Kundenrezension

28 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ganz einfach die Schönste!, 13. Januar 2007
Rezension bezieht sich auf: Weber: Der Freischütz (Gesamtaufnahme) (Audio CD)
Diese Aufnahme unter Joseph Keilberth ist für mich bis zum heutigen Tag die erste Wahl.

Keine andere vereint in solchem Maß eine in allen Rollen so gut wie ideale Besetzung, ein so stilsicher geleitetes Orchester und einen so vortrefflichen Chor.

Keilberth kostet alle Facetten der reichen Partitur aus: seine Freischütz-Interpretation steht in der Tradition der deutschen romantischen Oper, ist dementsprechend ausladend und getragen, aber auch mit dem Gespür für die richtige Gruseligkeit, die hier ja unabdingbar ist. Trotzdem trifft man hier keine falsche Sentimentalität oder biedere Deutschtümelei. Vielmehr findet hier ganz simpel ein romantisches Opernmärchen statt, mit Gefühl und Leidenschaft. Keilberth dirigiert einfach das Stück, ohne große interpretatorische Mätzchen und trifft alles genau auf den Punkt.

Und was für wundervolle Sänger ihm hier zur Verfügung stehen:

Die Agathe der Elisabeth Grümmer ist einfach eine Offenbarung. Diese Rolle erliegt ja oft dem Klischee der etwas biederen, matronenhaften Heulsuse. Grümmer zeigt, dass diese Rolle von wunderbarer Beseeltheit und Reinheit erfüllt ist; man glaubt ihr diese Unschuld und Tugendhaftigkeit in jedem Moment - und sie singt einfach wunderschön.

Ihr Gegenpart, das fröhliche und bodenständige Ännchen, wird von Lisa Otto gesungen, und man hätte keine bessere dafür nehmen können. Otto singt nicht ganz so strahlend und brillant wie Rita Streich (bei Eugen Jochum), aber ihr Rollenportrait ist vom Ausdruck hinreißend. Mir ist noch kein besseres begegnet.

Rudolf Schocks Gesang hat schon immer die Gemüter gespaltet. Das häufige Anstemmen der Töne ist nicht jedermanns Sache, aber zum damaligen Zeitpunkt war er stimmlich in seiner besten Phase, und ich finde seinen Max eine seiner besten Leistungen auf Platte überhaupt. Das Timbre ist dunkel und markant, die Stimme robust und heldisch, und von der Darstellung her ist Schocks Max authentisch und überzeugend.

Der böse Kaspar wird von Karl Christian Kohn dargeboten, einem Bassisten, von dem es nicht viele Aufnahmen gibt. Leider, kann man nur sagen, wenn man diese hier hört. Kohn ist der dämonischste und heimtückischste Kaspar, den ich auf Platte gehört habe. Die Dialoge spricht er ganz leise und verschlagen. Seine Teufelsbeschwörung ist herrlich gruselig und schaurig, man hört direkt, dass seine Lebensgeister schon im Schwinden sind, weil er noch keine neue Seele geraubt hat. Auch gesanglich meistert er die vertrackte Rolle, die einen riesigen Stimmumfang verlangt und für viele Bässe in der Höhe ein Problem darstellt, geschickt. Und nicht zuletzt passt sein charakteristisches Timbre ideal zur Rolle.

Zuletzt sei noch der ganz junge Hermann Prey genannt, der den Fürsten Ottokar zum Besten gibt und mit ausgesprochen schönem, kultivierten Kavaliersbariton für sich einnimmt.

Der Chor der Deutschen Oper Berlin und die Berliner Philharmoniker spielen und singen erstklassig. Die Aufnahmen unter Jochum und Kleiber sind vom Instrumentalen her vielleicht noch ein wenig polierter und brillanter.

Aber keine atmet den Geist dieses Stückes in solchem Maße wie diese hier. Auch die Dialoge sind am natürlichsten. Darum: zugreifen!
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