht, was da genau dahinter steckt, aber ich gebe zu bedenken, dass das zur Schau stellen von NS-Symbolen in Deutschland teilweise verboten ist und somit blieb möglicherweise aus rechtlichen Gründen keine Alternative, als das Entfernen dieser Szenen.

Ich hätte es allenfalls interessant gefunden, wenn man dem Zuseher hätte vermitteln können, ob das Sammeln dieser Dinge für Lemmy eine besondere Bewandtnis hat, wo doch bekannt ist, dass er mit der eigentlichen Ideologie überhaupt nichts am Hut hat. Das unkommentierte Vorzeigen dieser Sammelstücke könnte bestimmt einen zumindest missverständlichen Eindruck hinterlassen. Ich würde jedenfalls nicht so weit gehen, und von einer Verstümmelung des Films sprechen. Sein ausgeprägter Atheismus wird im Film ebenfalls ausgespart.

Alternativ bietet sich die Anschaffung der ungeschnittenen Importversion an, die jedoch gänzlich auf Untertitelung verzichtet und bei der man deshalb schon gute Englischkenntnisse haben sollte, denn die Leute, die hier zu Wort kommen, bedienen sich nicht feinster Whitehall-Prosa...
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1-6 von 6 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 16.09.2011 20:01:54 GMT+02:00
Uwe Smala meint:
Ja er ist schon ein Unikum, hätten sie ihn bei Hawkwind nicht wegen ein bisschen
Shit gefeuert, wer weiss ob es Motörhead je gegeben hätte.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 16.09.2011 21:53:11 GMT+02:00
Rocker meint:
Vermutlich nicht, Uwe.
Seine ehemaligen Hawkwind-Kollegen kommen übrigens auch relativ ausführlich zu Wort, und die sind die einzigen, die sich nicht ausnahmlos bewundernd positiv über Lemmy äussern.

Lemmy selbst behauptet ja immer wieder, dass er gefeuert worden sei, weil er die 'falschen' Drogen konsumiert hätte und es entsteht dabei nicht unbedingt der Eindruck, als wäre es dabei nur um piece gegangen wäre...

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 19.09.2011 11:04:14 GMT+02:00
V-Lee meint:
sehrgute rezi - macht echt lust auf die doku. und zum sammeln von nazi devotionalien: ich hatte früher mal einen bekannten, der ein absolute gegner jeglicher form des extremismus (vor allem des rechtsextremismus) war, aber auch der sammelte solche dinge. sein ganzer stolz war übrigens ein echter ledermantel der ss, den er sogar ab und zu trug (hatte vorher natürlich sämtlich ev. darauf hinweisende anzeichen, dass es sich dabei um ein teil der ss handelte entfernt). als ich ihn damals fragte, warum er diese dinge sammle, antwortete er sinngemäß etwa: 'weil all diese sachen von extrem hoher anfertigung-s und materialqualität sind und weil es mich immer daran erinnert, dass aus dem bösen durchaus auch gute dinge entstehen können'.
ich hab' das bis heute nicht so 100%ig kapiert, aber er war halt einfach von den dingen fasziniert, obwohl ihn die dahinterstehende ideologie abgestossen hat.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 20.09.2011 07:59:58 GMT+02:00
Uwe Smala meint:
Dazu weiss ich auch nur, dass Hawkwind immer gegen die "Säureköppe" gelästert haben, ja regelrecht
erbost waren nach dem Motto: "Wir haben teilweise den grössten Mist abgeliefert und erhielten trotzdem
"Standing Ovations"! "

Veröffentlicht am 17.10.2013 17:06:35 GMT+02:00
Leicar7 meint:
jo, gut rocker :-)

wie gesagt - wer's nocht nicht gesehen hat. kommenden samstag auf ARTE um 21:40 Uhr...

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 23.10.2013 12:52:41 GMT+02:00
carcharocles meint:
lemmy ist einfach von der optik dieser dinge fasziniert- hat nix mit seiner ideologie zu tun
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