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Die Geburtsstunde der sozialen Frage, 12. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Schwere Zeiten: Für diese Zeiten (Taschenbuch)
In der Mitte des 19. Jahrhunderts kam in den Industriestädten Europas die so genannte soziale Frage auf: Wie soll mit Verelendung, Massenarmut und den zunehmenden Unruhen in der Arbeiterschaft umgegangen werden? Wie weit darf die Schere zwischen Arm und Reich auseinanderklaffen? Mit bitterem Zynismus stellt Dickens in Schwere Zeiten die zahlreichen Facetten dieser Probleme dar. So präsentiert er Charaktere einer selbstgefälligen Oberschicht, die bestürzend aktuell wirken: Da ist der reiche Fabrikant, der sich angeblich von der Gosse nach oben gearbeitet hat und leutselig fragt, warum alle anderen es nicht einfach genauso machen, oder der Geschäftsmann, der bei Spekulationen 200 000 £ verliert und dies als Missgeschick abtut, während die einfachen Arbeiter kaum von ihrem Lohn leben können - und da ist das bis in unsere Zeit beliebte Märchen von der faulen und unsittlichen Unterschicht, die mit goldenen Löffeln" gefüttert werden will. Die satirische Treffsicherheit, aber auch Dickens' Kritik an einem nur auf kalte Fakten bedachten Schulsystem und sein mitreißender Stil sorgen dafür, dass Schwere Zeiten noch immer lesenswert ist.
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Schwere Zeiten: Für diese Zeiten 3150202302
Charles Dickens
Reclam, Philipp, jun. GmbH, Verlag
Schwere Zeiten: Für diese Zeiten
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Die Geburtsstunde der sozialen Frage
In der Mitte des 19. Jahrhunderts kam in den Industriestädten Europas die so genannte soziale Frage auf: Wie soll mit Verelendung, Massenarmut und den zunehmenden Unruhen in der Arbeiterschaft umgegangen werden? Wie weit darf die Schere zwischen Arm und Reich auseinanderklaffen? Mit bitterem Zynismus stellt Dickens in Schwere Zeiten die zahlreichen Facetten dieser Probleme dar. So präsentiert er Charaktere einer selbstgefälligen Oberschicht, die bestürzend aktuell wirken: Da ist der reiche Fabrikant, der sich angeblich von der Gosse nach oben gearbeitet hat und leutselig fragt, warum alle anderen es nicht einfach genauso machen, oder der Geschäftsmann, der bei Spekulationen 200 000 £ verliert und dies als Missgeschick abtut, während die einfachen Arbeiter kaum von ihrem Lohn leben können - und da ist das bis in unsere Zeit beliebte Märchen von der faulen und unsittlichen Unterschicht, die mit goldenen Löffeln" gefüttert werden will. Die satirische Treffsicherheit, aber auch Dickens' Kritik an einem nur auf kalte Fakten bedachten Schulsystem und sein mitreißender Stil sorgen dafür, dass Schwere Zeiten noch immer lesenswert ist.
Rolf Dobelli
12. März 2012
- Insgesamt:
5

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Ort: Luzern, Schweiz
Top-Rezensenten Rang: 232
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